282 Novellen
—
— Zeitung. 3
IV. Jahrg r.
—
Antlitz; ein ſüßes Lächeln ſchwebte um die Lippen;— und hundert die Leichtgläubigkeit der Menge, welche nicht bloß 8. uß m
konnte es anders ſein, hatte ſie nicht den letzten Lebens⸗ athem, ſeiner gedenkend, einen Segensſpruch in ferne Lande ſendend, ausgehaucht? Friede lag auf dem bleichen Angeſicht, Friede wie ihn die Erde nicht verleiht; ein Engel hatte es geküßt, als er die Seele, rein und geadelt durch die Prüfungen, welche ſie ſo ſiegreich beſtanden, in das Land der ewigen Ruhe führte.—
Eine Trauerweide ſenkt ihre ſchlanken Zweige wie ein grünes, ſchirmendes Netz um ein Grab dort an dem fernen Meeres⸗Geſtade, ein wilder Roſenſtrauch hat ſich um das kleine koſtbare Kreuz geſchlungen, welches die Dankbarkeit errichtet, das den Namen„Florita“ trägt.— Dort ſchlum⸗ mert ſie, dort ruht das heiße, ſturmbewegte Herz, das ſeine Miſſion auf Erden, wenn auch ſpät, doch noch früh genug erkannte und ſo ſegensvoll erfüllte.
Und ehe die Krieger von dannen zogen der Heimath
zu, da wandten ſich Vieler Schritte nach der ſtillen Ruhe⸗
ſtätte; manches ſtarken Mannes Hand zitterte, indem ſie eine Blume auf das Grab legte, und die kräftige Stimme bebte, als ſie leiſe flüſterte:„Habe Dank— ruhe ſanft Florita!“—
7
graf St. germain in Leipzig und Dresden“).
Graf oder Marquis St. Germain, auch Marquis d'Aymar oder Belmar genannt, gehört zu der zahlreichen Claſſe der Abenteurer und Adepten, welche im vorigen Jahr⸗
*) Mitgetheilt in: Aus vier Jahrhunderten. Mittheilungen aus dem Haupt⸗Staatsarchive zu Dresden von Dr. Karl von Weber, Mi⸗ niſterialrath, Director des Haupt⸗Staatsarchivs. In zwei Bänden. Erſter Band. Verlag von Bernhard Tauchnitz. Leipzig, 1857.
Pöbel umfaßt, mißbrauchten. Sein eigentlicher Name, ſein Herkunft, die Zeit ſeiner Geburt iſt nicht conſtatirt. Nach der Verſicherung des franzöſiſchen Miniſters von Choiſeul ſoll er der Sohn eines portugieſiſchen Juden, nach Ande⸗ rer Angaben der Sohn eines Juden aus Bordeaux und
V einer auswärtigen Prinzeſſin, nach einer dritten Verſio
der Sohn eines Königs von Portugal geweſen ſein. Alb ſein Geburtsjahr würde, rungen trauen darf, ungefähr das Jahr 1710 anzunehmen ſein. Montaigne erzählt, er ſei in Vitri geboren und dor unter dem Namen Maria als Mädchen bis ins 22. Jahr
erzogen, bis in Folge eines Zufalls ſein Geſchlecht entdeckt ward, eine Erzählung, der wir wenig Glaubwürdigkeit bei⸗ V meſſen können. Am wahrſcheinlichſten ſcheint die Angabe,
daß er aus St. Germano, einer kleinen Stadt in Savoyen,
gebürtig ſei, wo ſein Vater, Namens Rotondo, ein bemit⸗ telter Mann und Steuereinnehmer geweſen. Beſtimmtere
funfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts an. Er trat damals, ſeinem Aeußeren nach als ein Mann von etwa dreißig Jahren, in Wien auf, wo der bekanntlich alchy⸗ miſtiſchen Studien geneigte Kaiſer Franz mit ihm verkehrt haben ſoll. der Marſchall von Belle-Isle, der ihn während des zwei⸗ ten ſchleſiſchen Kriegs in Deutſchland kennen gelernt hatte, brachte. Er hatte deſſen Gunſt durch allerhand Projecte, u. a. das der Erbauung großer Flachboote, mit denen maſt eine Landung in England unternehmen ſollte, erlangf Durch ſeinen Gönner ward er bei der Marquiſe de Paße⸗ padour eingeführt und durch dieſe mit Ludwig XV. be⸗ kannt, den er, wie die Marquiſe, für ſich zu gewinnen wußte. Unterſtützt durch umfaſſende hiſtoriſche Kenntniſſe und eine große Lebhaftigkeit der Darſtellung, war er einer der intereſſanteſten Erzähler: er vermochte längſt ver⸗ gangene Ereigniſſe mit ſolch anſcheinender Treue darzu tel⸗
Aus der Gegenwart. Plaudereien aus Dresden.
Die Glocken, welche das Oſterfeſt eingeläutet, ſind verhallt, die bunten Eier eingeſammelt und eine gewiſſe Stille iſt der feſt⸗ lichen Bewegung gefolgt. Ein anderes Semeſter hat begonnen, das Semeſter der Sommergäſte, Wohnungen werden gewechſelt, Wohnungen werden vermietbet, Verſteigerungen finden ſtatt; denn die durchziehenden Fremden brechen mit dem kommenden Frühling ihre Zelte ab; ſie gleichen den Zugvögeln; der erſte warme Son⸗ nenſtrahl lockt ſie dem Süden zuzuziehen. Und doch iſt Dresden nur eigentlich ſchön im Sommer, doch iſt der Frühling mit ſeiner Blüthenpracht von Fliederſträuchen und hohen Kaſtanienalleen inmitten dieſer großen Stadt von wirklich bezaubernder Wirkung.
Die Sachſen ſind ein induſtrielles Volk, dabei nüchtern und ſparſam. Aus dieſen Eigenſchaften iſt ihr Wachsthum und Ge⸗ deihen und ihr Wohlſtand hervorgegangen.—
Dresden iſt keine Handelsſtadt wie Leipzig, und doch herrſcht
lich billigen Preis zu vermiethen, nur um ſie nicht ganz leer ſtehen zu laſſen. Eine andere Art von Induſtrie für die Familien der mittleren Schichten der Geſellſchaft ſind die Koſtgänger, die Er⸗ ziehungsinſtitute, die Aufnahme von Fremden, beſonders der Mädchen und Knaben, welche die hieſigen Anſtalten beſuchen, deren Zahl wirklich Legion iſt.— Jeder Betrieb nach einer Seite
Später finden wir ihn in Paris, wohin ihn
bin vermehrt ihn auch in einer andern Richtung; indem ich die Bedürfniſſe des eigenen Hauſes ſteigere, verbreite ich größeren Wohlſtand auch nach andern Seiten hin, und mit dem Umſaß wächſt das Capital..
Ein bedeutender Zweig der Induſtrie iſt auch die Blumen⸗
zucht für Dresden, nicht wie ſie der Markt bietet, nicht für die
Zierde der Wohnungen und für den Schmuck der Blumentiſche und Balcons, nicht für den reichen Liebhaber, der ſeine Fenſter damit füllt; ſondern als Handelsartikel für das Ausland, welcher bis an die Grenzen der bewohnten Erde ſeine Töpfe und Pflanzen
ausführt.
Zum Oſterfeſte fand die erſte Blumenausſtellung in einem
auch hier ein reges induſtrielles Leben. Erwerben will der Sachſe Locale auf der Terraſſe ſtatt, das gewöhnlich zu dergleichen Schau⸗
nun einmal und die Quellen finden ſich für den Suchenden auf vielfache Weiſe. Es iſt nicht nur der Handwerker, der Kaufmann, welcher Betriebſamkeit als Motto über ſeine Thüre ſetzt; es iſt auch der Beamte, der Edelmann, welcher auf ſeine Weiſe die Ein⸗ nahme zu vermehren ſinnt. Die Vergrößerung des Beſitzes iſt das
allgemeine Ziel des Strebens. Aus dieſem Wunſche iſt dies Mie⸗ tben und Vermiethen von Wohnungen hervorgegangen, dies Han⸗
deln mit Mobilien, dies Speculiren auf die fremden Gäſte und dieſe Art von Concurrenz mit den Gaſthöfen, welche bereits da⸗
ſtellungen benutzt wird und dem Fremden gewiß hinlänglich be⸗ kannt iſt. Alle Arten von Topfgewächſen waren luſtig an den Wänden aufgeſchichtet und die Nummern mit den Preiſen bereits an dieſe und jene Pflanze angeheftet. Ein dichtes Gedränge füllte den Raum, die Atmoſphäre war zum Erdrücken, und die armen Blüthen ſenkten, wie davon erdrückt, ihre ſchönen Häupter. Sie konnten in ſolcher Luft nicht länger leben und gedeihen und weni⸗ ger noch ihre Düfte aushauchen. Sie welkten und ſtarben hin. — Das iſt das Loos des Schönen auf der Erde. Nur die kleinen
dehin gekommen ſind an Wintergäſte die Zimmer um einen unglaub⸗ Gärtner ſenden ihre Pflanzen zu ſolcher Schau; der große Betrieb
wenn man ſeinen eignen Aeuße“
Nachrichten über ihn haben wir erſt von der Mitte der
3
widdate, w ag, idr Ae
im Grägdit
nd a giſc
duß a m Vhusdanden 2 se toOurna richie Ruf E. eittn. S änder i ttand, J Namen gut ſpie wunder blieb n benselt dinauf, Chriſt verbrei Flaſch ſpreche ward zu beu padoun Ggen Al
unn anuse
W'ai véeu maehrere St. Ge ſhabe ſi Wompo mals die vwemert B Est eh
— fifindet der En Luſthi ür ſei ſgeinem 112,000 gehen: ſiefert. dinem möglich
ten von
dier ihr S pielan ſterigen
(i ſülle hoc
(ffnet
ine A aine 5 ſearben iſtärkt,
—.—


