Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
535
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Nr. 34.

Dritte

eigentlich die ſchöne Uhr, den Ring, die Buſennadel und die andern Werthſachen des Don Montaldi verkauft, die ich Dir auf Dein Verlangen ausliefern mußte, und die Du mir ſo anſtändig bezahlt haſt, wie dies mit geſtohlenem Gut ſonſt nicht zu geſchehen pflegt?

Du haſt Dein Geld empfangen, ſagte Franz ärger⸗ lich und heftig,wer es gab, geht Dich nichts an!

Da haſt Du recht, Franz; den Uhling geht es nichts an, wohl aber mich! ſagte jetzt der Polizeiagent, indem er herantrat, Franz die Hand auf die Schulter legte, und dazu barſch ſagte:Folge mir! Du biſt mein Arreſtant!

Ich! Dein Arreſtant? entgegnete Franz mit dem Tone des Hohnes, obgleich er ſeinen Schreck über die Drohung nicht ganz verbergen konnte.Ich möchte wohl wiſſen, mit welchem Rechte ein ſolcher ſchäbiger Kerl, wie Du biſt, mich arretiren dürfte?

Mein Recht dazu erſiehſt Du hieraus, ſagte der Polizeibeamte, und zog aus der Bruſttaſche ſeines Rockes das Zeichen, durch welches die Beamten der Polizei ſich ausweiſen, wenn ſie nicht in Uniform ſind.

Das iſt etwas Anderes, ſagte hierauf Franz mit verändertem Tone.Allein das Recht zu meiner Ar⸗ retirung kann ich dennoch nicht anerkennen, denn und raſch in die Taſche greifend hielt er dem Beamten ein eben ſolches Dienſtzeichen entgegen. Dieſer aber ſchien dadurch noch nicht überzeugt zu ſeinz denn mit dem Tone des Zweifels ſagte er:Das Zeichen kann geſtohlen ſein, wie jedenfalls das Aeußere eine Maske iſt; daher muß ich den Namen wiſſen, um mich zu überzeugen.

Franz ſtand auf, bog ſich zu dem Ohre ſeines Col⸗ legen und flüſterte ihm einen Namien zu.

Gut! ſagte nun der Erſte.Unter dieſen Umſtän⸗ den kann ich Sie zwar nicht arretiren, allein meine In⸗ ſtructionen ſind ſo ſtrenge, daß ich Sie bitten muß, mich auf der Stelle zu dem Herrn Polizei⸗Inſpector zu begleiten, dem ich Bericht zu erſtatten verpflichtet bin.

folge.

Das wird wohl keine ſo große Eile haben, ſagte Franz mit einem Tone, der gleichgültig klingen ſollte, dem man aber dennoch eine gewiſſe Unruhe anhören konnte. Ich will nur nach Hauſe eilen, mich anſtändig anzukleiden, und wenn Sie langſam gehen, bin ich zu gleicher Zeit mit Ihnen bei dem Inſpector.

Es thut mir leid, dies nicht zugeben zu dürfen, ſagte der Polizeiagent mit der größten Entſchiedenheit, denn nach meinen Inſtructionen, beſonders aber nach den Worten, die ich ſo eben hier aus Ihrem Munde gehört habe, würde ich mich einer argen Pflichtverletzung ſchuldig machen, wollte ich Ihrem Verlangen nachgeben. Ich muß Sie daher alles Ernſtes bitten, mir unverzüg⸗ lich zu folgen, oder ich würde mich genöthigt ſehen, die Collegen zu Hülfe zu rufen, die in der Nähe poſtirt ſind, und Sie trotz Ihres Zeichens zu arretiren.

Der Franz biß die Zähne aufeinander, ſagte dann aber raſch:O, ſo wichtig iſt die Sache keineswegs, und ich bin durchaus nicht geſonnen, mich Ihrem Willen mit Gewalt zu widerſetzen, obgleich ich finde, daß Sie ſich etwas zu eigenmächtig auf Ihre Inſtructionen berufen.

Das habe ich zu verantworten, ſagte der Andere, gereizt durch dieſen Vorwurf;und ich denke, es wird mir ohne große Schwierigkeit gelingen. Doch kommen Sie nun. Wir haben hier nichts weiter zu ſuchen, und es iſt nicht rathſam, die Neugier der Gäſte länger zu reizen.

Dieſe hatten in der That theils einen Kreis um die beiden Beamten der Polizei zu bilden angefangen, theils mit langem Halſe und geſpannter Aufmerkſamkeit nach dem Geſpräche derſelben hinübergelauſcht, und obgleich daſ⸗ ſelbe nur halblaut geführt worden war, hatten die nächſten Gäſte dennoch einige Worte davon verſtanden, und waren dadurch auf den Ausgang neugierig gemacht worden.

Dieſe Neugier ſollte indeß keine Befriedigung finden, denn ohne daß es zu einem Streit oder wohl gar zu einer Prügelei kam, wie Jene gehofft haben mochten, nahm der

Obgleich dieſer Palaſt aus mehreren, ohne Zuſammenhang und Ordnung in einander geſchobenen Wohnungen beſteht, ſo iſt er doch nichts deſto weniger eins der Wunder von Paris und von Frankreich. Als echter Italiener war Mazarin begeiſtert für die Künſte; er hatte ſchöne und geräumige Gallerien nöthig, um die Wunder der Malerei und Bildhauerkunſt aufzuſtellen, die er überall her ſammelte. Zu dieſem Zweck beſchied er Bernini aus Rom, den berühmten Baumeiſter, den ſpäter Ludwig XIV. zur Vollendung des Louvre beſchied, dem aber in Folge eines öffent⸗ lichen Wettkampfes Claude Perrault vorgezogen ward.

Der Papſt ſchlug jedoch Bernini die Crlaubniß zur Reiſe ab, und ſo ſah ſich derſelbe genöthigt, auf den Jahrgehalt von 36,000 Franken, den ihm der Pardinal angeboten, zu verzichten. In Ermangelung Bernini's beauftragte der Cardinal Franz Manſard, ihm hinter ſeinem Palaſt, parallel mit der Rue Vivienne, zwei Gallerien zu bauen, die eine für die antiken Bildſäulen, die die Gemälde und die Merkwürdigkeiten jeder Art.

andere für Der größte Theil dieſer Kunſtwerke ſchmückt jetzt das Antiken⸗ muſeum im Louvre.. 8 Der Prunk des Gebieters, trotzdem man ihm mit Unrecht Geiz vorwarf, ſtand vollkommen im Einklang mit dem Aufwand in ſeiner Wohnung. Wir müſſen hier an jene berühmte Lotterie erinnern, bei welcher Mazarin in ſeiner oberen Gallerie für mehr als 500,000 Fr. Kunſtgegenſtände, Kleinodien und Möbel aus⸗ ſpielen ließ, die auf dieſe Weiſe in die Hände der Herren und Damen vom Hofe übergingen, welche er eingeladen hatte, die Königin, den König und die Prinzen mit inbegriffen, an welche alle er unentgeltlich Looſe vertheilt hatte.

1,200,000 Fr. Edelſteine, ein Tafelſervice ganz aus Gold, zwei leichte Wagen von großem Werthe, den einen aus rothem Sam⸗ met und Gold, mit ſechs Moskowiterpferden beſpannt, den andern aus grünem Sammet mit Silber, mit ſechs indiſchen fleiſchfar⸗ benen Pferden beſpannt.

Seine Liebhaberei für Edelſteine und namentlich für Dia⸗ manten iſt ſehr bekannt; gern ließ er ſie ſich durch die Hände gehen und ſpielte damit. Außer den achtzehnMazarins, die er der Krone vermachte, hatte er noch eine große Anzahl davon geſammelt, über die er in ſeinem Teſtament verfügte: dieRoſe von Eng⸗ land, einen rohen Diamant von 14 Karat, und den Rubin Cabochon vermachte er der Königin Mutter; ein Bouquet von fünfzig Diamanten der nigin; einunddreißig Smaragden dem Herzog von Anjou; einen Degen mit einem Stichblatt, das mit Diamanten verziert war, dem Connetable Colonna, dem Gemahl von Marie Mancini, der Geliebten Ludwig XIV.; für 600,000 Fr. Diamanten vermachte er an verſchiedene Perſonen und für 360,000 Fr. Edelſteine vertheilte er unter ſeine Nichten und Neffen. In Bezug auf die ſeltenen Thiere und namentlich auf die Affen, mit denen der Palaſt Mazarin angefüllt war, findet man in einer Mazarinade folgenden Ausfall;

Amſterdam, 1. Sept. 1649.

In dieſer Woche ſind mehrere Schiffe aus Indien ange⸗ kommen. Außer andern Reichthümern, mit denen der ſchoͤne Segler beladen war, hat er ein Dutzend der ſchönſten und ſeltenſten Affen mitgebracht. Der Cardinal Mazarin hat ſie kommen laſſen, um ſie in ſeine Kleiderkammern und in ſeine Vor⸗

An Maria Thereſia ſandte er als Hochzeitsgeſchenk für

zimmer zu thun, damit ſie daſelbſt die Leute beluſtigen, die ihm