Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
279
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V. Jahrg.

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voller Launen und Caprice ſind und bleiben die Damen nun ſtets; ſie mögen manchen ebenſo Güten und Würdigen in den Reihen ihrer Cavaliere zählen aber Ohlen war fremd, und daß er trotz aller Höflichkeit und Ritterlichkeit dennoch unberührt und unempfänglich für ihre Schönheit blieb, das erhöhte den Reiz. in aller Hinſicht brav und ehrenhaft, wie ein echter Ge⸗ ſandter. Der Kaiſer ſelbſt hat ſein Wohlgefallen an dem

richtet worden, einen ſo feinen, takt⸗ und maßvollen Bot⸗ ſchafter gewählt zu haben. Ich muß wirklich mit meinem fürſtlichen Neffen ſprechen, der Ohlen ſcheint mir wie ge⸗ ſchaffen für die diplomatiſche Laufbahn; mit ſeiner Fein⸗ heit und Umſicht, vor Allem aber durch die Selbſtbe⸗ herrſchung, die in ſeinem Charakter liegt, könnte er ſehr Zut dort zu verwenden ſein.

Während der Prinz ſinnend das Zimmer durchmaß, traf ihn die folgende Meldung:Graf Ohlen langt in dieſem Augenblick an und bittet um die Gnade, ſofort vor⸗ gelaſſen zu werden; er habe wichtige Depeſchen zu über⸗ reichen.

Das paßt, murmelte der Prinz innerlich frohlockend. Führen Sie den Grafen her! lautete die Antwort.

Warum ſtockte Herrmann Ohlen ſo plötzlich in ſeinem Berichte? weshalb fuhr jählings glühende Röthe über ſein Angeſicht? War das die noch vorhin ſo geprieſene Selbſtbeherrſchung, welche der Anblick eines unter grünen Bäumen dahinwehenden weißen Kleides über den Haufen warf? Es war nur ein Moment; Herrmann hoffte, der Fürſt habe es nicht bemerkt, und dennoch war dieſer mit Genugthuung und Rührung ſeiner tiefen Bewegung inne geworden.

Sie haben Ihre Sache klug gemacht, Sie ſind ein tüchtiger Menſch, Ohlen, aus Ihnen kann etwas Rechtes vwerden; ich glaube, Ihr Lebensweg wird kein gewöhnlicher in. Sie haben entſchiedenes Glück und nicht allein bei

Er hat ſich gut benommen,

jungen Manne ausgeſprochen; manches Gute iſt uns be⸗

folge.

den Damen. Nun, nun es iſt gewiß keine Schande, daß manches junge Herzchen nicht durch Graf Ohlen's Wärme, ſondern durch ſeine Kälte ſchneller ſchlug. Verſcherzen Sie nicht das Glück, das Ihnen zu lächeln ſcheint ich glaube, ein jeder Vater kann ſtolz ſein Sie Sohn zu nennen.

Durchlaucht ſind ſehr gnädig ſtammelte der An⸗ geredeteaber aber ich werde nie heirathen.

Nie heirathen pfui Ohlen, das war ein thörichtes Wort für einen ſo geſcheidten Menſchen, nie heirathen, das mag ich gar nicht hören! Das müßte ſchon ein großes, ſeltenes Leid ſein, welches einen braven Mann veranlaßte ſolches Gelübde zu thun. Wer ſeine Hand nicht nach un⸗ rechtmäßigem Gute ausſtreckt, für den iſt nach meiner An⸗ ſicht auch nichts unerreichbar. Ein Mann wie Sie braucht ſich nicht zu beſcheiden mit der Blume, die am Fuße des Berges blüht, wenn auf dem Gipfel eine ſtrahlt, welche ſchöner und duftiger iſt, nach der ſein ganzer Sinn ſteht.

Gnädigſter Herr weiter kam Ohlen nicht; ſein Herz zog ſich krampfhaft zuſammen. Was bezweckten dieſe Reden? Hatte der Prinz die Vergangenheit vergeſſen, daß er ſo grauſamer Weiſe Dinge berührte, Saiten erklingen ließ, die Herrmann trotz ſeines feſten, ernſten Strebens nicht zum Schweigen bringen konnte? Hielt er den Ab⸗ ſtand zwiſchen ihm und Lorenza für ſo ganz unüberſteiglich, daß er überzeugt war, jeder Gedanke an das, was einſt das Ziel ſeines Strebens geweſen, müſſe ertödtet ſein, nichts könne dieſe Kluft ausfüllen? Oder oder lag in den Worten eine Ermuthigung? Seine Sinne ſchwindelten bei dem Rauſche des Glückes, der ſein Herz erfaßte, und das Schimmern des weißen Kleides drohte ihm noch ganz die Faſſung zu rauben.

Während ich die Depeſchen leſe, mögen Sie ſich viel⸗ leicht im Parke ergehen dort die Glasthür iſt geöffnet. Doch halt, Ohlen, haben Sie die Güte jenen Shawl mit⸗ zunehmen! Ich wollte ihn ſelbſt meiner Tochter bringen;

rar noch nicht vorhanden. Seit dem Jahre 1777 ſchien ſich nun Vſne ſolche Partei zu bilden: in dem Illuminatenorden. Damit erhielt es ſich folgendermaßen.

In dem genannten Jahre ſtarb,

de nten 1 wie wir geſehen, der freiſin⸗ uige Kurfürſt Maximilian Joſeph vo

1 n Baiern. Sein Land erbte arl Theodor, der zugleich Kurfürſt von der Pfalz war. Dieſer VVitte zwar, wie wir oben angedeutet, der neuen Richtung in Bezug nnf Literatur und Kunſt gehuldigt, in religiöſer Beziehung aber Pörte er noch ganz der alten Zelt an. Er war bigott⸗katholiſch. Nan bemächtigten ſich ſeiner die Mitglieder der eben aufgehobenen Seſellſchaft Jeſu und beſtürmten ihn, die von ſeinem Vorgänger iſgeſchlagene freiſinnige Richtung wieder zu verlaſſen, ja eine atgegengeſetzte einzuſchlagen. Sofort begann in Baiern ein ge⸗ woltiger Rückſchritt in allen Beziehungen. Dies führte denn zur wiiteren Ausbildung des Illuminatenordens. Schon im Jahre 1776 war derſelbe gegründet worden von Leishaupt, Profeſſor der Rechte an der Hochſchule in Ingolſtadt, liem der vorzüglichſten L 1 7

1 en Leiter der freiſinnigen Partei. Zunächſt

4 poltte er ſich bloß auf Baiern veſchrenen dee dhen 8 39

Auch na Riſem Lande alle Freunde der Aufklärung in einen großen Bund

Frainui meinigen, um mit gemeinſamen Kräften dem Umſichgreifen der

die une paſterlinge entgegenzuwirken. Aber bald trieb ihn ſein Ehrgeiz

em reind de Bund über ganz Deutſchland, ja noch weiter auszudehnen. 1

Und ſo ſehr war dieſer Gedanke zeitgemä dei Jahren eine Menge ſehr bedeutender ſenden Deutſchlands in denſ helweife daraus, daß man oc der Erleuchteten de Freimaurerordens

ß, daß wirklich in weni⸗ Männer aus allen Ge⸗ elben traten. Es erklärt ſich dies Anfangs den Orden der Illuminaten als einen Zweig oder als eine höhere Stufe anſah. So werden als Mitglieder der Illu⸗

minaten genannt Sonnenfels in Wien, Graf Metternich, die Grafen von C Montgelas, von Meggenhofer, Martens in Göttingen, der herr von Dalberg, Nikol Bode in Hamburg, ſog von Gotha.

Was war nun eigentlich der Zweck dieſes Ordens? Weis⸗ haupt hat in ſeinen ſpätern Schriften einen ſehr unſchuldigen an⸗ gegeben.Er ſoll keineswegs die vorhandenen Staaten aufheben, denn dieſe ſind für den größten Theil der Menſchen noch ganz an⸗

gemeſſen; aber er ſoll die geſonderten Menſchen zu einer Reife, Vollkommenheit und höheren Sittlichkeit bringen, welche das männliche Alter der Welt ausmacht. Näher kommen ſchon dem eigentlichen Zwecke folgende Aeußerungen:man wolle Bildung unter alle Claſſen verbreiten und die regierenden Herren unter Vormundſchaft des Ordens bringen. Man wolle deshalb die Re⸗ genten mit Ordensbrüdern, das heißt, mit Leuten umgeben, deren Rechtſchaffenheit erprobt wäre, welche die Wahrheit liebten und denen, welche die Macht in Händen hätten, die Wahrheit zu ſagen muthig genug wären. Knigge ſprach ſich noch deutlicher dahin aus, daß der Zweck dieſes Ordens eine Zerſtörung jedes Aberglau⸗ bens und ein Zerbrechen aller Ketten ſel. Bekanntlich haben ſpä⸗ ter die Feinde des Ordens demſelben vorgeworfen, daß ſein Zweck die allgemeine Umwälzung geweſen, und ihn mit der franzöſiſchen Revolution in genaue Verbindung geſetzt. Der Orden lehnte ſich in der äußeren Einrichtung an die Freimaurer an, nahm von dieſen die Gebräuche, die verſchiedenen Grade, überhaupt das Geheimnißvolle auf, das allen dieſen Ver⸗

der kaiſerliche Geſandte oſtanza, die Freiherren von die Profeſſoren Koppe, Feder, Miniſter Fritſch in Weimar, der Frei⸗ ai in Berlin, der Freiherr von Knigge, ar der Herzog von Weimar und der Erbprinz