Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
531
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F. de uu· Nx. 34.) Drilte folge. 531 V Novellen-Zei ovellen-Zeitung. on! pn? er Polizei ion. fohlen, Sie aus meiner eigenen Küche zu verſorgen. Sind Der P 5 p Sie geneſen, ſo bitte ich Sie, bis zu Ihrer Befreiung ein Gaſt an meinem Tiſche zu ſein. mubt,(Jortſetzung⸗) Wieder drückte der Director Arthur die Hand und 3 verließ dann das Krankenzimmer, ohne die übrigen Be⸗ x. Ein Verbrecher. wohner deſſelben nur eines Blickes zu würdigen. Sie waren über ſein Benehmen gegen Arthur beinahe noch ver⸗ Die edle Selbſtaufopferung, welche Arthur bei dieſer wunderter, als dieſer ſelbſt, und betrachteten Letztern faſt als 1 Gelegenheit bewieſen hatte, ſollte bald ihren Lohn ge⸗ eine Art von Wunderthier, denn ſie wußten ſich das Räth⸗ N. winnen. ſel von dem Benehmen des Directors gegen ihren Mitge⸗ Das Feuer wüthete noch mehrere Stunden lang fort, fangenen auf keine Weiſe zu deuten. endlich aber gelang es, ſeiner Herr zu werden und noch Arthur ſelbſt aber wurde dieſes Räthſel ſchon am einen großen Theil des gewaltigen Gebäudecomplexes zu nächſten Tage gelöſt, denn obgleich er noch immer ſehr retten. Gegen Mittag des nächſten Tages war der Brand heftige Schmerzen litt und unter andern Umſtänden das aheun vollkommen gelöſcht und die Ordnung ſo weit wieder her⸗ Lager noch nicht ſo bald verlaſſen haben würde, war er

geſtellt, als die Umſtände es geſtatteten. Da öffnete ſich die Thür des kleineren Krankenzimmers, in welches Arthur gebracht worden war, und an ſein Lager trat zu ſeinem Staunen der Oberaufſeher des Zuchthauſes. Die finſtere Miene, die er Arthur bisher jederzeit gezeigt hatte, war völlig verſchwunden, und mit dem Ausdrucke freundlicher Theilnahme reichte er ihm die Hand und fragte beinahe herzlich:Wie geht es Ihnen, Graf Maienburg?

Das ehrendeSie, noch mehr aber der Titel, mit welchem der Director ihn anredete, machten Arthur ſprach⸗ los vor Erſtaunen. Er wußte ſich dieſen auffallenden Wechſel des Benehmens durchaus nicht zu deuten; denn das allein, was er bei dem Feuer gethan hatte, genügte zur Erklärung nicht. Doch ſein Staunen ſollte noch ge ſteigert werden.

Nehmen Sie die Kette mit der Kugel ab, gebot der Director dem ihn begleitenden Schließer, und während der Befehl vollzogen wurde, ſagte der Director zu Arthur:

Geſtattete es meine Pflicht, ſo würde ich Sie augen⸗ blicklich Ihrer Haft entlaſſen, denn ich bin jetzt von Ihrer Unſchuld vollkommen überzeugt, habe auch bereits einen Bericht abgeſendet, der Sie, wie ich nicht bezweifle, in kürzeſter Friſt von hier erlöſen wird. Bis dahin geſtatte ich Ihnen mit wahrem Vergnügen jede Freiheit, die mit

meiner Machtvollkommenheit verträglich iſt.

Darf ich fragen, Herr Director, ſagte Arthur mit

freudefunkelnden Blicken,wodurch eine ſo wunderbar

günſtige Veränderung meines Schickſals herbeigeführt

poorden iſt?

Durch die Reue eines Verbrechers, entgegnete der

Director lächelnd.Das Nähere ſollen Sie erfahren,

ſobald Ihr Zuſtand Ihnen geſtattet, mich in meiner Woh⸗ nung zu beſuchen, und daß dies recht bald geſchehen könne,

doch viel zu geſpannt, um ſeine Ungeduld noch länger zügeln zu können.

Nachdem der Director, der ihn ſehr freundlich empfing, der ihm auch zuvor ſchon ſeine eigenen, in das Gefängniß mitgebrachten Kleider mit der Erlaubniß, ſie zu tragen, geſchickt hatte, mit vielem Lobe ſeines Benehmens bei dem Brande Erwähnung gethan, ſagte er:

Dem Edelmuthe, den Sie bei dieſer Gelegenheit be⸗ wieſen haben, verdanken Sie die jetzige Erleichterung Ihrer Lage und wie ich nicht bezweifle, binnen kurzer Zeit Ihre völlige Freiſprechung, denn der Menſch, den Sie aus ſeiner Zelle zogen und dann auf Ihren Armen aus den Flammen trugen, hat gegen mich das Geſtändniß abgelegt, daß er den Don Montaldi, wegen deſſen Sie verurtheilt worden, ermordet hat, ohne daß deshalb nur der geringſte Verdacht auf ihn fiel, wogegen er wegen mehr⸗ facher anderer Verbrechen zu zehnjähriger Zuchthausſtrafe verurtheilt iſt. Er gab ſo viele beſondere Umſtände an, daß ſich an der Wahrheit ſeiner Ausſage um ſo weniger zweifeln läßt, da zu einer falſchen Selbſtanklage der Art kein denkbarer Grund vorhanden iſt. Es kann daher Ihrer völligen Freiſprechung und Rehabilitirung kaum noch irgend etwas entgegenſtehen, ſobald Sie ſich nur be⸗ wegen laſſen, Aufſchluß über die gegen Sie ſprechenden, nun aber beinahe ganz entkräfteten Zeugniſſe zu geben. Die Veranlaſſungen aber, die Sie früher zu Ihrem hart⸗ näckigen Schweigen über dieſe Punkte gehabt haben mögen, müſſen jetzt, ſo ſollte ich meinen, weggefallen ſein.

Sie beſtehen noch in ihrer vollen Kraft, entgegnete Arthur;wenn daher ſelbſt nach dem Geſtändniſſe des wirklichen Mörders dieſe Aufſchlüſſe zu meiner Freilaſſung und wie Sie ſagten zu meiner Rehabilitirung

n 3 hen, 1 erforderlich ſind, dann bleibe ich in Haft, ſo lange es l iſt meim aufrichtiger Wunſch. Einſtweiſen habe ich be⸗ Gottes Wille iſt! 8 8 8