538 Novellen⸗Zeitung.
Wenkſtern aber und mit ihm mehrere ſeiner treuen Freunde bewahrten ihr Vertrauen zu ihm unerſchüttert, und der Erſtere drang auf's Neue mit allem Ungeſtüm der Freundſchaft in Arthur, nun endlich offen zu ſagen, auf welche Weiſe er in den Beſitz des Goldes gelangt war.
Alle ſeine Bitten blieben indeß erfolglos, und Arthur gab ſtets nur die frühere Antwort:
„Wollte ich thun, was Du begehrſt, ſo wäre ich in meinen eigenen Augen und wahrſcheinlich auch in den Deinigen, ſo wie in denen aller Ehrenmänner, noch mehr entehrt, wie jetzt.— Es bleibt mir daher nichts übrig, als in Geduld und Ergebung die Erfüllung meines Schick⸗ ſales zu erwarten. Daß dieſe mir durch das ſchönſte und reinſte Glück die überſtandenen Leiden lohnen wird, iſt noch immer meine unerſchütterliche Ueberzeugung, wie ſie es von allem Anfang an geweſen iſt.“(Schluß folgt.)
Zwei Tage aus dem Jahre 1809.
Funfzig Jahre ſind für den Menſchen eine nur kurze Zeit, wenn ſie glücklich verlaufen, wenn das Familien⸗ und auch das Staatenleben während derſelben blühte und gedieh. Funfzig Jahre ſind aber auch eine gar ge⸗ waltige, eine endloſe Zeit, wenn ſie unter vergeblichem Hoffen und Harren auf beſſere Tage wie mit bleiernen Füßen dahin ſchleicht. Aus welchem von beiden Geſichts⸗ punkten wir den hinter uns liegenden Zeitabſchnitt be⸗ trachten wollen, laſſe ich hier dahin geſtellt ſein. Es iſt hier weniger meine Abſicht zu polemiſiren, als an eine Zeit zu erinnern, deren Genoſſe ich geweſen, die Tauſenden
meiner Gefährten den Tod gebracht, während ich noch lebe, um mit geſunden Augen die wandelbaren Geſchicke der Völker zu betrachten und, Dank Gott, mit noch ungebroche⸗ ner Kraft der Zukunft und ihren Ereigniſſe entgegen zu treten. Ich will an die Zeit erinnern, wo es einem küh⸗ nen Eroberer gelang, ſich über Blut und Leichen Bahn in das Herz von Deutſchland zu brechen, legitime Throne zu ſtürgen und auf ihren Trümmern neue Dynaſtieen zu gründen, für die Angehörigen und Anhänger des von ihm neu errichteten fränkiſchen Kaiſerreiches.—
Es war am 31. Juli 1809, als Herzog Friedrich Wilhelm von Braunſchweig, ohnerachtet der großen von ihm dem öſterreichiſchen Kaiſerhauſe gebrachten Opfer durch den Waffenſtillſtand von Znaym ſeiner Rechte als deutſcher Reichsfürſt gewaltſam beraubt, auf ſeinem kühnen Zuge an die Nordſee, nach der Erſtürmung von Halber⸗ ſtadt, Wolfenbüttel, die zweite Hauptſtadt ſeiner Erbſtaaten, erreichte.
Um alle auffallenden Freudensbezeigungen der Braun⸗ ſchweiger, deren Liebe zum angeſtammten Fürſtenhauſe dem Herzoge ſeit früher Jugend ja nur zu wohl bekannt war, wegen der ihnen unter den obwaltenden Verhältniſſen un⸗ ausbleiblich daraus hervorgehenden Nachwehen zu vermei⸗ den, beſchloß er, den Einzug mit ſeinen Getreuen in die Hauptſtadt erſt mit einbrechender Nacht ſo ſtill wie mög⸗ lich ſtattfinden zu laſſen. Jedoch ſchon eine Stunde vor Braunſchweig ſtand die geſammte Bevölkerung, Groß und Klein, Jung und Alt, am Wege, um den vielgeprüften Fürſten mit brennenden Fackeln in der Hand zu empfangen und in ſein Reſidenzſchloß zu geleiten. Glücklich, wer ſeine Hand erfaſſen oder nur einen Blick ſeines freund⸗ lichen Auges erhaſchen konnte. Um den Saum ſeines ſtaubigen Rockes zu küſſen, drängten ſich ſogar ſchöne Frauen vor die Hufe ſeines Pferdes. Alle aber waren glücklich, den rechtmäßigen Herrn und Landesvater wieder in ihrer Mitte zu ſehen.
Aus der Geſchichte.
Zur Statiſtik der Schlachten. Die Militär⸗Zeitung ſchreibt:„Wir haben die ausgeſprochene
Mann. Bei Aspern waren wir 75000 Mann ſtark und dem Gegner um 10000 Mann überlegen; die Verluſte ſtanden außer
jedem Verhältniß, wir hatten 20000 Todte und Verwundete, der
Anſicht zu conſtatiren, daß die Schlacht zwiſchen der Chieſe und
dem Mincio, was die Machtentwickelung betrifft, ſich unmittel⸗
bar an die Völkerſchlacht von Leipzig anreiht; nicht ſo, was den Verluſt betrifft. Am 24. Juni kämpften mehr als 300000 Sol⸗ daten gegenſeitig, und die Verluſte dürften, gering gerechnet, 30— 35000 Mann ſein. In der dreitägigen Schlacht von Leip⸗ zig ſtanden den 330000 Verbündeten 260000 Franzoſen entgegen; dieſe hatten 30000 Gefangene und 45000 Todte und Verwundete, die Verbündeten 48000 Todte und Verwundete verloren. Nächſt Leipzig iſt es die Schlacht an der Moskwa am 7. Sept. 1812, welche durch ihre Opfer unerreicht daſteht; 130000 Ruſſen mit 600 Geſchützen ſtanden 134000 Franzoſen mit 587 Geſchützen gegenüber, erſtere verloren 58000 Mann, die Franzoſen 50000 Mann; die Verluſte waren alſo 40 Procent. Bei Bautzen am 21. Mai 1813 kämpften 110000 Ruſſen und Preußen gegen 150000 Franzoſen, die Franzoſen verloren 20000, die Alllirten 15000 Mann und nicht eine Kanone. In der Schlacht von Deutſch⸗Wagram am 5. und 6. Juli 1809 zählten wir 137622 Mann, Napoleon 170000; er hatte überdies auf dem für Caval⸗ lerie ſehr günſtigen Terrain 32000 Reiter, denen wir nur 12000 entgegenſtellen konnten, und ſelbſt dieſe Uebermacht an Cavallerie würde ohne Erfolg geblieben ſein, wenn unſer linker Flügel durch Verſchanzungen geſichert geweſen wäre. Die Verluſte waren auf beiden Seiten ziemlich gleich, wir hatten 20000, der Feind 22000
Feind 13000 Todte, 3000 Gefangene, und 30000 Mann wurden nach Wien zur Heilung geſendet; es war alſo bei 135000 von beiden Seiten aufgebotenen Kriegern gerade die Hälfte kampfun⸗ fähig geworden. Erwähnen wir noch der Schlacht von Auſterlitz, 70000 Franzoſen, 70000 Ruſſen, 13000 Oeſterreicher, Verluſte: 21000 Ruſſen mit 160 Kanonen, 5800 Oeſterreicher und 10000 Franzoſen; jene von Auerſtädt und Jena am 14. Oct. 1806, 142000 Franzoſen gegen 150000 Preußen, und von Waterloo am 18. Juni 1815, in welcher im Ganzen 170000 Mann, dar⸗ unter 70000 Franzoſen, engagirt waren und letztere 25400 Mann mit 250 Geſchützen, die Alliirten 31000 Mann verloren: ſo haben wir die größten und blutigſten Schlachten unſerer und faſt aller Zeiten verzeichnet. Aus dieſer Darſtellung wird die allgemein verbreitete Anſicht, daß die ſo weit gediehene Vervollkommnung der Feuerwaffen künftige Schlachten viel blutiger geſtalten müſſe, ziemlich widerlegt; die Verluſte in den frühern Kämpfen waren durchſchnittlich 20— 25 Procent und darüber, während ſie ſich in der letzten Schlacht, hoch gegriffen, nicht auf 15 Proc. der aufge⸗ botenen Streitkräfte ſtellen wird.“
Literatur. Albumeiner Frau. Zweite Ausgabe. Hannover, Carl Rümpler 1860. 4 Wir leben nicht ſowohl in einer Zeit unbewußter und unbe⸗
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