V. Jatrg.
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Verena. Zwei Bände. noble. 1859. Archimedes iſt weder der Erſte noch der Letzte, der einen Punkt außerhalb der Welt wollte, um dieſe aus ihren Angeln zu heben. Jedes Genie und jede Leiden⸗
ſchaft theilt das Streben des berühmten Mathematikers.
Jenſeits der geordneten und hergebrachten Bahn ſuchen ſie einen andern Weg, für ſich allein, oder für die Anderen alle.— Noch iſt er nicht gefunden; höchſtens gelingt es dieſen Revolutionairen des Geiſtes und Herzens, das Pflaſter aufzureißen, damit ihre Handlanger friſchen Stoff in die Löcher bringen; ſo ändert die Straße wohl einmal ihr Ausſehen, aber ſie bleibt doch ewig dieſelbe. Daß die Dichter mit beſonderer Vorliebe dieſer Genoſſen des Archimedes ſich bemächtigen, erklärt ſich leicht. Ob ſie das Beſtehende vertheidigen, ob ſie es angreifen, ſtets brauchen ſie einen Punkt außerhalb der Welt, um von da aus zu ihr zurückzukehren, oder ſie gänzlich zu verlaſſen, immer auch ſind ſie eines Helden bedürftig und ſomit des Kampfes. Auch Sophie Verena hat in ihre beiden bisher erſchienenen Bücher das Schickſal zweier Menſchen ver⸗ zeichnet, die mit dem Anerkannten und Gebrauchsmäßigen in Widerſtreit ſich befinden, das Schlachtfeld liegt auf ſocialem Gebiete, es handelt ſich um die Berechtigung der Leidenſchaft. Bei ziemlich gleichen Verhältniſſen aber
behandelt die Verfaſſerin ihre Figuren ungleich.„Elſe,“
welcher die Vorurtheile der Welt gegenüber der Wahrheit chrer Liebe wie Lügen erſcheinen, die freudig des Prinzen Geliebte wird und alsdann entſagend ihm und ſeinem Lande ſich opfert, um bei Konrad zu ſterben, der ſie von früheſter Kindheit an geliebt und ihr, die ſein Leben zer⸗ ſtört, ſtets treu geblieben, geht allerdings unter, aber auf ihrem Sarge liegen ſo viel Blumen, daß ſie als Märty⸗ rerin, nicht als ſchuldiges Opfer erſcheint. Der„Sohn des Südens“ dagegen muß ſeine Verirrung durch den Tod ſühnen. Und was hat er verbrochen? Matteo, das Kind einer armen nordiſchen Fiſchermaid, die, von einem vornehmen italieniſchen Flüchtling verführt, ſich und die Ihren in's Verderben geſtürzt und endlich ihre Schande und Verzweiflung in den Wellen begraben, erblüht in Haß und Verachtung zu einem ſchönen Menſchen, gleich ſtark an Körper wie an Willen. Zum Leben aber erwacht er mit all ſeiner rieſenhaften Begabung erſt, als er ein Mädchen aus der See gerettet, um ſie fortan mit feſſel⸗ loſer Gluth zu lieben. Sein Dorf iſt ein Badeort, die Fremde der letzte kränkelnde Sproß eines vornehmen und reichen Stammes. Er wacht ob ihr mit der Sorgfalt einer Mutter, ſtreut die duftigſten Blüthen unter ihre Füße und breitet die ſchützende Hülle über ſie, wenn der Schlummer das zarte Weſen dem kühlen Abendwinde preisgibt. Seine Leidenſchaft zeigt erſt dann die dämoniſche Kehrſeite, als er entdeckt, daß Helene das Weib eines Andern werden will. Richard Graham beſitzt ihre Liebe, im Begriffe, ſie für immer ſich zu ſichern, bedroht ihn der Tod, er hat eine Meerfahrt unternommen und ein Orkan ſcheint jeden Rück⸗ weg abzuſchneiden. Auf dem höchſten Gipfel der Angſt entſchließt ſich die Gefolterte, den Geliebten und ſeine
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Begleiter dadurch dem Leben zu erhalten, daß ſie Matteo ſchwört, nie dem Verhaßten anzugehören, An allem ver⸗ zweifelnd reiſt Richard ab, an allem verzweifelnd bleibt Helene zurück. Als ihr beſchleunigtes Ende gewiß, er⸗ weicht Matteo's Herz, er gibt dem Nebenbuhler den Schlüſſel zu der Geliebten räthſelhaftem Verhalten. Dieſer eilt herbei, ſie ſtirbt in ſeinen Armen, der Fiſcher ſteuert hinaus und leer treibt ſein Kahn zurück. Nach Jahren heirathet Richard, dem greiſen Vater und dem ausſter⸗ benden Geſchlechte zu Liebe, Matteo's legitime Schweſter und wird ein großer Staatsmann. Schon dieſe dürf⸗ tigen Umriſſe ergeben, daß auch hier der Hauptconflict in den Verhältniſſen, auf dem Unterſchiede des Standes beruht. Die zwiſchen Gleichbexrechtigten ſtets durch den Zufall entſchiedene Frage, warum der Eine geliebt wird und der Andere nicht, kommt nie zur Sprache, die Mög⸗ lichkeit, Matteo zu lieben, bleibt für Helene ausgeſchloſſen, denn er iſt ein armer, roher Fiſcher, deſſen Außergewöhn⸗ lichkeit eine guterzogene Dame einzig dadurch belohnen kann, daß ſie ihm— kein Trinkgeld gibt. Bei ſo geringen Zugeſtändniſſen werden die größten Anforderungen an ihn gemacht. Ein wildes Thier erſcheint er, das verheerend in friedliche Gefilde einbricht, ſeine Liebe wird zum fluch⸗ würdigen Verbrechen, weil ſie ſich nicht bis zur Selbſtver⸗ leugnung erheben kann, und damit geſchieht ihm Unrecht. Die große Leidenſchaft iſt wie alles Große egoiſtiſch; ſich ſelber Zweck und Ziel findet ſie wie jede Naturkraft Maß und Grenze nicht in ſich ſelbſt, ſie gleicht in der That jenen vernunftloſen Herrſchern der Wüſte, die trotz edler Juſtincte doch erſt durch den Bändiger zur Rückſicht auf andre Exiſtenzen gebracht werden. Verſtand und Wille, Bildung des Geiſtes und Herzens vermögen allerdings die Leidenſchaft zu zügeln, aber nicht immer finden ſie ſich neben ihr und noch ſeltener halten ſie ſiegreich Stand. Elſe hat der Liebe höchſte Seligkeit genoſſen und verläßt das Paradies, als ſie ohne Vorwurf nicht länger darin weilen kann; der verſchmähte Konrad flüchtet ſich zu ſeiner Wiſſenſchaft und beſchwichtigt, fremdes Leiden lindernd, das eigne; Richard, der als er abgewieſen ſcheint, ſchwei⸗ gend geht, benimmit ſich wie ein ſtolzer und taktvoller Weltmann und zeigt ſchließlich, daß ſein Streben noch andere Zielpunkte kantte, als jene erſte Liebe. Was aber hat Matteo außer ihr? Ohne Bildung und Wirkungskreis, ohne jede Verpflichtung, ja ſelbſt ohne Erinnerung iſt er einzig das Gefäß für jene verzehrende Leidenſchaft, hat er nur einen Gedanken, und als er ihn nicht mehr denken kann, wirft er ſein leeres Daſein von ſich. Mit dem allen wollen wir der Verfaſſerin nicht etwa den Vorwurf der Inconſequenz oder falſcher Zeichnung machen, wir möchten nur den Sohn des Südens in ſeiner wilden Schönheit vor ihrer eigenen Strenge ſchützen. Streng iſt Sophie Verena in ihrem Denken und Schaffen, am ſtrengſten in ihrer ſittlichen Anſchauung. Sie begreift die rückhaltloſe Leidenſchaft, ohne ſie zu rechtfertigen; mit künſtleriſchem Entzücken ſchaut ſie die vulcaniſchen Ausbrüche, aber in ihrer Schilderung bebt jenes Entſetzen nach, das der An⸗ blick entfeſſelter Naturgewalten in jeder Seele wachruft.
Bezeichnend iſt es für ſie, daß Matteo ganz wie Elſe losgeriſſen von jeder engeren Verknüpfung mit der Menſchheit eingeführt wird. Der abgeſonderte Platz, auf


