—
V. Jahrg. V
„den Graſen auch mehrer⸗ eultende Geld⸗ nkfurt a. d. O. fführt werden ren, denen der zliche Wunſch fen. Da aber di ungegebenen ie Wagen und nlich ddeutend le verlangte, ſo zeiſe auszufüh⸗ Jägervolontain ter und Sten⸗ ſo vielen Pa⸗ en, ſetzten ſich h Torgau.
wechſelten die , am audern n. Der Weg jef dicht neben ramen und in lich feindliche nerndes Halt! Zaudern oder Straße hinauf, ener Dragoner Zeitermarſch zu
fdieſelben ein, und machen in einen Fourier war will der ilung Gegen⸗ Soldaten be⸗ —
en noch mehrete nauch Schwer⸗ mnungen aufge⸗ nken betrug im worunter 515 eSoldaten ſich dspedale Mag⸗ ſſächlich 6 liener, und l oſterreichiſcher
Menge Ampl⸗ min vieler 34 0 e bei denſelbe
che wie⸗
ren, nl ls de
Genera
nom wien,
Drüte Folge.
459
reits entwaffnet ſind, ſo ergibt ſich dieſer dritte Officier ſelbe vor ihr, ergreift ſie und entwaffnet ſie ſogleich. Der
gleichfalls.
Nachdem dieſes Alles glücklich vollbracht, entſtand bei den Siegern die Beſorgniß, daß, wenn die Gefangenen ſich von ihrer erſten Beſtürzung erholt haben würden, ſie leicht einſehen würden, daß die ganze Zahl ihrer Beſieger nur fünf Mann betrage, wodurch die Sache leicht eine für ſie ſehr ungünſtige Wendung nehmen könnte. Schnell be⸗ ſonnen läßt ſich daher Capitain von Sander von den ge⸗ fangenen Officieren das Ehrenwort geben, daß ſie nichts Feindliches gegen ihn beginnen, auch ihre Mannſchaft un⸗ ter ihren Befehlen behalten wollten, bis der Herzog über ſie verfügt haben würde.
Um indeß das die kleine Schaar umgebende Volk in Reſpect zu erhalten, befiehlt er mit lauter Stimme dem unterdeſſen herbeibeorderten Magiſtrat, für 3000 Mann Quartier bereit zu halten, indem der Herzog binnen einer Stunde mit dem Armeecorps einrücken würde, und über⸗ gibt dann die ſämmtlichen Gefangenen dem Oberjäger Stengel, mit dem Befehl, ſie zum Herzog zu geleiten. Als ſolches glücklich vollbracht, ſetzte das kleine Commando, welches nur noch vier Mann zählte, ſeine Reiſe nach Luckau weiter fort. Säummtliche Armaturen der Gefangenen waren in und auf dem Reiſewagen untergebracht.
Unterwegs erfuhr Capitain von Sander, daß in Luckau eine wohl 150 Mann ſtarke Beſatzung feindlicher Drago⸗ ner liegen ſolle. Die Kunde bringt jedoch die Kühnen nicht von ihrem Vorſatz ab; einſtimmig wird beſchloſſen, das Aeußerſte zu wagen und nicht auf halbem Wege um⸗ zukehren. Im Dorfe Hohenbuckow requirirt Capitain von Sander ein Reitpferd, ſchwingt ſich auf und bildet ſo die Cavallerie der Schaar, die den Angriff machen ſoll. Unbemerkt kommit er dicht vor Luckau an, einige hundert Schritte hinter ihm folgt die Infanterie in einer Poſtchaiſe.
Die am Thore ſtehende Schildwache ſieht den Reiter kommen, nichts Arges ahnend. Aber plötzlich hält der⸗
Vylontair Häusler eilt jetzt herbei; kein Augenblick iſt zu verlieren, er zwingt die entwaffnete Schildwache, ihm den nächſten Weg zur Hauptwache zu zeigen; es geſchieht. Der Gefangene führt ihn nach dem im Städtchen befindlichen großen Zuchthauſe, in welchem das corps de garde ſich be⸗ findet. Man klopft ſtark an die maſſive mit Eiſen be⸗ ſchlagene Thür; ſie wird geöffnet und Häusler, den bei⸗ den anderen Unterofficieren um einige funfzig Schritte muthig voran, blickt in einen mit Dragonern angefüllten Hof. Ohne ſich zu beſinnen, ſtürmt er mit gefälltem Ge⸗ wehr hinein und ruft den erſchrockenen Feinden zu, ob ſie Pardon haben, oder ob die hinter ihm wartende Com⸗ pagnie ſchonungslos auf ſie Feuer geben ſolle. Da erſchallt von allen Seiten„Pardon!“ Häusler ſpringt nun nach den Gewehrbänken, wirft die angelehnten Carabiner zu Boden und faßt den nächſten Dragoner kräftig bei der Bruſt. Während deſſen kommen auch die beiden anderen Unterofficiere. Sie ſtrecken den noch immer verdutzten Reitern die Bajonnete entgegen, und es gelingt den drei Kühnen, ohne Widerſtand die ganze Wache von achtzehn Mann gefangen zu nehmen. Die Gefangenen oben im Hauſe aber, welche an den Fenſtern ihres Gefängniſſes das Schauſpiel mit angeſehen hatten, jubelten laut:„Es leben unſere Befreier, die tapfern Oeſterreicher, hoch!“ als die entwaffneten und gefangenen Dragoner aus dem Hofe ge⸗ führt wurden.
Häusler und die beiden Oberjäger Richter und Sauer bringen ſie auf den Marktplatz, wo ſich die Stadtbe⸗ hörde und eine Menge Volk bereits eingefunden hatte. Capitän v. Sander fordert von erſterer, daß ſämmtliche im Orte befindliche Truppen ſich ergeben ſollen, und be⸗ droht ſie, daß, wenn ſeinem Befeyle nicht Folge geleiſtet würde, die Stadt es zu bereuen haben würde, indem er den Einmarſch des Herzogs mit dem Corps ſtündlich er⸗ warte. Der Magiſtrat willigt ein und bittet nur, nicht ſo⸗
An geiſtlichem Beiſtand fehlt es ebenfalls nicht, und in allen Hoſpitälern fand ich mehrere dieſer Herren an dem Bett der Ver⸗ wundeten Troſt und Beruhigung ſpendend.
An Beſuchern, ſowohl aus wahrem Intereſſe, als an andern aus bloßer Neugierde, hat es in den erſten Wochen auch nicht ge⸗ fehlt, und namentlich ſoll das ſchöne Geſchlecht, um Blumen⸗ ſträußchen und Bonbons zu verrheilen, ſeyr ſtart dabei vertreten geweſen ſein; ja ſogar zu manchen Stunden des Tages den Krankenwärtern große Muhe verurſacht haben, zwiſchen den unge⸗ heuren Crinolinen durchzukommen.
Was die Reinlichkeit in den Hoſpitälern anbetrifft, ſo iſt dieſe mit nur wenig Ausnahmen ausgezeichnet, und wie ſehr von Seite des Commandanten, General de Beville, darauf gehalten wird, mag der Vorfall beweiſen, welchen ich hier treu und wahr wiedergebe.
Vor einigen Tagen tam ich in das Hoſpital S. Angelo, welches bekanntlich mit verwundeten Soldaten der öſterreichiſchen Armee angefüllt iſt. Zu gleicher Zeit ſah ich zum erſten Mal den General de Béville nevſt ſeinem Adjutanten und dem Director des Hoſpitals, die, wie es ſchien, eine Inſpection hielten. Was mir veim Eintritt in das Hoſpitat auffiel, war die zu geringe friſche Luft, die Ueberfüllung mit Kranken, und was ganz be⸗ ſonders von den übrigen Hoſpitälern abſtach, war die unreinliche Bertwäſche und die Hemden der Bleſſirten. Der General, der ſelbſt nicht Deutſch verſteht, hatte ſich einen Dolmetſcher mitge⸗ bracht, und ließ ſich bei den meiſten der Kranken erkundigen, ob ſie mit der Pflege und Behandlung zufrieden, und natürlich dieſe meiſt anſpruchsloſen Menſchen antworteten mit Ja! Allein der General, ein menſchenfreundlicher und erfahrener Ofſicier, be⸗
gnügte ſich damit nicht; er hatte dieſelben Bemerkungen wie ich ſelbſt in Betreff der Reinlichkeit in dieſem Hoſpital gemacht, und ich freute mich zu hören, daß er in ſtrengem und energiſchem Ton ſich gegen den Director darüber ausſprach und befahl, ſofort dafür zu ſorgen, daß ſämmtliches Leinenzeug gewechſelt und, wenn nicht genug vorhanden, ſolches angeſchafft werden müſſe. „Wir kennen keinen Unterſchied in der Pflege und Behandlung der Verwundeten, Freund oder Feind,“ ſagt der General,„und ich will hoffen, daß Sie, Hr. Director, meine Befehle nicht unbe⸗ achtet laſſen.“ Der Direetor, ein Italiener, und vielleicht nicht beſonders den öſterreichiſchen Soldaten gewogen, empfing dieſe kleine Lection, die ihm wohl einigermaßen die Pflicht der Menſch⸗ lichkeit ins Gedächtniß zurückgerufen hat..
Die Verwundungen der Officiere der öſterreichiſchen Armee ſind bei vielen der Art, daß ſie noch längere Zeit hier zubringen müſſen. Ob es ſich beſtätigt, daß ſie, nachdem ſie hergeſtellt, in ihre Heimath ſofort zurückkehren können, was mir von mehreren der Officiere bemerkt wurde, kann ich nicht ſagen.
Viele dieſer Herren ſind vom Schlachtfeld faſt leblos aufge⸗ hoben und nach dem Hoſpital gebracht worden; befinden ſich daher hier ohne einen Kreuzer Geld, ohne Kleidung und Wäſche, und heute ſah ich zu meinem Vergnügen, daß einer meiner Bekannten von Seite des franzöſiſchen Commandanten General de Béville einen ſchriftlichen Auftrag erhalten: für ſämmttiche Officiere der öſterreichiſchen Truppen, welche ſich hier in den Hoſpikälern be⸗ finden, zu ſorgen, daß ſie mit Kleidung und Wäſche, was zum Nothwendigſten gehört, verſehen werden. 22„
Beim Schluß dieſes Berichts kann ich nicht unterlaſſen zu erwähnen, daß, wenn auch unſere ſchonen Itatienerinnen für die


