Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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er auf Lina's Arbeitstiſch ein weißes beſchriebenes Blatt fand. Er nahm es an ſich und las:

Lebe wohl, Emil, ich gehe von Dir, da ich nunmehr weiß, daß ich Dir eine Laſt bin, die Du gern abſchüttelteſt, wenn Du könnteſt. Wohin ich mich wende, weiß ich noch nicht, weiß nicht, ob wir uns je wiederſehen werden. Ein ruhiges Plätzchen werde ich ſchon finden, wo es auch immer ſei. Ich zürne Dir nicht, aber ich verſtehe Dich nicht, oder hätteſt Du mich nie geliebt? Vergiß mich, Emil, und werde glücklicher. Deine Lina.

Emil ſtand wie vernichtet. War ſeine Freude, ſeine Reue und Hoffnung, war denn Alles umſonſt geweſen, war Lina wirklich für ihn verloren? Er mochte dieſem Gedan⸗ ken nicht Raum geben, denn mit ihm ſtand er an den Grenzen der Verzweiflung. Nein, nein! Lina mußte noch leben, von Neuem für ihn leben, der ſo große Schuld an ihr zu ſühnen hatte. Ein Gebeſſerter kehrte er zurück. Gott ſelbſt hatte ſein Herz durch eine gewährte Hoffnung er⸗ leuchtet: ſollte denn Sie, die er ſo ſehr liebte, dieſes Se⸗ gens nicht mit ihm theilhaftig werden? Dann ward ja auch ihm der vermeinte Segen zum Fluche, das geträumte Glück zum bitterſten Mißgeſchicke.

Es war nicht denkbar, daß es ſo furchtbar ernſt über ollte. Er vergaß, daß er ſelbſt das Schickſal dereinſt über ſich beſchworen und ſich ein unbarm⸗ herziges Gegenüber erſehnt hatte. Gern würde Lina zu ihm zurückkehren, gern Alles, was vorgefallen war, ver⸗ geben und vergeſſen, wenn ſie von ſeiner Reue erführe. Eine plötzliche Ueberſpannung nur hatte ſie zu einem doch immer tadelnswerthen Schritte verleitet. Oder war es eine fremde Einflüſterung, der ſie Raum gegeben hatte?

Helene von Zerkowsky! Dieſer Name ſtieg plötzlich wie ein böſer Dämon in ihm empor, und der Schleier, der ſeinen Blick verhüllt hatte, fiel mit einem Male. Das iſt das Werk jener Frau, nie hätte Lina ohne fremde Rath⸗

ihn hereinbrechen ſ

Noveſlen⸗Zeitung.

[(IV. Jahrg.

ſchläge einen ſolchen Gedanken gefaßt, noch weniger ihn ausgeführt! Aber Jene ſollte ihm Rechenſchaft geben, und noch heute wollte er die ihm entriſſene und ſchändlich irre geleitete Gattin von ihr zurückfordern. Noch heute und auf der Stelle!

Emil verſchmähete es ſogar in ſeinem eigenen Hauſe Erkundigungen einzuziehen. Nicht als ob er das Auf⸗ ſehen geſcheut hätte, welches eine ſolche Nachfrage nach der Vermißten hätte erregen können; dies wäre ihm in ſeinen fieberhaften Ungeduld gewiß nur gleichgültig geweſen, Aber der Gedanke ſtand in ihm feſt, daß Helene und eben auch nur ſie um Lina's Flucht und jetzigen Aufenthalt wiſ⸗ ſen werde. Vielleicht hatte ſie gar ſeine Gattin bei ſich aufgenommen und weidete ſich ſchadenfroh an dem ihm ent⸗ riſſenen Schatze.

Mit vieler Selbſtüberwindung genügte er noch der Form und ließ ſich, in Helenens Wohnung angekommen bei der Erſtern nach ſeinem wahren Namen und, wie et ſich ausdrückte, in einer dringenden Angelegenheit melden, Er wurde alsbald eingelaſſen. Helene empfing ihn in ge⸗ meſſener Haltung und fragte ſcheinbar verwundert nach

ſeinem Begehren. Es war gut, daß die Lampe, welche das Zimmer mild erhellte, ſie ſelbſt jetzt nur halb beleuch⸗ tete, denn ihre gewöhnlich blaſſen Wangen hatten ſich plöß⸗ lich roth gefärbt und eben ſo ſchnell waren ſie wieder e⸗ bleicht.

Madame, ſprach Emil, indem er ſeine Faſſung mühſam behauptetemeine Frau, die Sie Freufſm nennt, hat mich während meiner Entfernung von hier ver⸗ laſſen. Sie mag mit Recht unzufrieden ſein über mich und mein Benehmen gegen ſie in der jüngſten Vergangenheit, aber als ſie von mir ging, hat ſie doch ſehr unrecht gehan⸗ delt. Gern will ich ihr verzeihen, wenn ſie ohne Anſtand wieder zu mir zurückkehrt, dahin, wo einzig und allein ihrt Stelle iſt. Sind Sie in Wahrheit eine Freundin meinher Frau, Madame, ſo ſorgen Sie dafür, daß wir uns heute

Was einſt Naturgeſchichte hieß! Eine Humoreske nach Charles Dickens von H. Ch. (Schluß.)

Ein prächtiges Thier muß welchem die Heiden glaubten, es hab göt tur. Sein Fell war purpurroth und ſchimmerte in köſtlichem Lichte während ſeine Knochen ungeheuer hart und feſt waren.

Es iſt begreiflich, daß Syſtem in der Zoologie gar nicht zu d

enken war; die einzige Weiſe

Weiſe kommen wir nach Pathion Abbildung und Beſchreibung mi durchgeführt iſt, daß man deutlich Naturforſcher das geflügelte Roß melten, während heutzutage viele feſt darauf reiten können. Nach dem über ſtaunen, auch einer Art kleiner As Jahren ſchon alt waren und nach den Verſi

ſelbſt beſtiegen und luſtig tum

cherungen der Wiſſen

Feuilleton.

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das Pathion geweſen ſein, von habe eine Art von göttlicher Na⸗

bei derlei ſonderbaren Thieren an ein

einige Ordnung auf ſo romantiſchem Gebiete herzuſtellen, beſtand in der Ordnung der Thiere nach dem Alphabete. Auf dieſe

ſofort auf den Pegaſus, deſſen t ſolcher Genauigkeit und Liebe ſieht, wie gerne die damaligen

Poeten nicht einmal mehr ſattel⸗ Pegaſus wird man nicht dar⸗ eine Naturgeſchichte der Pygmäen zu finden, Der eigent teken, die mit drei Jahren reif und mit ſieben

ſchaft auf wilden Ziegen ritten, um mit Pfeilen gegen die Kranich Krieg zu führen und deren Cier zu erbeuten. Wir wollen i dem Buchſtaben P nicht die Pediculi überſehen, die Plage di menſchlichen Hauptes. Sie entſtehen durch Ausdünſtung un kommen aus den P Reiſenden ſchwärmen ſie in unge Reiſe viel ſchwitzt und oft längere Zeit ſich zu baden. Es iſt wohl überflüſſig bei dieſer Gelegenheitn die Weisheit der Natur hinzuweiſen, Inſect rechtzeitig ausſterben ließ, da bei der Rei Jahrhunderts gar nicht abzuſehen wäre, was z. B. im Sommer geſchehen müßte, um jene Inſectenſt Köpfen der Reiſenden zu bewältigen. Den finden wir unter den Reptilien und Vögeln, denn da halb Schlange iſt, ſo läßt ſich ſchwer beſtimmen, we

t; der Autor hilft ſich aus dieſem Dilemm!

er eigentlich angehör indem er ihn unter beiden anführt. Wenn man den Baſilisken af d man waſſerſüchtig und ſtiük⸗

ſieht oder ſein Ziſchen hört, wir

lich verderbliche Theil ſeines Körpers, deſſen Anbl⸗ ſind drei Haare unter ſeinem Kopfe. Der Bafilisk en ch einen alten Hahn gelegten Ei, das in ein

heurer Menge, da man aufde nicht Gelegenheit find⸗

ſeluſt unſern

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er halb Hahl,

tödlich iſt, ſteht aus einem dur

oren der Haut. Namentlich auf den Köpfend

welche ein ſo gefährliht in Bahnhöſe chwärme auf det Baſilisken(Regului

lcher Gatturzſ

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R. 20.

lroch wiederf Sie allein! Dieſe ki ganzen Mut verweiſenden fißt als er: Sie ſi dur mich in Freundin, o nn, und ſie zihſt, was; zitt von Ihn darüber habe den Gedanke kein Recht i nneinem Ha Jhnen nime nes genug. Sie heute deren Sch Fhnen, we teres zu b Sie ſtternder Frohend, nen läſ derden, N NX vatoN. Mißor dieſe u Groll entgel 15 ſagte Düng ausget nlehr) ſchon Vaſili bein gſt Schale