ür Ar⸗
Sie können mir ſogleich eine gute Uhr f Sie mich
begegnen! Ich habe bedauert, daß
thur kaufen helfen. geſtern verfehlten.“ Reginald begleitete alſo Helene von Laden zu Laden, von Magazin zu Magazin, und hatte hundert Gelegenhei⸗ ten ihr ſeine beſondere Aufmerkſamkeit zu bezeigen; denn der kleinſte Dienſt, und wäre es das Oeffnen einer Thür oder das Aufheben eines Handſchuhs, gewinnt ja durch die Art, die Form, mit der er geleiſtet wird, Bedeutung. Aber Helene blieb kalt und ſtreng, wie ſie ſeit jenem ver⸗ hängnißvollen Mißverſtändniß in Schönau es ſtets gegen ihn geweſen war, und durch die ſorgfältigſte Aufmerkſamkeit konnte er nicht mehr erlangen, als daß ſie, nachdem er auf ein paar Gängen ſie begleitet hatte, höflich ausweichend ſagte:„Ich danke Ihnen nun ſchönſtens für Ihre Be⸗ mühungen; jetzt aber kann ich Sie nicht mehr brauchen. Die wenigen Einkäufe, die ich noch zu machen habe, muß ich allein beſorgen, und dann fahre ich zur Generalin A. „Und wo werden Sie den Abend zubringen?“ „Ich weiß es nicht, dies wird die Generalin beſtim⸗
Am Abend durchforſchte Reginald alle Vergnügungs⸗
orte, welche eine Dame beſuchen kann, aber vergeblich; er
fand Helene nicht und konnte ſie nicht finden, da ſie dieſe Stunden in der Familie X. verlebte.
Der nächſte Morgen fand Reginald wieder hoffnungs-
reich und daher friſchen, fröhlichen Geiſtes. Robert war ausgeſendet wie geſtern, und zur gleichen Stunde beſtieg
Reginald ſein Vollblut; aber heute hatte ſein bereits un-
geduldiges Thier ſchon eine Stunde lang das Pflaſter der Reſidenz mit den feinen Hufen getreten, ehe er Robert er⸗ blickte und an deſſen Geſichts⸗Ausdruck ſogleich erkannte, daß irgend ein ungünſtiger Zufall ſich ereignet habe.
„Was gibt es denn?“ frug er den herantretenden Diener.
Novelſen⸗Seddung.
gleitet.“
men. Ich ſehe Sie doch noch vor meiner Abreiſe? Adieu!“
„Die Dame iſt heute erſt nach zehn Uhr ausasaangen,“ erwiderte dieſer,„und wird von einer⸗ und er er⸗ 3 Sache
In dieſem Augenblick ſah Reginald Helene auf die Straße treten und ſprang vom Pferde, um zu ihr zu eilen. Sie empfing ihn mit der betrübenden Botſchaft:„Heute kann ich Ihre Dienſte nicht gebrauchen; meine Freur, Fräulein von X.— Herr von Perlmeer, liebe Anna— begleitet mich.“
„Und muß ich heute ganz das Gluck entbehren Sie ſehen, gnädige Frau? Können Sie keine Viertelſtunde 1ir mich erübrigen?“
Helene zögerte und ſaat.„o— aber—,“ bei die⸗ ſem„aber“ ſah ſie aald lächelnd an, und er verſtand den Satz, der unausgeſprochen pliab und ungefähr lauten mochte:„aber über Witwen dürfen Sie nicht wieder ſchlecht ſprechen.“ Er verbeugte ſich wie zuſtimmend, und Helene fuhr fort:„Ja, kommen Sie um zwölf Uhr. Doch nun Adieu.“
Reginald empfahl ſich, winkte Robert das unruhige Pferd fortzuführen und ging die wenigen Schritte bis ins Hötel, um dort die Stunde abzuwarten, die noch verlaufen mußte, ehe er Helene wieder ſehn und ſprechen konnte. Er war in gewaltiger Aufregung, denn er fühlte, daß er einer
Entſcheidung entgegen ging. Wenn ſie allein ihn empfing, dann mußte er ſein ganzes Verhältniß gegen ſie zur Sprache
er mußte ſie um Verzeihung bitten wegen jenes unbewußt übereilten Wortes, durch das er die ſich an⸗ knüpfende Beziehung zu ihr plötzlich abgeriſſen hatte; er mußte ihr andeuten, wie er zu einer ſo unglücklichen Phi⸗ loſophie gekommen, daß er ſie längſt abgeſchworen, und mußte ihr ſelbſt dann ſchwören, was ſie zu ſchwören ihm geſtattete.
Mit ſolchen Gedanken trat er in das Hötel, als ſogleich ein Kellner fortſprang, indem er ihm zurief:„Ich werde Sie melden, Herr Lieutenant.“
bringen,
mentlich gegen Ende der vierziger Jahre, hatte zur natürlichen Folge ein Herabdrücken des Preiſes des indiſchen Zuckers und einen geringeren Verbrauch des letzteren.
Während die Zuckerconſumtion im Zollverein in der Periode 1838/40 nur etwa Pfd. per Kopf betrug, war ſie in der Pe⸗ Pfd. per Einwohner geſtiegen, auch ein Zeichen, daß der Wohlſtand der Nation nicht im Abnehmen be⸗
riode 1853/55 auf 6 ½2
griffen iſt.
Aus der Gegenwart. Neues aus Dresden.
Es iſt ſchwer zu ſagen, worin der Zauber beſteht, der uns an
Dresden feſſelt;— was unſer Auge beſticht, uns wie gefangen Die Schönheit der Lage, die deren auch andere Städte ſich rühmen Die Reſi⸗ 1 her einen gute Seine Eiſenbahnen befördern jetzt nur ihre Thätigkeit, ſelbſt in der Hauptſtadt fängt der Handelsgeiſt an ſich zu regen und den Woylſtand heraufzubeſchwören, der allein hier noch als Mangel zu nennen blieb. Fabriken aller Art tauchen auf.— Dort wird Zucker gewonnen, dort Papier angefertigt;— Bier⸗ brauereien werfen den Capitaliſten fabelhafte Zinſen ab, und um dem Auslande nichts mehr zu verdanken, wird jetzt auch noch das Glas hier heimiſch gemacht werden.— Der breite Strom iſt wie hlen, wie alſo ſollte Inmitten dieſes regen induſtrielles as Theater in Dresden
hier feſthält, das erklärt ſich kaum. Umgegend ſind Vortheile, können. Das Klima iſt kein bevorzugtes zu nennen.
denz mit einem in ſeinen Mitteln ſehr beſchränkten Adel, die Nähe des Hofes, der die große Geſellſchaft allein abſorbirt, eine ſehr local gefärbte Bureaukratie, welche Galileo vielleicht noch heute in Ketten legen möchte, ſind für uns Touriſten Nachtheile, deren p Dennoch erhält Dresden überall den Vorzug, wo es der freien Wahl eines Aufenthaltes in einer norddeutſchen Stadt gilt. Sei es ein Künſt⸗ ler, ſei es ein Gelehrter oder Dichter, oder auch nur ein bloßer Liebhaber des Edlen, was des Menſchen Auge erfreut und ſein Herz wandern, hier ſeinen Wohnſitz hier nicht Alles gedeihen? Maler, welcher in Rom den Lebens treiben die Künſte ihr Spiel. D
ein größerer oder kleinerer Ort mindere bieten würde.
rührt und erhebt, er wird hierher aufſchlagen. Der Bildhauer, der
Traum ausgeträumt, deſſen ſeine Seele bedurfte, um ſich im Ge⸗ nuß der höchſten Schönheit zu eigener Production zu erſtärken, kehrt hürher zurück, ſchlägt hier für den Abend des Lebens ſeine Werkſtätte auf. Fremde aus allen Ländern, allen Gauen ſuchen Dresden auf, und einmal hier, reißen ſie ſich ſchwer wieder los. Dies Zuſtrömen von Fremden hat bald den Ort zu klein gemacht für den erforderten Bedarf von Wohnungen. Straße reiht ſich an Straße, und wenn man früher dem Zufall überließ ſeinen Lau⸗ nen gemäß Häuſer und Bauart zu geſtalten, ſo iſt es jetzt die Re⸗ gierung, welche weiſe überwacht und nach einem geſonderten Plane entſtehen läßt. Daß das Beiſpiel Frankreichs hier nicht ohne Früchte geblieben, läßt ſich wohl annehmen. Wie in Paris, ſo auch hier, werden Verſchönerungen den alten Stadtvierteln zu Theil, Häuſer eingeriſſen, Stra den zu eng gebauten Theilen Raumerweiterungen erſonnen, welch Geſundheit und Schönheit zugleich fördern. Dresden wird auf dieſe Weiſe im Laufe der Zeit eine der ſch Welt werden. Namen.
dazu hergezaubert, Bergwerke liefern die Ko
J. Jahrg.
ßen in Verbindung geſetzt und in
önſten Städte der Die Induſtrie Sachſens trug von jeher einen guten


