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Hinſicht weit unterſchätzt angegeben ſind. Die im auslän⸗ diſchen Dienſt verwendbaren königlichen Trupven(welchen bis vor Kurzem die Truppen der oſtindiſchen Compagnie nicht zuzählten), zu dem auch ſämmtliche Garden bis auf das Regiment Leibgarde gebraucht werden können, be⸗ ſtehen aus: 26 Reiterreg., einſchl. der Garden 14,000 Mann 103 Infanteriereg., einſchl. der Garden 104,000 ⸗ 1 Jägerbrigade, 9 Batalll. 6000 ⸗ 18 Bataill. Seeſoldaten 15,400 ⸗ 16 Brigaden Fußartillerie P1e 32— 18 reitende Artillerieabtheil. 1 Negt. 13,480 ⸗ Das Königl. Ingenieurcorps 5280 ⸗ 3 Ceylon⸗Regimenter 2 Canadiſche Regimenter 1 St. Helena⸗Regiment 1 an der Goldküſte 28 Compagnieen, reſp. Escadrons Landtransportcorps, vortreffl. 3900 ⸗ bewaff. u. eingeübt unter den Befehlen eines Veian dende Das in den fünf Kriegshäfen ſtationirte Royal⸗Dockyardeps 9000 ⸗
. 174,860 Mann. Außer dieſen: Die Royal Malteſe Fencibles, Das berittene Jägercorps auf dem Cap, Drei Weſtindiſche Regimenter. Dieſe dienen nur auf den Plätzen, wo ſie errichtet ſind. Die engliſchen großbrit. Milizregimenter können ohne ihre Zuſtimmung nicht außerhalb der Königreiche verwen⸗ det werden. Das Syſtem dieſer Localtruppen, welches
Nonellen⸗Zeitung.
hohen Patriotismus der Briten begründet iſt. Die Mi⸗
[V. Jahrg. 1
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lizen erwarten im Bewußtſein der ihnen zuſtehenden Rechte V
den Ehrenruf, in die Linie einzutreten, mit Freuden und leiſten ihm ſchnelle Folge, ſobald das Vaterland in Gefahr iſt. In dem Patriotismus dieſer eigentlichen Landwehr von England liegt die Bürgſchaft ihrer Brauchbarkeit im Kriege, ſobald ſie in die Linie eingetreten ſind.
Die Miliz der drei Königreiche iſt ſehr zahlreich. Sie iſt in Verbindung mit der freiwilligen Reiterei(Yeomen, Grundbeſitzer) und den freiwilligen Jägercorps zum Dienſt iim Lande mehr als ausreichend, wenn außerordentliche Ereigniſſe, wie in unſerem Jahrhundert ſo oft der Fall ge⸗ weſen, den größten Theil des ſtehenden Heeres im Aus⸗ lande erforderlich machten.
Sie beſtehen:
In England aus 101 Regtrn. mit 16 Artilleriebrigaden, ⸗ Irland ⸗ 34 ⸗ 2 9 ⸗ 2
² Schottl. ⸗ 13 2 2
⸗² den Canal⸗ inſeln Jerſey,! 12 Guernſey, Sark und Alderney
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195 Regtr. 29 Artilleriebrigaden, circa 230,000 Mann.
Was nun die Tüchtigkeit dieſer Truppen betrifft, ſo haben wirkliche Sachverſtändige ſich ſehr günſtig darüber ausgeſprochen. Sie ſind pünktlich im Garniſonsdienſt und, der Linie einverleibt, im Felde unerſchrocken und im höchſten Grade tapfer. Referent hatte volle Gelegenheit, ſie in England und Irland kennen zu lernen, indem er längere Zeit ſowohl mit engliſchen als iriſchen Milizregi⸗ mentern in Garniſon ſtand. Er hat auch in Spanien mit
von ausländiſchen Militärs verſchiedentlich als unpraktiſch angegriffen iſt, hat ſich zu allen Zeiten ausgezeichnet be⸗ währt, indem daſſelbe, wie ſo manche andre Einrichtung, die bisher Stand gehalten, auf das Ehrgefühl und den
ihnen gedient, wo ſie ſehr zahlreich in das während des Krieges ſehr ſtark decimirte 57. Linienregiment eintraten.
Die Sturmangriffe ſowohl dieſes größtentheils aus Irlän⸗
dern beſtehenden Regiments, als des tapfern 27., das eben⸗
ſpricht und auch zur impoſanten Abwechſelung einiger bedeutender Bergesgipfel von 6— 8000 Fuß nicht entbehrt.
Es iſt achtungswerth von dem Verfaſſer, ſeinen Stoff ohne Schminke vorzutragen. Leider ſind wir von modernen Reiſenden nur zu ſehr gewohnt, Alles im romantiſchen Lichte geſchildert zu ſehen, um durch Uebertreibungen und Abnormitäten die Dinge intereſſant zu machen. Als ob ein hübſches Geſicht dadurch inter⸗ eeſſanter würde, wenn man es in einem Hohlſpiegel auffinge, ſo daß das Geſicht verkehrt, die Augen nach unten und die Naſe nach oben ſtehen, damit es in die letztere ungeſtört hineinregnen kann! Nur die wahre, ungekünſtelte Wiedergabe eines Objectes iſt das am meiſten Feſſelnde.
Allerdings gehört dazu nicht nur redliche Einfachheit, ſondern auch ein ſehr lebendiges Wiederſpiegeln, verbunden mit einer ge⸗ ſchmackvollen Auswahl und feinen Gruppirung deſſen, was man fixiren will. Durch dieſe Gaben kann auch die literariſche Naturſchilderung wie die Landſchaftsmalerei noch nebenbei ihre Redoutenmalerei haben, und man muß durchaus ihre Berechtigung zugeſtehen. Oppermann beſitzt jedoch jene Fähigkeiten des Vor⸗ trags nicht, ſondern nur neben der oben gelobten Einfachheit eine gewiſſe Innigkeit und kindliche Naivetät, die recht wohlthuend ſind⸗ Sein Styl iſt klar und niemals überladen.
In Bezug auf bildende Kunſt zeichnet ſich das Urtheil des Verfaſſers ein wenig aus, was bei einem modernen deutſchen Schriftſteller ſehr wohlthuend iſt. Die meiſten, ſelbſt die größten Capacitäten mitgerechnet, ſind in dieſem Punkt wahre Barbaren und bewähren leider Goethe's Ausſpruch: Der Deutſche habe in den zeichnenden Künſten im Allgemeinen keinen Geſchmack. Oppermann zeigt aber in der Art und Weiſe, wie er bei Gelegenheit des Oertchens
Schwarzenberg die Biographie der dort geborenen Angelika Kauf⸗ mann recapitulirt, daß er die Leiſtungen dieſer Malerin ganz richtig zu würdigen verſteht. Sehr treffend iſt außerdem ſein Lob, das er den ruhigen, human⸗gentilen und culturverſtändigen Be⸗ wohnern des Bregenzer Waldes im Gegenſatz zu den ſüdbayriſchen Volksſtämmen ertheilt, deren geräuſchvolle Rohheit, Trotzigkeit und bierſelige Hinneigung zur Kirchweihſchlägerei ihm, wie allen taktvollen Menſchen, eine Geißel echter Bildung geworden iſt. Den Schluß des ſchwachen Bandes bildet eine Dorfgeſchichte. Um die Dorfgeſchichten iſt es eine eigene ſtrenge Sache, die ſehr hart klingt: wenn Dorfgeſchichten nicht möglichſt vollendet ſind, ſo ſind ſie geradezu ſchlecht. Wie ſoll man es nämlich ertragen können, in einem engen Genre mittelmäßige Erzählungen zu leſen, die ohne Urſprünglichkeit im günſtigſten Falle in hundert einzelnen Zügen nichts weiter als die Reminiscenz ſchon vorhandener vor⸗ züglicher Staffagen ſind? O. B
Durch Sardinien. Bilder von Feſtland und Inſel von Alfred Meißner. Leipzig, Herbig. 1859.
Alfred Meißner, der uns nun auch im Roman nach mehreren Seiten hin ein hervorſtechendes Talent bekundet hat, legt in dieſem kleinen Büchelchen die Eindrücke nieder, welche ihm eine kurze Fahrt über den Bernhard, durch die ſüdliche Schweiz, Piemont und die Inſel Sardinien hinterlaſſen hat. Ueber ſämmtliche hier genannte Gegenden gibt es viel Ausführlicheres in mannigfachen Schriften, beſonders über die Inſel Sardinien; jedoch bleibt deshalb Meiß⸗ ner's leichte Stizze eine willkommene Gabe. Wer Italien nur irgend mit offenen Augen durchreiſt, wird ſogleich fühlen, daß er ſich in einem Lande der Individualitäten, der Ausnahmen, der
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