Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
478
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Er war ein Kind, da er die Laube ſchlang, (O, ſchwand ein Tag, ſeit ihm die Locke fiel?) Daß ich um Vesper lauſcht' von ſchatt'ger Bank Dem Lieblingston des Kloſters Glockenſpiel! Hier ſei Dein Platz! wie war er ſtets ſo gut, Wie freundlich hätt' geladen er Dich her, Mit ſaft'ger Frucht geletzt der Lippen Gluth... Du ruhſt auf ſeinem Platze ach, und Er?

O, hört' ich einmal noch wohl hör' ich's nie! Sein helles Lachen, wie ſich's oft vermählt Mit meinem Traum, gleich einer Melodie, Die jeden Winkel unſrer Seele quält. Wohl ſahſt Du viel, o Pilger, denk' zurück An Syriens wilde Steppen ſahſt Du nicht Auch meinen Guido mit dem Feuerblick, Daraus Italiens Heimathſonne bricht?!

Sein Lächeln ſtrahlte auf die ganze Welt, Wie ew'ger Sonnenſchein vom Himmel her, Die Lüfte ſelber ſchienen luſtgeſchwellt, Und ich? ich wurde jung und friſch wie Er! Mein theures, einz'ges Kind! Ach er verſtand's, Die Wolken mir zu ſcheuchen gleich dem Wind Mit ſüßem Lachen, wildem Sang und Tanz Wo weilt er jetzt, mein Stolz, mein herzig Kind?!

Vor meinen Augen ſeine Kindheit ſchmolz Wie Märzſchneeflöckchen kühner wölbte ſich Des Jünglings Stirn ſein Auge blitzte ſtolz, Und banges Ahnen ſchon mein Herz beſchlich. Er liebt' mich ließ mich doch ja ach! ſo gehn, Die wir gewiegt, gepflegt, zu heiß verehrt! Des rothen Kreuzes Banner ſah er weh'n, Und floh, umgürtet mit des Vaters Schwert!

Nouellen⸗Zeitung.

V. Ja hrg.

Du weinſt? Ich zittre! Sahſt auf blut'gem Feld' Du der Erſchlag'nen lange, ſtiere Reih'? In bleicher Schöne manchen jungen Held Dahingeſtreckt? Sprich, war auch Er dabei? O, iſt ſein Lächeln hin? Schloß jäh das Grab Sich über dieſer Bruſt voll Sonnenſchein? Die ſchwarzen Locken ſanken all hinab? Dein Auge ſagt's o nein! Wie konnt' es ſein?

Du weinſt noch immer? Sinnſt Du heimathwärts Von einer Mutter, die auch Dir einſt war?

Und denkſt Du, wie mit ihrer Wimpern Schmerz Sie ſcheidend netzte Dein ergrautes Haar?

Du birgſt Dich ſchluchzend rede! ſchlag zurück Den Mantel, drein die Thräne reicher rinnt!

Blick auf! o iſt Er's? Sein der hohle Blick? Er iſt's! o Leid! o Luſt! mein Kind, mein Kind!

Zedicht von Albert Traeger.

Schau tief ich in Dein Auge nieder, Kommt über mich ein Kindestraum: Die bunten Lichter glänzen wieder Auf unſerm grünen Weihnachtsbaum.

Die Hände wollen mir ſich falten, Es fällt ein frommer Spruch mir ein, Den andachtsvoll wir Kleinen lallten: Kind Gottes, kehre bei uns ein!

unten ein Jubel ohne Ende, wenn einem der Franco⸗Sarden das Wiener Bier vortrefflich mundete und er Vivent les Viennois oder Evviva rief.Solch ein Bier trinkt ihr in Paris nicht, rief

ein Altwiener mit leuchtenden Augen und ſchmalzigem Unterkinn

den Franzoſen zu und ließ noch einePitſchen kommen. Gegen 5 Uhr wurde plötzlich dieſem Verkehr zwiſchen Publicum und Gefangenen ein Ende gemacht. Nicht minder intereſſant waren die Scenen, die in der Kaſerne ſelbſt ſpielten. Höfen umſtanden Gruppen von ungariſchen und polniſchen Sol⸗ daten je einen Zuaven, betrachteten ſie ſtumm und verwundert, und dieſe ließen alles mit ſich machen. Man verſtändigte ſich

In den eine W

durch Pantomimen, aber man verſtand einander vollkommen.

Zuerſt wurde der Vollbart betaſtet, dann die Victoriamedaille angerührt und herumgedreht, ſpäter ging der Fes von Hand zu Hand, die Jacke wurde betaſtet; ein Ungar ſtellte ſeinen Fuß neben jenen des Zuaven, und nun ging es an den Vergleich der beiderſeitigen Stiefeln. Es wurden lange Abhandlungen über die leichtere franzöſiſche Schuhmacherarbeit laut. Der Zuave mußte fortwährend den Fuß rechts und links drehen, heben ꝛc., und er that es gutmüthig wie ein Kind. Soldaten die Vorzüge ſeiner weiten Pumphoſen,

ſich in ihnen gehe, wie tief man ſich bücken könne, Taſchen faßten, und noch viele andere Vorzüge der Beinkleider. Es herrſchte der brüderlichſte Verkehr zwiſchen unſern Soldaten und den Gefangenen. Die Chaſſeurs d'Afrique und einige von den Zuaven waren am excluſivſten; ſie ſaßen in einer Hinterſtube der Cantine ernſt und ruhig, und tranken rothen Wein. derſelben fragte uns, ob auch in Böhmen,

wohin ſie kommen ſollen, rother Wein wachſe.

Einer

Miseellen. Franzöſiſche Artheile über Beethoven. Berlioz erzählt in ſeinen nicht unintereſſanten Les Gro⸗

tesques de la Musique:

Ein berühmter Kritiker, Theoretiker, Wortmacher, Entcom⸗ ponirer, Verbeſſerer der Meiſterwerke, hatte mit Hülfe der Dich⸗ tung Bweier Schriftſteller und der Muſik vier älterer Componiſten Oper geſchrieben. Eines Tages fand er mich in der Bibliothek des Conſervatoriums damit beſchäftigt, den Sturm der Paſtoral⸗ Symphonie von Beethoven zu leſen.

Ah! ſagte er, indem er die Muſik erkannte,ich habe

das in meiner Oper, der Wald von Senart, benutzt und da⸗

Endlich demonſtrirte er unſern wie leicht es wie viel die

V V

bei Poſaunen eingeſchoben, die eine ganz verteufelte Wirkung

hervorbrachten.

Aber weshalb, entgegnete ich ihm,haben Sie die Po⸗ ſaunen eingeſchoben, da ſie ohnehin ſchon darin ſind?

O, nein, es ſind keine darin! behauptete er.

Und was iſt denn das hier? fragte ich ihn und zeigte ibm zwei Linien mit Poſaunen.

Ja, wahrhaftig! rief er verwundert.Die hatte ich nicht bemerkt.

Ein großer Theoretiker, irgendwo drucken laſſen: Muſik verſtanden.

ein äußerſt gelehrter Muſiker, hat Beethoven hätte nur wenig von

Ein Director der ſchönen Künſte hat in meiner Gegenwart das Zugeſtändniß dennachts Beethoven iſt nicht ganz vhne Talent.

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