Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
345
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wor ich mir

eines Mannes Füßen und

ch die Freiheit Sprache gewinnt,) vir ſchwören

r ſie uns!

ne Welt,

der Erde!

ſtlichen Eheherrn

sbekenntniß, das weil es nicht i die Liebe und achte die J find; ich ach

ſchen laſſen.

gelten Wir täͤlſche

ſten wollen.?

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Nr. 22.]

lange währt dieſe Wahrheit? Und iſt ſie zur Lüge ge⸗ worden, was bin ich Ihnen dann? Mein Freund, ſetzen wir Ihre Liebe nicht auf dieſe Probe. Machen Sie mich urch ein Gefühl, deſſen Dauer Sie ſelbſt nicht beſtimmen können, nicht einem Berufe ungetreu, der mich befriedigt, indem er mich meiner Selbſtachtung werth macht. Laſſen Sie mich meine Bahn gehen, auf der keine Täuſchungen mich irre führen können. Es iſt zu Ihrem Wohl und zu dem meinigen, daß ich das für uns begehre; denn Sie wären durch mich nur unglücklich geworden. Ich bin keine Natur, die ſich unterordnet, die ſich ſchmiegt und

n dem Glücke des Andern aufzugehen verſteht, und das iſt

ies doch, was Ihr Männer eigentlich von uns begehrt. Wir ſollen nur für Euch geſchaffen ſein, und in meiner Bruſt ruft eine Stimme, daß ich auch meinetwegen da bin. Darum vergeſſen Sie mich; oder, vergeſſen Sie, ſwelche Wünſche Sie einen Augenblick hegten, und ſein und lbleiben Sie mein Freund.

Sie reichte mir die Hand hin; ich ergriff ſie, aber mit ggemiſchten Gefühlen. Ich hätte ſie in dem Augenblicke lhaſſen können, wegen einer Selbſtſtändigkeit, die mir dem

Ideal einer Frau, wie ich es in ihr geſehen, nicht anzupaſ⸗

ſſen war. Gehen Sie jetzt in den Comité, ſagte ſie dann,rich⸗ ſten Sie Ihren Auftrag aus und kehren Sie dann in Ihre Wohnung zurück, wo Sie mich finden werden. Wir haben noch einige Monde hier mit einander zu verleben. Laſſen Sie uns keine Minute davon verlieren. Ich entfernte mich. So ſehr ich ihr auch grollte, ſo plieb meine Liebe doch ſtärker als mein Groll, und ich hätte Allles darum gegeben ſie mir dennoch gewinnen zu können. Doch war dazu keine Hoffnung! Als man erfuhr, daß ſie ſelbſt den erſten Schritt gethan, um den Ort zu verlaſſen, ſchwankte man in der eben gefaßten Meinung, und je näher die Zeit ihrer Abreiſe heranrückte, je größer wur⸗ den ihre Tugenden, je mehr glaubte man ſie entbehren zu

Dritte

folge. 345 müſſen. Tod und Entfernung üben in dem Punkte faſt die gleiche Macht. Die vortreffliche Führung der Schule leuchtete jetzt Allen ein, und die Fortſchritte der Kinder wurden jetzt eben ſo ſehr von den Müttern geprieſen, wie ſie einſt daran gezweifelt. Was ich ſelbſt bei ihrem Ab⸗ ſchiede empfand, laſſe ich hier ungeſagt. Es war ein Bruch in meinem Leben, den keine Zeit mehr heilt.

Wohl leuchtete die Sonne mir noch, wohl funkelten die Sterne, aber ſie hatten für mich ihr Licht verloren. Mein Auge war wie erſtorben für jeglichen Schein. Ich

irrte wie ein Träumender umher. Ein Brief von ihr erweckte mich zuerſt aus meiner Lethargie, und die Poſttage wurden ſeitdem die leuchtenden Sterne meines Lebens. Ich brachte ihr mein Kind, ſie erzog es mir und morgen reiſe ich ab und hole mir die jetzt erwachſene Tochter von ihr ab.

Pariſer gloſſen.

II. Belgiſche Eiſenbahn. Bidfe. De Keyſer.

Kölner Dom. Brüſſeler Socicté. Gallait und

Malerei der Zukunft.

Es geht das Leben ſtets ſo nahe am Tode vorbei, und wenn wir es zu vergeſſen im Begriffe ſind, wie unſer Sein nur durch den Zufall beſteht, daß wir dem Nichtſein aus dem Wege gehen, ſo ſorgt derſelbe Zufall auch uns daran zu erinnern. Am Leichenzuge des Adolf Schults vor⸗ bei eile ich der Freude entgegen, einen theuren Freund wieder zu ſehen; ich finde ihn in der ſchwarzen Tracht, die einen ſchweren Verluſt anzeigt. Hier in Paris ange⸗ kommen, ſuche ich den muſikaliſchen Schriftſteller Gathy

Aus der Gegenwart. Plaudereien aus Dresden.

Jeder Fremde, deſſen Fuß ihn auch nur einmal nach Dres⸗ den fuͤhrte, wird den Plauen'ſchen Grund und in dieſem die Villa Graſſi beſucht haben. Es iſt dies ein Punkt, deſſen Reize ſich un⸗ nuslöſchlich dem Gedächtniſſe eingraben. Das kleine Luſtſchloß, an Abhange eines Hügels gelegen, an deſſen Fuß ein Waldbach Aenrauſcht, im Rücken und vor ſich die ſteilen Höhen des engen Lhales und ſchattiges Waldgrün mit Vogelgeſang, Blüthen, vilden Früchten und nackten Felspartien, mußten auch das Ge⸗ wüth des Ungebildeteſten feſſeln und ihn empfindlich ſtimmen für die Reize eines Sommerabends in dieſer Umgebung. Das ſüße Hinträumen im Angeſichte des her ſättigte, während das Oh emgelullt ward, bemächtigte Htunde um Stunde langſam Lwage, womit ſie verbracht war. de Betriebſamkeit ſich dieſes P durch die Felſen dieſes en

r durch das Rauſchen des Waſſers ſich hier der Seele und man ließ an ſich vorübergleiten, ohne eine

So war die Villa Graſſi, bevor Bunktes bemächtigte, bis ſie zuerſt 3 engen Thales eine Eiſenbahn führte und dinn das reizende Luſtſchloß in einen Felſenkeller umwandelte, wo unn jetzt echtes bairiſches Bier trinkk. Kürzlich wurde hier zun erſten Male geſchenkt, ds Weges, das gerühmte Getränk zu koſten. Amesdner ein großer Freund der M den das Elbthal erzeugt, konnte nuchen, es blieb dem Ein uid mehr und mehr bild hiate zu einer foͤrmlich

Ohnehin iſt der alzgetränke. Der Wein, wel⸗ aus Sachſen kein Weinland geborenen die alte Vorliebe für die Gerſte, ete ſich dieſer Geſchmack daran aus, bis er

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Schönen, womit ſich das Auge

und die Neugierde lenkte jeden Fuß

en Leidenſchaft herangewachſen iſt. Das

Glück ſeines ſonntäglichen Vergnügens beſteht in einem Glaſe Bier, und dies neu erzeugte Product war ſchon ſeit lange der Gegenſtand des allgemeinen Geſpräches und der allgemeinen Neu⸗ gierde. Kein Wunder alſo, wenn beim Eröffnen des Felſenkellers die ganze Bevölkerung nach dieſer Seite hin auszuwandern ſtrebte. An dieſem Plätzchen, wo einſt der Dichter träumte und ſann, vernimmt das Ohr jetzt das rohe Lachen einer bierluſtigen und bierdurſtigen Menge, und bedauernd ſcheidet man von dem einſt lieblichen Orte, den die Induſtrie zu einem Gemeingute gemacht, das ihn dem Schönen entfremdet. 4 3 Der Sachſe iſt leicht erregbar, leicht hingeriſſen von allem Neuen und gibt ſich einem Eindrucke hin, bevor er deſſen Trag⸗ weite geprüft hat. Darum erweiſt ſich Dresden beſonders günſtig für jede Art von Humbug, und keine Erfindung Barnums blieb hier unbeachtet und überſehen. Kaum taucht ein neues Wunder der Art auf, ſei es in Geſtalt einer Mißgeburt, eines Orang⸗ Outang, kleiner blödſinniger Azteken, oder ſonſt einer Scheuß⸗ lichkeit aus dem großen Gebiete der Natur, ſo wird alſobald die ganze Stadt davon reden, und: ſchon geſehen? und: noch nicht ge⸗ ſehen? bleiben die einzigen Pole der Gedanken, ſo lange das Un⸗ ding in dieſen Mauern weilt. Kürzlich fand eine ſolche, nicht wohlthuende Aufregung in Bezug auf das Fräulein Paſtrana ſtatt, dies ſcheußlichſte aller Geſchöpfe, das dem weiblichen Ge⸗ ſchlechte zuzugeſellen wenig ſchmeichelhaft iſt. Während man nach der einen Seite hin dieſe bärtige Venus bewunderte und der Materie iin ihrer Erſcheinung äußerſter Häßlichkeit huldigte, war von der anderen Seite ein neuer Funke jenes Myſticismus in die Ge müther gefallen, der nach dem Tode noch mit den abgeſchiedenen Seelen verkehren möchte. Wie in Paris, inmitten der höchſten