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les, die zertanzten Roben, Spitzen, Blumen, Brillanten vielleicht und Cotillons und was ſonſt noch auf einem Balle von zehntauſend Pariſern zertanzt, zertreten, zerriſſen wer⸗ den kann. Wie alt iſt dies verſammelte Paris in den Stunden voon zehn Uhr bis vier Uhr geworden! Dieſen Galanthomme hatte ich noch vor ein paar Stunden für ein Muſter männ⸗ lichen Cavalierthums gehalten. Jetzt hat er ſich auf ein Kiſſen des kreisrunden Sopha's geworfen und bietet auch keine entfernte Aehnlichkeit mehr mit der bronzenen Apollo⸗ ſtatue, die dicht hinter ihm in der Mitte des Sophaſternes thront. Die Beine wirft er über einander, geknickt wie ge⸗ prochene Talglichte; das Antlitz iſt fahl, die Runzeln zahl⸗ los, die Augen leblos, und die verſtörte Friſur hat ſich in 1 ihrer verſchobenen Stellung zur Perrücke enträthſelt. Selbſt der kecke Bart à la Louis Napoleon kann dem Geſichte die ſtolze Haltung nicht mehr geben; aber der Zug der Ge⸗ brochenheit, der an ihrer Stelle Platz genommen, flößt uns Intereſſe ein. Es iſt nicht die Ermüdung des Balles al— lein, die dieſe Zerſtörung angerichtet. Paris hat ja heute auch für Sie verſchwendet, junger alter Herr; was trauern Sie?— Ein junges Weib tritt an ihn heran, ſchlank und üppig, eine echte Pariſerin, das ſchmucke ſchwarze Bärt⸗ chen auf der Oberlippe, das man hier förmlich mit Liebe zu pflegen ſcheint, und ein Köpfchen, ſo ſpitz im Kinn, ſo graziös und länglich in der ganzen Form, daß der kleine Schädel, wenn er nach hundert Jahren vielleicht all' ſeiner natürlichen und künſtlichen Zierden entkleidet iſt, auch dann noch von einem Phyſiologen als Muſter eines ſüdländiſchen Kopfes wird reizend gefunden werden. Das junge Weib ſpricht mit dem jungen Manne. Sie nennen ſich Du. Sie ſind verheirathet, denn die Welt, die ſich dutzt, ohne ver⸗ heirathet zu ſein, hat hier nicht Zutritt. Sie hat eine brillante Toilette von Moire Antique und Brillanten in
Roveſlen⸗Zeitung.
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[IV. Jahrg.
dem Zur⸗Ruhe⸗Gehen begehre. Sie ſagt, ſie ſei zur Qua⸗ drille mit Monſieur le Compte engagirt, und, ohne Ant⸗ wort zu erwarten, rauſcht ſie lachend davon.— Ich fange jetzt an die Lebensgeſchichte dieſes Mannes zu verſtehen. Im Vergleich mit den Brillanten ſeiner Frau erkannte ich die ſeinigen als falſche. Aber es gibt Phyſiognomien, de⸗ nen man es anſieht, daß ſie nicht gewohnt ſind falſche Steine zu tragen. Zu dieſen gehört die ſeine. Doch wenn er die Familienſtücke engagiren mußte, wie konnte ſeine Frau ſie bewahren?— Ich fürchte, wer ihr Geſpräch mit Monſieur le Compte jetzt belauſchen wollte, würde das Räthſel gelöſt und dieſes Mannes Verſtörtheit erklärlich finden. Paris muß amuſirt werden, um loyal zu ſein. Paris muß verſchwenden, damit Frankreich beſtehe. Die Polka⸗ töne hüpfen noch immer durch die Säle, die Tänzer fliegen dahin, die Roben rauſchen, die Brillanten flimmern, die Augen leuchten, die Herzen pochen, die Lungen keuchen— Alles für das Vaterland! Es iſt faſt vier Uhr. Wir ſuchen den Ausgang. Wir kommen in einen engen Corridor mit blauem Velours be⸗ kleidet. Wir ſchlagen die Tapete zurück; wir ſehen nu— merirte Bureauthüren und ſind vor den Arbeitszimmern des Pariſer Magiſtrates. Dies ſind dieſelben Zimmer, in denen die Terroriſten tagten, in denen die Commune ge⸗ gen den Convent berieth, in denen Robespierre, der Ver⸗ haftung zu entgehen, mit der Piſtole ſich die Kinnlade zer⸗ ſchmetterte. Hier ſind die tauſend und abertauſend blu⸗ ugn Urtheile der Schreckenszeit unterzeichnet. Aus den Fenſtern dieſer Bureaux ſieht man auf den alten Place de la Greve, auf dem auch einmal die Guillotine aufgeſtellt war, auf den alten Richtplatz von Paris, auf dem die Scheiterhaufen loderten und Katharina von Medicis die Opfer der Bartholomäusnacht vollziehen ließ. Alles für
der Coiffüre. Ich höre, daß ſie vom se coucher ſprechen; das Vaterland! er treibt nach Hauſe, ſie moquirt ſich, daß er heute nach
verhängnißvollen Schritte nöthiaten, der ihnen— wie er ſich nicht leugnen konnte— ſchmerzlichen Kummer bereiten mußte. Die geladene Piſtole legte er vor ſich auf den Tiſch, ihrer ſoſort nach Beendigung des Abſchiedsbriefes zu bedienen. Reben der Piſtole ſtanden die Flaſche und das Glas, dieſes wurde fleißig gefüllt und geleert der Flaſche noch nicht erreicht, als es
ſich früher eingebildet hatte. Hoffnungen kehrten zurück, roſenfarbenem Lichte, und als er da riß er den noch nicht ganz beendigten die Wand und verließ, ein munteres Liedchen trällernd, mer, um luſtige Geſellſchaft aufzuſuchen. Dieſem Erfahrungs⸗Beiſpiel nach mit Selbſtmordsgedanken umgeht, den zur Ausführung der finſtern That ſchreitet, Weines bis auf den Boden zu leeren.
ſein Zim
. Rönigliche Drohung, bürgerlicher Croſt.
Jakob I., König von England,
heit war, wendete ſich an den Magiſtrat von London, um lehen die Summe von 20,000 Pfd. Bürger aber, welche ſchon mehrmal
Geſuch zurück. Der König, darüber aufgebracht
mavor und einige der einflußreichſten
um ſich
und jeſtät Wunſch nicht erfüllen. So war denn der Boden Herrn M. vorkam, die 1 Gründe zum Selbſtmorde wären keineswegs ſo dringend, als er Jh
Seine Verzweiflung ſchwand, neue zuletzt erſchien ihm die ganze Welt in s letzte Glas geleert batte, zer⸗ Brief, hing die Piſtole an.
moͤchten wir Jedem, der
Rath ertheilen, bevor er
eine Flaſche feurigen werdet a. A
welcher oft in Geldverlegen⸗ als An⸗ St. zu erhalten. Die ſtolzen s ausgeholfen hatten und nicht immer pünktlich wiederbezahlt worden ſein mochten, wieſen das f ‚ließ den Lord⸗ Aldermen zu ſich beſcheiden,
Verweiſes das als Befehl, was
und äußerte nach Worten ſtrengen ſ Beſe Das Geld, ſo ſagte er,
er früher als Birte angebracht hatte. müſſe für ihn aufgebracht werden. liin. 3 aate der Lordmayor,„können wir Ew. Ma⸗ Wir beſitzen ſelbſt das Geld nicht und können es daher auch nicht vorſtrecken.“ 11a⸗ „Wenn Ihr es nicht habt,“ rief der König zornig, N müßt res ſchaffen. Ich muß und will es haben.“ 4 „Und wir können und w ollen es nicht ſchaffen;“ ſagte eben Vertreter der Londoner Bürgerſchaft. wingen!“ ereiferte ſich der Monarch. die rubige Antwolt akob immer erbitten⸗ Euch zu Grund’⸗ Hof, mein Pal⸗ zu ſpät
„Und dennoch,“ ſ
ſo ſtolz als entſchieden der „Ich werde Euch dazu zu „Sie können uns nicht zwingen,“ lautete Das wollen wir ſehen,“ ſagte König J nicht, ſo richte ich
ter.„Schafft Ihr das Geld und Weſtminſter ſoll veröden. Ich verlege meinen Hof, lament, meine Gerichtshöfe nach York oder Oxford, und Ihr dann Eure Undankbarkeit bereuen.“ „Das Alles können Ew. Majeſtät thun,“ entgegnete ruhig der Bürgermeiſter,„aber die Themſe müſſen Sie uns laſſen, 5 die trägt uns mehr ein als der Hof, das Parlament und die ber richtshöfe.— Mögen Sie alles das thun, was Sie drohen, a wir können das Geld nicht ſchaffen.“ Dies war das letzte Wort in der Angelegenheit. blieb der Londoner Bürgerſchaft, aber auch der Hof, ment und die Gerichtshoͤfe wurden nicht verlegt.
Die Tbemſt:“ das Parlae a.
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