Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
293
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Nr. 19.]

atte. Dieſe Niederſchrift bot ein ſo treues Abbild von der innern Lage Emils, daß ſie ſich tief ergriffen fühlte. Wie unendlich weit blieb auch ihr Wille hinter ihrem Kön⸗

na zurück, und wie oft hatte ſie es mit dem Gatten ſchmerz⸗ lich empfunden, daß ihm die rechte friſche und geſunde Le⸗

ensluft mangelte! Seine Stellung, ein Lehramt an einer untern Gymnaſialclaſſe, befriedigte ihn nicht und bot nur kben ein beſcheidenes Auskommen; manche ſchöne Hoffnung zuf Veränderung und Beförderung hatte er im Laufe der zeit und namentlich während der letzten beiden Jahre be⸗ graben müſſen, und die Muße, welche er gern mit ſchrift⸗ ſelleriſchen Arbeiten auszufüllen pflegte, war ihm nicht nur karg zugemeſſen, ſondern fand ihn gar häufig auch zu er⸗ ſchöpft und ermattet von den einförmigen Berufsarbeiten, als daß er ſie noch nach ſeinem Wunſche hätte ausbeuten bnnen. Da wäre es nun wohl die Aufgabe der Frau ge⸗ heſen dem Manne hinweg zu helfen über die trüben Stun⸗ den einer genußloſen Muße. Aber ſo herzlich ſie ſich freuen komnte mit den Fröhlichen und trauern mit den Trauernden, ſo wenig war es Lina verliehen, der Stimmung Emils, da nthig, Meiſterin zu werden, und ängſtlich und beklommen dog ſie ſich in der Regel zurück, wenn, wie es häufig und mumer häufiger der Fall ward, eine düſtere Wolke der Un⸗ zufriedenheit mit ſich und der Welt auf des Gatten Stirn lagerte. Sie fühlte recht gut dieſen Mangel und klagte ſch deshalb bitter an. Aber weiter vermochte ſie nicht zu gehhen, und die nächſte Prüfung, welche ſie zu beſtehen hatte, jand ſie auf derſelben Stelle wie früher.

Heute aber, nachdem ſie einen ſo gründlichen Blick in

das innere Leben ihres Emils gethan hatte, ſtieg doch ein (thatkräftiger Gedanke in ihr auf.

Sie ſuchte raſch Alles zu überwinden, was in den Herzensergießungen des Gat⸗ jen für ſie Verletzendes und Kränkendes liegen konnte, und hielt es für einen verhängnißvollen Zufall, daß ihr gerade dieſe Zeilen in die Hände gerathen waren.Jetzt ſiehſt Du wenigſtens völlig klar dachte ſie bei ſich ſelbſt

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und weißt, daß er Dir nicht allein die Schuld gibt, wenn er unzufrieden iſt. Ob ſich da wohl helfen ließe, wenn man auf ſeine ſonderbaren Gedanken einginge? Die närriſchen Männer! Trotz ihres weiten Geſichtskreiſes ſind ſie doch wohl eben ſo fern vom Ziele als wir Frauen.

Dabei lächelte Lina leiſe vor ſich hin und ſchob den durchleſenen Brief ſorgſam an ſeine alte Stelle zurück. Sie war offenbar vertrauensvoller geworden, nachdem ihr die innere Verworrenheit Emils ſchwarz auf weiß gegen⸗ über getreten. Den Frevel aber, der in ſeinem Wunſche nach einem Schickſale lag, den fühlte ſie kaum in dem be⸗ friedigenden Gefühle, nun wenigſtens klar zu ſehen, und in der aufdämmernden Hoffnung, vielleicht helfen zu können. Darüber war es endlich ſpät geworden und Lina begab ſich zur Ruhe.Hauptſächlich ſind es doch bloß Grillen, die ihn ſtören. Aber die kommen und gehen in jungen Jah⸗ ren und ſind wohl gefährlicher anzuſchauen, als ſie es ver⸗ dienen. Eines ſteht ja doch feſt: daß wir uns lieben und immer lieben wollen.

Ueber dieſem freundlichen Gedanken ſchlummerte Lina ein, und die Träume, welche ſie in dieſer Nacht heimſuchten, verſetzten ſie in die hoffnungsvollſten Tage ihres Lebens zurück.

Am darauf folgenden Tage war Lina abermals viel allein und hatte ſomit reichliche Gelegenheit über ihre Er⸗ fahrungen vom geſtrigen Abend weiter nachzudenken. Es war eigenthümlich, daß ſie während der Anweſenheit Emils, der auch heute, ſeines augenſcheinlichen Bemühens unge⸗ achtet, ſeiner gedrückten Stimmung nicht Meiſter ward, ihre frohe Zuverſicht vom geſtrigen Abend beinahe wieder verlor, wenigſtens den Inhalt des von ihr entdeckten Briefs mit andern Augen betrachtete. Aber dies lag ganz in Lina's Natur begründet. Allein und ſich ſelbſt überlaſſen verſtand ſich ihr treues und hoffnungsvolles Gemüth raſch zu faſſen, aber jede rauhe und nur unſanfte Berührung von außen zerſtörte dann auch wieder gar leicht die kaum ge⸗

Doch genug von der Botanik. Wir gehen zur Zoologie über, ohne uns jedoch viel mit den fabelhaften Eigenſchaften gewöhnli⸗ her Dinge zu befaſſen, wie z. B., daß der Speichel junger Männer Stkorpionen tödtet, oder daß aus einer zu Pulver verbrannten Kröte, wenn man die Aſche ſich ſelbſt überläßt, eine neue Kröte entſteht, und nicht nur eine, ſondern viele; oder daß das Räuchern mit dem linken Hufe eines Mauleſels im Hauſe ein vortreffliches Mäuſevertilgungsmittel iſt ꝛc. Wir wollen nur von einigen Thie⸗ ten ſprechen, die aus allen naturgeſchichtlichen Werken ſpurlos deſchwunden ſind. Eine ſolche Creatur iſt die Amphisboena, eine Schlange, welche einen Kopf an der rechten Stelle und einen zwei⸗ ſer an dem Ende des Schwanzes hat. Da dies Thier ſehr ſeine Eier liebt, ſo hebt es immer einen Kopf in die Höhe, um ſie zu be⸗ wrchen, während der andere ſchläft. Selbſtverſtändlich weckt ſpä⸗ ier der wachende Kopf, wenn er müde iſt, den ſchlafenden auf: Abgelöſt! und legt ſich ſelbſt ſchlafen. Wenn wir der Autorität

A'icenna's vollſtändig vertrauen wozu allerdings aller Grund

zurhanden iſt ſo bleibt Derjenige, welcher das Thier ſieht und hürt, auf dem Platze todt, und was es beißt, löſt ſich in Nichts ulf. Eine andere höchſt intereſſante Schlange heißt Ceraſtes. Sie hat vier Hörner, aus welchen man früher Meſſerſtiele machte, die ſchwitzten, wenn ſie in die Nähe von Gift gelegt wurden. In jener lten Zeit der Verrätherei und der entfeſſelten Leidenſchaften war s ſchon der Mühe werth, irgend ein deraxtiges Mittel bei der dind zu haben, mit welchem man die Speiſen prüfte, ehe man ſie terührte. Sogar in neuerer Zeit hätten ſich mehrfache Gelegen⸗ heiten Fefunden. durch Ceraſteshorn gewiſſe Bemühungen in Be⸗ aug auf das Leben anderer Menſchen zu vereiteln oder doch wenig⸗ nans dem oft ſehr ſchwierig zu gewinnenden Verdict der Geſchwor⸗

nen durch jene einfache Schweißtheorie eine untrügliche Grundlage zu geben.

Der Cephus war unten Menſch, oben eine Art Hund; doch wurde dies Geſchöpf nur bei den von Pompejus veranſtalteten römiſchen Spielen geſehen; ſpäter kommt es nicht mehr in der Schöpfung vor. Die Centroceta hatte den Körper eines Eſels, Füße und Kopf vom Löwen, die Stimme eines Ochſen und dabei ein Maul, das von einem Ohre zum andern weit aufging. Der Drache iſt eine alte Bekanntſchaft. In allen früheren zoologiſchen Schriften erfährt er vielfache Berückſichtigung und außerdem fin⸗ den ſich daſelbſt genaue Beſchreibungen ſeiner mediciniſchen Eigen⸗ ſchaften. Er lebte in Kellern wegen der großen Hitze ſeines Kör⸗ pers und kam in Indien von ſolcher Größe vor, daß er Elephanten wie ein Taſchenmeſſer zuſammenknickte, wie in Indien überhaupt der Schauplatz endloſer Kämpfe zwiſchen Drachen und Elephan⸗ ten war. In dem Kopfe befindet ſich ein Stein, der eigentlich kein Stein iſt, außer wenn man ihn aus dem Kopfe des lebenden Drachen herausnimmt eine That, die, beiläufig geſagt, wahr⸗ ſcheinlich wegen geringer Wißbegierde damaliger Naturforſcher nicht häufig vorkommt. Wie ſchade, daß den jetzigen Naturfor⸗ ſchern dieſe intereſſante Unterſuchung aus Mangel an Exemplaren nicht mehr geſtattet iſt und daß dadurch das Mineralreich einer Zierde beraubt iſt, von der wir ſo viel als nichts wiſſen, da der Stein nach des Drachen Tode weich wurde und der Analyſe un⸗ überſteigliche Hinderniſſe in den Weg legte. Der Drachenſtein war übrigens der Ruhm und Stolz einiger Könige des Oſtens, welchen er eine wunderbare Hülfe bot. Sie hatten ein treffliches Mittel, Drachen mittelſt eigenthümlicher Arzneikräuter einzuſchläfern, worauf man aus ihren Köpfen die Steine ſo leicht wie aus Ro⸗

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