dne Haar—
Kaiſt ſpicht,
d—
gebricht,
rdenwärts,
chland flammt,
lauſcht...
deriſechaundz
gomp. il⸗
wanzig a
novellen⸗Zeitung.
Der Polizeiſpion. (Schluß.)
IlI. Die Löſung des Räthſels.
Die Präſidentin von Neuenbeck kehrte von dem Be⸗ gräbniß ihres Gatten zurück, deſſen Todesahnung nur zu bald in Erfüllung gegangen war, denn ſchon wenige Tage nach dem Geſpräche mit ſeiner Frau, welches wir im achten Capitel mittheilten, ſchied er aus dieſem Leben. Seine letzten Worte waren Dankſagungen an Amalie für das un⸗ getrübte Glück, welches er ſieben Jahre lang an ihrer Seite gefunden, für die treue Pflege und aufopfernde Sorgfalt, die ſie ihm bis zu ſeinem letzten Augenblicke ge⸗ währt hatte, und die Ermahnung, nicht zu ſäumen, nun auch ihrerſeits das Glück der Liebe zu genießen.
Amalie war durch den Verluſt, den ſie erlitten hatte, tief und wahrhaft betrübt, aber dennoch konnte ſie ſich nicht ganz eines freudigen Gefühles erwehren, wenn ſie daran dachte, wie bald es ihr nun nicht nur geſtattet, ſondern ſogar geboten ſei, die treue Liebe ihres Arthur, welche zu theilen und offen zu geſtehen, für ſie jetzt kein Vorwurf
Dritte Jolge.
mehr war, zu krönen, und ihn zugleich durch ihren Beſitz
in den Schooß des Reichthums einzuführen.
Zwar tadelte ſie ſich ſelbſt wegen dieſer erheiternden Gedanken, aber mochte ſie dieſelben auch verbannen, kehrten dennoch ſtets mit erneuter Gewalt zurück, lebendiger und heftiger wurde ihr Verlangen nach der Ver⸗
einigung mit dem Geliebten oder wenigſtens ſeinem Wie⸗
derſehen.
In Nizza hielt nichts mehr ſie zurück, und ſie beſchloß
daher, ſchon binnen wenigen Tagen nach der Heimath ab⸗ zureiſen. Sie gab deshalb ihrer Kammerjungfer den Be⸗
fehl, alle nöthigen Vorbereitungen zu treffen, und theils
um einige Reiſebedürfniſſe zu beſorgen, theils und haupt⸗ ſächlich aber, um Zerſtreuung zu ſuchen, ging ſie darauf aus, um verſchiedene Einkäufe zu machen.
Als ſie die erſtandenen Gegenſtände zu Hauſe ein⸗ wickelte, fiel ihr ein deutſches Zeitungsblatt auf, welches zur Hülle gedient hatte.
Halb neugierig, halb gleichgültig nahm ſie es zur Hand und begann darin zu leſen. Anfangs hatten die veralteten Artikel für ſie nicht das geringſte Intereſſe, und ſchon wollte ſie das Blatt wieder wegwerfen, als ihre Blicke auf einen Artikel fielen, der plötzlich ihr ganzes Weſen verän⸗ derte. Und wohl war das, was ſie las, dazu geeignet,
auf ſie den tiefſten und ſchmerzlichſten Eindruck zu machen; Beſorgung Amaalie ihn bat, h
ſie und Kammerjungfer erſchrocken eintrat, ſagte ſie, die Worte
denn der Artikel enthielt die ausführliche Erzählung der Ermordung Don Montaldi's und der Verurtheilung Ar⸗ thurs als ſeines muthmaßlichen Mörders.
Einen Augenblick war ſie wie betäubt durch den fürch⸗ terlichen Schlag, der ſie ſo unerwartet getroffen hatte.
Ihr Vater ermordet! Ihr Geliebter der ruchloſen That angeklagt, überwieſen, wenn auch nicht geſtändig, und als gemeiner Raubmörder in Gemeinſchaft mit den ver⸗ worfenſten Verbrechern im Zuchthauſe!
Einer Ohnmacht nahe, am ganzen Leibe zitternd, die Hände gefaltet matt in ihrem Schooße ruhend, ſaß ſie einige Augenblicke regungslos und wie vernichtet da.
Endlich kam ein Strom von Thränen ihrem gepreßten Herzen erleichternd zu Hülfe.
„O, mein Gott, das iſt zu viel!“ jammerte ſie und rang verzweiflungsvoll die Hände.„Mein unglücklicher Vater todt,— ermordet!— Und Arthur!— O, der edle, edle Menſch!— Was muß er ausgeſtanden haben und noch täglich, ſtündlich ausſtehen!— Und das durch meine Schuld!“
Jammernd, heftig ſchluchzend, ſank ſie nieder auf den Divan und barg das thränenbedeckte Geſicht in die Kiſſen.
Plötzlich aber ſprang ſie auf.
„Ha!“ rief ſie aus.„Ich Undankbare!— Er leidet, — leidet um meinetwillen, und ich gebe mich hier ſelbſt⸗ ſüchtigem Schmerze hin, während ich bereits zu feiner Rettung auf dem Wege ſein ſollte!“
In fieberhafter Haſt zog ſie die Schelle, und als ihre V
raſch und abgeſtoßen ausſprechend: „Anna, packe augenblicklich.— In einer Stunde müſ⸗ ſen wir abreiſen!“ „Mein Gott, was iſt denn vorgefallen?“ fragte er⸗ ſchrocken die treue Dienerin, welche voll Beſorgniß die ge⸗ waltige Aufregungiihrer geliebten Herrin bemerkte „Frage nicht,“ entgegnete Amalie heftig,„ſondern thue, was ich Dir geheißen habe. Es iſt die höchſte Eile noth, denn es gilt ein Menſchenleben,— mehr als das— es gilt, einen Menſchen von fortgeſetzter Todesqual zu er⸗ löſen.— Zuvor aber ſchicke mir den Wirth herauf.“ Anna entfernte ſich kopfſchüttelnd, denn ſie wuffte ſich das heftige, ſ
leidenſchaftliche Weſen ihrer ſonſt ſo ruhigen, ſo ſanften Herrin durchaus nicht zu deuten. Abex zog mit gewohntem Gehorſam pünktlich da Befehle, und während ſie die Sachen ue lie ihre⸗Angelegenheiten bei dem Wi mit der empfangenen Bezahlung ſa die Aufträge zur Beſchleunigung


