Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
536
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Polizeibeamte, welcher in Begleitung Uhling's gekommen war, den andern, dem er doch vielleicht nicht ganz trauen mochte, wie freundſchaftlich unter den Arm, und verließ mit ihm das Gaſtzimmer, indem er ſeinem eigentlichen Ar⸗ reſtanten gleichgültig zurief:Du folgſt!

Und Uhling gehorchte ohne Zögern, denn er wußte ſo viele Polizeimänner in der Nähe, daß an ein Entrinnen für ihn nicht zu denken war.

Als der unter ſo ſchwerem Verdacht ſtehende Polizei⸗ agent vor den Polizei⸗Inſpector geführt wurde, dem die Inſtruction dieſer Angelegenheit übertragen war, ſagte derſelbe, nachdem er den Bericht des andern Agenten ange⸗ hört hatte, mit dem Tone eines ſtrengen Vorwurfs:

Wie, Herr Hollrink, an ſolchem Orte und in ſolcher Verkleidung laſſen Sie ſich finden? Das hätte ich wahr⸗ lich nicht von Ihnen erwartet!

Herr Polizei⸗Inſpector, ſtotterte Hollrink, der nach einem ſolchen Vorwurfe ſeinem Vorgeſetzten verlegen gegen⸗ über ſtand,die Pflicht meines Amtes bringt es zuweilen mit ſich, zu dergleichen Mitteln zu greifen, ohne welche man ſehr häufig nicht zu erfahren vermag, was herauszu⸗ bringen iſt.

Schlimm genug, daß dem zuweilen ſo iſt, ſagte der Inſpector mit gleich ſtrengem Tone,aber für diesmal hatten Sie meines Wiſſens keinen Auftrag erhalten, der ſolche Mittel nöthig machte.

Das nicht, ſagte Hollrink raſch,aber ich dachte

Ich liebe den Dienſteifer bei Ihresgleichen, unter⸗

brach ihn der Inſpector, und in den Ton der Strenge

miſchte ſich der der Verachtung, mit dem er das Wort Ihresgleichen ſprach;allein übertriebener Eifer der Art kann leicht dazu führen, daß die Polizei den Haß ver⸗ dient, mit dem ſie nur allzuoft ungerechterweiſe betrachtet wird. Doch ich will jetzt nicht über Theorieen und An⸗ ſichten mit Ihnen ſtreiten, ſondern fordere Sie ganz ein⸗ fach auf, die Frage zu beantworten, auf welche Sie, wie

ſich ſehr natürlich finde, dem Uhling die Antwort verwei⸗ gerten: Wer iſt der Käufer der Pretioſen, die Sie aus den Händen Uhling's empfingen, und die dem ermordeten Don Montaldi abgenommen wurden?

Ich verſtehe Sie nicht, Herr Inſpector, entgegnete Hollrink mit unglaublicher Frechheit.

Nicht? fragte der Inſpector ſcharf. werden Sie mich bald beſſer verſtehen!

Damit zog er an der Schelle, und einer der dienſt⸗ habenden Polizeimänner erſchien.

Aſſeſſor Brenk! gebot der Inſpector.

Der Gerufene trat eine Minute ſpäter ein, und der Inſpector ſagte zu demſelben:

Herr Aſſeſſor, ſtellen Sie hier Herrn Hollrink unter Aufſicht, und begeben Sie ſich dann ſofort nach deſſen Wohnung, um in derſelben die ſtrengſte Hausſuchung zu halten. Es handelt ſich beſonders darum, die Pretioſen⸗ aufzufinden, die dem ermordeten Montaldi abgenommen worden ſind, und auf deren Beſchreibung Sie ſich wohl noch aus dem unglückſeligen Proceſſe des Grafen Maien⸗ burg erinnern, welcher, wie jetzt bereits feſtſteht, an dem ihm zur Laſt gelegten Morde unſchuldig iſt und wahrſchein⸗ lich an dem Raube der Dublonen ebenfalls, obgleich er unbegreiflicherweiſe jede Auskunft verweigerte, wie er in den Beſitz des Goldes gelangte, das er höchſt wahrſchein⸗ lich gefunden hat.

Ich habe nach den Ausſagen, welche der Diener des Ermordeten machte, ſelbſt das Verzeichniß und die Be⸗ ſchreibung aufgenommen, entgegnete der Aſſeſſor,und ich würde danach die Sachen auf den erſten Blick erkennen, obgleich ich ſie nie geſehen habe.

Gut! ſagte der Inſpector.Unterwerfen Sie auch die Papiere einer genauen Durchſicht, denn es wäre mög⸗ lich, daß wir dadurch Aufſchluß erhielten. Sobald Sie die Expedition beendigt haben, erſtatten Sie mir genau Bericht.

Nun, dann

den Hof machen, und damit er aus der Artigkeit und dem guten Benehmen gegen dieſe ſeine Lieblingsthiere beurtheilen könne,

welche Hingebung man zu ſeinem Dienſte habs. 6.

Aus der Natur.

Die Dattelpalme.

Die Dattelpalme iſt eine der wichtigſten Palmenarten. Sie erreicht gewöhnlich eine Höhe von 20 40, ſelten über 60 Fuß und eine Dicke von 1 ½ bis 3 Fuß. Der ſchlanke Stamm(eigent⸗ lich Stock bei den Palmen genannt) iſt geringelt und hat auf dem Wipfel 40 80 gefiederte, 10 Fuß lange Blätter, deren Fieder⸗ blätter ſchmal lanzettförmig, langgefaltet und ſteif ſind. An ſehr großen Bäumen ſind die Blattſtiele allein 68 Fuß lang. Zwiſchen den Blättern kommen die Scheiden mit den Blütben⸗ kolben heraus, deren Kelch und Blumen dreiblätterig, gelbgrün und klein ſind. Sie ſtehen in großer Anzahl auf einer holzigen zweikantigen Achſe. Die Dattelpalme hat getrennte Geſchlechter, indem einige Bäume nur Blüthen mit ſechs Staubfäden, andre dagegen Blüthen mit einem dreitheiligen Stempel tragen. Nur dieſe letztern Bäume bringen Früchte, müſſen aber in der Nähe von Bäumen mit Staubfäden ſtehen. In Ermangelung ſolcher Bäume werden die Bäume mit weiblichen Blüthen künſtlich durch aufgehängte Büſchel von männlichen Blüthen befruchtet, was bereits im Alterthume geſchah, wie wir aus den Tractaten des Talmuds erſehen. Ein Blüthenbüſchel bringt gegen 200 wie Pflaumen geſtaltete gelbe Früchte mit ſüßem Fleiſche und einen!

Steinkerne hervor, der auf einer Seite wie ein Weizenkorn ge⸗ furcht iſt. Dieſe Früchte, welche getrocknet auch zu uns kommen, um als Tafelobſt und in den Apotheken benutzt zu werden, dienen den Bewohnern der Wüſte als das vorzüglichſte Nahrungsmittel. In Egypten, Arabien und Perſien leben nicht nur die Menſchen, ſondern auch die Pferde und Kameele zum großen Theile von Datteln. In den Oaſen der Wüſte hat dieſe Frucht ſchon Tau⸗ ſende beim Durchreiſen jener glühenden Einöden vom Tode errettet. 4 Auch in Paläſtina wuchs dieſe Palmenart ehemals häufig, beſonders in einigen durch warme Temperatur ausgezeichneten Gegenden, namentlich um Jericho, welches daher Palmenſtadt hieß, außerdem am todten Meere, ſowie auch am See Genezareth. Daher kommt ſie auch auf jüdiſchen und römiſchen Münzen als Symbol Paläſtina's vor. Jetzt iſt dieſer Baum dort faſt ganz verſchwunden; bei Jericho ſtand nur noch ein einziger, als Ro⸗ binſon dort war. Man genießt die Früchte(Datteln) friſch oder getrocknet, auch auf mancherlei Art zubereitet, macht ſie mit Zucker ein(Karyoten) oder preßt aus ihnen den Honigſaft, der einen köſtlichen Syrup oder durch Gährung ein weinartiges Ge⸗ tränk oder Eſſig kiefert, worauf man die Preßrückſtände an Kameele, Pferde und Rindvieh verfüttert. Aus dem Mehle der Körner bäckt man in Nordafrika das Dattelbrod. Durch Ein⸗ ſchnitte in den Stamm erhält man einen zuckerigen Saft, welcher einen berauſchenden Palmenwein liefert, der ſich jedoch durch fortgeſetzte Gährung bald in Eſſig verwandelt. Auch bereitet man dieſen Wein ſchon darum ſelten, weil man durch das Ab⸗ zapfen des Saftes den Ertrag der werthvolleren Früchte ſchmälert. Das weiche Mark im Gipfel des Stammes, die jungen Gipfel⸗

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