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einem Frauenzimmer vernünftig reden könnte, würde ich ſagen, daß, wenn Zwei auch ganz daſſelbe thun, es durch⸗ aus nicht daſſelbe zu ſein braucht—“
„Solchen Unſinn— verſtehe ich freilich nicht!“ ant⸗ wortete Röschen wegwerfend.
„Das ſagte ich voraus, weil Sie ein Frauenzimmer ſind,“ rief Albin.
„Nun, ſo laſſen Sie mich in Ruhe, wenn Sie nicht vernünftig mit mir reden können!“ zürnte Röschen und kehrte ihm ſchmollend den Rücken.
„Röschen!“ drohte er;„verderben Sie es nicht mit mir, ich bin hier, um auf einen gewiſſen Jemand zu warten.“
Sie horchte erröthend auf, that aber, als ob ſie nichts hörte— ſie wußte wohl, daß Hermann Geyer Albins beſter Freund war— ſie hatte ihn jetzt einige Tage nicht geſehen und ſeitdem längſt bereut, daß ſie ihn durch eifer⸗ ſüchtige Vorwürfe vielleicht ganz von ſich verſcheucht hatte — indeß ſie wollte ihrer Würde nichts vergeben und auch der Vermittlung des Freundes nicht zu ſehr entgegen⸗ kommen. Wenn Hermann nur wiederkam, ſo war ſchon Alles wieder gut— und dazu machte ihr Albin ja jetzt Hoffnung. Sie hatte auch gerade Gelegenheit, ſich ohne
Antwort zu entfernen, da aus dem obern Stock zweimal
geſchellt ward— ein Zeichen, welches dem„Kammer⸗ mädchen“ galt, eine Stellung, die ſie bei den hier ein⸗ kehrenden Damen vertrat. Dieſe waren überhaupt ſelten, denn Damen reiſten damals nur ſehr wenig, oder wenn es ja geſchah, ſo ſuchten ſie doch das Uebernachten in Gaſt⸗ häuſern wie etwas Anſtößiges oder Bedenkliches zu ver⸗ meiden. Wer anders, als die beiden geheimnißvollen Damen, konnte geſchellt haben? dachte Albin und war feſt entſchloſſen, die Rückkehr des Mädchens abzuwarten.
Es war ſchwül und Dämmerung in dem Zimmer, der ſchöne Abend hatte Alles ins Freie gelockt, und ſolch ein ſtädtiſches Local blieb unbeſucht. Albin öffnete das Fenſter,
um ſich zu kühlen— plötzlich beugte er ſich weiter hinaus, gelockt von einer unerwarteten Erſcheinung.
In weißem Kleide, das nach der damaligen Sitte eng anliegend eine zarte Mädchengeſtalt umſchloß, mit einem roſenfarbenen Leibband unter der Bruſt und von Bändern gleicher Farbe, die einen runden Schäferhut ſchmückten, umſpielt ging ein junges Mädchen an der Seite einer ältern Dame ziemlich nah an dem Fenſter vorüber, grüßte
ihn verſtohlen nur mit den Augen und winkte ihm leiſe,
als ob er ihr folgen ſolle.(Fortſetzung folgt.)
Für Frauen über die Ffrauen.
Philoſophiſche Aphorismen von einer Frau.
(Schluß.)
Huldigen reiche Leute der Mode, dem Luxus, ſo iſt
nichts dagegen einzuwenden. Reichthum erlaubt Thorheit, und der Handel, welcher ihm die Mittel dazu liefert, ſie zu befriedigen, findet ſeine Rechnung dabei. Wo aber die Armuth nach bunten Flittern greift, ihr Elend zu verber⸗ gen, zu vergeſſen, da entwickeln ſich jene furchtbaren Bilder der Verwerfenheit und Schmach, welche uns, leſen wir ſelbſt nur ſchwache Schilderungen davon, mit Schauder erfüllen.
Ein Weiſer verachtet die Mode— macht ſie aber doch mit, ſagt Cheſterfield,— und ſo thun wir am Ende Alle.
wie z. B. das königliche Theater, leiden bei den Zeitverhältniſſen, weil es vorzugsweiſe im Sommer auf den Beſuch von Fremden angewieſen. Dawiſon iſt ohnehin abweſend, in Marienbad, und was iſt dieſe Bühne jetzt ohne Dawiſon! Wer. mag die Stücke ſehen, in denen er geſpielt, wenn nun ein Anderer ſeine Rolle
Die Geſandten ſind auf Urlaub, die Künſtler auf dem Lande,
der vortreffliche Profeſſor Bendemann iſt gar nach Düſſeldorf
berufen. Und dennoch bleibt Dresden reich an talentvollen Per⸗ ſonen aller Art.— Gutzkow, unter den literariſchen Notabili⸗ täten auch hier der Erſte, hat den 4. Band ſeines„Zauberer“ er⸗ ſcheinen laſſen, und in dieſem das Publicum zu neuem, regem
Intereſſe an ſeinem großen Werke aufgerufen. Wir finden in
dieſem Theile vermieden, was Manchem an den vorhergehenden
nicht ganz gefiel, und dagegen in den Capiteln, wo der Beichtſtuhl eine Rolle ſpielt, ſo lebendige Schilderungen, wie die katholiſche Kirche von ihrem Standpunkte aus ihr Dogma vertritt, daß man mit athemloſer Spannung die hierauf bezüglichen Epiſoden verſchlingt. Alle Perſonen, die wir ſchon aus den vorhergehenden Theilen in ihrem Leben kennen gelernt, decken hier dem Beichtiger ihr Innerſtes auf und fordern ſeinen Rath. Wir halten bei ihnen in unſerer Lecture ein, wir machen unwillkürlich eine Pauſe und fragen uns: was wird die Antwort hierauf ſein?— Wir fühlen immer, daß wir ſie nicht ertheilen könnten, wenigſtens nicht ſo ſie ertheilen könnten, und, überraſcht, daß ſtets die Kirche hier zu beruhigen, zu helfen wiſſe, fällt uns erſt recht ein, welch eine Aufgabe der Dichter ſich geſtellt, dem dieſer Stoff gelingen, dem er zur Wahrheit werden ſollte, die ſolchen Rath ertheilen kann. Lueinde, dieſe viel getadelte Heldin des Verfaſſers, tritt
jetzt in neuer Geſtalt vor uns hin, ſie beichtet ihr ganzes Leben einem Manne, den ſie liebt, dem dies kalte Herz⸗mit allen ſeinen Faſern ſich ergeben, von dem es nun auch Gegenliebe will, ſie legt ihm offen alle ihre Fehler dar, geſteht ihm jeden Irrthum der Vergangenheit, erläßt ſich nichts, bekennt ihm Alles, nur das Eine nicht,— daß ſie ihn liebt und Gegenliebe fordert.— Und er— er bleibt der Prieſter, entläßt ſie mit dem frommen Spruche, den die Kirche für den Reuigen hat, und verweiſt ſie auf die Ma⸗ donna: auf das Frauenherz der Mutter ihres Gottes, das ſie verſtehen, bemitleiden und tröſten wird, wenn ſie ſich ihrem Dienſt ergibt. Arme Lucinde! Sie geht und weint nicht mehr.
Nach dieſer herben Lehre,— wohin wird ſie ſich wenden mit ihrem armen Leben? zum Kampfe mit dieſem Leben, das ihr ſo hart entgegen tritt? Wohin?— Ein neuer Band wird uns dies zeigen, der eben durch die Preſſe geht. Daß man neben dem Kriege auch noch von der Lucinde hat ſprechen können, beweiſt, wie ſehr das denkende Publicum ſich für das Wort des berühmten Verfaſſers intereſſirt. Leider hat er ſich der Geſellſchaft perſönlich ganz entzogen, um nur ſeinen Arbeiten zu leben. Ueberhaupt iſt die Zeit dahin, wo die Schriftſteller Dresdens einen ſchönen Verein bildeten.— Die Kritik, dieſe böſe Geißel, wenn ein Freund ſie am Freunde übt, hat Alles auseinander getrieben, nur einzeln darf man ſich jetzt noch dieſer geiſtigen Größen erfreuen, und nicht ihren Geſprächen unter einander mehr lauſchen. Alles iſt überdem zerſtoben. Auerbach hat ſeinen Aufenthalt in Schan⸗
dau genommen, um in leidlicher Abgeſchiedenheit ſeine Dorfge⸗
ſchichten zu pflegen; der liebenswürdige lyriſche Dichter Julius Hammer lebt in ſeiner Villa in Pillnitz— ſeinem Tusculum— der durch ſeine Beredſamkeit ſo ausgezeichnete Dramatiker Wil⸗
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