Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
486
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486 Noveſſen⸗Zeitung.

IV. Jahrg.

nicht vernommen und ſehr deutlich verſtanden hätte; denn geſpräche verfolgte, gab Wenkſtern dem Fremden die ge⸗ kaum war ſie Dir entſchlüpft, als er auf Dich einen Blick wünſchte Auskunft durch die Ertheilung der Adreſſe eines richtete, der wie ein Blitz aus ſeinem kleinen, tückiſch lauern⸗ Banquierhauſes, Hollrink aber ergriff mit der ſolchen den Auge auf Dich ſchoß, ſo daß ich unwillkürlich dar⸗ Menſchen eigenthümlichen Dummdreiſtigkeit und Zudring⸗ über erſchrak. Und Du weißt wohl, daß Schlußfolge⸗ lichkeit die Gelegenheit, ſich an den Fremden zu drängen rungen, welche auf falſche Vorderſätze geſtützt ſind, als un- und zugleich in die Unterhaltung zu miſchen, welche, wie haltbar zuſammenbrechen. Gebe der Himmel, daß dies bei er vermuthete, nach dieſer Einleitung zwiſchen demſelben Dir nicht zur Wahrheit werde, aber ich muß Dir offen be⸗ und den beiden Freunden entſtehen mußte. kennen, daß ich mich einer unheimlichen Ahnung nicht er⸗Ach, wollten Sie wohl die Güte haben, mich eine der wehren kann. Dublonen beſehen zu laſſen? fragte er den Fremden. Unglücksprophet! entgegnete der Graf.DuIch habe noch nie eine geſehen, und doch ſchon viel von könnteſt mich wahrlich mit ängſtlich machen, wäre mein Ge⸗ ihrem ſchönen Gepräge gehört. wiſſen nicht vollkommen frei von jeder böſen Abſicht bei Damit ſtreckte er die Hand aus, empfing das erbetene der Aeußerung, die allerdings unbeſonuen geweſen ſein Geldſtück und betrachtete es einige Zeit mit der größten mag, die mir aber ganz unwillkürlich entfuhr. Aufmerkſamkeit. Dann ließ er es mit abſichtlicher Unge⸗ Meine Herren, unterbrach jetzt der Fremde das ſchicklichkeit zu Boden fallen, und während er ſich bückte, flüſternde Geſpräch der beiden Freunde;entſchuldigen es aufzuheben, machte er mit Taſchenſpieler⸗Geſchwindig⸗ Sie eine Frage. Ich ſehe hier in der Zeitung, daß keit und Geſchicklichkeit daran mit einer bereitgehaltenen ſpaniſche Dublonen keinen Cours haben; könnten Sie mir Nadel ein Zeichen. daher wohl ſagen, bei welchem Banquier ich ſie mit demMan kann nicht wiſſen! flüſterte er dabei in ſich hin⸗ geringſten Verluſt wechſeln könnte? Ich habe hier eine ein. Dann gab er mit einer artigen Entſchuldigung ſeiner Kleinigkeit, die ich in eben dem Augenblicke erhielt, als ich Ungeſchicklichkeit die Dublone ihrem Eigenthümer zurück. unter Segel ging, und deshalb vor meiner Abreiſe nicht Seine Erwartung aber, ſeine Hoffnung, Theil an einer mehr umſetzen konnte. Auch während meiner Reiſe wollte Unterhaltung der drei Männer nehmen zu können, ſollte ſich dazu keine paſſende Gelegenheit bieten, und ſo mußte nicht in Erfüllung gehen; denn ſeine zudringliche Annähe⸗ ich denn zu meinem großen Verdruſſe die Laſt mit mir rung war den beiden Freunden zu unangenehm, als daß herum ſchleppen! ſie nicht geeilt haben ſollten, ſich derſelben ſobald als mög⸗

Das nennt der Menſch eine Laſt! dachte Graf lich zu entziehen. Der Aſſeſſor ſagte daher, indem er den Maienburg und ſchielte unwillkürlich mit einem neidiſchen letzten Reſt ſeines Glaſes leerte: und begehrenden Blicke nach dem Goldhaufen, den derArthur, ich dächte, wir gingen jetzt, wir haben ohne⸗ Fremde als eine Kleinigkeit bezeichnet hatte.Wie gern hin ſchon länger verweilt, als wir anfangs wollten. würde ich einen ſolchen Verdruß auf mich nehmen, und wieIch bin bereit, ſagte Graf Maienburg, ſtand auf ſchnell würden meine hocherfreuten Gläubiger mich von der und ſchnallte ſeinen Säbel um, den er über ſich an einem Laſt befreien! Nagel aufgehängt hatte.

Während Graf Maienburg den nun einmal erregtenWenn die Herren nichts dawider haben, ſagte der Gedanken auf ſolche Weiſe in dem flüchtigen Selbſt⸗ Fremde, indem er ebenfalls aufſtand und die Dublonen

zogin von Nemours war von einer Prinzeſſin entbunden worden; ergeben oder, wie die Königin, ſich von den irdiſchen Sorgen frei ſie erholte ſich ſchnell wieder; das Kind war ſchön wie ſeine Mut⸗ zu machen. Ihr Muth war jedoch darum kein geringerer, er ter, und die Gemüther, welche der im Volke herrſchende Aber⸗ gehörte aber einem anderen Alter, einer anderen Natur und an⸗ glaube*), ohne daß ſie ſich deſſen bewußt waren, etwas einge⸗ deren Pflichten an; ſie hatte mit dem Leben noch nicht abgeſchloſſen. nommen hatte, waren wieder vollkommen beruhigt, als am 10. Bis zum letzten Athemzuge blieb ihr das Bedürfniß treu, zu November, während der Herzog von Nemours ſeine Gemahlin hoffen, zu handeln, Bewegung und Rührigkeit um ſich zu ver⸗ eben noch in der blühendſten Geſundheit verlaſſen und darüber breiten, wie ſie es in ſich ſelbſt bewahrte. Vor Nichts fuͤrchtete gelächelt hatte, daß ſie den folgenden Tag aufſtehen wollte, Gott ſie ſich indeſſen mehr als vor Muthloſigkeit. Sie hielt ſie beſon⸗ ſie plötzlich zu ſich rief und dieſe ſo reine Seele, ſeinen Namen ders jungen Gemüthern für verderblich, und um dieſe davor zu anrufend, in die Wohnung der Seligen einging. ſchützen, hielt ſie ſie von ſich ſelbſt ſo weit als möglich entfernt.

Was die Herzogin von Orleans während dieſer qualvollenIch will nicht muthlos gemacht ſein, wiederbolte ſie oft mit Tage für ihre Familie war, welchen Reichthum des Herzens und einer gewiſſen Lebhaftigkeit,ich weiß vielmehr dem Dank, der erfinderiſche Theilnahme ſie entfaltete, das dürfte ihre Familie mich aufrichtet... zu ſagen wiſſen. Sie verlor eine ſehr theuere Freundin; ihr Religiöſe Gedanken ſie nahmen immer die erſte Gefühl war recht lebhaft erregt, aber ſie fühlte doch, daß ſie ſich Stelle im Herzen der Herzogin von Orleans ein, ſelbſt dann, nicht von ihm beherrſchen laſſen durfte, wenn ihr zur Seite andere wenn ihr thätiges Leben ihren Geiſt zu zerſtreuen ſchien durch⸗ Herzen, die noch viel näher durch dieſen Schlag betroffen wurden, drangen ſie mehr und mehr. Zugleich zu ernſt und zu aufrichtig, ihr mit ſolchem Beiſpiele in Seelenſtärke und Sanftmuth voran⸗ um einen ſolchen Gegenſtand vorzunehmen, wenn ſie ſich durch gingen. Unermüdlich war ſie im Bewundern der Königin, wie die augenblicklichen Beſchäftigungen ganz und gar in Anſpruch in dieſer der Glaube ihrer ſchönen Seele noch mehr Werth. verlieh, genommen fühlte, oder wenn ſie ſich ihrer Beſprechung nicht ganz welche weder niedergebeugt wurde, noch ſich gegen das Unglück unbeengt hingeben konnte; ſo kam ſie doch immer wieder auf ſie ſträubte, ſondern es mit jener ruhigen Würde hinnahm, die in zurück, da ihr Gemüth von Natur dahin ſich neigte; und jemehr jedem Ereigniſſe uns zur Seite ſteht. Sie machte es ſich zum ihre Hoffnungen für dieſes Leben getäuſcht waren, deſto mehr Vorwurfe, daß ſie noch nicht ſo weit habe kommen können, ſich zu Gewinn ſuchte ſie aus ihrem Glauben zu ſchöpfen.

*) Claremont bringt, nach dem Glauben der Einwohner, den Kindern, 9 welche dort geboren werden, oder ihren Müttern Unglück. Hier ſtarb in V

der Bluthe der Jahre Königin Charlotte, eerſte Gemahlin des Königs von Belgien(6. Nov. 1817), und ſeitdem hat ein ſeltſames Verhängniß dort die traurigſten Creigniſſe ſich einander folgen laſſen.

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