Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
216
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begrüßte er den Grafen Münſter, der mit ſeiner ehrerbie⸗ tigſten Miene und dem angenehmſten Höflingslächeln ſich erkundigte, ob Se. Majeſtät eine ruhige Nacht gehabt.

Ihr Schloßcaſtellan hat Ihnen alſo nichts rapportirt von dem abſcheulichen Lärm, der geſtern Abend im Schloſſe entſtand? fragte Napoleon verdrießlich.Sie ſollten dafür ſorgen, Herr Graf, daß man ſtärkere Nägel beſchafft, um die Bilder ſo aufzuhängen, daß ſie nicht herabfallen können. Wenn man Jemand aufhängen will, und wär's auch nur ein Bild, ſo muß man für einen haltbaren Gal⸗ gen ſorgen.

Sire, ſtammelte Graf Münſter,ich begreife nicht, dieſes Schloß

Iſt nicht einmal zum Galgen gut genug, denn es läßt ſeine Gehängten fallen, rief Napoleon heftig.Es iſt ein verwünſchtes Schloß, und die Luft darin iſt ſchwül und beklommen wie in einem Rattenneſt! Die Wagen vor! Wir wollen aufbrechen!

Er würdigte den Grafen keines weiteren Blickes und kehrte in das nächſte Zim k, wohin nur der Groß⸗ aannii in 8 folgen durften.

Saisu mit ſeinem

Novellen⸗

Zeilung.

Zornesblitz noch einmal nach dem Schloß zurück, deſſen hohe graue Mauern in der Beleuchtung der Morgenſonne ſich gar ſtattlich ausnahmen.

Ein verwünſchtes altes Schloß, murrte Napoleon vor ſich hin.Ich werde niemals wieder da eine Nacht zubringen!

Und er lehnte ſich in die Wagenecke zurück und ſtarrte düſter und ſchweigend zum Himmel empor.

Drinnen im Schloß zu Baireuth aber ſtand der Graf Münſter, der Intendant der fürſtlichen Schlöſſer, am hohen Bogenfenſter der Palmengalerie, und ſchaute mit geſpannten Blicken dem Kaiſer nach, deſſen Wagen man von hier aus noch weit da drüben auf der Landſtraße ver⸗ folgen konnte.

Jetzt bei einer Biegung des Weges verſchwanden die Equipagen hinter den grünen Weidenbäumen, und der Graf wandte ſich zu dem Caſtellan Schluter, der hinter ihm ſtand.

Aber jetzt ſagt mir um Gotteswillen, Schluter, rief der Graf,was meinte denn der Kaiſer? Und was mag ihm denn dieſe Nacht geſchehen ſein?

Es iſt ihm geſchehen, was Allen denen geſchehen wird, welche es wagen die weiße Frau von Baireuth zu beunruhigen oder ihrer Macht zu ſpotten, ſagte Schluter feierlich.

Ihr glaubt alſo wirklich, daß ſie ſich hat? fragte der Graf erſchrocken.

Ich ward geſtern Abend ſpät nſch und heute

zum Kaiſer gerufen. Wllen Ew. 62 Das Nid der weißn Frau, nzet ne

ihm gezeigt 8

Mor⸗ Excellenz

1 das i en dem Adienzſaal au 4