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Nr. 31.]
hing ohne Zweiſel eine Uhr, welche ſicher dem Werthe des Ringes und der Knöpfe entſprach, vielleicht ſogar ebenfalls mit Diamanten geſchmückt war.
Kurz Alles an dieſem Manne ließ auf eine Art von Kröſus, vielleicht einen indiſchen Nabob, oder einen weſt⸗ indiſchen Pflanzer, einen Sclavenhalter ſchließen, und war er das Letztere, ſo durften die unglücklichen Schwarzen ſich gewiß keiner allzumilden Behandlung rühmen.
Mit ungezwungener, aber dennoch nicht verletzender Nachläſſigkeit grüßte der Fremde die beiden Freunde, als er, den Hut mit ungeheuer breiter Krämpe abnehmend, ſich ganz in ihre Nähe ſetzte. Dann aber ſchien er weiter keine Notiz von ihnen zu nehmen, und nachdem er ſich eine Flaſche von dem feinſten Wein hatte geben laſſen, zog er ſeine Brieftaſche und verſchiedene Papiere hervor, und machte allem Anſcheine nach Notizen und Berechnungen, während er zugleich von Zeit zu Zeit ſeinem Glaſe mit der Gleichgültigkeit und Achtloſigkeit eines Menſchen zuſprach, der Zeit ſeines Lebens an kein ſchlechteres Getränk ge⸗ wöhnt war, als das koſtbare Naß, das jetzt in ſeinem Glaſe perlte.
Dieſer Fremde hatte die Aufmerkſamkeit des Grafen Maienburg und ſeines Freundes ſo ſehr gefeſſelt, daß ſie darüber die Fortſetzung ihrer Unterhaltung vergaßen und immer nur den auffallenden Menſchen anſahen, als wäre ihnen die Aufgabe geſtellt worden, zu erforſchen, wer er ſei und was er beabſichtige, eine Aufgabe übrigens, welche Herr Hollrink allen Ernſtes als die ſeinige betrachtete.
Nachdem der Fremde einige Zeit fortgefahren hatte, Notizen zu machen, öffnete er die Ledertaſche, die an ſeiner Seite hing, zog daraus mehrere Hände voll großer Gold⸗ ſtücke hervor und häufte dieſe neben ſich auf.
Bei dem Anblicke dieſes goldenen Berges flüſterte Graf Maienburg übermüthig und mit einem lächelnden Blicke ſeinem Freunde zu:
„Was meinſt Du, wenn wir den Kerl todt ſchlügen?
Dritte Folge.
— da könnte ich mit einem Male meine Schulden be⸗ zahlen!“
„Um Gottes Willen,“ rief der Aſſeſſor erſchrocken, „mache nie wieder eine ſolche unbeſonnene Aeußerung, ſelbſt nicht im Scherz. Der Böſe könnte ſein Spiel treiben, dieſem Menſchen irgend ein Unglück begegnen, und Deine Aeußerung dann zu Deinem Verderben gereichen, wenn vielleicht noch andere ungünſtige Umſtände hinzu⸗ kämen!“
„Da erkenne ich den Juriſten!“ entgegnete lachend, doch leiſe, Graf Maienburg.„Siehſt Du nicht etwa wegen eines unſchuldigen Scherzes ſchon einen Criminal⸗ proceß, eine Anklage auf Raubmord, gegen mich heran⸗ ziehen, gleich einer drohenden Gewitterwolke, die ſich in der Ferne zuſammenzieht, ſo blau, heiter und unumwölkt der Himmel auch in der Nähe iſt?“
„Wenn auch nicht grade das,“ entgegnete Wenkſtern mit beinahe feierlichem Ernſte,„ſo ſollte man doch einen ſündhaften Gedanken ſelbſt im Scherze nie ausſprechen. Er kann das Haar ſein, an dem der böſe Feind Dich er⸗ faßt, und Du weißt wohl: hält er Dich erſt bei einem Haar, biſt Du bald ſein auf immerdar.“
„Sei doch kein Thor, kein abergläubiſches Kind,“ ſagte der Lieutenant, wider Willen durch den Ernſt ſeines Freundes angeſteckt. Erſtlich hat außer Dir kein Menſch meine Aeußerung gehört, deren Thorheit ich gern eingeſtehen will, obgleich ich mich gegen die Sündhaftigkeit verwahren muß, da nicht ein Funke von Ernſt darin war, und dann müßte es doch wirklich ein eigenes Verhängniß ſein, wenn dieſen braunen Ausländer ein Unglück träfe, und ich dabei in einen Verdacht käme, den ich nicht mit leichter Mühe ab⸗ zuwenden vermöchte.“
„Deine Prämiſſe dürfte leicht falſch ſein,“ ſagte Wenk⸗ ſtern,„denn Polizeiſpione haben ein feines Gehör, und ich müßte mich ſehr irren, wenn der, welchen unſer Unſtern in unſere Nachbarſchaft geführt hat, Deine Aeußerung
ſein zu glauben, daß Gott noch ein letztes Mal habe zeigen wollen, wie ſehr man eine Familie verkannt hat, die durch Tugend, Schönheit und Intelligenz ſo erhaben daſteht?
Für die königliche Familie war dieſer Sommer von 1857 gleichſam eine Erholung von ihren Schmerzen. Seit 1848 hatte die Herzogin von Orleans nie ſo anmuthige Tage genoſſen: ſie fühlte es auch und war dankbar dafür.
„Ich fühle mich unausſprechlich glücklich,“ ſchrieb ſie,„wenn ich ſehe, daß meine Söhne ſich entwickeln, wie mein Herz es wünſcht; daß ſie im Guten erſtarken; daß ihre jugendlichen See⸗
erkennen geben; wenn ich ſie für ihre Mutter beſorgt ſehe, als wenn ſie ihrer Fürſorge anvertraut wäre; und in dieſer Beziehung leiſtet mir meine ſchlechte Geſundheit einen großen Dienſt Mein älterer Sohn ſteht jetzt in einem Alter, das nach meinem Dafür⸗ halten die köſtlichſte Zeit des menſchlichen Lebens iſt. noch die ganze kindliche Offenheit, die ganze Geradheit in ſeinen Grundſätzen, über die noch kein vergiftender Hauch hingeweht; die ganze Friſche der Eindrücke, und damit verbindet er andrer⸗ ſeits doch auch wieder eine immer mehr zunehmende Feſtigkeit, Ueberlegung, welche ihm erſetzt, was ihm an Erfahrung abgeht, das Beſtreben vorwärts zu kommen und ſich mehr und mehr zu vervollkommnen. Robert fängt auch an, obgleich er noch jünger
iſt, ſeiner kindlichen Unverdorbenheit ein gereifteres Weſen zuzu⸗
geſellen, und ſeine zuweilen lebhafte Natur wird durch die Ver⸗ ſtändigkeit, die mit jedem Tage bei ihm zunimmt, im Zaume gehalten. Sie werden mir ſagen, ich ſei meinen Söhnen gegen⸗ über blind. Ich verſichere Ihnen, daß es nicht der Fall iſt. Denn man wird es doch nicht Blindheit nennen können, wenn man ein
offenes Auge für die Wohlthaten hat, die uns Gott bei allen Leiden gewährt. Ich werde darum doch meine Anforderungen an ſie immer hoch ſtellen und ich wünſche, daß ſie ein recht hohes Ziel erreichen.“
———„FIch ſpüre etwas wie ein Aufflackern einer voll⸗ ſtändigen Losſagung von allem Irdiſchen,“ ſagte ſie;„ſogar der mütterliche Ehrgeiz verſchwindet aus meinem Herzen; aber dieſe Augenblicke ſind flüchtig, das Bild des Himmels verſchwindet in Dunkel und das Leben tritt wieder in ſeine Rechte....“ Dann
cht; 3 fügte ſie mit jener unübertrefflichen Aufrichtigkeit, mit der ſie ſich len eine faſt brüderliche, ja ſogar väterliche Liebe für mich zu
Er beſitzt
ſelbſt beobachtete, hinzu:„Nicht von den irdiſchen Dingen ſich losſagen iſt ſchwer, ſondern ſchwer iſt es, die himmliſchen vorzu⸗ ziehen. Das Handeln zieht mich ab, die kleinlichen Dinge des Lebens überwältigen mich. Welche Demüthigung erfahren wir, blicken wir in die Tiefe unſeres Ich!“
Der Ausdruck ihrer Phyſiognomie iſt uns noch erinnerlich; er war bewegt und ernſt, aber nicht niedergeſchlagen. War auch dieſes arme Daſein ſchon tief zerrüttet, ſo konnte es doch noch ſo lebhaft genießen, und der Bande, die es noch feſt hielten, waren ja noch ſo viele!
„Wir feiern heut Paris Geburtstag. Es ſind 19 Jahre, daß Gott ihn mir geſchenkt. Welche Erinnerung für mich! Mein Herz ſchien mir zu klein, um ſo viel Freude zu faſſen, und dieſe Freude wird von dieſem theuren Kinde nie getrübt werden. Ich habe das Vertrauen, daß ich am Ende meines Lebens ſagen kann, er habe nie die Erwartung getäuſcht, welche ich mir von ihm ge⸗ macht habe. Die ganze Familie bat ſich bei mir eingefunden und wir haben ein ſchönes und freudiges Feſt gefeiert.“
Noch einmal geſtattete Claremont eine Freude. Die Her⸗


