Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
506
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Noyellen⸗Zeitung.

[V. Jahrg.

Durch wen dies geſchehen, darüber blieb er nicht einen ſen, was er in Beziehung des ſaubern Hollrink vermuthet Augenblick in Zweifel, und als er, tief betrübt und voll hatte.

Beſorgniß um das Geſchick Arthur's, ſeiner Wohnung zu⸗ ſchritt, murmelte er vor ſich hin:

Nicht umſonſt wurde ich bei dem Anblick dieſes ſchur⸗ kiſchen Hollrink, und als mein armer Arthur mir von deſſen dreifachem Gewerbe ſagte, von einem Gefühle un⸗ heimlicher Ahnung ergriffen; daß aber das, was ich geſtern nur als verhängnißvolle Möglichkeit bezeichnete, ſo bald zur ſchauderhaften Wirklichkeit werden ſollte, wer hätte das denken können!

Sinnend ging er eine Strecke weiter, dann aber fuhr er in ſeinem Selbſtgeſpräche fort:

Jetzt gilt es zur Rettung Arthur's den wirklichen Mörder jenes Fremden ausfindig zu machen, denn daß Arthur es nicht iſt, darauf will ich jeden Augenblick den heiligſten Eid ablegen, obgleich ich mir auf keine Weiſe zu deuten weiß, wie es möglich iſt, daß ſo viele Indicien gegen ihn zeugen, wie er zu den Dublonen kam, und wes⸗ halb er ſo hartnäckig jede Auskunft darüber verweigert, wo und wie er die Stunde, die für ihn von ſo ungeheurer Wichtigkeit iſt, zubrachte. Doch ich muß die Erlaubniß erlangen, mit ihm ſprechen zu dürfen, und ſollte ich mich deshalb unmittelbar an die Gnade des Monarchen wenden müſſen. Meinen Bitten wird er dann nicht zu wider⸗ ſtehen vermögen, und das Dunkel erhellen, will er nicht rettungslos untergehen.

Die Wünſche Wenkſtern's ſollten indeß nicht in Erfül⸗ lung gehen. Es war ihm nicht möglich, eine Spur des Mörders zu entdecken, wenn wirklich ein Anderer, als Ar⸗ thur, das Verbrechen begangen hatte.

Von dem Inſtructionsrichter, mit dem er perſönlich bekaunt war, erfuhr er indeß ohne Mühe alle nähern Um⸗ ſtände, welche über die Ermordung des Fremden, den ſeine Papiere als einen Don Montaldi aus Mexiko auswieſen,

bekannt geworden waren, ſo wie auch die Beſtätigung deſ⸗

Es war nämlich von wem, das ſagte man dem Aſſeſſor freilich nicht ſchon im Laufe des Vormittags der Polizei die Anzeige gemacht worden, der Lieutenant Graf Maienburg habe die Abſicht ausgeſprochen, den be⸗ zeichneten Fremden, deſſen Wohnung bei ſeiner auffallen⸗ den Perſönlichkeit ohne Mühe auszumitteln geweſen war, zu ermorden, um ihn ſeiner Taſche mit Dublonen zu be⸗ rauben. Der Polizeidirector hatte es darauf für zweckmäßig befunden, zwei Polizeidienern den Auftrag zu ertheilen, ſowohl Don Montaldi, als den Grafen Maienburg im Auge zu behalten. Das war denn auch geſchehen, und der geheime Begleiter des Spaniers hatte berichtet, daß er demſelben, als es bereits ſehr dunkel geweſen, in eine ent⸗ fernte Gegend der Vorſtadt gefolgt ſei, hier aber ihn aus den Augen verloren habe, weil ein heftiger Windſtoß ihm den Staub in das Geſicht getrieben und ihn für einige Augenblicke ganz blind gemacht hätte. Als er dann wie⸗ der um ſich zu ſehen vermochte, war Don Montaldi verſchwunden geweſen, er aber hatte die ganze Gegend durchſucht, bis er, über eine Stunde ſpäter, durch ein ödes Seitengäßchen gehend, über einen im Wege liegenden Gegenſtand, den er dann als den ermordeten Fremden er⸗ kannt, geſtolpert ſei. Seiner Ausſage nach hatte der Polizeidiener ganz genau bemerkt, daß Don Montaldi, als er ſeinen Blicken entſchwand, die Taſche mit den Dublonen noch umhängen hatte. Da ſie von hellgelbem Leder geweſen war, hatte er dies auch, trotz der ziemlich dichten Finſterniß, leicht bemerken können. Bei der Auffindung der Leiche hatte dann aber nicht nur die Ledertaſche gefehlt, ſondern der Ermordete war auch aller Gegenſtände von Werth, die er den Tag über an ſich gehabt, beraubt geweſen, und nur die Papiere, die er bei ſich trug, hatte der Mörder ihm ge⸗ laſſen. Der Polizeidiener hatte dann die Leiche fortge⸗ tragen, und nachdem er ſie auf der Polizeiwache niederge⸗

Dir im Nacken. Freilich zuhauen darf ich nit, als ob niich die vorſichtigen Herren in Frankfurt commandirten: Gedroht! Eingehalten! Gedroht! immer muthig nicht zuge⸗ ſchlagen! So wird's nimmer gehen; draufhalten muß ich mit der Peitſche, als ob ich mich ſelbſt commandiren thät, damit's ein einziger Wille iſt, dann haut der Deutſche gut! Jetzt aufgeſchaut und ſieh Dich vor, wälſcher Hansdunſt!

Geſagt, gethan! Der Pfälzer Faver Ferkelhuber warf die Hälfte ſeiner Peitſche weg und hieb dergeſtalt auf den Lothringer ein, daß dieſer Heerde, Hund und Hetſch im Stiche laſſen und wie ein geprellter Fuchs davon eilen mußte.

Nun hatte ſich aber von den vielen gerade im Felde auf der Grenze beſchäftigten Deutſchen und Franzoſen ein anſehnlicher Trupp Zuſchauer um die Kämpfenden verſammelt, und die Deut⸗ ſchen freuten ſich, wie deutſcher Patriotismus über franzöſiſchen Uebermuth auf eine ſo ergötzliche Art den Sieg davon trug, und die Deutſchen ſagten, dieſer Vorfall möge den Franzoſen ein Wahrzeichen und ein Beiſpiel ſein, was ihrer in Deutſchland warte, wenn ſie kommen ſollten, auch die deutſchen Bundes⸗ grenzen zu überſchreiten. Obgleich die Franzoſen viel ſtärker an Zahl waren und leicht die Deutſchen hätten in einer allgemeinen Schlägerei überwinden koͤnnen, ſo hatten ſie doch genug von ihrem angebornen chevaleresken Takt, ſich nicht in dieſes Schauſpiel zu mengen, ſondern den Muth des deutſchen Biedermannes zu reſpectiren. Inſofern waren es echt franzöſiſche Garden, welche dem tapfern kämpfenden Gegner ſo oft ein Bravo zuriefen.

Wohl aber machte ſich der boshafte franzöſiſche Witz und Spott geltend, denn ein alter weißhaariger Franzoſe mit hölzer⸗ nem Beine klopfte den Pfälzer Hirten auf die Schulter und ſagte

in ſeinem gebrochenen Deutſch:Eh bien, ſehr braver Soldat, ſehr brav! Sind wohl ſehr tapfer die Deutſchen, aben die Sach⸗ ſen in Rußland geſprengt die ſtärkſten Carrées, aben mir abge⸗ ſchoſſen die Preußen bei Bellalliance das Bein, fechten ſehr gut die Deutſchen, aber müſſen nur ſein in Bellalliance mit ſich ſelbſt, müſſen ſein einik! Prenez-vous dieſen téte von Eurem Eber, wenn Ihr es geſchlachtet, und traget ihn nach Frankfurt, als Bundesgericht, daß ſik der Bundestag daran ſpeiſet Patriotis⸗ mus und nehme ſik ein Exempel an dieſen kühnen téte!. Alle entfernten ſich lachend und dem wackern deutſchen Landsmann blieb nichts weiter übrig, als die heitere Stimmung zu theilen. 6.

Literatur.

Cornelia. Aus dem Priratleben eines Arztes, von Doro⸗ thea v. Patſchkowsky. Leipzig, L. Wiedemann. 1859.

CEs giöt in Catalonien viel Bären, nämlich frei herumlau⸗ fende, während ſich bei uns nur angebundene vorfinden.. Anderes Wild gibt es dort wenig und gar keine Haſen. Die Catalonier ſchießen dieſe Bären gern, und es gibt oft einen gefährlichen Kampf. Einſt wurde ein cataloniſcher Edelmann in Frankreich zur Jagd eingeladen. Es war natürlich eine Haſenjagd und es wurde viel geſchoſſen, denn es waren auch Prinzen eingeladen, und wenn Prinzen eingeladen ſind, pflegt man gewöhnlich Keſſeltreiben zu veranſtalten; das heißt, man ſchließt die unglücklichen Thiere im ſtets enger werdenden Kreiſe ein, ſo daß ſie an den Prinzen gleich Schafen vorbeilaufen müſſen, und dieſe ſie blindlings erlegen

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