lauernde Blicke auf die beiden Freunde gerichtet, und konnte dies ohne Gefahr, von ihnen bemerkt zu werden, thun, denn Beide vermieden es abſichtlich, ihre Augen auf ihn zu wenden, damit es auch nicht einmal den Anſchein haben ſollte, als bemerkten ſie ihn.
Ganz offenbar war das verſtohlene Geplauder der bei⸗ den Freunde für deren unwillkommenen Tiſchgenoſſen nicht ſo ganz unverſtändlich geblieben, wie ſie es wahrſcheinlich gewünſcht hätten; denn mehrmals verrieth ein gekniffener Zug um ſeinen Mund und ein boshaftes Blinzeln ſeiner kleinen Augen, daß er ihre Worte vernommen hatte; als aber ſeiner Eigenſchaft als Polizeiſpion Erwähnung geſchah, biß er die Lippen auf einander und ſchoß dabei einen ſo giftigen Blick auf Graf Maienburg, daß dar⸗ aus nur allzudeutlich zu erkennen war, ihm würde nichts willkommener ſein, als wenn deſſen Wunſch, auf den die jungen Männer eben jetzt anſtießen, nicht in Erfüllung ginge, und der arme Maienburg hatte ſich, ohne es zu ahnen, einen tückiſchen Feind, einen raſtloſen Verfolger gemacht, der gewiß entſchloſſen war, keine Gelegenheit zu verſäumen, den Unbeſonnenen ſeine geheime Macht empfin⸗ den zu laſſen, ſollte es auch allenfalls durch Lüge und Ver⸗ leumdung geſchehen, für welche er nur allzuleicht willige Ohren zu finden wußte.
Il. Ein Fremder.
Ein Fremder, der jetzt an dem bisher leergebliebenen Tiſche nebenan Platz nahm, leukte ſowohl die Aufmerkſam⸗ keit der beiden Freunde, als auch die des Herrn Hollrink auf ſich, deſſen geheime Pflicht es ganz beſonders war, un⸗ bekannte Perſonen von auffallender oder ungewöhnlicher Erſcheinung, in das Auge zu faſſen. Und wohl durfte dieſer Fremde als eine Erſcheinung der Art bezeichnet wer⸗
den. Weit über gewöhnliche Mittelgröße ſchien ſein Kör⸗ per durch die Gluth der Sonne zur Mumie vertrocknet zu ſein; denn man hätte ſchwören können, er trage auf dem ganzen Leibe kein Pfund Fleiſch, ſo dürr war Alles, was man von ihm ſah, ſo ſpitz zeigten ſich alle ſeine Knochen und Glieder, als wollten ſie ſich mit Gewalt durch die Kleider durchbohren. Das Geſicht, allem Anſcheine nach von einer tropiſchen Sonne dunkel gebräunt, zeigte Runzel an Runzel, während ein langer, nur wenig gepflegter Voll⸗ bart und ein lebhaft funkelndes Auge der ganzen Erſchei⸗ nung etwas Unheimliches verliehen.
Unmöglich wäre es geweſen, auch nur annäherungs⸗ weiſe das Alter dieſes Mannes zu beſtimmen, indeß hatte er offenbar den Höhepunkt des Lebens bereits überſchritten; wenigſtens ließen dies die etwas gebückte Haltung ſeines Körpers und ſein zwar üppiges und volles, doch ſtark mit Grau gemiſchtes Haar vermuthen.
Eben ſo auffallend, wie die körperliche Erſcheinung dieſes Mannes, war auch ſein Anzug. Offenbar verdankte kein Stück deſſelben ſeine Entſtehung den geſchickten Hän⸗ den irgend eines Künſtlers der Reſidenz. Schnitt und Stoff waren ganz augenſcheinlich ausländiſch, der letztere
dabei koſtbar, während die ganze Kleidung große Nachläſ⸗
ſigkeit verrieth, ohne deshalb durch Unſauberkeit ab⸗ zuſtoßen.
Reich mußte dieſer ſonderbare Fremde jedenfalls ſein, denn ſo einfach auch der ganze Anzug war, verriethen dies mehrere unverkennbare Zeichen.
An der Hand, welche braun war, wie die eines Zigeu⸗ ners oder Mulatten, funkelte neben einem ſchweren golde⸗ nen Siegelringe ein Solitär, der mehrere Tauſende werth zu ſein ſchien; das Hemd, von außerordentlicher Feinheit, zeigte drei Diamant⸗Knöpfe, die ſich würdige Nebenbuhler des Ring⸗Steines nennen durften, und an der einfach ge⸗ arbeiteten, aber ſchweren goldenen Uhrkette, welche ſich an⸗ ſpruchslos und dennoch prunkend an die Weſte ſchmiegte,
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Die Herzogin von Orſeans. I.
Wir erwähnten ſchon in einer früheren Nummer dieſer Zeit⸗ ſchrift die vor einiger Zeit in Paris(Leipzig A. Dürr) unter dem Titel Madame la Duchesse d' Orléans, Hélène de Mecklem- bourg-Schwerin erſchienenen Erinnerungsblätter aus dem Leben dieſer edlen, vielgeprüften Fürſtin. Wir theilten damals aus die⸗ ſem Werke unſern Leſern einiges mit, und fyeuen uns, ſie jetzt mit einer uns vorliegenden deutſchen Ueberſetzung), die dem anſpruchs⸗ loſen Buche eine noch weitere Verbreitung geben wird, bekannt machen zu können. Wir führen unſern Leſern noch einige Epiſo⸗ den daraus vor.
Im Frühjahr 1857 verließ die Herzogin von Orleans Genua und nahm ihren Aufenthalt in Thames Ditton, einem kleinen Dorfe an der Themſe, in geringer Entfernung von Claremont und Twickenham, Der Herzog und die Herzogin von Montpenſier, die Prinzeſſin Auguſt von Koburg nebſt ihren Kindern hatten ſich
*) Helene, Herzogin von Orleans, geborene Prinzeſſin von Mecklen⸗ burg⸗Schwerin„Nach der 7. Originalauflage aus dem Franzöſiſchen von L. R. Lencer.(Einzige autoriſirte Ausgabe.) Leipzig, Ad. Lehmann. 1859.
remont.
Feuilleton.
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dem Famitienkreiſe angeſchloſſen. Man ſab als einem glücklichen Ereigniſſe der Niederkunft der Herzogin von Nemours entgegen, welche man nie ſchöner, nie blühender, nie, ſeitdem ſie im Exile lebte, glucklicher geſeben hatte. Die vollſtändige Vertraulichkeit und Herzlichkeit, welche unter ihnen herrſchte und ſich auf die gleich erhabene Geiſtes⸗ und Herzensverwandtſchaft gründete, machte allen das Leben höchſt angenehm. Jeden Abend fand ſich die Familie vereinigt bald in Twick⸗ enham, bald in Richmond, bald in Thames Ditton oder in Cla⸗ Es läßt ſich kein friſcheres, kein freudigeres und dabei geſunderes Leben denken, als in dieſen Zuſammenkünften herrſchte, wo Kinder jeglichen Alters, hold wie Engel, in der Fülle des Lebens und jugendlicher Lebendigkeit, dabei der Mutter auf den geringſten Wink folgend, ihre Eltern zwangen, heiter zu ſein. Die Königin gab der ganz unverhohlenen Freude dieſer kleinen Troppe durch ein ſanftes Lächeln ihren Beifall zu erkennen und ihr Blick verweilte mit einigem Stolze auf jeder ihrer Töchter⸗ die, aus den verſchiedenſten Ländern berbeigekommen, die verſchie⸗ denſten Zungen redend, doch in einer und derſelben Hingebung an ihre Pflicht und in ihrer Liebe zur Königin ein einigendes und inniges Band fanden und bildeten. Sollte man nicht verſucht
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