V. Jahrg. Nr. 25.]
ngland ſein Mäd Er mußte für der Stunden eutferne tergang frei ward Nacht hinein ver⸗ die ſehr verſtect im Garten En
Seine Flinte feſt zwiſchen die Füße ſtellend und das Rohr ſo kehrend, daß im Fall einer Entladung der Schuß in die Luft gehen mußte, ſaß Martin Ulrich geraume Zeit immer⸗ fort nickend und ſtets mit dem Vorhaben beſchäftigt, den Schlaf abzuſchütteln und wieder wachend das Feld zu um⸗ ſchreiten.
Ein ſtarkes Raſcheln, das ſich ganz ſo anhörte, als ob . ZJemand eine Garbe behutſam zwiſchen andern hervorzöge, 3 Tage längs d erweckte den Schlaftrunkenen. Martin Ulrich war auf der unner Sprühregn Stelle munter. Nur mit den Augen mußte er ein paar Detter auf, un Mal blinzen, um deutlich ſehen zu können.
Noch ſaß er im Schutz der Puppe, die Flinte feſter faſ⸗ ſend und den Kopf nach rechts, von wo das Geräuſch zu hon nehnnſ kommen ſchien, weit vorbeugend.
e Wache mir Ein paar Secunden nur vergingen, dann rauſchte es un vwieder. Es war keine Sinnentäuſchung— ein Dieb Aiendan. trreckte die frevle Hand aus nach ſeinem Eigenthum. kvege belan Martin Ulrich fuhr jäh empor. Bei hellem Tageslicht and niätſchimn würde man die Gluth des Jähzornes, die in ihm loderte, auf dem Antlitze des empörten Bauers deutlich erkannt haben. Noch blieb er aber regungslos ſtehen, um zu über⸗ legen, was ihm jetzt wohl zu thun obliege.
uns Geſccht h0 Da ſah er, daß die Puppe, die ihm Schutz gewährt „ds Geee zatte, zu wanken begann— ei Augenblicke noch und
alb ſanen h. fatte, zu wanken begann— ein paar Augenblicke noch un halbſ an ſie brach ſeitwärts zuſammen. Hinter den ſtürzenden Gar⸗ ihm Shue en bewegte ſich eine Geſtalt, die jetzt, wo der Kopf des er⸗ 4 h Jaun grimmten Bauers ſichtbar ward, ungeſäumt Kehrt machte t an M mahr und ſogleich in größter Schnelligkeit quer über die Stop⸗ Rauſtd 8 nn heln bergan lief.
nach abge. h„Hallunke, ſteh'!“ donnerte Martin Ulrich dem Entei⸗ ſen darin geſdigt ſenden nach.„Steh' oder ich ſchicke Dir einen Denkzet⸗ ſel nach!“
Seinem Rufe ward keine Folge gegeben. Ein Ruck und der Hahn knackte, ein zweiter brachte den Gewehrkol⸗ ben an die Backe des erhitzten Bauers, und gleich darauf
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Dritte folge. 1
krachte ein Schuß, der in der ſtillen Nacht weithin ver⸗ nehmbar ward.
Durch den verfliegenden Pulverrauch ſah Martin Ul⸗ rich die kaum dreißig Schritt entfernte Geſtalt unter lau⸗ tem Schmerzensſchrei zuſammenbrechen. Es überrieſelte ihn kalt, als er die noch rauchende Flinte zu Boden ſenkte. Er hatte in auflodernder Zorneswallung aufeinen Menſchen geſchoſſen, von dem er ja nicht einmal wußte, ob er ihn hatte beſtehlen wollen.— Wenn der Getroffene nun ſtarb? Wenn er vielleicht ganz unſchuldig war?— Große Schweißtropfen rieſelten über Martin Ulrich's Stirn her⸗ ab. Das Pochen ſeines Herzens rüttelte an ſeinem Ge⸗ wiſſen. Im Ohr pfiff und heulte es, als ſchreie eine un⸗
Er wollte fortgehen, aber er konnte keinen Fuß vor den andern ſetzen. Noch regte ſich der Verwundete, das ſah der Bauer in ſeiner Angſt— es kam ihm auch vor, als höre er ihn wimmern, ein Wort an ihn zu richten aber ver⸗ mochte er nicht.
Der Ruf„Mörder! Mörder!“ den er hörte und der ihm faſt die Beſinnung raubte, hielt ihn davon zurück. Bald erfaßte ihn Grauſen. Die Sperlinge, die ſich jetzt auf die zuſammengeſtürzte Puppe niederließen, verwandel⸗ ten ſich vor den Augen des Geängſtigten in eben ſo viele Raben, und der Flügelſchlag der ſtrafenden Gerechtigkeit umſchwirrte ihn.
Halb beſinnungslos ließ er das Gewehr fallen, dann begann er zu laufen, als würde er verfolgt. Auch hörte er immer Tritte hinter ſich, und das Keuchen ſeiner eigenen Bruſt hielt er für das ächzende Athemholen eines ihm Nach⸗ ſetzenden. So erreichte er ſchweißtriefend den Pflanzen⸗ garten, als die Uhr auf dem nahen Kirchthurm dumpf hal⸗ lend gerade die Mitternachtsſtunde verkündigte. Der Wächter rief dicht hinter dem Hauſe des reichen Bauers und ſchloß mit den üblichen Worten:
„Und lobet Gott den Herrn!“
Er blieb ein Pfaffe, wenn er ſich auch reckte Und ſtreckte. Warum gibt man die Allmacht dieſem Mann? Damit er uns noch ärger ſcheren kann!“ 1 .„Nicht wahr, das fängt gut an? das iſt noch gar nichts gegen Wandern Verſe.— Nun zum zweiten.“
„näbul das Aum mörwann wiſſe
Em, wet
außer meinen
d d auth nt„Erlaubt,“ ſagte der dicke Reiſegefährte,„daß ich Euch unter⸗
reche— dieſes Gedicht iſt von Euch?“
„Verſteht ſich.“
„Aber dies iſt eine Satire auf den Cardinal Richelieu.“ „So iſt es... dies verhindert aber nicht, daß ich heute bei ſpeiſen werde.“
„Ihr wollt beim Cardinal ſpeiſen?“
Ja wohl, mein Lieber. Ich bitte Euch, haltet nicht Euer
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tare Zeit unter dem gaſtfreundlichen Baum verloren, und ich darf
„Sehy wohl,“ ſagte der Dicke;„aber wenn ich Euch zwei Korte geſaßt haben werde, ſeid Ihr gewiß nicht mehr ſo eifrig,
ſhte Niepland zum Diner.“ e Ahlr dieſe Einladung?“
„3 ütrte. Diner.— Ich gehe auch nach Ruel, aber—“ fügte er tlän haneg igte dem Capitän ein gewaltiges Schwert, welches ſch die a Wagens lag—„ich werde nur zu geheimen Hin⸗ dichele fen.— Iyr geht dahin, ich bin verlangt worden,
Fuch. Wollt Ihr noch bei Sr. Eminenz ſpeiſen? an, daß Ihr keinen Hunger mehr habt. Steigt
Pſerd an, ich komme ſonſt zu ſpät, denn ich habe ſchon eine koſt⸗
oh nicht eime ſo hohe Perſon, wie der Cardinal iſt, warten laſſen.“ ſttig dort einzutreffen. Glaubt mir— der Cardinal erwartet
Gott! ich ſage Euch, der Cardinal erwartet heute Nie⸗
ab, eilt nach Paris zurück und rettet Euch, bevor der Cardinal es vermuthet; denn glaubt nicht, daß er jemals verzeiht— ich weiß davon etwas zu erzählen.“
Der Capitän ſprang vom Wagen, eilte nach Paris und kam ganz beſchmuzt in ſeinem Hôtel an, von wo er in aller Haſt nach Spanien abreiſte, nachdem er das Gerücht von ſeinem Tode hatte ausſprengen laſſen.
„Es iſt ſchade, du Caſſe,“ ſagte der Cardinal, als er die Nachricht von des Capitäns Tode erfuhr,„nach meinem Wunſche ſollte der Capitän anders enden.“ r.
Aus der Natur.
Vom Weine. III.
(Abel’'s„Aus der Natur. Die neueſten Entdeckungen auf dem Gebiete der Naturwiſſenſchaften.“ Heft 10.— Leipzig, Ver⸗ lag von Ambr. Abel. 1857.)
Vom deutſchen Champagner.
In Deutſchland hat die Fabrikation der Schaumweine eine bedeutende Ausdehnung erlangt; ſie war auf der Münchener Aus⸗ ſtellung trefflich durch 15 Fabriken vertreten. In der erſten Peri⸗ ode der neuen Fabrikation war die Nachahmung des echten Cham⸗ pagners eine Hauptaufgabe, die mehr oder weniger gelang, je nachdem die Wahl der Gewächſe geglückt war und je nach der Sorgfalt, die man auf die Fabrikation verwendete, Von dieſem Treffer hing der Abſatz des Fabrikates ab. Da der Deutſche die
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ſichtbare Macht immerfort gellend:„Mörder! Mörder!“


