Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
490
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Vater.

bleiben.

Ueberraſchung zu vermeiden.

ich aber gehe, muß ich Dir noch ſagen, daß ich für jetzt, nach einer Beſitzung, die ich in Peru erworben habe, Namen Don Montaldi führe. Auch nimm hier meine Adreſſe; denn es wäre möglich, daß Du mir irgend eine Mittheilung zu machen hätteſt. Auch bitte ich Dich, mir von Nizza aus Deine glückliche Ankunft zu melden, ſchon zu dieſem Zwecke mußt Du wiſſen, an wen und wohin Du Deinen Brief zu adreſſiren haſt.

Amalie nahm die Karte, die ihr Vater ihr reichte, und nachdem ihr derſelbe dann noch einen Beweis ſeiner väter⸗ lichen Liebe gegeben hatte, trennten ſie ſich, indem ihr Vater ſie auf die Stirn küßte, und mit dem Ton der in⸗ nigſten Zärtlichkeit ſagte:Nun aber lebe wohl bis auf baldiges Wiederſehen in Italiens reizenden Gefilden.

Nach dieſen Worten ſchritt er auf die Thür zum Gartenſalon zu. Eine Minute ſpäter verſchwand er in dem Gebüſche den nachſchauenden Augen ſeiner Tochter, die ihn bis zu dem Ausgange begleitet hatte, jetzt aber er⸗ leichterten Herzens in ihr Boudoir zurückeilte.

(Foriſetzung folgt.)

Noveſfen⸗Zeitung.

Da ſei Gott vor, daß ich Dich dazu überreden, oder auch nur meine Einwilligung dazu geben ſollte, ſagte ihr Reiſe daher mit Gott, meine geliebte Tochter; erfülle gewiſſenhaft auch noch dieſe Pflicht als Gattin, und ſobald ich hier meine Angelegenheiten geordnet habe, folge ich Dir nach Nizza, denn es wäre mir zu ſchmerzlich, länger als unumgänglich nöthig von Dir getrennt zu

Ich danke Dir, mein geliebter Vater, daß Du dieſer V Reiſe Deine volle Zuſtimmung verleihſt, denn mir wird dadurch das Scheiden ungemein erleichtert; deshalb, ſetzte ſie zögernd und erröthend hinzu,kann ich Dich aber an dem, wie die Menſchen, beſonders die an Bord befind⸗ jetzt auch bitten, mich zu verlaſſen, um jede unangenehme

Gern, meine Amalie, entgegnete der Vater;ehe

Von

E. Heuſinger.

Der unterbrochene Tanz an Bord eines engliſchen Militair-Transportſchiffes.

Um die während einer ſehr ſtürmiſchen Reiſe durch die übel berufene Bay von Biscaya außer Sicht gerathenen Schiffe zu erwarten und um friſches Waſſer einzunehmen,

lichen Pferde in Folge der wider Erwarten ſich verlän⸗ gernden Fahrt bereits anfingen Mangel zu leiden, gingen V wir nach 45 eben nicht ſehr anmuthigen Reiſetagen unter

den Kanonen von Gibraltar vor Anker. Es lag ſich nach

den der ausgeſtandenen Hitze, die während der Mittagsſtunden

oft unerträg lich wurde, gar prächtig im Schatten des rie⸗ ſigen Felſens, der von den Briten in einer langen Reihe von Jahren zum uneinnehmbaren Bollwerk der Paſſage aus und in das Mittelmeer gemacht iſt. Vom Dufte der blühenden Südfrüchte umhaucht, von einem erfriſchenden Seewinde gefächelt, vergaß man bald die überſtandenen Strapatzen. Und welch ein Anblick! Kein Fleck auf der Erde kann ihn großartiger gewähren! Gegenüber im Sü⸗ den Afrika mit ſeinen düſtern, zum Himmel aufragenden Gebirgen; auf einem ſteilen, kaum erſteigbaren Felſenkegel Ceuta, die ſpaniſche Feſte, die ſchon für manch wackeren Patrioten zum Grabe geworden, der ſeit Ferdinand VII. Gut und Blut für das romantiſche Vaterland geopfert; tief unten am Strande eine Art halbnackter Barbaren um ein Feuer gekauert, wo ſie ein dürftiges morgenländiſches Mahl bereiteten; in einiger Entfernung eine Karawane, die ſich mit ihren hochbeladenen Dromedaren in der Rich⸗ tung nach Tanger in Bewegung ſetzte. Nach Nord und Oſt iſt die Bay von den ſchönſten ſpaniſchen Städten Al⸗

valier vergeudete jeden Sou der Million und verkaufte das Gut. Darüber fiel er bei dem Herzog von Angouleme in Ungnade und ward vom Hofe entlaſſen. Bald darauf ſtarb ſeine Gattin und hinterließ ihren drei Kindern den erhaltenen Theil ihres Einge⸗ brachten. Der Chevalier wußte auch dieſes Geld in ſeine Hände zu bekommen, er verſchwendete es mit ſeinen Freunden und ſank wieder zur Dürftigkeit herab. Sofort heirathete er, 48 Jahre alt, eine junge Dame von 19 Jahren. Der Vater derſelben war ſehr reich geweſen, hatte aber, von der Speculationswuth ergriffen, den größten Theil ſeines Vermögens verloren und ſich mit dem Wenigen, das ihm blieb, mit Hülfe ſeines Schwiegerſohnes aus dem Staube gemacht. Der Chevalier ſpielte dann mit dem Ver⸗ mögen ſeiner Frau, verlor es und war abermals zur Dürftigkeit herabgebracht. Da kam es ihm in den Sinn, aus den Reizen und der ſchönen Stimme ſeiner Frau ſich eine Exiſtenz zu bereiten. Sie ſollte in den Café's ſingen. Der Beſitzer eines Café's im Palais Royal hörte nur ihre ſchöne Stimme und erfuhr nur ihren vornehmen Namen, und bot ſofort 900 Francs monatlich, wenn ſie jeden Abend bei ihm ſänge. Aber die arme Dame war zu ſchüchtern, um eine Aufſehen erregende Stellung einzunehmen, ſie ſchlug ſie aus und zog eine beſcheidenere Lyrique vor. Der Chevalier ſchöpfte gleich Verdacht, daß ſein

Schwager, welcher ihr dieſen Rath. gegeben, dies aus eiferſüch⸗

tigen Gründen gethan. Er gerieth in eine gräßliche Wuth, in

welcher er die ganze Familie mit einem Raſirmeſſer angriff und damit ein förmliches Blutbad anrichtete, bis es der zu Hülfe

gerufenen Polizei gelang, ſich ſeiner zu bemächtigen und ihn in Haft zu bringen, in welcher er nun ſeines Urtheils harrt. p.

Stelle am Theater

Portraits.

feldzeugmeiſter v. Benedek.

Ludwig Ritter v. Benedek iſt 1804 in Oedenburg geboren, und genoß ſeine militäriſche Erziehung in Wiener⸗Neuſtadt. Mit 19 Jahren trat er als Fähnrich in ein Infanterieregiment und verbrachte die nächſten zehn Jahre in den Arbeiten und Studien, die ſeine Zutheilung beim Generalſtabe mit ſich brachten. 1840 wurde er Major und Generalcommandant in Galizien. In dem Jahre, in welchem dort die Unruhen ausbrachen, kam er als Oberſt an die Spitze eines Regiments, und ſollte in dieſer Stel⸗ lung die erſten Proben ſeiner militäriſchen Geſchicklichkeit, ſeiner perſönlichen Tapſerkeit und ſeines ſtrategiſchen Blickes geben. Im Februar des Jahres 1846 wurde er vom Erzherzog Ferdinand d'Eſte mit ausgedehnten Vollmachten nach den weſtlichen Kreiſen Galiziens entſendet, um an Ort und Stelle, durch den Augen⸗ ſchein belehrt, das den Umſtänden Entſprechende anzuordnen. Er ſchlug GM. Collin einen concentrirten Angriff auf die Inſur⸗ genten vor, brach am 26. des Monats von Bochnia auf, ging nach Wieliczka und gelangte auf Umwegen nach Gdow, das von den zumeiſt vortrefflich berittenen Polen beſetzt war. Sogleich wurde zum Frontangriff geſchritten, die Aufſtändiſchen im Sturm geworfen und zerſprengt, die Häuſer mit Sturm genommen. Den kampfermüdeten Truppen gönnte Benedek hier eine kurze Raſt, rückte dann auf Wieliczka ungeachtet des heftig ſtrömenden Regens, beſetzte die Stadt, verfolgte die nach der Weichſel ſich zurückziehenden Feinde und rieb ſie auf.

Das Jahr 1848 fand ihn als Stadtcommandant in Pavia,

Nr.2

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