Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
217
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Jahrg.

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Aber das iſt ja unmöglich, rief Graf Münſter ent⸗

ſetzt.Ihr ſagtet ja, daß das Bild drüben auf dem an dern Schloßflügel ſtände und daß Ihr alle Thüren wohl verſchloſſen hättet.

Aber ich ſagte Ew. Excellenz auch, daß Schlöſſer und Riegel die weiße Frau nicht aufhalten können, und daß, wenn ſie wandern will, die Mauern ſich vor ihr auf⸗ thun, die Schlöſſer und Riegel weichen und die Luft ſie trägt. Die Luft hat ſie hinüber getragen zu dem Feind ihres Hauſes, und mit dem Donner ihres Zornes hat ſie ihn aus dem Schlaf geweckt.

Und deshalb ließ der Kaiſer Euch geſtern Abend rufen?

Ja, ich ſollt' die Ehre haben, dem großmächtigen Kaiſer die Geſchichte der weißen Frau zu erzählen, ſagte Schluter mit einem höhniſchen Lächeln.Ich hab's ge⸗ than, und auch was dem General d'Espagne hier paſſirte, hab' ich erzählt.

Sagtet Ihr aber nicht, der Kaiſer hätte Euch heute Morgen auch wieder rufen laſſen?

Der Caſtellan nickte.

Nun, was wollte er denn da?

Ich mußt' ihm ganz genau das Coſtüm beſchreiben, in welchem die weiße Frau zu wandeln pflegt, ihr Kleid, ihren Schleier, ihr Geſicht, alles mußt' ich ſchildern. Ich ſchlug zuletzt dem großmächtigen Kaiſer vor, ich wolle ihm das Bild der weißen Frau herbringen laſſen, daß er's ſel⸗ ber anſchauen könnte; aber da warf er mir einen wüthen⸗

folge.

ſich die Palmen⸗Galerie und das unheimliche Schloß zu verlaſſen.

Der Caſtellan blieb ſtehen und horchte, bis die Schritte des Grafen in der Ferne verklangen, dann eilte er durch die Palmengalerie nach den Gemächern, welche der Kaiſer bewohnt hatte. In dem Schlafzimmer des Kaiſers angelangt, ſchob er das Bett bei Seite und beugte ſich auf den Fußboden nieder, um ihn mit ſorgſamem Auge zu be trachten.

Alles in Ordnung! Nichts iſt zu ſehen! murmelte er leiſe vor ſich hin.Die weiße Frau kann hier noch oft ſpazieren gehen!

Er lachte laut auf und verließ die kaiſerlichen Zimmer, um ſich in ſeine unter denſelben befindliche Privatwohnung zu begeben.

Nun will ich meine lieben Schätze verwahren, damit kein uneingeweihtes menſchliches Auge ſie erblickt! ſagte er, indem er vorſichtig die Thür hinter ſich verriegelte. Kommt, meine geheimnißvollen Schätze! Kommt!

Er zog aus ſeinem Bett ein langes weißes Gewand, einen kleinen pelzverbrämten Mantel und einen langen ſchwarzen Schleier hervor, und während er alle dieſe Dinge ſorgfältig zuſammenlegte und in einer unter dem Bett ſtehenden Truhe verſchloß, ſang er dabei mit lauter fröhlicher Stimme:

Ein Corſ' Ihr kennt den Namen ſchon, Seit vierzehn Jahr und drüber

Spricht allen Nationen Hohn,

Gibt Fürſten Naſenſtüber,

den Blick zu und ſagte ganz zornig: Nein, nein, ich will es nicht ſehen! Verſchont mich mit Eurem verdammten Bild! Wahrhaftig, ich glaube, der großmächtige Kaiſer hatte Furcht, und die weiße Frau hat's ihm angethan! Er war ganz blaß, der großmächtige Kaiſer! V

Und Schluter brach in ein lautes Hohngelächter aus.

Graf Münſter ſchüttelte ernſt ſein Haupt und beeilte

Stürzt Throne wie ein Kartenhaus Und treibt das Weſen gar zu graus, Nicht Bona⸗ Malaparte!

der eine Zukunft haben muß, weil er den Re Philoſophie ihre Stellung anzuweiſen und die Wahrheiten der entgegengeſetzteſten Meinungen zu einer Geſammtwahrheit zu verſchmelzen verſpricht, was keineswegs mit einer feigen, nach allen Seiten hin ſchönthuenden Vermittlung zu verwechſeln iſt. Unſer Theismus erfährt vielmehr Angriffe von Rechts und Links. Die Transſcendenten werden uns pantheiſtiſcher Anklänge beſchuldigen, die Immanenten ſehen in uns auch eine Art Ultramontane, und zwar die gfährlichſte; denn ſie bekämpfen den Gott desPfaffen

bei der M age leichter, es koſtet nur Witzworte, als den Gott des Theiſten.

Die kleine Broſchüre iſt ein Carrière, Danzel, Ulri⸗

ſultaten der bisherigen

Angriff gegen Viſcher. Sie will mit Danzel, Ulrici, Kugler,Zimmermann, Springer, Zeiſig die Rothwendigkeit einer Losreißung von der Hegel ſchen Auffaſſung des Schönen und der Kunſt zum Ausgangspunkte machen und das Schöne aufs Neue einer völlig vorausſetzungsloſen und an ſein vorhandenes Syſtem ſich ayſchließenden Unterſuchung unter⸗ werfen. Nächſt den Aeſthetiſchen Betrachtungen Carrieére's ſind namentlich Adolph Zeiſig'sAeſthetiſche Forſchungen, denen be⸗ fanntlich das mathematiſche Geſetz des goldenen Schnittes zu Grunde liegt, verwandte Anknüpfungspunkte für Dr. Eckardt, bekanntlich Docent der Hochſchule Auf des Herrn Verfaſſers ſpeciellere Unterſuchungen über Taſſo und Hamlet waren wir früher ausführender eingegangen. Von dieſen Principienfragen genügt es hier für die Intereſſirten hindeutend Notiz zu nehmen. Die Anerkennung Wagner's in der letzten Broſchüre iſt, trotz entgegengeſetzter Ausgangspunkte, eine panegyriſche, vielleicht auch aus Widerſpruch gegen Viſcher.

Bern. man aufhö man verſprochen hat nicht zu lieben.

kommt mir vor wie verſpottet, welche

Miseellen. Böſes über die Liebe. (Gegenſtück zuGutes über die Liebe). George Sand ſagt:.

1 Die bittern Thränen, welche Valentine vergoß, brachen Louiſen das Herz.Ach, ſagte ſie, blaß und verwirrt,iſt denn das Uebel ſo groß, wie ich es fürchtete? Auch Sie ſind für immer unglücklich!

Für immer? rief Valentine erſchrocken.Mit dem Willen zu geneſen und dem Beiſtande des Himmels Man kann davon nicht geneſen! entgegnete Louiſe mit fin⸗ ſterm Tone und indem ſie beide Hände auf ihr Herz preßte.

Jean Paulſagt:

Die Schmerzen einer noch nicht getheilten Liebe und ſpäter der Kummer der Trennung ſind wie die Zähne, die uns Schmerzen verurſachen, wenn ſie wachſen und wenn ſie uns ausgeriſſen werden.

Alfred von Muſſet: Die Liebe iſt eine eiferſüchtige Göttin, die zornig wird, ſobald rt ſie zu fürchten; und man liebt zuweilen nur, weil

Chamfort:

Ein Verliebter, der einen vernünftigen Menſchen beklagt,

Jemand, der ein Feenmärchen lieſt und die Geſchichte leſen.

und