Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
507
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V. Jahn Nhrg. Nr. 32.

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ink dermuthet

gte man dem Vormi Vormittags er Lieutenant hen, den be⸗ ner auffallen⸗

hen, und der tet, daß er in eine ente aber ihn aus Lindſtoß ihm n für einige er dann wie⸗ n Nontaldi e Gegend urch ein ödes ge liegenden Fremden er⸗ ach hatte der Montaldi, als den Dublonen Leder geweſen ten Finſterniß, ung der Leiche feblt, ſondern on Verth, die ſen, und nur rder ihm ge⸗ eiche fortge⸗ ce niederge⸗ raver Soldat, ben die Sach⸗ V ben mit abgt⸗ hten ſehr gut ance wit ſih

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Curem Eber, Frankfutt, als iſet Pattiokis⸗

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legt, war er zu dem Polizeidirector geeilt, um Anzeige zu machen. Der Director war aber nicht zu finden geweſen, und der Beamte, der in ſeiner Abweſenheit die Meldung empfing, hatte die weitere Unterſuchung bis zum nächſten Morgen verſchoben; da er nicht wußte, in welchem Zuſam⸗ menhange die Sache mit der Beaufſichtigung des Grafen Maienburg ſtand, hatte er auch den mit derſelben beauf⸗ tragten zweiten Polizeidiener nicht aufſuchen laſſen. Als dieſer dann am nächſten Morgen um das Reſultat ſeiner Nachforſchungen befragt wurde, gab er an, er wäre dem

Grafen bis in eben jene Gegend gefolgt, in welcher ſein

Kamerad die Leiche des Ermordeten gefunden hatte, hier aber hätte er ihn, nachdem er raſchen Schrittes um eine Ecke gebogen, nicht mehr erblickt, und erſt nachdem er

längere Zeit in der ganzen Nachbarſchaft umhergeſchweift,

wäre er ganz plötzlich vor ihm aufgetaucht. Unter einer

Straßenlaterne hätte er dann bemerkt, daß der Graf,

der ſehr raſch, aber mit ungleichen, beinahe unſichern Schritten gegangen wäre, ein Tuch gegen die Backe ge⸗ halten. Als ſie die Stadt erreicht hätten, wäre der Graf in die erſte Barbierſtube, die er auf ſeinem Wege getroffen, eingetreten, und durch das Fenſter hätte er der Poli⸗

zeidiener bemerkt, wie er ſich eine große, friſch blutende

Wunde mit Heftpflaſter verbinden laſſen, darauf ſei er nach

eben jener Weinhandlung gegangen, in der er am Morgen

mit dem Freinden zuſammengetroffen. Der Beobachter

ſei dann ſelbſt eingetreten, hätte ſich an einem der nächſten

Tiſche ein Glas Wein geben laſſen, und den Grafen etwa

eine Stunde ſo lange war derſelbe geblieben nicht eine Minute aus dem Auge verloren.

Darüber befragt, ob er die Ledertaſche oder irgend

einen der geraubten Werthgegenſtände bei dem Grafen be⸗ merkt hätte, gab er mit der größten Beſtimmtheit eine ver⸗ neinende Antwort, und ſagte dann noch, der Graf hätte durchaus nicht wie ein Menſch ausgeſehen, der ſo eben eine Mordthat vollbracht, vielmehr wäre er offenbar in einer

zwar aufgeregten, aber ſehr heitern Stimmung geweſen,

und hätte ſich lebhaft und ſcherzend mit einigen Nachbarn unterhalten, auch keineswegs ſo viel getrunken, daß es hätte ſcheinen können, er wollte ſich betäuben. Nach einer Stunde hätte Graf Maienburg die Weinhandlung

verlaſſen und wäre grades Weges nach ſeiner Wohnung gegangen.

Hier hätte er noch eine volle Stunde Wache geſtanden, dann aber ſeinen Auftrag für heute als beendet betrachtet und ſich ebenfalls nach Hauſe begeben. (Fortſetzung folgt.)

Englands Streit- und Wehrkraſt zu Lande.

Gleich reifen Früchten, die der Sturmwind von den Bäumen ſchüttelt, ſind im Verlauf weniger Monden, außer einem Königreiche, drei Herzogthümer im ſchönen Lande Italia dem Sturmandrange der franzöſiſchen Phalanxe zur Beute geworden. Kein Menſch vermag in dieſer Zeit

großartiger, an Wunder grenzender Weltereigniſſe voraus⸗ Zuſehen, was andern jetzt noch mächtig daſtehenden Reichen die nächſten Monate bringen! Noch vermag keines Sterb⸗ lichen Auge zu erkennen, wie nahe der Zeiger der Weltuhr der Stunde, wo auch den Geſtaden des ſtolzen Albions die franzöſiſche Sturmglocke ertönt. Aber die Zeiger rücken vor, und ſein Geſchick hat jedes Volk zu erfüllen!

Im Hinblick auf eine ſolche, vielleicht England zunächſt

bedrohende Kataſtrophe wird es vielleicht manchem Leſer angenehm ſein, etwas Sicheres über den Zuſtand des bri⸗ tiſchen Landheeres zu erfahren, nachdem in letzter Zeit obabſichtlich oder aus Unkenntniß, laſſen wir aufſich beruhen, deſſen Beſtände ſowohl in numeriſcher als in taktiſcher

können. Die Leibjäger reichen ihnen dabei immer ein friſch gela⸗ denes Gewehr, welches nur abgedrückt zu werden braucht. Der Catalonier that auf dieſer Jagd keinen Schuß, und als ihn nach⸗ her die Cavaliere fragten, wie ihm die Jagd gefallen habe, erwi⸗ derte er:Ich begreife nicht, wie man auf Thiere ſchießen kann, die ſchon ganz von ſelbſt davon laufen!

Denſelben Grundſatz dieſes Cataloniers muß man auch ſehr zweckmäßig finden, um ihn gegen viele moderne Bücher zu befol⸗ gen. Warum dieſelben noch angreifen aufs Aeußerſte, da ſie ſchon ohnedies todt ſind? Daſſelbe findet bei dem vorliegenden Buche ſtatt. Die Verfaſſerin aber iſt eben ſo unſchuldig daran, als die Haſen an der Thatſache, daß ſie davon laufen. Das Buch iſt durchaus ſauber gearbeitet, nicht ſowohl in Papier und Druck, als auch in der Schreibweiſe. Die Verfaſſerin leidet nicht an ſo vielen Mängeln des Styls, als ſie ſich ſonſt bei Schriftſtellerinnen in der Regel kund geben. Sie bemüht ſich, einfach zu ſein, und hat ihren Gegenſtand, eine unglücklich wunderbare und wunderbar unglück⸗ liche Lebens- und Herzensgeſchichte einer Dame, mit Wärme zu behandeln verſucht. So hat die Verfaſſerin das löbliche Verdienſt des Fleißes erworben, der für manche andere Berufsthätigkeit eine theilweiſe Bürgſchaft des Gelingens bietet. Für ein literariſches Schaffen fehlt ihr leider die Naturkraft, von der künſtleriſchen Ausbildung gar nicht zu reden, welche einem Producte wahrhaftes Leben einhaucht. Nur wahrhaftes Leben aber belebt wieder und feſſelt den Leſer. O. B

Aus dem Bregenzer Wald. Von Andreas Oppermann. Breslau, Ed. Trewendt. 1859. Wer von der breiten, viel betretenen Chauſſée des Lebens,

auf welcher polizeimäßig jeder Gutgeſinnte im Staatsbürgerſchritt Heinherwandern ſoll, von Zeit zu Zeit abſchwenkt, um ſich auf bu⸗ ſchige, viel verwachſene Nebenwege zu begeben, der wird zwar mancherlei Neues kennen lernen, aber es wird auch darunter ſehr viel Fatales ſein. Man wird ihm das Abſchweifen vom Her⸗ kömmlichen, Conventionellen ſehr übel nehmen und darin eine Be⸗ leidigung ehrwürdig fader Gebräuche ſehn. Bald beehrt man ihn mit allgemeinem Mißtrauen und, wenn er endlich Unglück hat, mit dem Titel eines Landſtreichers.

Nicht minder Neues und Unbekanntes erfährt derjenige, wel⸗ her es beim Reiſen durch ein Verlaſſen der überlieferten Gewohn⸗ heitsſtraßen eben ſo macht, nur mit dem Unterſchiede, daß ihm dieſes Vergnügen weniger harte Erfahrungen einbringt, als dem Pilger des Lebens das ſeine.

unſer Verfaſſer, Andreas Oppermann, hat es ſo gemacht und zwar nicht als Menſch, ſondern als Touriſt. Um nicht immer die Schweiz, Tyrol oder andere bekannte Partien der Alpen zu be⸗ reiſen, über die es ſo viel Schriften gibt, daß nur Derjenige etwas Neues ſagen könnte, welcher lügt oder ſelbſt ein neuer Menſch mit neuer individueller Auffaſſungsgabe iſt, und das iſt in der That keine ſo häufige Erſcheinung, um alſo nicht immer dieſe alten Routen wiederzukäuen, hat Oppermann eine kurze Wanderung in den Bregenzer Wald gemacht. Das vorliegende Buch iſt die kleine übliche Nutznießung dieſes Ausfluges. Der Bregenzer Wald iſt eigentlich ein Theil von Voralberg und liegt zwiſchen Bregenz und dem Lechthal, ſo daß die in den Conſtanzer See ſich ergießende Ach eigentlich die Mittellinie dieſes Terrains bildet. Ich habe ſelbſt in früheren Jahren dieſe Gegend kennen gelernt, die waldesgrün, traulich und idylliſch das Gemüth an⸗