Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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Doch redet man natürlich davon nicht in Damenkreiſen; es

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Bemühen die Rechnungen der Natur zu zergliedern, aus Unvollſtändigkeit unſerer Kenntniß aller Anſätze, unfehlbar ſtoßen ſtets verſucht ſind kleinmüthig unmittelbar eine Willkür der ſchaffenden Kraft anzunehmen.

Eine Kugel, welche ſich um ihre Axe dreht, ſtrebt an den Polen ſich abzuplatten und gegen die Gleicherlinie hin anzuſchwellen, und ſo muß ſie, je nach dem Grade, in welchem die Beweglichkeit ihrer Theile der Schwungkraft nachzugeben vermag, eine ſchwächer oder ſtärker abgeplat⸗ tete Kugel werden. Die Starrheit unſerer Erdkugel hat nur eine geringe Abplattung zugelaſſen, aber doch iſt dieſe Starrheit von der Wucht ihrer in Umſchwingung befind⸗ lichen Maſſe ſo weit überwunden, daß der eine ihrer etwa ſiebenzehnhundert Meilen langen Durchmeſſer, von Pol zu Pol, um etwa drei Meilen kürzer iſt als jeder Durchmeſſer in der Ebene der Gleicherlinie. Auch die an⸗ dern Wandelſterne unſerer Sternengruppe laſſen eine ſolche ihrer Umdrehung entſprechende Abplattung mit geringerer oder größerer Deutlichkeit erkennen und verrathen zugleich durch die Geringfügigkeit dieſer Abplattung, daß das In nere ihres Körpers ſich, wie bei der Erde, in einem ihre Geſammtdichtigkeit beträchtlich überbietenden Dichtigkeits⸗ zuſtande befinde, während ihre äußeren Maſſen folglich um ſo weniger dicht ſein müſſen. In weit höherem Grade mußte die Abplattung in den himmliſchen Dunſtwolken er⸗ folgen, als die zu den einzelnen Sonnenwelten ſich ordnen⸗ den Stoffe noch gemeinſam in luftig beweglicher Gasform ſich befanden. Bei ſolchen mußte der Umſchwung der Dunſtkugeln bis zur Umgeſtaltung zu flachen Linſengeſtal⸗ ten führen, ja es läßt ſich berechnen und ſelbſt durch Ver⸗ ſuche im Kleinen unmittelbar zur Anſchauung bringen, daß bei genügender Schnelligkeit des Umſchwungs rings am Umfange der Linſengeſtalt ein angeſchwollener Rand ſich bilden, dieſe Anſchwellung dann von der übrigen Maſſe ſich loslöſen und als frei ſchwebender, den Mittelkörper um⸗

Novellen⸗Zeitung.

wirbelnder Ring ſich ausbilden muß. Eine ſolche Ring

bildung kann ſogar ſich mehrfach wiederholen. Und wenn wir nun in unſerer Sternengruppe einen Wandelſtern fin⸗ den, den Saturn, welcher wirklich von einem ſolchen Ringe oder vielmehr, wie jetzt bereits ſicher feſtſteht, von zwei innerhalb einander liegenden, wahrſcheinlich ſogar von drei ſolchen Ringen umgeben iſt, muß nicht dann Kant's Geſchichte der Entſtehung des Weltbaues, deren Schlußfolgerungen, auch ſoweit ſie vor der Beobachtung gemacht ſind, mit der Beobachtung, welche ſie nachträglich beſtätigt, ſo vollkommen übereinſtimmen, für uns einen Grad von Wahrſcheinlichkeit gewinnen, welcher an überzeu⸗ gende Gewißheit grenzt? Kant ſtellte es aber in ſeiner Naturgeſchichte des Himmels als eine ſehr wahrſcheinliche Schlußfolgerung hin, daß der allerdings ſchon damals be⸗ kannte, aber für einfach gehaltene Ring des Saturn ein mehrfacher ſei. Vermuthung beſtätigt.

Falls Ungleichheiten in der Dichtigkeit eines durch den

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Ein Menſchenalter ſpäter erſt ward ſeine

Umſchwung entſtandenen Ringes vorhanden ſind, ſo müſ⸗ ſen dieſe zur Geltendmachung der Kraft der Schwere an den dichteren Stellen deſſelben, zur Zuſammenziehung der

Maſſe nach dieſen Gegenden hin, endlich zur Zerreißung und Zerſtückelung des Ringes führen. Die einzelnen Theile des Ringes werden ſodann, in der Richtung des allgemei⸗ nen Umſchwunges, ſich um ſich ſelber zu wälzen beginnen und zu ſelbſtſtändigen Kugeln ſich zuſammenziehen, welche als Folgeſterne den Mittelkörper umkreiſen, von welchem ſie ſich abgelöſt haben. Aus jedem der Ringe des Saturn könnte ſo ein Folgeſtern, oder könnten ihrer mehrere ſich bilden, deren Bahn, von Störungen abgeſehen, in die Ebene des früheren Ringes, alſo in die Ebene der Gleicher⸗ linie des Hauptkörpers, d. h. in die Ebene der Umdrehung deſſelben fallen müßte. Auch liegt es nahe genug zu ver⸗ muthen, daß die Folgeſterne, dieMonde, welche den Sa⸗ turn begleiten und deren man bis jetzt bereits acht entdeckt hat, wirklich auf ſolche Weiſe entſtanden ſeien, da ſie ganz

Fragen, erfreut ſich an dem Anblick eines mächtigen Elephanten, der hier als ſeltener Gaſt mit Recht das größte Staunen erregt.

wäre ja ein gar zu materielles Thema ein Thier und ein ſo großes Thier. 1

Ziegler, der liebenswürdige Alexander Ziegler, iſt auch wie⸗ der nach Dresden zurückgekehrt, um hier zu arbeiten und die Kreiſe ſeiner Freunde durch ſeine Gegenwart zu ſchmücken. Karl André und Julius Hammer ſind berufen in Brünn Vorträge zu halten und eilen wechſelweiſe dahin. Immer größer wird die Zahl der Dichter und Gelehrten, welche hier dauernd ihren Aufenthalt wäh⸗ len, und immer ſchöner könnte ihr Zuſammenleben ſich nun geſtal⸗ ten, ſobald das kleine wenn und aber nicht dazwiſchen liefe, um Unkraut unter den Weizen des Herrn zu ſäen. So heißt es denn leider Jeder für ſich und Gott für uns Alle!

Die Zabl der hier lebenden ſchreibenden Damen, nach Eini⸗ gen bereits zu funfzig angelaufen, hat ſich um ein neues Mitglied vermehrt, uns die Lücke auszufüllen, welche durch die Ueberſiede⸗ lung Louiſe von Bornſtedt's nach Berlin gelaſſen war. Malwi⸗ na von Humbracht, aus Weſtphalen gebürtig, iſt mit einem fingir⸗ ten Namen(Erneſti?) unter der Aegide des Herrn Buchhändler Kollmann mit einigen Romanen aufgetreten, die Leſer gefunden haben und ihren Erfolg in Ausſicht ſtellen. Sie hat eine claſ⸗ ſiſche Wohnung gewählt, das Gartenhaus an den Ufern der Elbe, wo einſt der Dichter Tiedge wohnte und ſeine Freundin, Eliſe von der Recke, ſo gerne Alles mit ihm theilte, ſogar die Pille, welche ihr der Arzt zu nehmen anbefahl.Pappermann! Dem Tiedge auch eine! fällt uns ein, ſo oft wir dieſe Räume jetzt be⸗ treten. Das waren ſchöne Zeiten für die Männerwelt!

Damals gab es der ſogenannten ſchönen Seelen viele, welche ſich dem Wohl und Weh des Helden widmen mochten, den ihre Ein⸗

bildungskraft mit allen jenen Tugenden geſchmückt, deſſen das Ideal bedurfte, welches in ihrem Herzen lebte und vor dem zu

knieen ihnen Bedürfniß war. Dieſe Hingabe, ſo ſcheint es, will aus der Welt verſchwinden, ſein beſſeres Ich will man nicht mehr in dieſer ſtärkeren Hälfte ſehen. Doch dieſe Wahrheit, wenn es

eine iſt, bringt nicht das Glück, wie jene Täuſchung ſie wohl

brachte, und gerne halte man den Irrthum feſt, wenn er ſo ſchöne Früchte trägt. Amely Bölte.

Literatur.

Liebesgabe. Märchen. Mitgetheilt von Emma Nien⸗ dorf. Darmſtadt, C. W. Leske's Separat⸗Conto. 1858.

Hier der baarſte Contraſt gegen Anatomie und Phyſiologie! Nur Mondſchein, Vögelgeſang, Seelenträumerei und dergl. mehr! Spaßhaft iſt derAbrif n ie r mantiſche Frau Verfaſſerinein kleines Stübchen, gar zierlich und ſauber ſieht, in demAlles am gehörigen Orte, vor den Fenſtern Blumen in Töpfen und Gläſern,neben demſelben iſt das Heiligthum, eine kleine Kapelle voll Frieden und Stille das Altarblatt darin ſtellt das Bild dar: Laſſet die Kindlein zu mir kommen, auf der Rückſeite mag die Hochzeit von Kana ge⸗ malt ſein. Die Kapelle hat auch eine ſchöntönende Orgel, auf der ein Organiſt oft ſehr lieblich ſpielt. Dieſen Organiſten will ich nicht beſchreiben; doch iſt er es, der überhaupt den Küſterdienſt im Kirchlein verſieht, der den Blumen friſches Waſſer gibt; er

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