Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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England hat ausgeſagt, daß Ihr in vergangener Nacht, als er quer über Euer Weizenfeld ging auf ſeinem Heim⸗ nege vom Stellmacher, hinterrücks auf ihn geſchoſſen habt! Da, der Gerichtsmann Jeremias hat die Flinte draußen neben der umgefallenen Puppe gefunden. Chriſtfried liegt in den letzten Zügen; er ſoll eben berichtet werden. Frau Eliſabeth ſtieß einen gellenden Schrei aus und ſ

ank dann ſchluchzend, beide Hände über das Geſicht deckend, in die Arme der beiſpringenden Tochter.

Mari⸗ aanne blieb ſtumm. Sie fühlte, wie ihr Herz erkaltete; erſt als ſie jetzt den todtenbleichen Vater dem Richter ruhig die n Haände entgegenſtrecken ſah und reſignirt die Worte ſprechen hörte: Da, fangener! vergingen ihr die Sinne und ſie glitt langſam neben der weinenden Mutter auf die mit immer mehr herandrängen⸗ den Menſchen ſich füllende Hausflur. (Schluß folgt.)

Herr Richter, bindet mich; ich bin Euer Ge

Das öſterreichiſche Heer. V Das öſterreichiſche Heer zerfällt in vier Armee⸗

Commando's; das I. hat ſein Hauptquartier in Wien,

und es ſtehen unter demſelben:

das 1. Infanterie⸗Armee⸗Corps(Prag),

3. Armee⸗Corps(Wien),

6.(Gratz), 2 U.(Brünn).

II. Armee⸗Commando(Verona): V

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oyellen⸗Zeitung.

7. Armee⸗Corps(Verona), S.(Bologna). III. Armee⸗Commando(Ofen): 10. Armee⸗Corps(Peſth), 11. 7 7(Peſth), 1. Cavallerie⸗Armee⸗Corps(Peſth), 12. Armee⸗Corps(Hermannſtadt). IV. Armee⸗Commando(Lemberg): 2. Armee⸗Corps(Krakau), 4.(Lemberg). Außerdem: Militär⸗ und Civil⸗Gouvernement für das Banat und die ſerbiſche Woiwodſchaft(Temesvar), Desgleichen für Croatien, Slavonien und Dalmatien (Agram), Gouvernement zu Zara.

Marine⸗Ober⸗Commando(Trieſt):

. Section.(Mit 3 Unterabtheilungen.) Marine⸗Superiorat. II. Section.(Mit 3 Unterabtheilungen.) III. Section.(Mit 2 Unterabtheilungen.) Militär⸗ und Civil⸗Gouvernement zu Trieſt. Jedes Ober⸗Commando hat: I. Section.(Adjutantur Präſidial⸗Kanzlei, Juſtiz.) II. Section.(Operations⸗Kanzlei.) III. Section.(Militär⸗Adminiſtration.) Dann: Ein Landes⸗Militär⸗Gericht, und Ein Feld⸗Superiorat. Die allgemeine Verwaltung leitet: Die Militär⸗Central⸗Kanzlei, Das Armee⸗Ober⸗Commando. J. Section, General⸗Adjutantur und Juſtiz, (2 Unter⸗Abtheilungen.) II. Section, Operations⸗Kanzlei.

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V 5. Armee⸗Corps(Mailand),

Die Aſchenbrödel der Weine.

Vergleicht man mit den auserleſenen Gewächſen die ſoge⸗ nannten Landweine, die Mansfelder, Naumburger, Meißener und Grüneberger, die den letzten Platz auf der ſo reichhaltigen deut⸗ ſchen Weinkarte einnehmen, ſo hat man allerdings ein Recht, ſich mißliebig über letztere zu äußern; ſonſt aber ſind die Weine beſſer als der Ruf, den ſie in der Ferne genießen. Wie überall findet man auch hier Gutes und Schlechtes. Ueberhaupt hat man in den eigentlichen Weingegenden Deutſchlands wenig Urſache auf

dieſe Weine hochmüthig herabzuſehen. Man hat ſich auch hier n laſſen, der Rebe und dem Weine eine ſorgfältige Pflege zu widmen, und der Erfolg iſt nicht ausge⸗

angelegen ſei Cultur und blieben. 1- In den Jahren 1850 und 51 übertrafen dieſe verrufenen BWeine ſogar viele Rhein⸗, Saar⸗ und Moſelweine. Erſtere ent⸗ hielten in 1000 Th. 9 Th. Säure und circa 8 Tb. Alkohol, wäh⸗ rend ſich in letzteren mehr als 12 Th. Säure und nur circa 6 Th. Alkohol fanden. Der Meißner erhielt ſogar eine Ehrenerklärung auf der Münchener Ausſtellung durch eine Belobung. Mancher labt ſich an dieſen verrufenen Weinen, ohne daß er es weiß, und dann iſt es nicht nöthig, drei Mann zum Halten zu beordern. Viel wandert freilich in die Weinkeller und dient zum Verſchnitt aanderer Weine. Schon im 16. Jahrhundert wurde der ſächſiſche Wein in Hamburg durch die Kunſt in ausländiſchen ſüßen Wein verwandelt. Marperger ſagt in ſeiner Beſchreibung der preußi⸗ ſchen Länder von 1710:Einige dieſer Provinzen haben einen ſtattlichen Weinwuchs, und zwar aber wohl in ſolcher Abondance, daß auch außerhalb Landes davon kann entführt werden, wie denn

jährlich eine gute Weines, welcher vo

Quantität um Potsdam herumwachſenden randeren trinkbar gehalten wird, nach Ham⸗ den Franzwein einſteigen muß, von

daſelbſt unter 1 1 1 ſiſch parliren kann.

burg geht und wein e der kommt und dann gut franzö

wannen er wie

Die Moral von alle Dem.

Daß die Landweine in Verruf gekommen, nige die Ungunſt der klimatiſchen Verhältniſſe als durch die Ver uu läſſigung der Cultur verſchuldet. Das alte Sprichwort; Aen man's treibt, ſo geht's findet, auch hier völlige Gültigkeit. 2 kt ötterten Gemeinplatz:Die Menge muß?

nach⸗

iſt weniger durh

[(IV. Jahrg. 1

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III. Secte (111 Genera Directi Univerf Univerf Kanzlei IV. Secti⸗ Oberſter? Allgemein Central⸗C General⸗ I. Sec II. 7 Artillerie⸗ General⸗ I. Sec II. Sec Genie⸗Ce General Haupta Direc Lande Stat Krieg Militär Militär Kriegs⸗

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den allgemein verg 6 m 1 bu bringen nicht zur Richtſchnur ſeiner Handlungen aufgeſtellt 3. erſelben ſondern an dem ſolideren Grundſatzwenig aber gut feſtuin nan den N der erzeugt ſelbſt in dieſen von der Natur weniger begünſtigne Mire Gegenden einen Wein, bei deſſen Genuß man den Geburt fauf den Lc nicht errathen kann. Wenn ſchon an und für ſich hier eine beſſen eſrihr ausgedehntere Cultur des Weinſtocks möglich iſt, ſo wird eiſer n di 5 noch viel mehr, ſeitdem wir uns durch Gall s Lehren in gem he n aßigkeit Hinſicht von den klimatiſchen Verhältniſſen ganz unabhängicg 4 Leute macht haben. Seitdem iſt der Ruf, der ſo oft in den weinhgein⸗ eines ſi den Gauen unſeres Vaterlandes erſchollen: die geringen it zu betſache d berge in Klee⸗ und Ackerſtücke umzuwandeln, eine Thorhe ſaa wfß nennen. der nen, d Die Natur hat keine Schuld an dem Elende, das uſan ſeplert 1 Erde herrſcht. Es iſt Thorheit von einer Ueberfülle der Marai hm ſslade die zu reden und der Erde aufbürden zu wollen, daß ſie n Die ſchen Stande ſei, die auf ihr lebenden Menſchen zu enähreß bietet n Staat Natur iſt im vollſten Sinne des Wortes unerſchöpflich u