Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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dies wichtige Amt hier verhindert mich daran. Die Luft i*ſt kühl, ich ſorge mich um Lorenza.

Ich ſoll Durchlaucht, ich ſoll

Lorenza aufſuchen, ich ſelbſt ſende Sie zu meiner Tochter!

Ohlen flog dahin. Die letzten Worte, mehr noch der Blick des Prinzen, das konnte nicht länger mißverſtanden werden. Eis ſtatt Blut hätte durch ſeine Adern fließen, an der Stelle des treuen, liebeswarmen Herzens ein Stein liegen müſſen, wenn er gezögert hätte. Das weiche, feine Gewebe ruhte auf ſeinem Arme; der leiſe Veilchenduft, der Lorenza umſchwebte, entſtrömte ihm und zauberte ſie in all' ihrem Liebreiz vor ſeine Blicke; mit aller Gluth, aller In⸗ nigkeit der Liebe drückte er ſeine Lippen auf den koſtbaren Shawl.

Herr des Himmels! das hat ſchwer gehalten, den zu überzeugen, daß er hoffen darf. Wenn er immer ſo ſchwer im Begreifen wäre dann möcht' es mit der Diplomatie doch nichts ſein. Jetzt ſcheint er's gefaßt zu haben rief der Prinz, indem er lächelnd dem Dahinſtürmenden nachblickte.Aber gerade dieſe Schüchternheit gefällt mir; hat Mancher vor dem Kugelregen geſtanden und nicht ge⸗ zuckt und vor einem ſolchen Engelchen, wie die Lorenza, ge⸗ zittert. Beſſer ſo, als daß er wie die Mehrzahl der jungen Herrchen jetzt mit einem Ruck die ganze Hand ergreift, wenn ſich ihnen nur ein Finger bietet.

Lorenza. Vor dem Strahl dieſer ſchönen, ſonnigen Au⸗

große,

4 Rovellen⸗ Zeitung.

Athemlos, nach Worten ringend, ſtand Herrmann vor

gen, in denen voll und reich die Liebe leuchtete, welche das reine Herz der Jungfrau belebte, die ſie auch nicht zu verbergen ſtrebte da ſank alles hin, was des Man⸗ nes Stolz ſich mühſam und künſtlich zuſammen erbaut, um ſich zu ſchützen vor dem gefährlichen Zauber, den ſie aausſtrahlten. Alles, was er ſich aufgerichtet als ſchützende

Mauer gegen eine Liebe, zu der er ſich nicht berechtigt

(glaubte es brach in Trümmer vor einem Blick, einem

Worte von ihr.

Frühling auf Erden und voller ſeliger Liebesfrüh⸗ ling in ihnen. Durch die Bäume leuchtete die ſcheidende Sonne und warf ihre letzten goldigen Streiflichter auf den grünen Raſenteppich; ſie ſchied aber die Sonne des reinſten, ſeligſten Erdenglückes ging ſtrahlend auf in den beiden vereinigten Herzen und wird klar und hell leuchten durch alle kommenden Zeiten. Und wenn auch dieſen Bei⸗ den der Wechſel des Lebens Leid und Wehe bringen wird, und das dunkle Thal des Schmerzes, welches wohl keinem Sterblichen verſchloſſen bleibt, auch ihr Fuß betreten muß, ſo wird die Liebe, die Treue eine goldene Brücke darüber wölben und ſie ſiegreich hindurch führen.

Und Florita? 7

Die Welt iſt groß und weit und darüber hin breitet der Schmerz ſeine Herrſchaft aus und trägt ihn in vielen Abſtufungen über die ganze Erde fort, daß die Miſſion

Leidende zu tröſten ganz unerſchöpflich iſt, und ſich dieſem Gottesdienſte nicht genug Prieſter und beſonders Prieſte⸗ rinnen weihen können.

Als Florita damals an jenem Tage durch die Liebe wiedergeboren ein neues Daſein begann, erkannte ſie klar V und deutlich, daß ſie mit dem anderen bisherigen Leben ab⸗ V geſchloſſen habe, daß kein Weg der Verbindung ſie dahin

zurückführen könne. Ihr ſchauderte vor der Hohlheit und Leere einer Exiſtenz, die ihr bis dahin ſo glänzend und lockend erſchienen war. Aber wohin? was nun? In ein Kloſter gehen, das bange, zuckende Herz dort verblu⸗

ten laſſen? Nein, es war noch zu ruhelos, noch war das

todte Schweigen der Kloſtermauern für Florita's bewegte

Seele nicht geeignet. Im Kampfe mit dem Leben, in einer ſchweren Pflichterfüllung, da fand ſie wohl eher den Frie⸗

den, nach dem ſie rang.

Fern im Oſten tobten die Greuel des Krieges, da be⸗

bindungen eigen war. den theilte ſich dann in Inſpectionen,

Capitel. Der Aufnahme gingen

Rang, Ehren und Titel, die er in der bürgerlichen

horſam allen Oberen und Satzungen des Ordens. zelnen wurde von den Oberen ein Buch haltens, ja ſie mußten ſelbſt Nachrichten zuſtand, über ihren Briefwechſel, ihre Beſchäftigung.

men; ſie wollten ebenſo wie men bemächtigen.

die Gebildetſten gehörten dazu.

Zur Erziehungslehre.

An der Spitze ſtand der Stifter; der Or⸗ dieſe in Provinzen, dieſe wieder in die Mitgliederverſammlungen in den einzelnen Städten. An der Spitze jeder Gliederung ſtand ein Vorſteher mit einem Prüfungen und Feierlichkeiten voraus. Der Aufzunehmende bekräftigte eidlich, daß er mit allem Geſellſchaft fordern könne, im Grunde doch nichts weiter ſei als ein Menſch. Er gelobte ewiges Stillſchweigen, unverbrüchliche Treue und Ge⸗ Ueber die Ein⸗ geführt wegen ihres Ver⸗ geben über ihren Seelen⸗ Man ſieh die Illuminaten haben ſich den Jeſuitenorden zum Muſter genom⸗ j dieſer ſich ihrer Untergebenen vollkom⸗

t,

Der Orden war, wie geſagt, ſehr verbreitet; in Baiern zählte er allein über 2000 Mitglieder aus allen Ständen, und gerade

Die pädagogiſche Provinz in W. Meiſter's Wanderjahren.

Goethe's Entwurf zur Gründung einer ſ. g. pädagogiſchen Provinz, wie er im letzten Theile der Wanderjahre ausgeführt iſt, wird durch ſeine Annäherung an die Phalanſtere und Utopien der modernen Socialiſten manchen Leſer der Gegenwart befremden.

Pedanterie ſtreifenden unter dem Titel: Grundlinien der

Anſchauungen zeitgemäß motivirt.

ſolcher phantaſtiſchen In allen von Goethe aufgeſtellten

derts wieder, ſo wie den Charakter, der

Geſchlechtes, das, erſtanden

und Culturgeiſt eines das, erſtanden die Schöpferkraft,

der erſtarrten befruchteten Erde,

jauchzte. Aber die Jünglinge wurden zu die Freude verſtummte; dern ein Nachwuchs aus der Zahl der Alten

Goethe. Klagend ſchrieb

hinüber. Zu dieſen

bildet. Durch die franzöſiſche 9 Goethe haßte ſie ſo tief, denn ſie ſönlichkeit bemächtigt zur Vernichtung der

Perſon. der Mannigfaltigkeit der Exiſtenzen je nach den in ſich verſchloſſenen Denkens und Bildens.

Lutherthum es gethan, ruhige Bildung zurück.

lV. Jahrg.

Thränen zu trocknen, Wunden zu heilen, Kranke zu pflegenah

In einer ſorgfältigen und durchaus nicht geiſtloſen, nur hie und da mit ihrer prononcirten Syſtematik, ſo will uns dünken, an ſ Brochüre hat ein Herr A. Oldenberg Pädagogik Goethes (Zittau, Pahl ſche Buchhandlung, 1858) die Entſtehungsweiſe

Erziehungsgrundſätzen, ſagt Oldenberg, erkennen wir die Elemente des vorigen Jahrhun⸗ ſich aus ihnen zu kraftee voller Selbſtſtändigkeit erhob. Es weht in ihnen der ideale Natur⸗ aus den Furchen die es in ſich fühlte und ahnte, ſich von Land zu Land und über Meere zu⸗ Männern, zu Greiſen; und wie ſich auf den umgepflügten Fel⸗ nach dem andern einfand, ragten nur wenige wenigen gehörte auch er an Zelter, ſie wären vielleicht nur noch die Einzigen auf Erden von denen, die ſich von innen heraus ge⸗ Revolution war Alles verwandelt⸗ hatte ſich des Principes der Per⸗ Während er das Glück in der Uebereinſtimmung eines Jeden mit ſich ſah, in Anlagen, unifor⸗

mirte ſie das menſchliche Geſchlecht und ſtörte das Stillleben des Franzthum drängt in dieſen verworrenen Tagen, wie ehmals

In der Farbenlehre wird der Unterſchied des achtzehnten und

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