Novelſen⸗Zeitung.
unwahrſcheinlich hielten, da Graf Maienburg neben ſeiner dieſer dem Aſſeſſor mit vieler Weitſchweifigkeit erzählte,
großen Liebenswürdigkeit einen hohen Grad von Leicht⸗ finn beſaß und durch dieſen ſich hatte verleiten laſſen, be⸗ deutende Schulden zu machen, durch die er ſchon mehr als einmal in bedeutende Verlegenheiten und verſchiedene Un⸗
wußte.
Verfolgungen ſeiner Gläubiger zu entziehen, das Ver⸗
brechen in der zuverſichtlichen Hoffnung begangen hatte, es würde nicht an den Tag kommen. Daß dies nun dennoch, und zwar mit einer ſo überraſchenden Schnelligkeit ge— ſchehen war, würde man beinahe wunderbar gefunden haben, hätte ſich nicht neben dem erſten Gerüchte, und dieſes beſtätigend, noch ein zweites verbreitet, welches be⸗ hauptete, Graf Maienburg hätte ſchon am Tage zuvor im Rauſche die Abſicht des Verbrechens ſich entſchlüpfen laſſen, dadurch aber die Aufmerkſamkeit der Polizei auf ſich ge⸗ lenkt, deren Wachſamkeit es denn auch gelungen wäre, ihn beinahe unmittelbar nach vollbrachter That, und während er ſich wahrſcheinlich für vollkommen ſicher gehalten, zu arretiren, und mehrfache Beweiſe der Schuld gegen ihn aufzufinden, ſo daß zu ſeiner Ueberführung kaum noch ſein eigenes Geſtändniß erforderlich ſei.
Der Aſſeſſor von Wenkſtern war einer der Erſten, dem dieſes Doppelgerücht zu Ohren kam. Die Entſtehung des zweiten wußte er ſich ſehr wohl zu erklären, und zähne⸗ knirſchend ſagte er mit verbiſſener Wuth:
„Das iſt das Werk des nichtswürdigen Hollrink!“
Deſto unerklärlicher aber war ihm die Entſtehung des erſten Gerüchtes, denn nicht einen Augenblick glaubte er an die Schuld ſeines Freundes. Aber Gewißheit, was an der Sache Wahres, was Erfundenes ſei, mußte er ſich ver⸗ ſchaffen; deshalb eilte er auf der Stelle nach der Wohnung Arthurs.
fröhlicher Stimmung. annehmlichkeiten gerathen war, wie man ziemlich allgemein Diener, Es war daher wohl möglich, daß er, um ſich den reits angekleidet gefunden, wieder in ſehr fröhlicher Stim⸗
Hier wurde ihm die furchtbarſte Beſtätigung des Ge⸗ rüchtes durch ſeines Freundes eigenen Diener, und was
wollen wir hier in möglichſter Kürze wiederholen.
Arthur war am vergangenen Abend ziemlich ſpät nach Hauſe gekommen, und offenbar in ſehr aufgeregter, aber Am Morgen hatte ihn dann ſein nach einer kurzen Abweſenheit zurückkehrend, be⸗
mung und im Begriffe auszugehen. Dabei hatte er ihm eine nicht unbedeutende Anzahl großer, fremder Goldſtücke gegeben, und ihm unter Nennung des Werthes und der Angabe, daß es ſpaniſche Dublonen wären, den Auftrag ertheilt, damit verſchiedene Gläubiger zu bezahlen, welche ſich in der letzten Zeit mit ihren Mahnungen ſehr ungeſtüm gezeigt hatten.
Als der Diener der Dublonen erwähnte, erſchrak der Aſſeſſor heftig.
„Mein Gott,“ murmelte er dumpf in ſich hinein, „ſollte es dennoch wahr ſein?— Nein, nein, es iſt nicht, es kann nicht ſein!— So tief konnte mein guter, zart⸗ fühlender, wenn auch freilich leichtſinniger Arthur nicht ſinken!— Und gleichwohl— woher ſollte er plötzlich eine ſo große Summe bekommen haben? Und noch dazu Dublonen, eine Geldſorte, die hier ſo ſelten iſt, daß außer denen, welche der Fremde uns geſtern unglücklicherweiſe ſehen ließ, wahrſcheinlich in der ganzen Stadt kein einziges Stück zu finden iſt, ſelbſt nicht einmal bei dem ſpaniſchen Geſandten!— Fahre fort,“ wendete er ſich nach dieſem Selbſtgeſpräche zu dem Diener ſeines Freundes.
Dieſer gehorchte ſogleich dem Beſehle und ſagte:
„Als ich meine ſämmtlichen Aufträge beſorgt hatte und nach etwa drei Stunden wieder nach Hauſe kam, war hier Alles in der größten Aufregung und Beſtürzung. Mein Herr war zwar noch nicht zurück, aber ich fand die Thür ſeines Zimmers geöffnet, und zwei Polizeidiener damit be⸗ ſchäftigt, unter der Aufſicht des General⸗Auditeurs und
eines höheren Polizeibeamten Alles zu durchſuchen.— In
Montags Abend geſchah es, daß Jemand das Wort Frank⸗ reich höͤren ließ; ſie ſagte einige Worte mit einer gewiſſen Exaltation, dann ſchwieg ſie; ihre Schwäche hatte einen ſehr hohen Grad erreicht. Frühzeitig zog man ſich von ihr zurück; ſie nahm Abſchied von ihren Kindern mit ihren gewöhnlichen Worten:„Gott ſegne Euch, meine Kinder.“ die letzten, die ihr Gedächtniß hat feſthalten dürfen. Sie gingen von ihr ohne Beſorgniß.
Herr von Muſſy begann indeſſen mit Schrecken wahrzu⸗ nehmen, daß ihre Kräfte fortwährend abnahmen, obſchon man ihr erwas Nahrung und Wein gereicht hatte. Noch in dieſem Augenblicke zeigte ſich die Herzogin ebenſo aufmerkſam und graziös gegen Andere, wie ſie es immer geweſen, und wandte ſich an die Frau, welche ſie bediente, mit den Worten:„Sie haben ebenſo gut wie ich nöthig, ſich zu ſtärken; trinken Sie dieſen Wein,“ und reichte ihr dabei das Glas.
Wiederholt beſtand ſie darauf, Jedermann ſollte ſich ſchlafen legen.„Ich glaube, ich werde ſchlafen können, ſo recht gut ſchlafen konnen,“ ſagte ſie, die letzten Worte ſtark betonend. Sie wurde allein gelaſſen. Da ihre Freundin ſich hinter den Vorhang ihres Bettes zurückgezogen und ſich da verborgen glaubte, ſo rief die Herzogin den Arzt:„Laſſen Sie ſie doch ſetzen, Herr von Muſſy; ich ſehe im Spiegel, daß ſie noch immer ſteht..... 67
Von Viertelſtunde zu Viertelſtunde mußte man ihr Getränke und Nahrungsmittel zu ſich nehmen laſſen, um der Schwäche entgegen zu arbeiten, und nicht einmal beklagte ſie ſich geſtört worden zu ſein; aber jedesmal wiederholte ſie leiſe:„Ich werde recht gut ſchlafen.“
Der Arzt trat zu ihr und fühlte ihr nach dem Puls. Sie
Dieſe Worte ſind
V
verwunderte ſich über ſo viel Vorſicht und ſagte:„Sie halten
mich alſo für ſehr krank?“ Herr von Muſſy, der ſchon beſorgt zu werden anfing, ging der Frage aus dem Wege durch die andere Frage:„Und wie befinden Sie ſich, Madame?“—„Nun, nicht übel: ich bin ja ſchon oft ebenſo Ich möchte gern etwas ruhen..... 2 4
Herr von Muſſy zog ſich ins Nebenzimmer zurück, um nach Claremont und Twickenham Nachricht zu geben.— Während dieſer Zeit herrſchte ein tiefes Schweigen, ja, ein ſo tiefes Schweigen, daß eine in der Nähe der Thüre ſtehen gebliebene Freundin von einer ſchrecklichen Ahnung durchzuckt wurde.„Mir kommt es vor,“ ſagte ſie zu Herrn von Muſſy,„als ob man hier gar zu ſtille wäre.“ Er trat wieder in das Zimmer der Herzogin, warf einen Blick auf ſie und kam wieder heraus, die Hände zum Him⸗ mel hebend. Der Uebergang aus dem Diesſeits in das Jenſeits war ſo ſanft vor ſich gegangen, daß die beiden Frauen, welche bei ihrem Bette zurückgeblieben waren, den Blick auf ſie geheftet, keine Aenderung ihrer Züge, keine Veränderung ihres Ausdruckes bemerkt hatten; die Bleiche ihres Geſichts allein war etwas matter. 4. Man wollte noch zweifeln; eine Freundin hielt ſie einige Armen, während Andere forteilten, die
Was ließe ſich von dieſen nachfolgenden
Vier Tage hindurch wurde bei dieſer theueren Entſchlafenen gewacht. ei, ſie noch einmal zu ſehen; die Räume waren zu eng, ſie alle zu faſſen, für die betend und um die weinend, welche ſie ſo oft willkommen geheißen. Es war, als ob ſie ihnen auch jetzt noch liebreich zulächele, und nie
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