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ſes, aus dem et gensſprüchen in em der Mutter or ſeiner Seele, dohl zum erſten t den Entſchluß ſobald ich nur derlaſſe ich den ten.“ Thörich⸗ nerſpielend, zer⸗ und mehr, bis piers eingezogen ann von dannen. und Gewiſſens⸗ te wohl mauches
mlich dicht ge⸗ — denn ſie ge⸗ en an— unter u herbei,„ihr ar ſagen möch⸗ Uopfern. Denn u haben, ohne bancen zum Ge⸗ unſere Erfah⸗ die eine That⸗ „Bank wohl ein ſe ſonſt eintn ſo und amüſanten wieder manche die dunklen Ste⸗ bexflächlich Hin⸗ mer, als hallten bange Seufzer h die Luſt, die zpiehen. —— Eeßte an wenig⸗ Autor mit Ernſt nicht eher wieder pfere, das heilige eißen! Die deut⸗ urde gewiß nichs leich künftiges nicht eiwa eine 6 Rheins purn
O.
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Geben wir gern zu, daß eine ungeprüfte Tugend keine iſt, daß Niemand zu dem Spieltiſch herangezogen wird, ſo können wir uns dennoch des Gedankens nicht erwehren, daß, wenn die Verſuchung nicht ſo lockend heranträte, wenn ſie überhaupt gar nicht vorhanden wäre, ihr nicht ſo viel Opfer fallen könnten.
Als wir aus der heißen, beklemmenden Atmoſphäre des Spielzimmers— in dem wir ab und zu weilten, um die Phyſiognomien zu ſtudiren— in die ſtille, linde Som⸗ mernacht traten, deren Hauch mit Roſen⸗ und Lindendüf⸗ ten gewürzt war, über die das volle glänzende Sternen⸗ zelt ſeine goldenen Bogen ſpannte, da wurde uns der Con⸗ traſt von drinnen und draußen noch auffallender; die hohe Schönheit der Natur, die gleich einem Gebete zu unſerer Seele ſprach, ließ uns das verderbliche Thun der Menſchen in einem noch unheimlicheren Lichte erſcheinen.—
Daß in einem ſo beſuchten Badeorte wie Ems, unter den Tauſenden von Gäſten, die meiſtens alle noch eine gewiſſe Exeluſivität in ſich tragen, keine rechte Gemüth⸗ lichkeit aufkommen, kein gemeinſamer Verkehr ſtattfinden kann, das erſcheint wenigſtens uns nur natürlich. Es iſt wirklich zu ſehr in den Verhältniſſen begründet. Dennoch waren mannigfach die Klagen zu vernehmen, wie es da und dort— in irgend einem ganz kleinen, kaum dem Namen nach bekannten Badeorte— doch ſo viel geſelliger und gemüthlicher geweſen. Ja, daran iſt in Ems nicht zu denken; ſelbſt das Bekanntwerden in kleineren Kreiſen iſt ſchwer; und aufrichtig können und müſſen wir die be⸗ dauern, welche ganz fremd nach Ems kommen; denn wenn ſie nicht ein beſonderes Talent beſitzen, Bekanntſchaften zu machen, oder von einem glücklichen Zufall begünſtigt werden, ſo möchten ſie vielleicht eben ſo fremd und allein ſtehend, wie ſie gekommen, es verlaſſen. Ems bietet ein Bild großſtädtiſchen Lebens auf grünem, ländlichem Hinter⸗ grunde; die höchſten Rangſtufen des Lebeus mit aller ihrer Pracht und Eleganz ſind hier vertreten, und finden
Dritte folge. 525
gerade Viele in dieſem Zuſammenfluß der Contraſte wieder einen großen Reiz. Die Karoſſen, von den kleinen nied⸗ lichen Maulthier⸗Wägelchen bis zu den prächtigen, fürſt⸗ lichen Equipagen, durchraſſeln die Straßen, daß man ſich in die belebteſten Gegenden irgend einer größeren Stadt
verſetzt glaubt; ſchöne Läden und Bazars, mit allem
Koſtbaren ausgeſtattet, was nur der Sinn begehrt, ent⸗ falten ihre Herrlichkeiten zum Kauf. Mit einem Worte, es iſt das Thun und Treiben der großen Stadt, das freilich ein Näherkommen, ein gemüthliches Miteinander fern hält, in dem ſich die Bewohner einos Hauſes kaum begrüßen, das aber auch wieder den Vorzug bietet, ganz nach ſeiner Neigung, ſeinen Verhältniſſen, ſtill und unbe⸗ achtet leben zu können,— den Vorzug, daß die Menſchen an einander vyrübergehen, ohne neugierig und aufdringlich den Nachbar zu beobachten, ihn und jeden ſeiner Schritte zu beſpötteln und in gehäſſiger Weiſe zu bekritteln. Es iſt uns ſelten ein Badeort vorgekommen, in dem wir ſo wenig von Klätſchereien und böſem Leumund gehört— und das iſt doch auch ein Vortheil.— Daß die nächſte Umgebung von Ems, ſo anmuthig ſie iſt, dennoch dem Spaziergänger, beſonders in der Ebene, wenig Orte bietet, wohin die Badegäſte ſich begeben könnten, den Kaffee zu nehmen, iſt auch vielleicht eine Urſache mehr, um ein Nähertreten der verſchiedenen Geſellſchaften zu verhindern. Wir wiſſen uns genau zu erinnern, daß in Carlsbad ge⸗ rade dieſes häufige Zuſammentreffen an demſelben Orte etwas recht Gemüthliches hatte und überdies endlich die näher zuſammenführte, die ſich gegenſeitig zu gefallen ſchienen.— Zu weiteren Ausflügen, tief in die grünen Berge hinein, von deren Gipfeln man eine herrliche Ausſicht in das geſegnete, fruchtbare Lahnthal hat, oder wohl gar zu dem ſtolzen, grünen Rheinſtrom mit ſeinen ſagenhaften
alten Burgen, bietet die Umgegend von Ems vielfache Gelegenheit und Anreizung, und täglich ſieht man ganze
Cavalcaden, die Damen auf Eſeln, die Herrn auf Maul⸗
in einer Geſellſchaft, welche er betrat, ſeiner Ehre und ſeinem pecuniären Wohl am grünen Tiſch mit eleganter Grazie die Gurgel abſchneiden zu laſſen. 3
MNan könnte für die Spielwuth zur Zeit Ludwig XIV. und die unerhörten Summen, die man dabei einſetzte, unendlich viele Beiſpiele anführen. Wir laſſen einige folgen, die Laborde aus den Memoiren jener Zeit unter Tauſenden ausgewählt:„Gour⸗ ville erleichterte die Börſe von Fouquet in einer halben Stunde um 55,000 Franken. Herr von Crequi verliert an einem Abend 300,000 Franken und bezahlt nur die Hälfte der Summe. Der Marſchall von Eſtrées, der beim Spiele leicht aufbrauſte, verlor eines Abends bei ſich 100,000 Franken. Er ließ eine Kerze aus⸗ löſchen und ſchrie ſehr über die Verſchwendung ſeines Haushof⸗ meiſters. Monſieur verlor 300,000 Franken an Dangeau und Langlée. Um zu bezahlen, verkaufte er ſein goldenes Geſchirr und ſeine Edelſteine. Endlich gewann der König einmal im
Bette liegend 2700 Piſtolen, und wir wiſſen, daß ein Abbé de Gordes nur dadurch bekannt geworden, weil er 150,000 Franken an ihn verlor.“— Bei allen dieſen Spielen iſt viel von Mogelei (Betrug) die Rede, wie man aus vielen Stellen d'Allemand's des Réaux ſehen kann.„Beaulieu Picard mogelte eben ſo gut, wie irgend Jemand in Frankreich. Sein älteſter Sohn hatte einen Lehrer im Mogeln, und alle großen Speeler verſtehen ſich darauf. Sie ſagen, das geſchehe, um ſich vor Betrug Anderer zu ſchützen. Souscarriere, Marquis von Montbrun, war Mogler. Montgeorge bemerkte, daß er eine Prime bei Seite ge⸗ bracht, und nannte ihn ein Schelm und Dieb.“ 3 „Die Herzogin de la Ferté ließ ihre Lieferanten, Schlächter, Bäcker u. ſ. w. zuſammenkommen, hieß ſie ſich um einen Tiſch
herumſetzen und ſpielte mit ihnen eine Art Landsknecht. Sie ſagte mir in's Ohr: Ich betrüge ſie, aber nur darum, weil ſie mich beſtehlen.“
In allen Schriften jener Zeit iſt von der Leidenſchaft des Cardinals Mazarin für's Spiel bis zu ſeinem Tode die Rede. So verſichert Frau von Motteville, er habe wäbrend ſeiner Krankheit die Piſtolen gewogen, die er gewonnen, um die leichteſten davon wieder beim Spiel zu verwenden. 6
Worte für Weſt und Haus.
Schweigen um zu hören iſt ſchön, doch ſchweigen um zu borchen eine Liſt abgefeimter Intriguanten. Mit einem behag⸗ lich aufmunternden„Ei, ei“,„Hm, hm“ und„Ha, ha! ſchwei⸗
gen ſie dem Redenden oft die Seele aus dem Leibe
Ein ſcharfſinniges Urtheil beſchneidet einem falſchgewachſenen unfruchtbaren Baume bloß die Blätter und Aeſte; ein tiefſinniges trifft ihn wie ein Blitzſtrahl vom Gipfel bis in die unterſte Wurzel. 4
Es gibt Menſchen, welche, ſo zu ſagen, die Religion hinter den Ohren haben. Man kann lange mit ihnen umgehen, ohne iore verſteckte und deßhalb lauernde Frömmigkeit zu bemerken. Endlich tritt ſie aber hinter großen Couliſſen hervor, gottes⸗ fürchtig und dummdreiſt. Was dieſer Scene folgt, iſt gleichfalls ein theatraliſcher Effect; denn es ſind Proſelytenphraſen. 5.


