Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
523
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beeee er unn dnn 4 fang von rſchritten w iten werden e, daß es leer an eenge zeigten, die den Trinkhallen oitet:Es ſind Anolinen, nur die den Raum been⸗ en Lſerinnen noch unter den Damen te ſich wahrlich bis den wahren Takt ſſtraße zu finden, wahre Geheimniß rem Anzuge ver⸗ runden, braunen gherabwallenden die bei uns in auffallend gelten einen Tracht er⸗ daß Damen, die deren ſchmaler Schatten wirft, t, daß Damen, den kleinen mit woͤhnlicher Foim en. Ganz unbe⸗

w. Nhr. Nr. 33.

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tauchte neben mehr bedeutſamen geiſtreichen Geſichtern an⸗ muthig empor, aber Alle, Alle verſchwanden und traten in den Schatten, als eine neue unvergleichliche Schönheit der wohl unbeſtritten der Preis zuerkannt wurde auf⸗ trat. Wenn ſie, meiſt von weißen koſtbaren Stoffen um⸗ floſſen, ſo groß und ſchlank, ſo ſtill und blaß, langſam da⸗

her ſchritt, da gemahnte ſie uns immer an eine tadelloſe

Dritte folge.

weiße Roſe, deren Kelch kaum von einem leiſen Roth an-

gehaucht iſt, und oft erſchien ſie uns wie ein Mondesſtrahl, der ſtill, bleich und wunderſam dahin ſchwebte.

Man hat oft geſagt und beklagt, daß Ems eines der theuerſten, wenn nicht gar das theuerſte Bad ſei, und es iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß man in den böhmiſchen und ſchleſiſchen Bädern viel billiger und nicht minder gut lebt. Trotzdem kann man eigentlich vielleicht einzelne Aus⸗ nahmen abgerechnet nicht über Uebertheuerung oder Prellerei klagen, da die Preiſe durchſchnittlich dieſelben ſind und ihre Höhe durch die umſtändliche und koſtſpielige Herbeiſchaffung der Lebensmittel ſelbſt begründet ſein ſoll. Wenn man bedenkt, daß dieſe großen und comfortablen Häuſer eben nur für die Badegäſte erbaut, auch nur wäh⸗ rend der kurzen Sommerzeit einen Ertrag bieten, ſo iſt es vielleicht weniger unbillig zu finden, wenn der für dietodten Monate mit entſchädigen ſoll. theils wird den Anforderungen der Badegäſte in freund⸗ licher, angemeſſener Weiſe entſprochen. Hier wäre es viel⸗ leicht erlaubt, auch den Aerzten in Ems, gewiß im Namen Aller, ein Wort freundlichen, anerkennenden Dankes zu ſagen.

und Lob zollen, in das unſere Freunde dort, die von ihm behandelt wurden, einmüthig einſtimmten, ſo geſtehen wir gern zu, daß andere unſerer Bekannten, welche ſich anderen Aerzten anvertraut, gleich uns zufrieden waren, daß Jeder von uns glaubte, denbeſten Arzt erwählt zu haben; ge⸗ wiß ein ſchönes Lob, eine ſeltene Anerkennung, die am ſicherſten für die Tüchtigkeit der dortigen Aerzte ſprechen.

Wenn aber Alles theuer in Ems iſt, Eines iſt billig, beiſpiellos billig, wie in keinem anderen uns bekannten Badeort, und das iſt die Curtaxe. Für die Einzahlung von einem Gulden iſt dem Badegaſt der Gebrauch der

Trinkquellen, die Benutzung aller Promenaden mit ihren

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vielen ſchönen Ruheplätzen, der Beſuch des Curgartens und des Curſaales in dem jeden Abend Concert iſt ge⸗ ſtattet. Außerdem hat er zu jeder Stunde den Eintritt in das Leſezimmer frei, in welchem die beſten, neuſten Zeitun⸗ gen aller Länder ausgelegt ſind.

Der Eifer, mit dem in dieſer politiſch ſo bewegten Zeit die neuſten Blätter dort geleſen wurden! Wie die Nach⸗ richten von Siegen und verlorenen Schlachten und derglei⸗ chen mehr, die Empfindungen des Zornes und Grimmes, der Freude und ſtolzen Triumphes auf den verſchiedenen

Miethzins Geſichtern ſich ſpiegeln ließen von dem Allen könnte ein Großen⸗ irgend talentvoller Schreiber ein ganz pikantes, amüſantes

Bild entwerfen. Doch zurück von dieſer kleinen Ab⸗ ſchweifung zu dem Thema derAnnehmlichkeiten.

Ganz beſonders gut hat man hier wieder für die Da⸗ men geſorgt, denen im oberen Theil des Curgebäudes ein

Wir können auseigener Erfahrung nur von ganzer Flügel des Hauſes, beſtehend in fünf reizend einge⸗

richteten Zimmern, zu Gebote ſteht. Bücher in allen

eutrliche Hut be⸗ en⸗Mänteln aus, aber in weiß und en Geſtalten mit iſch und keidſam

dem unſrigen ſprechen, der durch herzgewinnende Theil⸗ nahme ſich ſchon das Vertrauen ſeiner Patienten erwirbt, Sprachen, Album, Zeitſchriften aller Art, ein guter Flügel der mit treuem, redlichem Eifer ſeinem Berufe obliegt und bieten ihnen Abwechslung und Unterhaltung. DieDa⸗ ein Streben entwickelt, das uns weiter zu gehen ſcheint, menzimmer werden beſonders an Regentagen mancher

als nur Bade⸗ und Brunnenarzt zu ſein; eine Stellung, Dame einen angenehmen Aufenthalt gewähren, und oft

jaliche Geſtalten NMidchenantlitz

Beſtimmung, den

rund Comman⸗ g, die gewinnende n ihn zu außer⸗ zur Inſpi⸗ chte Abdul eine ſchwierige 1, wo es ſich

Piemont man Lombardei

die leicht zur Einſeitigkeit in der Wiſſenſchaft führen kann. Können wir indeſſen aus eigener Erfahrung ihm nur Dank

oder irgend eine weiche italieniſche Arie entgegen.

drangen uns aus dem Muſikſaal Beethoven's Sonaten, Und

einzugreifen, einen Umſchlag, wenn auch nicht ſo ſchnell, als er

wünſchen mochte, zu bewirken. Er entwarf einen kühnen Plan, der, ſobald die Verſtärkungen berangezogen waren, zur Aus⸗ führung gebracht werden ſollte. Es mußte nach ſeiner Anſicht die Offenſive ergriffen werden. Ein kühner raſcher Marſch auf Mantua, Curtakone und Vicenza ſollte ausgeführt, die Sarden⸗ armee von Verona abgeleitet, ihre Verſchanzungen an der Linie des Mincio mit Durchbrechung des äußerſten rechten, ſchwächſten Flügels umgangen, kurz der Feind überliſtet werden. Der Hauptſchlag ſollte bei Mantua geführt werden; gelang der ent⸗ ſcheidende Sieg nicht, ſo war der Rückzug vollkommen geſichert. Es wurde die feindliche Linie bei Curtatone durchbrochen, aber noch fehlten die Reſerven, es war augenblicklich unmöglich, den ganzen wohlangelegten Plan durchzuführen. Man konnte aber

den Sarden den Rückzug verbergen, unbehindert den Mincio, die

Etſch überſchreiten, die Höhen bei Vieenza ſiegreich erſtürmen, das ganze venetianiſche Land von den päpſtlichen Truppen be⸗ freien, dann in gewaltigen, ruheloſen Märſchen wieder in Verona eintreffen, und dem Sarden, der zu ſpät zur Unter⸗ ſtützung ſeiner Bundesgenoſſen herbeieilte, die Stirne bieten, ſeinen Verſuch, die Etſch zu überſchreiten, vereiteln. Dem Vor⸗ dringen des Feindes war Halt geboten. Es folgten die Begeben⸗ heiten von Mitte Juni bis Anfangs Auguſt. Heß unternahm eine großartige Recognoscirung auf der ganzen feindlichen Linie: das Reſultat derſelben war ſein Plan zu einer rein offenſiven Bewegung, deren Mittelpunkt die Durchbrechung des Centrums bildete. Es koſtete drei Tage blutiger Arbeit bei Curtatone, der Schlag hatte nach heißem Kampfe günſtigen Erfolg, der Sarde wurde geworfen und unaufhaltſam verfolgt. Im Auguſt

flatterte Oeſterreichs Fahne, nach fünf Monaten, ſiegreich wieder auf dem Caſtell von Mailand.

Auch der Plan zu dem ſchnellen Feldzuge des März 1849, den die Namen Mortara und Novara bezeichnen, rührte von Heß her; entſcheidend war ſein Einfluß auf alle Operationen; aber auch, nachdem das Schwert in die Scheide zurückgekehrt war, bewährte ſich ſeine Geſchicklichkeit auf diplomatiſchem Felde. Er ebnete alle Schwierigkeiten, entwirrte die Verwicklungen, die nach dem Kriege in Italien entſtanden, und kehrte dann, reich an Ruhm und Ehren, in ſeine Vaterſtadt zurück. Seine Kriegsge⸗ fährten erlangten für ſich die höchſte militäriſche Auszeichnung in Oeſterreichs Heere; ſeine Beſcheidenheit hatte einen Schriit dafür zu thun geſcheut. Doch die Anerkennung des oberſten Kriegs⸗ herrn ward ihm zu Theil, und auch 1850 und 1854 legte er die oberſte Leitung nothwendig gewordener Truppenaufſtellungen vertrauensvoll in ſeine Hände, und ebenſo die diplomatiſche Miſſion nach Berlin, die ſich auf den orientaliſchen Krieg bezog.

(Wanderer.)

Literatur.

Die Nichten Mazarin's. Studien der Sitten und Charaktere im 17. Jahrhundert von Amédée Réné, überſetzt von Fr. Szarvady. Dresden, Rudolf Kuntze. 1858.

Nicht alle Bücher werden für das große Publicum geſchrieben, welches ſich immer nur für das allgemein Wiſſenswürdige in concreter Form intereſſiren wird. Specielle Forſchungen, Unter⸗ ſuchungen und hiſtoriſche Zuſammenſtellungen ſind eine dankens⸗ werthe Gabe für die Bibliothek der gelehrten Welt, und ihr wird