Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
278
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dem Füllhorn ſeine Gaben an Schmuck und Glanz, blauer Luft und Sonnenſchein mit voller, freigebiger Hand über Thal und Fluren geſtreut. Der herrliche Landſitz des Prinzen Maximilian Auguſt, der unweit der Reſidenz lag und auf welchem der Beſitzer die Sommermonate in ſtiller Einſamkeit zu verbringen pflegte, war in dieſem Jahre ſchö⸗ ner und koſtbarer hergerichtet worden, damit die Tochter, das geliebte Kind des Hauſes, es anmuthig und behaglich fände, ſich heimiſch dort fühle. Es war als hätten ſelbſt die Blumen eine Ahnung davon, daß nicht wie bisher nur das ſtille, ſinnende Auge des Einſamen auf ihnen ruhen würde, daß andere Augen ſich nun an ihrem Anblick wei⸗ den wollten und ſie ihr Beſtes thun müßten, recht ſchön und prächtig zu erblühen, damit die Schweſter⸗Blume ſie nicht an Lieblichkeit überſtrahle. Die Büſche prangten und glichen einem Blüthenmeer, die Bäume hatten ihr ſaftig⸗ ſtes Grün angethan, und auf den Sammetteppich des Ra⸗ ſens zu ſchauen gewährte eine Herzenserquickung.

Frühlingsluft, Maienduft wehte durch die Gänge des Parkes, in denen Lorenza auf und ab wandelte und die froh erſtaunten Blicke bald hier bald dorthin ſchweifen ließ und des lieben, theuren Vaters mit Thränen der Dankbar⸗ keit gedachte, der ſie mit zärtlicher, ſorgſamer Hand auf Blumenwegen durch das Leben führte, der ihr kaum Zeit ließ einen Wunſch zu denken, ohne ihn ſchon erfüllt zu haben. Seit dem Tage, als ſie, begleitet von der Grä⸗ fin Lindau, welche eingewilligt hatte auch ferner ihr zur Seite zu ſtehen, in das Palais des Prinzen überſiedelt war, hatte jede Stunde ihr irgend eine neue freudige Ueber⸗ raſchung, einen neuen Beweis ſeiner ſtets wachſenden Liebe gebracht. Es ſchien als wolle der glückliche Vater die ver⸗ lorenen Jahre nachholen und ſein Kind ſolle in dem vollen Sonnenſcheine ſeiner Zärtlichkeit vergeſſen, daß es jemals Kummer und Noth gekannt.

Sie waren im Winter in Italien geweſen, ſie hatten die ſtille einſame Villa am Meeresgeſtade beſucht, deren

weiße Marmorſtufen die blauen Wogen beſpülten und allgewaltig hatte die Erinnerung Lorenza überfluthet, ſon⸗ nenhell war die Vergangenheit vor ſie getreten. An dem nun einſamen Grabe im dunklen Cypreſſenhain, um das die Roſen in voller Pracht blühten, hatten ſie gebetet, und

die gemeinſamen Thränen, welche ſie dort vergoſſen, hatten

die Herzen von Vater und Tochter noch näher zuſammen⸗ geführt, ſie waren glücklich in einander, mit einander. Ganz glücklich? war Lorenza ganz glücklich blieb, wie es bei dem Vater wirklich war, kein Wunſch ihr übrig? Regte ſich nicht hin und wieder ein banges Sehnen, weil⸗ ten die Gedanken nicht in der Ferne ſtahl ſich nicht ab und zu eine Thräne aus dem Herzen und zitterte in den langen, dunklen Wimpern? In des Vaters Gegenwart freilich nicht, da iſt ſie ganz Frohſinn, ganz Sonnenſchein, ſie umſchwebt ihn wie eine Libelle und ſtreut Licht und Glanz auf ſeinen Weg; aber wenn ſie einſam und unbe⸗ merkt war war es dann auch ſo? Warum ſchlug heut ihr Herz ſo ſehnſuchtsvoll? Es lag gewiß in der weichen, duftigen Luft; Frühlingsluft trägt immer ein Gefühl der Wehmuth auf ihren Schwingen mit ſich.

Der Prinz blickte mit Vaterfreude, Vaterſtolz auf ſeine holdſelige Tochter deren Seele ihre reichen Blüthen, ihre Schätze von Innigkeit und Güte immer mehr vor ihm erſchloß; doch ſo groß war die Macht der Sympathie, die Beider Herzen verband: er fühlte, daß ſie heut traurig ge⸗ ſtimmt war, es lag ein Hauch der Wehmuth um ſie, ein träumendes Weſen hatte ſich ihrer bemächtigt, das dem Va⸗ ter wehe that; er mochte ſeinen holden Stern nicht durch Wolken verhüllt, ſondern hell ſtrahlen ſehen.

Es iſt denn doch bald Zeit, daß der Ohlen zurück⸗ kommt ſprach der Prinz, der es liebte laut zu denken. Wahrhaftig, er hat ſich brav gehalten, tapfer geſtan⸗ den in dem Kreuzfeuer der ſchönen Augen, das dort am kaiſerlichen Hofe auf ihn geleuchtet hat. Wahrſcheinlich hat ſeine Zurückhaltung ſeinen Werth noch erhöht, denn

Aus der Geſchichte. Freimaurer und Illuminaten.

In der, jetzt vollendet vorliegenden u begonnen von Ed. Duller, fortgeſetzt von Carl Hagen, man im fünften Bande:

Wenn das Weltbürgerthum von einer Erneuerung und Um⸗ bildung des deutſchen Reichs als ſolches abſah, ja wenn es ſogar gegen dieſes vollkommen gleichgültig geworden war, ſo wurde im⸗ merhin durch daſſelbe der allgemeine Freiheitsſinn genährt, gerade

ſo wie durch die patriotiſchen Schriftſteller. Das Weltbürgerthun

war mit allen beſtehenden Einrichtungen unzufrieden, die ſich im in inge Menſchenverſtande, mit der Natur dringen vermochte: eine Erſcheinung, die wohl zunächſt daraus zu

Widerſpruche mit dem geſunden t und Vernunft befanden: all' dieſe engherzigen Sitten und Ge bräuche, die Kleinmeiſterei in den Städten, das Rang⸗ und Titel weſen, der Zunftzwang, kurz ſämmtliche Ueberbleibſel der Bar barei ſollten

Menſchlichkeit

die ſeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Deutſchlan eine ungemeine Verbreitung gewannen. i hat ihren

Die Freimaurerei ten Jahre 1717 unter den Einflüſſen der religiöſen und ſtaatliche

Aufklärung, welche eben damals in dieſem Lande mit ſiegender

Gewalt emportauchte, gegründet wurde. Der Zweck derſelben ſoll

ſein, den Geiſt der Humanität ſo weit wie möglich zu verbreiten,

dazu mitzuwirken, ein freies Menſchenthum zu geſtalten, das ſi über alle ſtaatliche und kirchliche

keit erhebe. Sie war alſo von vornherein für die ganze Welt b

Deutſchen Geſchichte, lieſte

beſeitigt werden, um einer ſchönen vollkommenen Raum zu verſchaffen. Dieſer Gedanke war es na⸗ mentlich, der den Geſellſchaften der Freimaurer zu Grunde lag,

Urſprung in England, wo ſie im

Beſchränkung und Ausſchließlich⸗

rechnet, und in der That wurden ſofort von England aus in den

verſchiedenſten Ländern von Europa Logen gegründet. In Deutſch⸗

land war die erſte die in Hamburg(1733); es folgten dann die in Braunſchweig(1738), in Berlin(1740), in Leipzig(1741), in Altenburg(1742), in Frankfurt am Main(1742). In kurzer Zeit verbreitete ſich die Maurerei durch alle Staaten Deutſchlands. Der ausgeſprochene Zweck war ein ſo allgemeiner, umfaſſender, daß allerlei unter ihm begriffen werden konnte und es immer auf die Leiter der einzelnen Logen ankam, welche Richtung ſie ihr geben wollten. Auch mochten ſie nicht ſelten von dieſen mißbraucht wer⸗ den, was um ſo leichter anging, als die Maurerei in geheimniß⸗ volles Dunkel gehüllt war, in welches nur ein Eingeweihter zu

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Maurerei aus einer geſchloſſenen mittelalter⸗ welche fortwährend ihre Nahrung fand in dem Mangel alles öffentlichen Lebens, ſo daß die nach edlerem Ziele Strebenden das Bedürfniß fühlten ſich enger anein⸗ ander anzuſchließen und durch geheimnißvolle Zeichen und Ge⸗ bräuche die Bande nur um ſo feſter zu knüpfen. Auch in dieſer d Beziehung griff Leſſing in das Leben ein. In ſeinen Freimauret⸗ geſprächen(Ernſt und Falck) hat er ſchön und klar die urſprüng lichen edeln Abſichten der Verbindung, die mit dem reinen un freien Menſchenthum zuſammenfielen, auseinandergeſetzt. Auch in politiſcher Beziehung war in Deutſchland das Frei⸗ heitsgefühl erwacht. Aber noch war es unklar und verſchwommen: bei den Einen ſchweifte es in das leere Allgemeine aus, bei 34 Andern hielt es ſich an beſchränkte örtliche Verhältniſſe⸗ Eine feſte Partei, die ein beſtimmtes großes Ziel ins Auge gefaßt und b auch über die Mittel verſtändigt hatte, um daſſelbe zu erreichen,

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