Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
546
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Für den Friedhof der evangeliſchen Gemeinde in Gratz in Steiermark. Erzählungen, vermiſchte Aufſätze und Gedichte von einhundertſechsundzwanzig

Novellen⸗Zeitung.

ALBIHM.

Rabert Urban.

Die Lilie von Ryffhauſen.

Kyffhauſen gut, Kyffhauſen alt, Kyffhauſen feſt im Grund, Du birgſt in Deinem Felſenſpalt Wohl einen ſeltnen Fund, Du hältſt vom Hohenſtaufenſtamm Den beſten Kern verwahrt;

Den Kaiſer groß und lobeſam, Den Friedrich Rothimbart.

Der iſt gebannet und gefeyt Zu einem Schlafe tief, Zu einem Schlaf für lange Zeit, Wie noch kein Andrer ſchlief; Den muß er halten ſonder Bruch In Träumen wüſt und ſchwer, Bis ſich erfüllt der Schickſalsſpruch, Der Spruch von altersher.

Da, wo der letzte Trümmerreſt Weit in die Lande ſieht, Da ragt hervor ein Grundſtein feſt Von ſtählernem Granit. Nun heißt es, daß des Kaiſers Pein Sich erſt zu Ende trägt, Wenn ihre Wurzel in den Stein Einſt eine Lilie ſchlägt.

Kyffhauſen alt, Kyffhauſen gut, Das iſt ein ſchwer Beding; Man ſagt, daß nur durch Menſchenblut Der Felſentrutz zerging! Eh daß den Stein die Lilie zwang, Kyffhauſen feſt im Grund, Schon viel des Bluts Dein Boden trank, Und viel noch thut ſich kund.

Doch kommen wird einſt Zeit und Tag, Auf, Deutſche, wappnet Euch! Wo ſich der Spruch erfüllen mag, Am Kaiſer und am Reich:

Da ſteigt der Kaiſer aus dem Grab, Die Krone auf dem Haupt,

In ſeiner Hand den Herrſcherſtab, Mit Eichen friſch umlaubt.

Doch kommt er nicht allein daher, Denn er iſt ſchwach und alt, Ihn ſtützt ein Knabe, hoch und hehr Von fürſtlicher Geſtalt.

Das iſt ſein Sohn vom Blute nicht, Allein von Geiſt und Werth.

Der ſchreitet ihm zur Seite dicht

Und hält im Arm das Schwert.

Das breite Schwert, den Staufenhort, Das hält er gar genau Und ſchauet ernſt und ſpricht kein Wort, Die Augen groß und blau.

Mit rothem Schein das goldne Haar So ſchreitet klar und mild

Des alten Kaiſers wunderbar Verjüngtes Ebenbild.

Mein Sohn, mein Sohn, der Kaiſer ſpricht, Schau' aus und lug' ins Land Dieweil mir ſelbſt die Kraft gebricht, Bewehrt' ich Deine Hand Schau' aus gen Süd und nordenwärts, Weitum reicht deutſche Treu;

Mein Ahnvolk iſt der Völker Herz, Mein Herz wird weich dabei.

Die Krone nimm zum Schwert hinzu,

Tritt nieder Zwang und Hohn

Und gib nicht Raſt und gib nicht Ruh, Bis neu erglänzt mein Thron;

Dein Vorbild ſei die Lilie hier,

Die durch den Stein ſich rang:

So ringe Du, bis endlich Dir

Der ſchwere Sieg gelang.

Es ſei Dein Wille wurzelſtark, Als wie der Lilie Schaft, Und lilienweich des Herzens Mark Und lilienhoch die Kraft; Ein Lilienhauch die Rede Dein Und lilienkeuſch die Minn, Und lilienweiß und lilienrein Und lilienfromm Dein Sinn!

Und alſo zieh' mit Gott dem Herrn! Der Kaiſer ſprach's gerührt Und nahm die Krone mit dem Stern: Nimm hin, was Dir gebührt! Ich bin zu harren noch verdammt, Bis einſt die Oriſchrift Des Sterns, der über Deutſchland flammt, Auch meine Augen trifft.

Der Knabe ging. Der Kaiſer lauſcht.... Bisweil erſchrickt er bang, Wenn plötzlich ihm zu Ohren rauſcht Des alten Schwertes Klang. Das hat ſich noch nicht abgekühlt Vom heißen Sonnenſtrahl, Seit es den wälſchen Reichstag hielt Im Felde von Roncal.

Doch kommt die Zeit und kommt der Tag, Da hoch die Lilie blüht, Da wird geſchehn ein großer Schlag, Da flammt der Stern und glüht! Dann endlich auch, des Harrens ſatt, Wirſt, Barbaroſſa, Du, Nun Deutſchland ſeinen Kaiſer hat, Eingehn zur ew'gen Ruh⸗

deutſchen Gelehrten, Schriftſtellern und Dichtern ꝛc. Braunſchweig, Wien und Gratz, Fr. Vieweg u. Sohn; F. Manz u. Comp. ꝛc.

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