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der Wieſe
hätte. Rühtt zel! Und müſßt Seel' nicht, wi tein Knicker
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ne er ein Vie einem Gaͤrtne r! Aber rbeit ſtehti fried! Schon
inken Au⸗
Chriſtfried! Heu zerſchlagen iſt bei uns zu Lande keine Arbeit für einen jungen Kerl, der drei Zoll größer iſt als das Soldatenmaß!“
Dem jungen England entfiel der Rechen bei dieſen Worten des ſtolzen Bauers. Nie zuvor hatte er ſo em⸗ pfindlich den Abſtand zwiſchen ſich und dem Nachbar ge⸗ fühlt. Es war nicht anders, als hätte ihm Jemand mit einem Schmiedehammer vor die Stirn geſchlagen. Wie gelähmt blieb er ſtehen. herab und die Augen bohrten ſich ein in den abgemähten Wieſengrund.
Martin bemerkte zufrieden lächelnd die Wirkung ſeiner Worte.
„Ich rechne, das wird ihn in Zeiten curiren,“ mur⸗ melte er vor ſich hin, die noch nicht zerſchlagenen letzten Schwaden auf ſeiner Bergwieſe überſchreitend.„Jetzt weiß er, was er iſt und wohin er gehört. Krähe und Taube paßt nicht zuſammen.— Ich habe ein Vorlegeſchloß vor meinen Taubenſchlag gelegt, zu dem ſich ſchwer ein paſſen⸗ der Schlüſſel finden wird.“
Erſt als Chriſtfried dem gemächlich quer über die Wieſe ſchreitenden Ulrich nachſah und deſſen jugendliche Tochter, mit der er vor kaum einer Viertelſtunde noch ſcherzhafte Worte gewechſelt, erblickte, kehrte ihm Beſin⸗ nung und Muth wieder. Er hob den Rechen haſtig auf und begann eifriger denn je zu arbeiten.
„Bei der Seele meiner Mutter, das will ich ihm ge⸗ denken!“ rief er ergrimmt.„Wenn er Sperenzel macht und ſich aufs hohe Pferd ſetzt, Gott ſtraf' mich, ſeinen ganzen ſchuldenfreien Hof verſchimpfier' ich ihm! Unterm Wachtelbauer, grad über der Hausthür häng' ich mich auf, und dann wird Keiner ſein Erbe als der Schinder!—— Denkſt Du, ich muß Dirs Geſangbüchel nachtragen, weil in meinem Stalle kein Pferd an der Raufe ſteht? Meinſt beſſer zu ſein als mein Vater?— Sollſt Dich wundern, wundern wie'n Daus!— Frag' Dein Mä⸗
Die Arme ſanken ihm ſchlaff
del und laß ſie reden, ohne ihr die Zunge anzubinden.— Ins Geſicht ſagt ſie Dir's, daß eines Gärtners Sohn ge⸗ rad' ſo viel werth iſt als eines Zweihufenbauers braun⸗ äugige Tochter!“
Die Aufregung röthete des jungen Burſchen gebräunte Wange noch mehr als die ſtarke körperliche Bewegung. Chriſtfried ſah ſich nicht mehr um, nur blinzelnd ſchielte er dann und wann noch hinüber nach des ſtolzen Nachbars weit ausgedehnter Wieſe. Martin Ulrich ſchritt gemäch⸗ V lich an dem ſchon in breite Scheiben abgetheilten Graſe hinab, tauchte da und dort ſeine Hand in einen nicht genug zerſchlagenen Schwadenreſt, gab ſeinen Leuten kurze Winke, ſprach einige trockene Worte mit der Tochter und ging end⸗ lich den Feldweg hinauf nach dem Bergrande. Hier fenk⸗ ten ſich die Fluren des reichen Bauers und wurden von einem Birkenwäldchen begrenzt, in deſſen Laubdickicht Ul⸗ rich einen kleinen Vogelheerd bloß zu ſeinem Vergnügen angelegt hatte. Erſprießlich war der Fang, den er machte, nicht zu nennen. Martin Ulrich that ſich aber etwas dar⸗ auf zu Gute, weil außer ihm kein Anderer ſeiner Standes⸗ genoſſen eine ſolche Anlage beſaß.
Kaum war die Geſtalt des Bauers im Schatten des Berges verſchwunden, als Chriſtfried ſeinen Rechen auf die Schulter nahm, eine Kuckucksblume aus dem thaufeuchten Graſe zog, dieſe zwiſchen die Zähne klemmte und nach des Nachbars Wieſe ſchritt.
Er ging geraden Wegs auf Marianne zu, die noch fleißig arbeitete. Gerade vor ſie hintretend ſtreckte er die
Hand nach dem Mädchen aus und ſagte: „Schämſt Du Dich als ehrſames Mädel, mir mit einem Handſchlage Behüt' Gott zu ſagen?“ Marianne blitzte ihn mit ihren ſonnenklaren braunen Augen an, ſchlug lächelnd ein und erwiderte: „Mein Lebtag' nicht, Du würdeſt denn ſchlecht, ein Raufer oder ein Säufer.“
wanzigtauſend Cauris verfügen(etwa zehn Louisd'or), ſo wirft er
9 vor der Wohnung des Königs oder deſſen Premierminiſters in den Staub und bittet im Austauſch gegen ſeinen Schatz um eine Frau. Wird ſeine Bitte bewilligt, ſo iſt er verpflichtet blind⸗ lings die zu nehmen, welche man ihm gibt, mag ſie nun alt oder jung, ſchön oder häßlich ſein. Sein Geſchmack, ſo wie ſein Herz merden nie zu Rathe gezogen. Zuweilen führt ihm eine luſtige Neckerei Seiner Majeſtät oder eine Laune des Schickſals ſeine tigene Mutter zu, ſo daß der arme Teufel ſein Geld hingegeben uid doch keine Frau empfangen hat.
Die Amazonen des Königs von Dahomay bilden drei Regi⸗ nſenter. Das erſte hat zum Emblem einen Alligator, das zweite tin Kreuz und das dritte eine Krone, Zierrathen, welche in Blau auf einer Art von weißem Helm gemalt ſind. Alle tragen eine aiform, welche aus einer blaugeſtreiften Tunica und weiten, roth⸗ ſſtreiften Beinkleidern beſteht; mehrere tragen goldene Armbän⸗ de und Ohrgehänge. Die Officiere unterſcheidet man an der
Hulsbändern. a.
Portraits. Alerander Petöſi.
Sohn eines armen Fleiſchers, während der erſten zwanzig Übre ſeines Lebens Gaſſenjunge, Vagabund, gemeiner Soldat, uadent, berumziehender Komoͤdiant, oft dem Hungertode nab, ſit aufgezehrt von Elend, Noth und Ehrgeiz— und während der fähſtfolgenden fünf Jahre Liebling der Nation, ihr größter Dich⸗
ter, populär, wie nie einer vor ihm, Umformer und Befruchter der Sprache, Schöpfer eines ganz neuen Elements in der heimiſchen Poeſie, vielſeitig und fruchtbar wie Wenige ſeines Gleichen in der b Weltliteratur, dazu im bürgerlichen Leben in behaglicher Geſell⸗ ſchaftsſtellung, die er ſich durch eigene Kraft errungen, glücklicher Gatte, dann Volksredner, Parteiführer, endlich Held auf dem Schlachtfelde und endlich, endlich, erſt 25 Jahre alt, in der Voll⸗ kraft ſeiner Jugend und ſeines Genies, verſchollen, am Abend nach der Schlacht in Nichts zerronnen, wie ein Flugſtern vom Himmel ſchießend, zur Mythe im Volksmunde werdend. V— Dies das Leben eines ungariſchen Dichters, der bis vor wenig Jahren unſer Zeitgenoſſe war und von dem Friedrich Bo⸗ denſtedt den Ausſpruch thun durfte:„Seine Landsleute verehren in ihm den erſten wahrhaft nationalen Dichter, einen Dichter, wel⸗
b cher den allen Claſſen der Nation gemeinſamen Stimmungen, Ge⸗
fühlen und Gedanken energiſchen, vollen Ausdruck lieh. Es hat in
Ungarn ſchon vor ihm Dichter gegeben, die in die Saiten der Volks⸗ Finheit ihrer Kleidung und beſonders an prachtvollen Korallen⸗ harfe gegriffen und einen oder den andern Ton glücklich getroffen haben; allein ſein die Nation zu ihrem heutigen Bewußtſein erwachte und ihre frü⸗
Wirken fällt mit der Zeit zuſammen, in welcher
her durch ſociale Schranken getrennten
i Richtungen in Einem Brennpunkte ſammelte.
Petöfi's Gedichte ſtnd nicht nur der poe⸗
ttiſche Ausdruck dieſes Nationalgefühls, ſie halfen es auch erzeugen
und befeſtigen.“
Auch dem deutſchen Publicum iſt dieſer Dichter zugänglich. Schon früher erſchienen Proben ſeiner Poeſie in den„Ausgewähl⸗ ten ungariſchen Volksliedern, überſetzt und herausgegeben von Kertbeny“(Darmſtadt 1851). Als neu verlegt liegt jetzt vor uns:„Dichtungen von Alexander Petöfi. Aus dem Un⸗


