Nr. 20.) Dritte Jolge. 309
Sprache, zu welcher Sie nichts berechtigt. Ich bitte Sie ernſtlich mich allein zu laſſen!“
„Nicht eher gehe ich von dannen“— rief Emil ſo laut, daß es im ganzen Hauſe gehört werden konnte,„als bis
noch wiederſehen.
Sie allein!“ Dieſe kühne, zuverſichtliche Sprache gab Helenen ihren
ganzen Muth wieder. Sie maß Emil mit einem langen
Es muß ſo ſein, und Sie vermögen es,
eigenen Hung verweiſenden Blicke und erwiderte dann, nicht weniger ge⸗ meine Frau, die Sie verborgen haben, Ihre Schwelle mit r das A faßt als er: mir verläßt. Und da Sie mir kein freiwilliges Gehör Nachfrage nach„Sie ſprechen mit mir in einem Tone, Herr Doctor, ſchenken, ſo will ich ſelbſt ſuchen.“ wäre ihm in ſän der mich in Erſtaunen ſetzt. Allerdings, Lina iſt meine Mit dieſen Worten ſchritt Emil, deſſen Augen in- gültig gewn Freundin, obſchon wir uns kaum wieder haben kennen ler⸗ zwiſchen das ganze Zimmer durchſtreift hatten, auf eine Ta⸗
petenthüre zu, welche nach Helenens Schlafcabinet führte,
taß Helene und* nen, und ſie hat mir auch Mancherlei aus ihrem Leben er⸗ gen Aufenthaltn zählt, was ich lieber nie gehört hätte. Hat ſie ſich aber und er hatte ſchon die Hand auf den Drücker gelegt, als Gattin bei jetzt von Ihnen gewendet, ob mit Recht oder mit Unrecht, Helene ihn heftig zurückſtieß und mit zornglühenden Augen ohan dem ihn darüber habe ich nicht zu entſcheiden, wie kommen Sie auf dazwiſchen trat. den Gedanken, ſie von mir zurück zu verlangen? Ich habe„Gut“— ſagte ſie dabei,—„Sie wollen einen Auf⸗ her noh kein Recht über Ihre Gattin und wäre ſie ſelbſt hier in tritt, Sie ſollen Ihr Ziel erreichen. Ich ziehe die Klingel angekonn meinem Hauſe, ohne ihren freien Willen würde ich ſie und ſende nach der Polizei, um einen Störer meines
Ihnen nimmermehr übergeben. Und nun, mein Herr, iſt Hausfriedens zu verhaften. Dann ſind Sie gleich am
es genug. Ich entſchuldige Ihre Uebereilung mit dem, was Sie heute erfahren mußten, und bin um Lina's willen, deren Schickſal auch mich beunruhigt, gern bereit mit Ihnen, wenn Sie erſt ruhiger geworden ſein werden, Wei⸗ teres zu beſprechen. Für heute iſt es mir unmöglich!“
„Sie wiſſen um Lina's Aufenthalt“— fiel Emil mit zitternder Stimme ein, und ſeine dunkeln Augen rollten drohend,—„Sie dürfen mich nicht ſo von ſich weiſen wie einen läſtigen Bettler, den man, um heute ſeiner los zu werden, auf morgen vertröſtet. Meine Gattin iſt es, das mir vor Gott angetraute Weib, welches Sie mir vorent⸗ halten. Treiben Sie mich nicht zum Aeußerſten, Madame. Mißbrauchen Sie nicht das Vertrauen meiner Lina, um dieſe und mich unglücklich zu machen, und haben Sie einen Groll wider mich, ſo laſſen Sie ihn nicht Jene mit mir entgelten!“
Helene trat einen Schritt näher auf Emil zu und ſngte ſtreng und gebieteriſch:
„Sie vergeſſen ſich gänzlich, mein Herr, und führen eine
rechten Orte, um Nachforſchungen über Ihre entflohene Gattin zu veranlaſſen. Die Stadt, arm an Neuigkeiten wie ſie iſt, wird Ihnen dankbar ſein!“
Emil, zur Beſinnung zurückkehrend, ſtand vom gewalt⸗ ſamen Eindringen ab. Wäre Lina im Hauſe geweſen, ſo hätte ſie es ja auch ſicher nicht über das Herz gebracht, jetzt noch im Verborgenen zu bleiben. Aber ſo ruhig er auch ward und obſchon er ſelbſt Bitten nicht ſcheute: er er⸗ langte von Helene keine Auskunft, und zweifelhaft endlich ſogar über ihre Mitwiſſenſchaft entfernte er ſich von ihr, um einer traurigen ſchlafloſen Nacht entgegen zu gehen.—
Und welch ein Erwachen am andern Morgen! Die
geſtrige Erſchütterung und die neue Troſtloſigkeit des heu⸗ tigen Tages laſteten gleich ſchwer auf ihm. Er fühlte ſich jetzt von einer Oede umfangen, wie er ſie noch nie in ſeinem Leben empfunden hatte. Er eilte an das Fenſter, um es zu öffnen und die friſche Morgenluft einzulaſſen, die ihm doch eine Erquickung bereiten konnte nach der un⸗ fendlich langen qualvollen Nacht. Auf der Straße unten
Düngerhaufen oder,
h. wie andere behaupten, von einer Schlange alsgebrütet wird. 1
wird. In der neueren Zeit kommt es bekanntlich nicht mehr vor, daß Hähne Eier legen, weshalb wohl auch Baſilisken ſchon ſeit langen Jahren nicht mehr geſehen wurden.
Laſilisk aus Hahneneiern entſtand, iſt unbezweifelt; ſtheint das Ausbrüten durch die Schlange ein A 1 rigſtens läßt der Ortus sanitatis dieſe Anſicht durchſchimmern. Diejenigen Leute, welche das Ei ſahen, behaupten, es habe keine Schale, ſondern ſtatt der Schale eine Haut, die ſo feſt iſt, daß nan ſie kaum mit einem Hackbeil auseinander hauen kann.“ Die Geeſchichte des Rhinoceros, daß es in der Gefangenſchaft aus Kum⸗ ner und Gram ſtirbt, iſt bekannt. Den Salamander bildet der Naturforſcher auf einem comfortablen Lager von Feuer ab. Er,
dagegen Aberglauben; we⸗
mmlich der Salamander, iſt ein Thier ohne Milz, mit der Leber
apf der linken Seite des Körpers. Bach, hatte ein von der Wolle dieſes Thieres gem s Kleid welches nicht im Waſſer, ſondern im keslsr hewaſchen achted Klaſd zirifen noch am Schluſſe des Alphabets den Zubro heraus. Die⸗ ſe; Thier iſt abgebildet, wie es drei Hunde auf einmal in die Luft ſclleudert und auf einem vierten herumtritt. Es iſt in ſeinen Be⸗ „ gungen ſo behende, daß es ſich ſ ſoht, ehe ſie noch den Boden berühren, und ſie mit ſeinen Hör⸗ n auf weite Strecken zurückſchleudert, ſo daß ſie wie eine Pe⸗ ſade unter die das Thier verfolgenden Hunde fallen und erſticken Eriige gegründete Mittheilungen über Vögel ſind gleichfalls von r ßem wiſſenſchaftlichen Intereſſe. Da iſt z. B. die Barliata ire Art von Gans, welche an der See auf faulem Holze wächſt, indem ſie mit ihrem Schnabel hängt, bis ſie abfällt. Der Schna⸗
Papſt Alexander, erzählt unſer
Daß der
um ſeine eigenen Excremente
ſich an ihm wie die Blume an ih Biſchof Jacobus Athenienſis v Reiſe nach Oſten, daß er ſolch
rem Stengel. Der griechiſche erſichert in der Beſchreibung einer 3 e Vögel auf Bäumen an Seeufern wachſen und an ihrem Schnabel hängen ſah, wie die Birne am Stiel hängt.— Careſto heißt ein kleiner Vogel, der, ohne ſich zu beſchädigen, durch das Feuer fliegen kann.— Mitten unter dieſen wunderbaren Thieren kommen übrigens auch Horniſſen und Hirſch⸗ käfer als— Vögel vor. Ihre tiefere ſociale Stellung in der Ge⸗ genwart des Thierreichs verdanken ſie alſo einzig und allein der Neuerungswuth der ſpätern Wiſſenſchaft. Der herrliche Vogel Phönigx exiſtirt jetzt nur noch als Sinn⸗ bild von Brandſchaden⸗Verſicherungsgeſellſchaften, obgleich die Neigung einer anſtändigen Körperſchaft für einen ſolchen Vogel nicht recht zu erklären iſt, denn der Phönix iſt eigentlich der Typus der Mordbrennerei. Der Phönigx als lebender Vogel kam in Ara⸗ bien vor und hatte die Gewohnheit, wenn er alt wurde, aroma⸗ tiſche Kräuter unter einem heißen Sonnenſtrahl zu ſammeln. Er fächelte mit ſeinen eignen Flügeln jene Kräuter ſo lange, bis ſie in Flammen aufgingen und ihn verbrannten, wobei er jedoch den feſten Vorſatz hatte, aus der Aſche in verbeſſerter zweiter Auflage wieder hervorzugehen. Man ſieht, er wird ſich nie von einem ſtar⸗ ken Verdachte der Mordbrennerei reinigen können! Der neue Phö⸗ nix entſteht zuerſt in der Aſche als Wurm; aber er wächſt raſch, und dieſes unzweifelhafte Factum pflegten die alten Naturforſcher als einen ſichern Beweis der Auferſtehung anzugeben. Der Greif, die Harpyie und der Merops ſind gleichfalls huͤbſche Vögel. Der letztere baut ſein Neſt in die Erde und verbirgt ſeine Eier tief im Boden. Er fliegt gänzlich verkehrt, nach rückwärts und den Kopf
lvertritt dabei die Stelle des Stieles, und die Gans entwickelt V der Erde zugekehrt. Die Hauptleidenſchaft eines andern ähnlichen


