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Nr. 32.]
„daß es übrigens dieſelben ſind, geht unwiderleglich daraus hervor, daß unter denen, die wir noch hier in Ihrem Beſitze fanden, ein Stück iſt, welches geſtern durch ein be⸗ ſonderes Zeichen keuntlich gemacht wurde.“
„Hollrink! Nichtswürdiger Schurke!“ murmelte der Graf.— Er beſann ſich in dieſer verhängnißvollen Lage darauf, daß ein Agent, den er Tags zuvor in der Wein⸗ handlung getroffen, eines der unglückſeligen Goldſtücke in Händen gehabt hatte, und konnte nun nicht länger zweifeln, aus welcher Quelle die Anklage gegen ihn rührte.
„Der Mann der Polizei fixirte ihn einen Augenblick ſcharf, und fuhr dann fort:
„Wollen Sie uns eine Erklärung darüber geben, wo⸗ her die Wunde in Ihrer Wange rührt? Ich vermuthe, daß Sie auch darauf die Antwort verweigern.“
„Ihre Vermuthung iſt ſehr richtig!“ entgegnete der Graf bitter und mit finſter gerunzelter Stirn, denn er er⸗ kannte, daß er verloren ſei, wenn er alle dieſe anklagenden Fragen unbeantwortet ließ, und dennoch konnte er nicht anders.
„Gut!“ ſagte der Polizeibeamte.„Es bleibt mir nun nur noch eine Frage, obgleich ich im Voraus weiß, daß ich darauf eben ſo vergeblich eine Antwort erwarten werde.— Wann, wie und wo kamen Sie in den Beſitz dieſes mit Blut gefärbten Taſchentuches, welches Eigen⸗ thum des Ermordeten iſt?“
„Auch das kann ich nicht ſagen!“ lautete die nur leiſe geflüſterte Antwort des Grafen.
„Ich weiß genug!“ ſagte der Polizeibeamte, und ſich zu dem General⸗Auditeur wendend, fragte er:„Was iſt nach Ihrer Meinung jetzt zu thun?“
„Weiter nichts, als den Unglücklichen in das Crimi⸗ nalgefängniß abführen zu laſſen!“ entgegnete finſter der Auditeur.„Wollen Sie mir indeß eine Bitte gewähren, ſo verfahren Sie dabei mit der möglichſten Schonung, indem Sie einen Wagen holen laſſen.“
Dritte
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„Ich theile zwar Ihr Zartgefühl gegen einen ſo ver⸗ ſtockten Verbrecher nicht,“ entgegnete der Polizeibeamte, „allein Ihren Wunſch werde ich dennoch gern erfüllen,— wäre es auch nur, um das Aufſehen zu vermeiden,“ ſetzte er halblaut hinzu, während der Auditeur ſich raſch entfernte, noch einen ſchmerzlichen Blick auf den Grafen richtend.
„Es wurde nun ein Wagen geholt. Bis derſelbe kam, ſtand der Graf ſtumm und in ſich verſunken da, die Hände gefaltet, die Augen zu Boden gerichtet. Als dann der Polizeibeamte ihn aufforderte, ihm zu folgen, erhob er Arme und Augen gen Himmel, und ſagte mit einem Tone, der mir in das Innerſte des Herzens drang:„O, mein Gott, mein Gott, verleih mir Kraft zur Ausdauer!“ Da⸗ mit wurde er in das Gefängniß abgeführt.— Ich aber,“ ſo ſchloß der Diener Arthur's ſeine Erzählung,„ich ſchwöre, was auch immer gegen meinen Herrn vorliegen möge, auf ſeine Unſchuld, ſo ruhig, ſo würdevoll war ſein Benehmen während des ganzen Auftrittes.“
„Auch ich theile Deine Anſicht, Friedrich,“ ſagte der Aſſeſſor,„ſo ſehr der Schein allerdings gegen ihn iſt. Mein Arthur kann kein gemeiner Raubmörder ſein; nicht aus Verſtocktheit, wie dieſer Polizeimenſch offenbar ge⸗ glaubt hat, kann er die rettenden Aufſchlüſſe verweigert haben, und auf der Stelle eile ich zu ihm, um ihn zu be⸗ ſchwören, daß er dieſe dunkeln Räthſel löſe!“
VII. Der Urtheilsſpruch.
Wenkſtern eilte auf der Stelle nach dem Criminalge⸗ fängniß, allein es wurde ihm nicht geſtattet, ſeinen un— glücklichen Freund zu ſprechen, und mit nicht geringem Schreck vernahm er von dem mit der Unterſuchung beauf⸗ tragten Criminal⸗Beamten, den er dann auſſuchte, daß er
ſelbſt als einer der Belaſtungszeugen bezeichnet worden ſei.
„Nun,“ ſagte der Lothringer„hältſt'noch ſoviel von Deinen
Oeſtreichern oder glaubſt'nun, daß ſie vor uns ausreißen, wie
ihr Deutſche bei der großen Retirade von Jena?“ „Und es erwiderte drauf der edle Sauhirt Eumäos:“
„Iß döß a Malefizkerl! Du willſt Dich ein Franzos
nennen und biſt ſo gut ein Deutſcher, wie wir hier drüben, und daß Duss nicht vergeſſen ſollſt, heißt'noch Deutſchmann obendrauf und haſt einen Kopf voll heller Haare, daß Dir könntſt ein Hem⸗ dengarn vom Schädel herunter ſpinnen!“
„Ich will nichts wiſſen von den Deutſchen! wir mögen keine Deutſchen ſein, müßten uns ſonſt immer blamiren, und danken Gott, daß wir Franzoſen ſind!“ rief der Lothringer.„Und daß
Du'’s nur weißt, unſere Freundſchaft iſt zu End, können doch
nicht mehr lang zuſammenbleiben, denn wenn wir die Oeſtreicher
in Italien niedergehauen haben, ſo kommt die Reihe an Euch
Pfälzer und Rheinländer, und nichts laſſen wir am Leben als Euren Wein, der viel zu gut iſt für ſo einen deutſchen Bauern⸗ magen!“
Jetzt ppurde aver Ferkelhuber unangenehm und zugleich patriotiſch.
„Lügen ſind's, Deine franzöſiſchen Nachrichten!“ rief er. „Nur mit knapper Noth haben Deine Franzen geſiegt und haben vor Angſt nicht gewußt, wie ſie ſich wieder vom Sieg erholen ſollen. Das ſag ich Dir aber, Du ſakriſcher Großprahler,“ fügte er mit prophetiſchem Donnerton hinzu,„die Oeſtreicher werden endlich Euch Franzoſen grad ſo gewiß zuſammen hauen, wie mein Hetſch Deinen Hetſch zu Boden wirft!“ Hetſch iſt ein kunſtmäßiger Zunftausdruck, und die pfälzer Schweinhirten ver⸗ ſtehen darunter ihren Eber.
Dieſe Herausforderung war zuviel für den Lothringer, er fühlte ſich in dieſem Augenblick mit ſeinem Hetſch ein und dieſelbe Perſon, denn dieſer war echt franzöſiſche Race von Nancy. Zornentbrannt nahm er den Zweikampf an, und die beiden Eber wurden aus den Heerden hervorgerufen. Sie ſollten beide das Schickſal haben, welches faſt immer zwei Generale trifft, welche ſich in entſcheidender Schlacht einander gegenüber ſtehen: einer von Beiden muß in der Regel unterliegen und der Ueberwinder wird faſt immer ein großer Feldherr genannt. Als der Mendels⸗ heimer Eber den lothringiſchen erblickte, fiel er mit ſolcher Wuth über ihn her, daß man in dieſer Energie wenig deutſche Eigen⸗ thümlichkeit erblickte. Aber dieſe Entſchloſſenheit und Thatkraft trug auch ihre Früchte. Er warf den Lothringer mit ſeinem Rüſſel in die Höhe und ſetzte ihm dermaßen mit ſeinen Hauern zu, daß er, obwohl jünger und kleiner, dennoch den Vertreter der großen civiliſirten Nation umgebracht haben würde, wenn nicht der lothringer Hirt mit Hund und Peitſche ſeinem unter⸗ legenen Freunde zu Hülfe geeilt wäre.
Nachdem dieſer erſte Act der Tragikomödie vorüber war, drängte es den Lothringer, die erlittene Schmach zu rächen. Er erinnerte ſich an das Gebahren der franzöſiſchen Zeitungen und fing an zu prahlen:„Wenn auch mein Hetſch diesmal durch Zufall vor der Uebermacht gewichen iſt,“ rief er,„ſo will doch ich mit meiner Peitſche den deutſchen Bärenhäutern zeigen, wie man die Oeſtreicher aus Italien hinauswirft.“
„Was willſt Du mir da?“ entgegnete verächtlich der Men⸗ delsheimer,„die Oeſtreicher aus Italien hinausweiſen? Sieh, die Hälfte meiner Peitſche ſchneide ich noch ab und haue Dich dann über die Grenze hinüber, daß Du meinen ſollſt, mein Hetſch ſitze


