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₰ Dritte Geheimniß erfährt, und daß der blutgierige ruhig in dem Schloſſe der Markgrafen von ſchlafen kann.)“
Er warf die Thür des Corridors heftig hinter ſich zu und trat hinaus auf die große Treppenhalle, deren Fenſter hinausgingen auf die Straße.
Einzemne unverſtändliche Worte des Unwillens vor ſich hinbrummend ſtieß der Caſtellan eins dieſer Fenſter auf und ſchaute düſtern Auges hinunter auf die Straße.
Eine ungeheure Menſchenmaſſe wogte vor dem Schloß auf und ab, Aller Augen waren dorthin geheftet, von wo⸗ her der Kaiſer kommen mußte. Bebend vor Erwartung, athemlos vor Neugierde ſtand das dichtgedrängte Volk, in feierlicher Stille das Nahen des Heros erwartend, der ſich die Welt erobert hatte und jetzt auszog die letzte Hand an ſein Werk zu legen.
„Wie ſie daſtehen, die feigen Gaffer,“ brummte Schlu⸗ ter.„Müßig und faul wie immer; klagen mögen ſie und lamentiren, aber etwas zu thun fällt ihnen nicht ein. Wenn Jeder von ihnen ſich jetzt nur bückte ugd Jeder nur einen einzigen Stein aus dem Pflaſter nähnfe, um ihn dem Tyrannen zur Begrüßung an den Kopf zu ſchleudern, ſo wünde ſelbſt ſein harter Eiſenkopf Tdtich doch berſten
aAnüſſen, und alle Noth und aller Jaeſdin ſiwder Welt ein Ende. Aber daran denkt Keiner, und ich erteb's noch, daß dieſe Kerls die Mäuler aufreißen uldg ſtatt einen Fluch ein Vivat ſchreien“.— e Wirklich tönte in dieſem Moment das Rufen und Schreien immer näher heran. Jetzt ſprengten franzöſiſche Lanciers heran, um das Volk rückwärts zu drängen an die Seite der Häuſer, und auf der Straße daher rollten jetzt mehrere Equipagen: voran ein einfacher Kaleſchwagen. Ein Mohr im goldgeſtickten Gewande ſaß vorn auf dem Bock neben dem Kutſcher, im Innern des Wagens zwei einfach gekleidete Herren.
Nr. 13.]
Tyrann nicht Brandenburg
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„Das iſt er!“ brummte Schulter vor ſich hin.„Der Schwarze bringt ihn her, der Teufel iſt ſein lieber Freund! Ja, das iſt er, und ſo bleich und ernſt und zürnend ſchaut er drein, als gelüſte, es ihn mit einem einzigen Blick das ganze elende, erbärmliche Volk, das ihn da anglotzt, zu er⸗ ſchlagen.“
„Das iſt er!“ ſchrie und jubelte das Volk. Napoleon! Es lebe der Kaiſer!“
Napoleon ließ ſeinen Blick kalt und theilnahmlos über die Menge dahingleiten, das Jubelgeſchrei ſchlug nur wie ein längſt gewohntes, läſtiges Geräuſch an ſein Ohr. Es verlohnte ſich nicht der Mühe dieſem armen unbedeutenden Geſindel, dieſen Bewohnern einer kleinen Stadt gegenüber die feſtgeſchloſſenen Lippen zu einem Lächeln zu öffnen; ein kaltes haſtiges Kopfnicken war genügend zur Begrüßung und zum Dank.
„Es lebe Napoleon! Es lebe der Kaiſer!“ ſchrie und jauchzte die Menge wieder, als Napoleon, der jetzt den Wagen verlaſſen hatte, ſich vor dem Schloßthor noch ein⸗ mal umwandte und einen langen gleichgültigen Blick über die Menge hinſchweifen ließ. Der Caſtellan ſchlug ſein Fenſter zu.„Gut,“ ſagte er ingrimmig,„er wagt es hier in das Schloß einzutreten. Gut, die weiße Frau wird ihn willkommen heißen, und ſie wird es verſtehen den frechen Tyrannen in die Flucht zu jagen. Napoleon kommt! Hörſt Du es, weiße Frau? Napoleon kommt!“
Er lachte laut auf und eilte dann die Thür des Cor⸗ ridors aufzureißen und ſich neben der Thür, die in die Palmen⸗Galerie führte, aufzuſtellen.
Jetzt hallten Schritte von der Treppe herauf, und in dem Corridor ward es lebendig. Generäle, Adjutanten, und Lakaien eilten herbei und ſtellten ſich an beiden Sei⸗ ten des Ganges wie zur Schlachtordnung auf. Alsdann erſchien am Ende des Corridors der Kaiſer, ihm zur Seite in ehrerbietiger, unterwürfiger Haltung der Graf Münſter.
Aller Häupter neigten ſich ehrfurchtsvoll; Napoleon
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„Es lebe
wollte, da ugSed auch ſchon von dem Schwerte Peters durch⸗ bohrt, ſo daß er auf der Stelle ſeine Seele aushauchte.
Am nächſten Morgen wurde das Gerücht dieſer Mordthat dem Könige hinterbracht, und voll Zorn gebot er dem Alcade⸗ Mayor, den Schuldigen ausfindig zu machen. Es gelang indeß dem hohen Beamten nicht dem Befehle des Königs nachzu⸗ kommen.
Einige Tage ſpäter miſchte ſich Peter, wie er öfters zu thun pflegte, in unſcheinbarer Verkleidung unter das Volk; da hörte er, ſagte:.
„Ja, meine Freunde, der Alcade⸗Mayor iſt ein Dummkopf. Wäre ich an ſeiner Stelle, ſo ſollten in Sevilla keine Mordthaten mehr begangen werden, ohne daß man den Mörder entdeckte.“
Der König erkundigte ſich vorſichtig nach dem Namen und der Wohnung des Kohlenträgers und ließ ihn am andern Morgen vor ſich fordern. Zitternd erſchien der arme Menſch vor dem Ge⸗ waltigen.
„Du rühmteſt Dich geſtern,“ redete Peter ihn an,„wenn Du Alcade⸗Mayor von Sevilla wäreſt, ſollte kein Morder unentdeckt bleiben.— Du biſt Alcade⸗Mayor; beginne nun Dein Amt und trachte Deine Worte zur That zu machen. Kannſt Du das nicht, entdeckſt Du den nicht, welcher vor einigen Tagen einen An⸗ deren tödtete, ſo laſſe ich Dich ſköpfen.“
etroffen über die unerwairtete Ehre und Beförderung.. gte er während des Weges zu ſich iit doch nicht ſoſangenehm, wie ich
wie ein Kohlenträger zu einigen Leuten, die ihn umſtanden,
gen.
Sache ſehr kurz auf ſeine Weiſe. 1
Der Kohlenträger verneigte ſich tief und entfernte ſich ziem⸗ Grube graben, den widerſpenſtigen Prieſter mit dem Sarge des
t Armen, den er nicht hatte beerdigen wollen, lebendig hineinwerfen
und dann die Grube wieder zuſchütten.
Vollſtreckung ſeines Urtheils, und nach derſelben kehrte er ſehr zu⸗ frieden mit ſeinem Tagewerke in den Alcazar zurück.
Der Wunſch ſndeß ſeinen Kopf auf den Schultern zu behal⸗ ten und die Ueberzeugung, daß der König Wort halten würde, wenn es ihm nicht gelang den Mörder zu entdecken, ließen ihn dazu die äußerſten Anſtrengungen machen, und ſo erfuhr er denn endlich durch ſeine Nachfragen, daß in der Straße, in welcher der Mord begangen worden war und die noch heute zum Andenken an dieſes Ereigniß calle del Candilejé heißt, eine arme alte Frau, die zufällig mit einer Leuchte am Fenſter geſtanden hatte, Zeugin der Ermordung geweſen wäre. Er ſuchte die Alte auf und erfuhr von ihr, kraft ſeines Amtes ohne große Mühe, den
Zuſammenhang der Sache.
Freudig zwar, aber dennoch voll Angſt, begab er ſich zu dem
Könige, ihm den Erfolg ſeiner Nachforſchungen anzuzeigen.
„Nun wohl!“ ſagte der Gerechtigkeitsliebende,„ſo
treffe den Schuldigen die Strafe.“
Das geſchah auch in der That, aber auf folgende Weiſe:
Einer ſteinernen Bildſäule Peters wurde auf eben der Stelle der Kopf abgeſchlagen, auf welcher der Mord begangen worden war, und der Kopf dann in einer kleinen Niſche aufgeſtellt. Dort blieb er lange Zeit zu ſehen, und die Straße, welche in die del Candi- lejo mündet, heißt noch jetzt Straße des
Peterskopfes.
— Ein Prieſter hatte ſich geweigert einen Armen zu beerdi⸗ Der Gerechtigkeitsliebende hörte davon und entſchied die
Er ließ eine große und tiefe
Er ſelbſt war Zeuge der
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