Bewegung erreicht Mittel cht hält
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Mitthei⸗ r ſich verein⸗
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Nr. 17.]
gleichheit der Geſchwindigkeit des Schwunges in den an tinen gemeinſamen Mittelpunkt gefeſſelten Stofftheilchen erzeugt nothwendig eine Umwälzung der ganzen Maſſe um den Mittelpunkt, eine rollende Bewegung un ſich ſelbſt, deren Richtung keine andere ſein kann, als die der allge⸗ meinen Schwungbewegung von Weſt gegen Oſt.
So ſonderte und gliederte ſich das Weltall in zahl⸗ reiche, ſich in der Richtung der allgemeinen Umſchwingung um ihre eigene Axe wälzende Kugeln, welche ſämmtlich um den allgemeinen Mittelpunkt des Weltalls kreiſend ſich drehen. Die Stofftheilchen, deren Bewegungen noch nicht zur Ausgleichung gelangten— und es gehörten ſicherlich lange Zeiten dazu, bis daß alle Bewegungen ſich ausglichen — vielleicht geſchah es noch nicht, nein, ewig geſchieht es micht!— und jene Stofftheilchen fuhren fort und fahren moch fort zu ſinken und dem Mittelpunkte aller Mittel— punkte zuzuſtreben, bis daß einer der zahlloſen Mittelpunkte ſüe feſſelt und ſeinen Geſetzen unterwirft.
Das ganze Weltall muß bei dieſem Vorgange nach dem Geſetze der Schwere ſich ordnen. Jeder Mittelpunkt zwar ſammelt um ſich Stofftheilchen von jeder Art, weil ſolche durch den ganzen Raum zerſtreut waren. Aber die ſchweren Stofftheilchen, d. h. alle diejenigen, welche ſtär⸗ ker der Anziehung folgen, gelangen ſchneller zu einem Mit⸗ telpunkte, und die ſchweren Mittelpunkte nähern ſich raſcher dem allgemeinen Mittelpunkte. Daher Ungleichheit in der Vertheilung der ſchwereren und leichteren Stoffe in der gewordenen Welt. Nachdem aber die mächtigſten Mittel⸗ punkte, gleichſam die Grundſteine des Weltgebäudes, ein⸗ getreten ſind in ihre feſte Bahn, fährt der allgemeine Mit⸗ telpunkt fort aus dem ganzen Weltraume die leichteren Stofftheilchen an ſich zu ziehen, welche ihre geſetzmäßigen Bahnen noch nicht erlangt haben. Ebenſo ſammelt jeder Mittelpunkt in dem ganzen Bereiche ſeiner Anziehung, während ſich in letzterem ſchon um viele beſondere Mittel⸗ punkte immer engere Anziehungskugeln ballen. Die Folge
Dritte Folge.
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dieſes Vorganges iſt, daß der Mittelkörper eines jeden An⸗ ziehungsbereiches eine ungeheuer überwiegende Größe er⸗ reicht, dabei aber vorherrſchender aus leichteren Stoffen beſteht als die Kugeln, welche um ihn kreiſen. Unſere Sternengruppe entſtand ohne Zweifel aus einem ſolchen ei⸗ genen Anziehungsbereiche wer weiß, der wievielſten Ordnung?— und um den Mittelpunkt dieſes Anzie⸗ hungsbereiches hat ſich die Sonne gebildet, ſiebenhun⸗ dert⸗achtunddreißig mal ſo viel Maſſe enthaltend als alle um ſie kreiſenden Wandelſterne und ihre Begleiter zu⸗ ſammengenommen, aber ſo reich an leichten Stoffen, daß ihre Dichtigkeit weit geringer iſt als die der meiſten Stoffe unſerer Erde, im Durchſchnitte, alſo in ihrer Geſammtheit, nicht einmal anderthalb mal ſo dicht als das Waſſer— während Mercur, der ihr nächſte Wandelſtern, faſt ſieben⸗ mal ſo dicht als das Waſſer iſt. Die Dichtigkeiten der Maſſen der Wandelſterne nehmen, faſt ganz allein dem Ge⸗ ſetze der Schwere gehorchend, von dem ſonnennächſten ab bis zu dem ſonnenfernſten. Merkur faſt 7 mal ſo dicht als Waſſer, Venus 5 mal, die Erde 5 ½ mal, Mars 5 ½ mal, Jupiter 1 mal, Saturn 1 ¾ mal, Uranus dem Waſſer gleich, Neptun wieder 1 ½ mal dichter. Daß dieſe Verhältniſſe nicht ganz genau einer abnehmenden Reihe ent⸗ ſprechen, daß ſich in Betreff der Dichtigkeitsverhältniſſe der Folgeſterne, welche den Jupiter begleiten, ähnliche Ab⸗ weichungen von den Verhältniſſen darbieten, welche wir aus den einfachſten Anſätzen der Rechnung ziehen müßten, dieſe Ungefügigkeit rührt aus demſelben Grunde her, aus welchem keine Rechnung in der Natur für uns genau auf⸗ zugehen ſcheint, weil, wie ſchon Kant dieſen Mangel er⸗ klärte,„die Vielheit der Umſtände, die an jedem Naturver⸗ hältniſſe mitwirkend Antheil nehmen, eine für uns abmeß⸗ bare Regelmäßigkeit gar nicht geſtattet.“ Es ſind Stö⸗ rungen wie die oben beſprochenen Störungen Newton's, um welche es ſich handelt und zu deren Erklärung wir— wie bei jedem Rechnungsfehler, auf welchen wir in dem
ung gewährt, und was das Letztere betrifft, bleibt denn das Theater freilich die einzige und allgemeine Zuflucht. Wie in Eng⸗ land der Krieg der weißen und rothen Roſe, wie in Paris die Freunde von Gluck und Piccini ſich entgegen ſtanden, ſo heißt es hier: Devrient und Dawiſon,— und, wer nicht für mich iſt, muß wider mich ſein— bleibt hier das unausbleibliche Endreſultat.— In den Familien, wo der Eine als Gaſt aufgenommen iſt, findet
der Andere ſicher keinen Zutritt; die Damen, welche dem Erſteren
hre glühende Verehrung widmen, haben ſicher für den Andern kei⸗ nen Platz in ihrem Herzen übrig. Ein Wunder noch, daß die Kämpfe um die Verdienſte beider Herrn noch ſtets friedlich abge⸗ ſaufen ſind!— Aber wer ſagt uns, was noch im Schoß der Zei⸗ ſen ruht?— 4 1 Schöne Tage der Vergangenheit, wo Dresdens Frauenwelt dur einen Helden kannte, dem ſie ſich mit aller Hingabe weihen ſonnte, wo noch aus jedem Munde nur das eine Wort vernommen
lingsſäuſeln ſeinen Namen nachflüſterte, im Rauſchen jedes Bau⸗
nes 85 vernahm und Vie Rinde ihn verzeichnete. Entflohen ſeid ihr, ſchöne Tage— da alles einig war!— Je ibt es Kampf und Hader.— 9 Jetzt gibt es Kampf
Ein Glück nur, daß die Damen an der Bühne nicht bei den
Seſchlecht bleibt kalt, rückſichtslos kalt.— Nur eine Pepita, Lydia Thomſon, oder irgend eine hüpfende Lola kann der Männer luge hinreichend beſtechen, um ihren Mund beredt zu machen, und dann auch nur noch unter ſich.
gefülltem Raume.— Ein Bühnenkünſtler iſt vielleicht nie im Stande als Vorleſer zu glänzen, denn gewöhnt ſich auf eine Per⸗ ſon zu beſchränken, iſt ſein Organ ungeübt, ſich zu modelliren, um es vielen Perſonen zugleich zu leihen. Dieſe Kunſt hatte Tieck in einem ſo hohen Grade erworben, daß es gewagt iſt grade hier als ſein Nachfolger aufzutreten.— Zugleich aber iſt auch wieder Nie⸗ mand da, der Dawiſon erſetzen könnte, und jedenfalls verdiente ſein uneigennütziges Bemühen jede Anerkennung, die ihm auch in rei⸗ chem Maße zu Theil ward.— Seine Freundinnen hatten ſich Alle eingefunden, ſeine Gegnerinnen ſich ſämmtlich fern gehalten. Entweder— oder! hieß es auch hier. 3
Aber jetzt iſt keiner von beiden Sternen in Dresden anweſend, und man ſieht ſich in der Geſellſchaft fragend an und denkt: wo⸗ von reden wir nur gleich?— Vom Wetter, von der Mondfinſter⸗ niß, von den Liebesgedichten Otto Banck's, von der Einführung
b edem einer Nationaltracht für Sachſen, von Cosi fan tutti, worin die wurde,„Emil“,„unſer Emil“, und jede zarte Lippe im Früh⸗ ſi
Frau Bürd⸗Ney ſo reizend ſingt und ſo bezaubernd ſpielt, oder nein— von den Briefen der Todten an die Lebenden, womit man uns von Paris her, dem gottloſen Paris— aufs Neue, wie zur Zeit des Tiſchrückens, gewiſſenlos aus unſerer Ruhe aufgeſtört!
An die Särge eilt man nun, aus den Gräbern ſoll die Nachricht
Männern ei jch Sti kommen, was dieſſeits und was jenſeits der armen Seele noch be⸗ Nännern eine gleiche Stimmung erwecken!— Allein das harte
ſchieden iſt, und gläubig will man hier vertrauen.
Kohl, der berühmte Reiſende, wird in dieſen Tagen von Wa⸗ ſhington zurückerwartet, und neue Nachrichten bringt er vielleicht über jene Welt der Geiſter, der auch er ſo gerne nachzuſpüren pflegte. Ob er ihre Spur gefunden, jenſeits des Oceans in nähe⸗
5 dum Beſten der Schillerſtiftung las Dawiſon im Hotel de ren Verkehr mit ihnen getreten iſt, das vernehmen wir nun bald. axe die Tragödie Julius Cäſar von Shakeſpeare vor, bei gedrängt— Die Jugend Dresdens, die noch nicht reif iſt für dieſe großen


