Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
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Jahrg. Rr. 32.

falls wiederholt aus Milizen ergänzt wurde, waren die glänzendſten, die man ſehen konnte. Was das letztere der Art in der Schlacht von Caſtella geleiſtet, wo die wieder holten Sturmangriffe der alten franzöſiſchen Grenadiere an der Standhaftigkeit des braven Regiments ſcheiterten und die Schlacht dadurch von den Engländern gewonnen wurde, kann den verwegenſten Thaten der heutigen Zuaven dreiſt an die Seite geſtellt werden.

Die Milizregimenter werden größtentheils von reichen Officieren befehligt, die nicht leicht eine Gelegenheit vor⸗ über gehen laſſen, ihren Leuten in der Garniſon einen guten Tag zu machen, und die ſie überhaupt ſehr wohlwollend behandeln. Es iſt nichts Seltenes, daß die jüngeren Of⸗ ficiere mit den Soldaten auf dem Kaſernenhofe Fußball ſpielen, oder ſich auf andere anſtändige Weiſe mit ihnen beluſtigen. Daß dieſe Soldaten ihr eigenes Vaterland, ihr home, des Engländers allerhöchſtes Gut mit der höchſten Begeiſterung vertheidigen werden, wird Niemand bezweifeln, der überhaupt die Kampfbereitwilligkeit der engl. Geſammtnation in der Zeit geſehen, als Napoleon J. die engl. Küſten mit ſeinen Landungsverſuchen bedrohete.

Als ein ſehr bedeutſamer Theil der Landesvertheidigung

iſt noch zu rechnen das Corps der Meomen, welches aus

den Grundbeſitzern und größeren Pächtern nach den Graf⸗ ſchaften zuſammengeſetzt iſt. Sie ſind in 24 leichte Dra⸗ gonercorps eingetheilt, trefflich beritten und werden, zumal die zahlreicheren Geſchwader, von erfahrenen Reitteroffi⸗

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jene engliſchen Deomen beim Heimritt vom Exercirplatz Hecken und Barrieren wie im Wettlauf oder wie auf einer Fuchsjagd überfliegen!

Außer der freiwilligen Reiterei beſtehen in England noch zwei ſehr reſpectable freiwillige Jägercorps. Auch ſie werden zu beſtimmten Zeiten von ſachkundigen Officie⸗ ren eingeübt und ſind bereit, auf den erſten Ruf zur Vertheidigung des Vaterlandes die Waffen zu ergreifen. Es gehört zu den Eigenthümlichkeiten des engliſchen Volkes, daß dieſe Freiwilligen die Uniform, ſo wenig man derſelben im Allgemeinen geneigt iſt, während eines die Landesgrenzen bedrohenden Angriffes als die Oriflamme zu betrachten gewohnt ſind, unter der das Volk ſiegen oder ſterben ſoll.

London hält eine Jägerbrigade für ſich allein, die neben einer Artilleriebrigade gegenwärtig einen Officier zum Anführer hat, der im Krimkriege bei dem Sturm auf den Malakoff den linken Arm verlor. Die Londoner frei⸗ willigen Jäger wiſſen mit der Miniébüchſe ſo gut fertig zu werden, als die Jäger in der Armee, und tragen beim Scheibenſchießen manche der von der Königin ausgeſetzten

ſchönen Preiſe davon. Prinz Albert, der königliche Ge⸗ mahl, iſt der beſondere Beſchützer dieſer ſchönen Truppen.

Wenn nach den vorſtehenden möglichſt genauen An⸗ gaben der Beſtand des ſtehenden engliſchen Heeres auf etwa 180,000 Mann zu veranſchlagen iſt, ſo würde das dem Friedensetat der preußiſchen Armee gleichkommen.

cieren befehligt. Sie ſind in Uniform und Ausrüſtung Gewiß iſt die vom britiſchen Heere zu erfüllende Aufgabe den Dragonern der Linie vollkommen gleich. Bei den keine leichte! Indeſſen kann unter Ereigniſſen, wie ſie alljährlichen Uebungen kann man ſich überzeugen, daß ſie früher durch die Kriege gegen Napolcon I., allerletzt noch der deutſchen Landwehrcavallerie nicht nachſtehen, wohl aber durch die Vorgänge in Indien herbeigeführt wurden, das die letztern hinſichtlich der Pferde weit übertreffen. ſtehende Heer faſt zu§ im Auslande verwendet werden.

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Was würden unſre deutſche Landwehrreiter, die oft ihre große Noth mit den Roſſen haben, die vom Pflug und vom Ackerwagen der Landleute für die Uebungszeit

Der Reſt iſt in Verbindung mit den 159 Milizregimentern, den freiwilligen Jägern, der freiwilligen Cavallerie und der

Artillerie der Miliz, im Ganzen etwa 300,000 Mann, requirirt werden, für Augen machen, wenn ſie ſähen, wie

in Verbindung mit der Flotte hinreichend im Stande, das

romantiſchen Regelloſigkeit, der burlesken Zuſammenwürfelung befindet. Dort haben noch nicht Ordnung und Geſetz das Per⸗ ſonelle der Menſchennatur verallgemeinert, die Meiſten tragen noch das Antlitz und die liebenswürdigen oder niederträchtigen Eigenthümlichkeiten, mit welchen ſie phrenologiſch zur Welt ge⸗ boren ſind. Bei uns thut dagegen die goupernementale Cultur⸗ pflege Alles, die Schädel gleichmäßig zu formen. So braucht denn der Reiſende in Italien wenig zu erfinden, um in ſeiner Erzählung, die vom ewig anziehenden Stoff des Südens getragen

wird, intereſſant zu ſein.

Meißner iſt gerade noch zu rechter Zeit gereiſt, um ein Land

zu ſehen, das ihm während und nach dem jetzigen durch ſonder⸗ baren Frieden beendigten Krieg ein verzerrtes Geſicht gezeigt haben würde. O. B.

Blüthen aus dem Leben des Mädchens. Gedicht⸗ ſammlung für junge Mädchen. Herausgegeben von Dr. Robert Koenig, Oberlehrer und Inſpector an den Königl. Lehr⸗ und Erziehungsanſtalten zu Droyſſig bei Zeitz. Oldenburg, Druck und Verlag von Gerhard Stalling. 1859.

Miscellen. Eine Befreiungsſage. In vielen Cantonen der Schweiz, beſonders den ſüdlichen, findet man eine beträchtliche Anzahl alter Burgen, die, wie die

meiſten Inſtitute der Art, ein gemauerter und privilegirter Hinter⸗ halt für Gottesläſterung und Tyrannei war. Unweit Tuſis liegt

auf einer mindeſtens fünfhundert Fuß hohen Anhöhe, die ſteil wie eine Wand herabſchießt, Rualt, die Ruine einer ſolchen ſonſt mäch⸗ tigen Veſte. Hier hauſten die Vögte des Biſchofs von Chur und peinigten die Graubündner eben ſo, wie Geßler hundert Jahre zuvor das Volk von Unterwalden. Einmal trieb der Ritter von Fordun ſeine Pferde auf die junge Saat. Entrüſtet über dieſen Frevel, und ſtark und muthig wie Tell, erſchlug ein Bauer, Na⸗ mens Johann Choldan, die Thiere. Dafür aber ließ ihn der Vogt in ein Verließ ſperren, aus dem er nur durch ſchweres Löſe⸗ geld frei wurde. Bald darauf kommt der edle Ritter bei einem Luſtritt in die Hütte einer armen Familie. Uebermüthig wie ſtets tritt er herein, und um den Leuten ſeine Verachtung kund zu geben, ſpeit er ihnen in die eben aufgetragene Suppe. Zufällig. iſt Johann Choldan zugegen. Er ſieht den Schimpf, faßt den Barbaren in den Nacken, ſchleppt ihn zum Tiſch und taucht ihm dort mit gewaltigem Arm den Kopf in die dampfende Suppe unter.Da, die Suppe, die Du Dir ſelbſt gewürzt! ruft er, und dieſe That Choldan's wird die Loſung zu einer allgemeinen Erhebung; das Landvolk ſtürmt die Burg und legt ſie in Aſche. Seitdem iſt Graubünden frei. Zu einem Drama verarbeitet müßte dieſe Scene mit der Suppe, die übrigens manchem Junker mittelalterlicher Denkungsart noch heute zu wünſchen wäre, in den Anfang des vierten Acts fallen, und Herr Theodor Rötſcher würde dieſen Moment die Peripetie des Stücks nennen. 6. Der Hofkriegsrath.

Der jetzt öfters erwähnt geweſene Hofkriegsrath rührt von Kaifer Ferdinand I. her, welcher im Jahre 1556 den Entſchluß