Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
467
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Novellen-Zeitung.

Die Damen von der Burg.

Aus den Geheimniſſen eines Fürſtenhofes. (Schluß.)

Armin zuckte die Achſeln.Von wem anders konnte das Schreiben ſein, als von den geheimnißvollen bekannten Unbekannten?Ich werde ihre Ehre vertheidigen, wie meine eigene! rief er aufwallendund dann werde ich nicht ruhen und raſten, bis Alles klar geworden! Er duellirte ſich, ward verwundet und kam in den Fieber⸗ zuſtand, in dem Sie ihn jetzt finden. Vielleicht war er auch in einer Art gut für ihn! Der Rector, entweder ſchon höheren Orts zu größerer Strenge aufgefordert, oder ſelbſt erbittert über dieſe öfteren Duelle und Raufereien, hielt im Colleg eine geharniſchte Rede, als ob die Studenten dumme Jungen wären, und machte durch ſeine unziemliche Straf⸗ predigt das Uebel nur ärger; ihm und andern mißliebigen

Perſonen wurden von den Studenten die Fenſter einge⸗

worfen, einige zogen aus auf die Burg, die Folge dieſes Krawalls war eine ſtrenge Unterſuchung und vorläufige Schließung der Collegien. Da ich als Albin's Kranken⸗ pfleger erwieſener Maßen bei dem nächtlichen Unfug nicht mit betheiligt war, ſo habe ich für mich ſelbſt nichts zu fürchten, und wenn Albin ſich wieder erholt, wird man auch nicht ſtreng mit ihm ins Gericht gehen. Was aber in Wahrheit von dem anonymen Brief oder von den frem⸗ den Damen zu halten, das weiß ich nicht, noch was davon, daß er jetzt im Fieber ſich nach ihnen ſehnt und wirr durcheinander ſpricht, bald von ihnen, bald von dem Fürſten.

Glauben Sie, daß er mich erkennen wird? fragte das Fräulein ihn unterbrechend.

Wir müſſen es verſuchen, antwortete der Student und öffnete die angelehnte Thür zur Kammer, in welcher Albin's Bett ſtand, das er ſchon ſeit ſo vielen Tagen nicht hatte verlaſſen können.

Wie es ſchien, ſchlief der Kranke, er lag regungslos da, mit geſchloſſenen Augen.

Seine Pflegemutter betrachtete ihn mit derſelben Theil⸗ nahme, wie nur ein mütterliches Auge ſie haben kann; freilich ließ ſie auch ihre Blicke nach ſorgſamer Frauenart in den Gemächern umherſchweifen und empfand einigen Schauder über das überall herrſchende Durcheinander; ſie

konnte ihre ordnungsliebende Natur nicht länger bezwingen

und that einige raſche Griffe um ſich her, ſich ſelbſt manchen

lichkeit zu gewähren. Indeß ſie ſo beſchäftigt war, fuhr Albin plötzlich in die Höhe und rief:

Iſt ſie gekommen, meine Mutter?

Fräulein Burg kehrte ſich eilig um, trat zu dem Lager, ergriff Albin's Hand und ſagte:Ich bin da, mein lieber Albin, die Sorge um Dich hat mich hergetrieben und ich werde Dich pflegen, ſo lange Du einer weiblichen Pflege bedarfſt!

Tante Cordchen! rief Albin ſie erkennend und ſtarrte ſie ſo verwundert als fragend an;Du biſt hier, biſt Du gekommen, um das Räthſel zu löſen, nun ich ſterbe?

Sie drückte liebreich ſeine fieberheiße Hand und ſagte mit der ihr immer eignen Heiterkeit:Ich bin nur ge⸗ kommen, um ein wenig Ordnung in dieſe Studentenwirth⸗ ſchaft zu bringen und zuerſt nachzuſehen, wie arg Ihr es getrieben, daß Du zu dieſer Niederlage gekommen, aus der Du hoffentlich eine gute Lehre für die Zukunft ziehen wirſt..

Albin ſah ſie lange ſchweigend an, er ſchien ſich zu be⸗ mühen, ſich in dieſes Wiederſehen und dieſen gemüthlich ſcheltenden Ton zu finden, aber er kam aus den Fieber⸗ phantaſieen nicht heraus, in denen er jetzt einmal gefangen war, und emporfahrend, im Begriff aufzuſtehen, ſagte er zu der mütterlichen Pflegerin:Nun hab' ich es! Komm, begleite mich auf die Burg, uns Beiden zuſammen muß ſie Rede ſtehen, wer ſie iſt, wer ich bin! Wenn ich für ſie ſterbe, kann ſie auch eine Stunde ihres Lebens mir ver⸗ gönnen, ich kann nicht länger auf die ungewiſſe Verheißung des Briefes warten!

Während deſſen hatte es draußen am Nebenzimmer ge⸗ klopft, und Armin, der nachgeſehen, kam jetzt in die Kam⸗ mer mit einem Körbchen voll zierlich geordneter Früchte und ſagte:

Das ſendet ſo eben wieder die geheimnißvolle Ma dame Müller und läßt nach Deinem Befinden fragen; wir glauben nämlich, fügte er zu dem Fräulein gewendet hinzu,daß ſich dahinter die Dame von der Burg ver⸗ birgt, aber der Junge, der den Boten macht, antwortet nie auf eine Frage, es ſei, welche es ſei, ſondern läuft eilend fort, jetzt hab' ich ihn drinnen einmal eingefangen, viel⸗ leicht, wenn Sie mit ihm ſprechen

Albin rief:Sage ihr, daß ſie ſelbſt kommt, ehe ich

unverſöhnt und ungeſegnet von ihr ſterbe, oder keine

Macht iſt im Stande mich länger hier zurückzuhalten,

ſtörenden Anblick zu erſparen und dem Kranken Bequem⸗

ich eile zu ihr, und wenn es mein Tod iſt, komme er über ſie!

Die Worte wurden ſo laut gerufen, daß auch der Knabe drinnen, ein ordentlich aber ärmlich gekleideter Burſche von etwa vierzehn bis funfzehn Jahren, ſie hören