Jahrg.
X Tp
der That, daß geneſen zu laſ⸗ rſt zu ſchätzen iſt verloren 1
thelt. Das troſt⸗ t ein harter, aber Du Mith haſt,
ſie ihn austrin⸗
m Schickſale, ſt herbei⸗ nel in ſeiner aß ihn allein, rhofften Trennung würfe empfunden ke Dich ihm auft
kerfülltem Herzen
Frage zitterte in tt tte und uun t warmer Em Thränenſtrom aud und ſei ſie not nicht fremd ge riff ſie jetzt! Opfer ſcheute!
ch nicht allein
klärt, daß
ſo lange nlc kehre mit iht d Nuhme ſeglen
Die Nein „ hwarm Ar
z höchſte
fh te 82 deſſel Annahme deſe ¹dor Ebrenlegle del n diſch
4 eine neidiſo „eiöm entgang Vorſli⸗
On
—
Nr. 19.]
ſben haben werde, was ſie unter allen Umſtänden be⸗ weifele.—
Lina hatte, als ſie nach Hauſe zurückkehrte, noch Zeit zemug, um vor der Rückkunft Emils ihrer gemiſchten Em⸗ ſündungen Meiſterin zu werden. And wunderbar genug! Wie ſie die gewohnte Häuslichkeit wieder umfing und das wohlgetroffene Bildniß ihres Gatten, aufgenommen in deſ⸗ ſi glücklichſter Stimmung, freundlich auf ihr Walten in drn trauten Zimmer herabſchauete, in welchem ſie den Uwendtiſch bereitete: da fühlte ſie ſich abgeſtoßen von He⸗ imens letztem abenteuerlichen Vorſchlage und bereuete es fiſt die Jugendfreundin ohne Emils Genehmigung in einer ötzlichen Laune aufgeſucht zu haben. Nein, nein! Wenn der Himmel gnädig war, ſo würde ſich ja auch Emil ohne olches frevelhafte Spiel wieder zurecht finden, und damit dies geſchehe, wollte auch ſie alle ihre Kraft, allen ihren Limfluß aufbieten. Sie klagte ſich an, daß ſie zu unthätig, u gleichgültig ſei gegen ſeine perſönlichen Intereſſen, daß nicht bloß hinnehmen und empfangen, daß ſie auch ſelbſt iboen und ſich nicht wie ein verwöhntes Kind nur hegen und pflegen laſſen, ſondern als ſorgliche Freundin des hatten auch handeln müſſe. In dieſer umgewandelten etimmung erwartete ſie ihren Gatten, und als er endlich nitrat, eilte ſie ihm ſo fröhlich und zuverſichtlich entgegen, nie lange nicht geſchehen war.
Emil erwfcerte jedoch ihr Willkommen nur kurz und gſtig. Auf ſeiner Stirn zeigte ſich die ihr, leider! ſchon vohl bekannte unmuthige Falte, und nachdem er die Papiere, telche er mit ſich gebracht, bei Seite gelegt hatte, ſagte er lulbb für ſich, halb zu Lina gewendet:
„Wieder einmal ein ſchlechter Tag überſtanden! Wenn nan doch nichts mehr hoffte, um nicht fortwährend ge⸗ luſcht zu werden! Die Stelle an der Bibliothek, auf die ih mir Rechnung gemacht hatte, iſt anderweit vergeben; ſulte habe ich es ſchwarz auf weiß zugefertigt erhalten. Män bevorzugter College iſt ſechs bis ſieben Jahre jünger
als ich und einmal durch das Examen gefallen. Thut nichts! Er hat Glück und eine einflußreiche Sippe. Glück, viel Glück muß man haben; ſonſt bleibt bis zum ſanften und ſeligen Ende nichts übrig als zu ſchulmeiſtern und den widerwilligen Knaben die Elemente einzubläuen. Sie⸗ ben Stunden den Tag, bleiben immer noch ſiebzehn übrig, wo man ſich luſtiren kann nach Herzensbedürfniß. Wenn die ſieben Stunden einem nur nicht die Luſt ver⸗ dürben, daß man für den Reſt des Tages genug hat! Jämmerliches Leben für Unſereinen! Wenn man nur we— nigſtens den Humor beſäße wie Frank, der, wenn er ſich zum Tode ärgert, noch lachen kann!“
Lina ſeufzte leiſe auf bei dieſem neuen Ausbruche troſtloſer Verſtimmung, doch ſie faßte ſich ein Herz und dachte an ihre eben erſt gewonnenen Vorſätze.
„Aber Emil“— ſagte ſie—„faſt den ganzen Tag haben wir uns nicht geſehen, und das iſt Alles, was Du mit nach Hauſe bringſt? Bin ich Dir denn gar nichts mehr, daß ich kaum erfahren darf, was Dich ſtört und be⸗ kümmert, daß Du mich von allen Deinen Sorgen aus⸗ ſchließeſt? Erzähle mir doch, was Dir widerfahren, ſchütte Dein Herz aus und laß uns das Drückende zuſammen er⸗ tragen. Klingt es doch, wenn Du ſo verzweifelt vor Dich hin klagſt, als füllte ich auch gar keine Stelle in Deinem Leben aus! Bin ich Dir weniger als Frank mit ſeinem häßlichen erkünſtelten Humor? Dann freilich, Emil, hät— teſt Du beſſer gethan Dich nie mit der neuen Sorge um mich zu belaſten. Lieber ganz einſam ſtehen in der Welt, als nutzlos ſein!“
„Trefflich, mein Kind,“ unterbrach ſie hier Emil, in⸗ dem er von ſeinem Platze auf dem Sopha aufſprang und das Zimmer mit raſchen Schritten durchmaß—„vortreff⸗ lich! Die Lehren der Frau von Zerkowsky haben zeitige Früchte getragen, und Deine Abneigung gegen Frank be⸗ greife ich recht wohl, nachdem er das Unglück gehabt hat Zeuge Deiner heimlichen Beſuche bei einer, wie Dir viel⸗
utt als ein gefügiges Werkzeug betrachten. In den fünf Jahren, ſeer noch in Algier verweilte, fügte er ſeinen Verdienſten durch ſe Werſöhnung der unterworfenen Stämme ein neues hinzu. In⸗ im er ihnen durch ſeine Energie Achtung und Gehorſam abnö⸗ igte, erwarb er ſich durch ſeine Mäßigung, ſeine ſtrenge Gerech⸗ gieitsliebe, ſeine Sorge für ihre Bedürfniſſe, ſeine Schonung ru Sitten und Gewohnheiten ihre Liebe.
Im Auguſt 1853 wurde Bosquet zum Diviſionsgeneral er⸗ murit und dem Kriegsminiſter zur Verfügung geſtellt. In der eimarmee erhielt er den Befehl über das zweite, aus fünf Infan⸗ tridiviſionen beſtehende Armeecorps. In der Almaſchlacht erſtieg erlie von den Ruſſen für unzugänglich gehaltenen Höhen auf frem linken Flügel mit ſeiner Diviſion und ſämmtlicher Artille⸗ i and Marſchall St. Arnaud nennt in ſeinem Schlachtbericht iſt Bewegung die den Tag entſcheidende. Bei Inkerman war er der den der ruſſiſchen Uebermacht ſich kaum noch erwehrenden iokändern rechtzeitig zu Hülfe eilte, und nach der Schlacht dankte
9 tn Lord Raglan im Namen Englands. Den verunglückten
Sarmperſuch auf die Karabelnaja vom 18. Juni 1855 mißbilligte
19 zurd hatte an dieſem Tage die Aufgabe die Tſchernaja zu decken.
Tn ſo energiſcher griff er in den Sturm auf den Malakoff ein, e lafanntlich die Näumung der Hafenſeite von Sebaſtopol zur 8g jhatte. Die Wunde, die er an dieſem Tage davontrug, heilte in Frankreich.
Es charakteriſirt den wackern Mann, deſſen Leben wir in aeß Umriſſen geſchildert haben, daß ſeine Erhebung zu der höch⸗ e iilitäriſchen Würde Frankreichs, zum Marſchall, ihm darum [auoe machte, weil ſeine alte Mutter ſie noch erlebte. Für ſich
afctun 4ſ iſt Bosquet frei von dem fieberhaften Ehrgeiz, der die mei⸗ ſc
ſten ſeiner Waffengefährten zu ihren Thaten ſpornt. Es gibt kei⸗
nen beſcheidneren Mann als ihn, und ſeine Txiebfeder iſt die reinſte Vaterlandsliebe. Europa.
Literatur.
Zlluſtrirte deutſche Geſchichte von den älteſten Zeiten bis zur neuen Zeit, begonnen von Dr. Eduard Duller, fort⸗
geſetzt von Prof. Dr. Carl Hagen. Fünf Bände. Frankfurt a. M. Verlag von Meidinger Sohn& Comp. 1858.
Dieſes Werk, über welchem der treffliche, ehrenwerthe Duller
bekanntlich ſtarb, iſt nun von Prof. Hagen, dem früheren Heidel⸗ berger, jetzt Berner Docenten, dem Verfaſſer einer ſehr bedeutenden Geſchichte der geiſtigen Bewegungen während der Reformation, bis zum fünften Bande vollendet und mit dem Beginn der fran⸗ zöſiſchen Reformation zunächſt geſchloſſen. Der Herr Verfaſſer lehnt es deshalb noch nicht definitiv ab, das Werk in die neuſte, für das Verſtändniß der Gegenwart ſo wichtige ren; er erklärt in der Vorrede des letzten Bandes nur, daß er über die Friſt, in der der Reſt erſcheinen werde, nichts verſprechen könne. Ueber die Methode ſeiner Darſtellung gibt er eben dort ein Reſumé.
Zeit weiterzufüh⸗
D
„Ich wollte die allgemeinen Grundzüge unſerer nationalen
Entwicklung während dieſer Zeit darlegen und von den Schick⸗ ſalen unſeres Volkes in großen, aber ſcharfen und beſtimmten Strichen ein Bild entwerfen. Der allgemeine Zuſammenhang, die den Ereigniſſen zu Grunde liegenden Ideen, überhaupt das cul⸗ turhiſtoriſche Moment war mir die Hauptſache.
Man wird es


