Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
510
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Land zu beſchützen. Endlich können auch faſt eben ſo viele Berg⸗ und Hüttenleute aus den Gruben zu Tage ſteigen und die Schmiedeeſſen verlaſſen, um mit ihren Schürſtangen drein zu ſchlagen, wenn es Noth thut. Es iſt dies eine beſonders zu fürchtende Macht, wo es ſich um den Verluſt ihrer gewohnten Hantirung handelt. Uebrigens tritt in England Alles vom Greiſe bis zum Kinde unter die Waffen, wo die Freiheit des Vaterlandes bedroht ſcheint. Umſonſt ſind die Eichenherzen der Briten nicht zum Sprüchwort geworden.

Es iſt aber Englands iſolirte Lage, die ihm den beſon⸗ dern Schutz gewährt, weshalb es niemals das Landheer um ein ſehr Großes vermehren wird. Anders iſt es mit Oeſterreich und Preußen, für die es unerachtet der zahl⸗ reichen Heere, die ſie im Kriege halten, ſtets eine ſchwierige Aufgabe bleibt, ohne mächtige Bundesgenoſſen zur Seite zu haben, die Angriffe eines mächtigen Feindes abzuweh⸗ ren und zur ſelben Zeit ihre weitgeſtreckten und zerſtückelten Grenzen gegen Eventualitäten zu ſchützen, für deren Nicht⸗ eintreten die Garantie nicht immer vorhanden iſt.

E. Heuſinger.

gedicht von georg Herwegh.

T

.: An die Schweizer. (Bei Gelegenheit des eidgenöſſiſchen Schützenfeſtes.)

Wetterumzogen brauſen die Wogen; Aber die Sterne, ſie ſind dir gewogen! Steure, du Schweizer, im Völkerorkan Ruhig, wie Tell ihn geſteuert, den Kahn!

Tapfere Schützen werden ſie ſchützen, Kräftige Stutzen werden ſie ſtützen, Sichere Hand und ſicherer Blick Werden behüten die Republik.

Einſtens vor Schergen tief in den Bergen Kam ſie die heilige Quelle zu bergen.

Trüben ſie draußen die Rhone, den Rhein Quelle, bleib helle! der Strom wird rein.

Quelle, bleib helle! ſchneeſchimmernde Wälle, Sendet herunter die läuternde Welle! Sendet, an ewigem Glanz ſo reich,

Klarheit hinaus ins verworrene Reich!

Fort mit den kranken, den Todesgedanken! Heiter den Himmliſchen wollen wir danken: Säulen der Freiheit, ihr ſteht noch feſt! Sonne der Freiheit, verkläre dies Feſt!

Liebend umſchloſſen alle die Sproſſen Halte am Stamme der Eidsgenoſſen! Segne ſie alle, die Männer in Wehr, Die von den Alpen und die vom Meer!

Segne die ringen und muthig ſich ſchwingen, Ringende Geiſter und Herzen mit Schwingen! Segne das Spiel und den friedlichen Schuß, Blitzende Sonne des Julius!

Doch wenn die alten, die finſtern Gewalten Kommen hier oben im Lichte zu walten Treffer im Himmel, zu unſerm Heil Lenke die Kugel, wie einſt den Pfeil!

faßte, alle auf das kaiſerliche Heer Bezug habende Geſchäfte einer ſelbſtſtändigen Behörde unter dem Titelkaiſerlich⸗königlicher Hofkriegsrath zu übertragen. In demſelben Jahre ernannte der Kaiſer einen Senat von fünf Hofkriegsräthen und den erſten, Georg Freiherrn von Tannhauſen, zum Präſidenten. Seit jener Zeit haben folgende Generäle die Präſidentenſtelle des Hofkriegs⸗ raths bekleidet. Nach dem Jahre der Ernennung 1592: David Freiherr von Ungnad. 1604: Karl Ludwig Graf von Stelz. 1610: Johann Freiherr von Molard. 1619: Johann Kaſpar Graf von Stadion. 1624: Rambald Graf von Collalto. 1632: Heinrich Graf von Schlick. 1650: Wenzel Fürſt von Lobkowitz. 1666: Hannibal Fürſt von Gonzaga. 1668: Raimund Fürſt von Montecuculi. 1681: Hermann Markgraf zu Baden. 1692: Rüdiger Graf von Starhemberg. 1701:

Heinrich Fürſt von Mannsſeld. 1703: Eugen Prinz von Savoyen. 1736: Lothar Graf von Königsegg. 1739: Jo⸗ ſeph Graf Harrach. 1762: Leopold Graf Daun. 1766:

Moritz Graf Lacy. 1774: Andreas Graf von Hadik. 1791: Michael Graf von Wallis. 1796: Ferdinand Graf Noſtiz. 1801: Karl Erzherzog von Oeſterreich. 1805: Maximilian Graf Baillet de la Tour. 1806: Wenzel Graf von Colloredo.

1809: Heinrich Graf von Bellegarde. 1813: Fürſt Schwarzen⸗ berg. 1815: Karl Fürſt von Schwarzenberg. 1820: Hein⸗

rich Graf von Bellegarde. 1825: Prinz von Hohenzollern⸗ Hechingen. 1830: Ignaz Graf von Gyulat. 1831: Graf von Frimont. 1832: Ignaz Graf von Hardegg.

Worte für Welt und Haus.

Edle Grundſätze, die wir haben und im Munde führen, aber nicht ausführen, ſind nichts als eine Blasphemie gegen unſere Charakterkraft. Es iſt ſchlimmer, als ob wir ſie gar nicht hätten, denn ihr Beſitz macht uns noch treulos gegen uns ſelbſt. Welch ein trübſeliger Anblick, wenn ein veredelter Baum fortfährt Holz⸗ birnen zu tragen! Nur der Wildling hat das Recht dazu.

Wenn kleine Wichte aus Servilismus vornehmen Herren oder Geiſtern unaufgefordert einen Dienſt leiſteten, ſo habe ich ſie auch immer einen dankbaren Fußtritt ernten ſehen. Ihr Dienſt war allerdings in der Regel ſchief angebracht, der Fußtritt aber nicht.

Wer es nicht ausdrücken kann, weiß es auch nicht, was er ſagen will. Seine Zeit kommt erſt, wenn es Mode ſein wird, nicht mit Worten, ſondern bloß mit Gedankenſtrichen zu ſchreiben, wie man Meſſer ohne Klingen und Lieder ohne Worte hat. Häufige Gedankenſtriche ſind bedenklich, denn nicht wo ein Gedanke, ſon⸗ dern wo leider kein Gedanke iſt, pflegt ein Gedankenſtrich zu ſtehn. Eigentlich ſoll der Gedankenſtrich einen geſtrichenen Gedanken, auf deſſen Fährte hingeführt iſt, bedeuten. Etwas Geſtrichenes oder nie Dageweſenes iſt aber nur allzunah verwandt.

Sobald ein Dilettant etwas ſchreibt, wählt er gewöhnlich die geſuchteſten und unvernünftigſten Eingänge, weil ihm jeder ver⸗ nünftige viel zu einfach und natürlich erſcheint. 6.

L Frant U Güte

Iöhre

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