IV. Jag
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ur, 21. Dritte genehnt. Ich ſtand einen Augenblick wie gefeſſelt vor dieſer beruppe, die mir eigene Gedanken eingab.
Die neue Lehrerin bot mir die Hand zum Gruße. „Sie ſehen wie ich mich ſchon bei Ihnen zu Hauſe fühle,“ ſugte ſie heiter. Meine Kleine ſprang an mir empor, zog neinen Kopf an ihr Ohr und flüſterte:„Wie ſchön ſie iſt, Gapa!“— Ich ſchloß der kleinen Schwätzerin den Mund und ſchob mir einen Stuhl hera„Ich muß mich nun ſanz Ihrer Leitung übergeben,“ An Fräulein Sturm⸗ wogel wieder.„Sie kennen den Ort und die Verhältniſſe, Herr Doctor, ſeien Sie daher ſo gütig mir zu ſagen, wie ſth mich zu benehmen habe.“.
„Sie gehen ganz ruhig Ihren Weg,“ verſetzte ich. „Ich berufe morgen das Comité, zeige an, daß Sie da ſind, und am Montag beginnen Ihre Stunden. Sie haben niitgebracht, was für das„weibliche Turnen“ erforderlich ſtt, und wir laſſen das ohne Verzug im großen Schulzim⸗ nter einrichten.— Ich werde Ihnen bei dem Allen zur Sreite ſtehen. Da die Unterlehrerinnen nichts verſtehen, ſo müſſen Sie ſich dieſe erſt heranbilden. Das wird Zeit erffordern und manchen Kampf koſten; denn ſie ſind unge⸗ meein von ſich eingenommen, wie alle unwiſſenden Perſonen; ſoch werde ich ſchon ein Wörtchen mit dieſen darüber teiden.“
Wir nahmen nun am Theetiſche Platz und die Unter⸗ ſaltung ging zu andern Gegenſtänden über. Ich zeigte ihr lein cher und bot ihr deren Benutzung an, ſie freuete ich a inen Blumen und war ſo unterhaltend und ge⸗ nüthlich, daß ſelbſt meine Schweſter ſie höchſt liebenswür⸗ nig fand.*
Als ich am folgenden Morgen erwachte, waren ſchon ſechs Dienſtmädchen da geweſen, um mich zu ihren Herrin⸗ nem zu beſcheiden, welche alle erkrankt ſein ſollten.— Da gerade keine Epidemie in der Stadt herrſchte, ſo nahm mich das ein wenig Wunder. Bald jedoch errieth ich die Ur⸗ ſoche dieſer Uebelbefinden. Trotz meiner Vorſicht war es
folge.
bereits bekannt geworden, daß die neue Lehrerin angekom⸗
men, und nun wollte Jede die Erſte ſein, die Erkun⸗ digungen über ſie einzog. Der Spaß ſollte ihnen jedoch verdorben werden.— Ich ſtand Keiner von ihnen Rede, de das Geſpräch ſogleich ab und eilte davon. Die Folge war, daß ihre Neugierde ſich nur um ſo mehr ſteigerte und ſie nun den Moment nicht erwarten konnten, wo ihre Gatten aus dem Comité zurückkehrten. Aber auch dieſe hatten nichts zu berichten, als daß der Unterricht am Mon⸗ tag beginnen ſollte.—
„Was iſt es denn für eine Perſon?“ fragte mich der Bürgermeiſter des Ortes.„Meine Frau iſt ſehr neugie⸗ rig ſie zu ſehen. Sagen Sie ihr doch, daß es ſchicklich ſein würde ſich ihr vorzuſtellen.“
„Fräulein Sturmvogel hat keine Zeit Beſuche zu machen,“ erwiderte ich kurz.„Sie iſt mit der Einrichtung der Stunden beſchäftigt und wird ſobald keine müßigen Augenblicke haben. Eine Lehrerin, die nach ſolchen Prin⸗ cipien unterrichtet, muß ſich vorbereiten und kann nicht umherlaufen der Neugierde der Damen zu genügen.“
„Sie wollen ſie verſtecken, Doctor. Aber ſehen wer⸗ den wir ſie ja doch. Sagen Sie mir nur das Eine: trägt ſie Männerkleider und raucht ſie Cigarren?“
„Freilich! Und nur die allerfeinſten. Schaffen Sie nur einen Vorrath davon an, dann will ich ſie Ihnen ſen⸗ den,“ ſagte ich, meinen Hut ziehend, und lief davon.
Es war in der ganzen Stadt nur von ihr die Rede, der Eine wollte ſie am Fenſter geſehen haben, mit kurz ge⸗ ſchorenem Haare und einem Männerhemde; der Andere er⸗ zählte, ihre Bedienung habe ihr Wein aus dem Gaſthof ge⸗ holt, denn ſie trinke wie ein Mann; der Dritte berichtete endlich gar, ſie habe einen großen Koffer mitgebracht, der alle Theile des menſchlichen Körpers enthalte, welche ſie der Jugend in den Lehrſtunden vorzeige.— Der Gegen⸗ ſtand aller dieſer Anklagen lebte indeſauganz ſtill in ſeinen (Zimmern und wußte nicht wie ſehr meüthach ihm verlangte.
mriben ein Gewerbe“— entſchied die hochmüthige Gräfin; und noch dieſem Ausſpruche wandten ſie ſich Alle mit verächtlichem NAmſerümpfen von mir.„So iſt es nicht“ rief ich endlich wü⸗ ſend aus,„mein Papa iſt ein Herr, ein wirklich feiner Herr, min⸗ diſtens eben ſo gut, wenn nicht beſſer, als einer Ihrer Väter, ob⸗
Neich Sie ſo gewaltig großthun; ich werde nicht mehr eine Ihrer
unverſchämten Fragen beantworten.“—„So iſt's recht“— rief zunny lachend—„erzähl' ihnen Nichts mehr, das iſt das beſte
Kitteel ſie zu ärgern.“
Und Du ſollteſt nun gehört haben, Nina, wie neugierig ſie nech meinen Brüdern fragten. Wie ſie ausſähen, was ſie für Augen, Haare und Bärte hätten, und ſie nannten ſie dabei mit ilren Vornamen und ſprachen von Alfred, Heinrich und Oskar als — ſie jahrelange Bekannte wären. Das kleine, unverſchämte Mäd⸗ den mit dem Stumpf⸗Näschen ſagte geradezu, ſie fühle, daß ſie SSkar raſend lieben könnte, worauf ich nicht unterließ zu antwor⸗ eu:„Sparen Sie ſich die Mühe, Fräulein, er wird es niemals wunſchen.“ Dummes Ding! Ich weiß gewiß, Oskar würde nicht din Kopf nach ihr umwenden— nicht einmal in der Kirche.
Doch das Schlimmſte kommt noch; Du wirſt es ſchwerlich ilruben, was ich Dir nun erzählen werde, und doch weißt Du 1o8 ich das Flunkern und Aufſchneiden verabſcheue. 1 Die Claſſen waren ſo eben geſchloſſen, als eine Dienerin mit ſiſem großen Präſentir⸗Bret eintrat, auf welchem alle meine Krchen, Früchte und Süßigkelten lagen. Fräulein Schlicht, die tille, ſchweigſame Lehrerin, die ſich meiner zuerſt freundlich ange⸗ ſenmen, rief mich auf, und ich wollte mir eben die Erlaubniß er⸗ biten meine Vorräthe zu verſchließen, als— Du kannſt Dir mein Eiſtaunen vorſtellen, Nina,— ſie meinen„meinen eigenen Napf⸗
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kuchen in dünne Stückchen ſchnitt. Zuerſt war ich ſo betroffen, daß ich keine Worte fand, und als ich im Begriff war ſie bei ihrer Arbeit zu unterbrechen, bemerkte ich, wie ſie einige große Stücke ordnete und mich aufforderte dieſe den Lehrerinnen und dann je⸗ dem einzelnen jungen Mädchen die Schüſſel zu reichen. Ich fürchte faſt, daß ich bei dieſer Weiſung ärgerlich ausſah, und in Wahrheit, ich zitterte vor Erregung; aber ich bin überzeugt, es wäre Dir auch ſo ergangen, Nina; Du hätteſt es auch als keinen Spaß be⸗ trachtet, dieſelben Mädchen mit Deinen guten Biſſen zu tractiren, die noch kurz vorher Dich verhöhnt und Deine Eltern lächerlich ge⸗ macht hatten. Auch jetzt hörten ſie noch nicht auf mit ihren lieb⸗ loſen Bemerkungen; denn nachdem eine derſelben mich erſt gefragt, ob meine Mutter den Kuchen ſelbſt gebacken, rief ſie mit einer Stimme ſo ſcharf wie verdorbener Eſſig:„ich konnte es mir den⸗ ken, da die Roſinen ſo ſpärlich darin ſind.“ Dann wurden die Orangen und Apfelſinen in Viertel geſchnitten, und wieder mußte ich ſie herumreichen(die Lehrerinnen bekamen Hälften!), bis Alles von dem Brete verſchwunden war und mir nur, aus beſonderer Gunſt, zwei Stückchen blieben. Liebſte Nina, halte mich nicht für geizig und lecker, wenn ich Dir ſage, daß ich empört war— abeg ich mag nicht zur Großmuth gezwungen werden, mag nicht Allen gleich geben, ob ich ſie lieb habe oder nicht; es ärgerte mich, der hochmüthigen Gräfin(die doch nicht zu vornehm iſt anderer Leute Kuchen zu eſſen) daſſelbe anbieten zu müſſen wie meiner lieben, Fanny. Das Ganze mag ſchon recht ergötzlich ſein, wenn's nicht von unſerem Eigenthum geht— gleiche Theile, das klingt ganz gut; aber ich möchte nur wiſſen, wann der anderen Schülerinnen Kuchen und Früchte kommen? Da ich die letzte bin, die in dieſem Halbjahr eingetreten iſt, ſo werde ich lange darauf warten müſſen.


