Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
153
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brach den zwei⸗ diutanten: Er vorgeſchlagen, tommen würde; 5 Mii ſich mel⸗ ſei an liebens⸗ in Orden goben; cht mit Blut ge⸗ einmal jetzt nicht ihöre ein Orden. rtſetzung folgt.)

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Du biſt es, Muſſa? ſagte ich.Seit wann biſt Du denn in Bugia?

Seit acht Tagen; aber wir lichten morgen die Anker.

Soꝛ ich habe Deine Tartane nicht in dem Hafen be⸗ merkt.

Der Neger ſtieß einen ſchweren Seufzer aus und ſagte traurig:El Regoul iſt nicht mehr, ihr Rumpf wurde ver⸗ gangenen Monat durch die Wogen des Cap Matifou ver⸗ ſchlungen.

Armer Muſſa! Du warſt alſo gezwungen eine andere zu kaufen?

Womit denn? Mir blieb kein Douro, als ich nach Delis kam.

Und dennoch ſagſt Du mir, daß Du morgen ab⸗ ſegelſt?

Ja, auf der Balancelle Santa Maria della Passione, welche der neapolitaniſche Capitain Giuſeppe führt.

Und wohin geht Ihr?

Wir haben eine Ladung Wein nach Stora.

Nach Stora geht Ihr? rief ich freudig aus;glaubſt Du, daß der Patron einwilligen wird einen Paſſagier an Bord zu nehmen?

O gewiß, wenn er gut bezahlt, denn der Italiener iſt lecker nach Douros.

Nun, ſo führe mich zu ihm, ſagte ich, und wir ge⸗ langten nach wenigen Minuten zu einem kleinen Boote, das uns zu der Santa Maria della Passione brachte. Das ärm⸗ liche Fahrzeug konnte mir nicht gefallen; es faßte höchſtens 25 Tonnen und das Deck war mit Waaren überladen. Auf einem alten Hammelfell ausgeſtreckt lag rauchend der Capitain Giuſeppe.

Patron, hier iſt ein Paſſagier nach Stora; wollt Ihr ihn aufnehmen? fragte der Neger.

Habt Ihr Gepäck? entgegnete Giuſeppe, ohne den Kopf zu wenden.

Nein, antwortete ich. Der Capitain würdigte mich

Dritte folge.

darauf eines Seitenblicks, wobei die Züge ſeines Geſichts und die Mißgeſtalt ſeines Körpers mir nur wenig Ver⸗ trauen einflößte.

120 Francs ohne Koſt, ſagte er.

Ich nehme es an.

So geben Sie mir Ihren Paß und kommen Sie dieſen Abend am Bord zu ſchlafen.

Am nächſten Morgen ging die Santa Maria bei dem ſchönſten Wetter unter Segel. Bald ſchwellte ſich unſer dreieckiges Segel wie ein Luftballon und das ſchwerfällige Fahrzeug ſchnitt tief in die blauen Fluthen des Golfs ein. Ungeachtet der ſchlechten Bauart und der offenbaren Un⸗ kenntniß bei der Anordnung der Ladung machten wir ſechs Knoten, als das große Segel plötzlich matt gegen den Maſt ſchlug und beinahe augenblicklich eine mehrſtündige Wind⸗ ſtille eintrat, während der wir nicht eine halbe Seemeile zurücklegten.

Eben um dieſe Zeit unternahm der General Bedeau gegen Oberkabylien eine Expedition, um ſich genau von dem Zuſtande der Bevölkerungen zu überzeugen; alle Bergbewohner waren daher in Aufregung und mit unſern Ferngläſern ſahen wir ſie deutlich in zahlreichen Gruppen auf allen Höhen längs der Küſte verſammelt.

Das Geſicht Giuſeppe's ſchien Beſorgniß zu verrathen; er ſah bedenklich auf die Fläche des Meeres, die nicht die geringſte Furche zeigte. Muſſa wurde durch ein Manöver an meine Seite geführt.

Was hat denn der Patron? fragte ich ihn leiſe,er ſcheint krank zu ſein.

Still, flüſterte der Neger, indem er ſich ängſtlich umſah.Giuſeppe fühlt in der Luft etwas kommen.

So? ſagte ich verwundert.Indeß iſt ja doch der Himmel wolkenlos und nichts ſcheint etwas Böſes zu pro⸗ phezeien.

Das iſt ein Köder, an dem alte Seeleute ſich nicht fangen laſſen. Seht, da fangen die Meerſchweine zu

zum herbſten Vorwurf machen, und wenn dieſe Poeſie ſelbſt die Dialektik eines Rötſcher gewinnen kann, um ſich ſittlich ſtempeln zu laſſen, für eines können wir ſie nicht gelten laſſen, nicht recht für anſtändig.

In der Fiammina ganz ſpeciell erſcheint uns noch eine andere zarte Rückſicht arg verletzt. Das erwähnte natürliche Gefühl

ſetzt, nach Motiven der Blutsverwandtſchaft, Schranken, welche die⸗ jenigen, die in einer Beziehung aufs Innigſte aneinander verknüpft

ſind, in anderen von einander trennen, Schranken, die in prin⸗ cipieller Begründung vor dem bloßen Verſtande vielleicht ebenſo unerweisbar, als ſie vor unſerem eingebornen Bewußtſein unan⸗ taſtbar ſind, die Schranken, die Bruder und Schweſter, Vater und Tochter, Mutter und Sohn in unnahbare Entfernungen von einander rücken. Daſſelbe natürliche Gefühl ſetzt den ver⸗ ſchiedenen Lebensaltern, ſie von einander ſondernd, verſchiedene Syſteme ſo zu ſagen der Schicklichkeit; es ſtellt ganz andere For⸗ derungen der Sitte an das kindliche, an das mittlere, an das höhere Lebensalter; es fordert von dem erſten die Unſchuld, ge⸗ ſtattet dem zweiten das volle Herausleben bis zur Leidenſchaft und beſchenkt das letzte mit der Ehrwürdigkeit, dem Lohne für Entſagung, die neue, höhere Unſchuld der Tugend und Weisheit. Mutter und Sohn, dieſes zarteſte Verhältniß, das die Natur er⸗ funden und die Sitte geheiligt hat, verlangt die entſchiedenſte Sonderung nach dieſen Altersſtufen; ſie beide ſollen in demſelben Lebensalter ſich nie begegnen, und wenn der Mutter, deren

Kind noch im Alter der Unſchuld lebt, das Eingeſtändniß eigner Leidenſchaft noch geſtattet werden kann: vor dem Sohne, der über

ie Grenze des erſten Alters geſchritten und für ſich die Rechte ännlicher Lebensreife in Anſpruch nimmt, darf die Erzeugerin

in keinem Lichte als in dem der Ehrwürdigkeit erſcheinen. Daß dieſes Geſetz, nicht nur der Schicklichkeit, ſondern der natürlichen Sittlichkeit, hier aufgehoben iſt, halten wir für das gerechtfertigte Motiv, aus dem ſo vielen Zuſchauern und Zuſchauerinnen die Fiammina einen verletzenden, um nicht zu ſagen widerwärtigen Eindruck hinterlaſſen hat. Man hat dies Stück mitMenſchen⸗ haß und Reue verglichen, aber Kotzebue's Sentimentalität glänzt wie roſige Unſchuld gegen Herrn Uchard's verzerrtes Raffinement. In jenem deutſchen Stücke, gegen das ſonſt ſo gewaltig moraliſirt wird, iſt die Trennung der Lebensalter, die wir fordern, bewahrt; unwiſſende kleine Würmer, die von einem Vergehen noch kein Ver⸗ ſtändniß haben, finden ihre ſchuldige Mutter wieder, und dieſe Schuld ſelbſt iſt ſoweit in den Hintergrund gerückt, daß wir von ihrer Exiſtenz nur in einer Andeutung etwas vernehmen. Die Mutter Fiammina aber tritt mit dem ganzen Glanze und der offenen Dreiſtigkeit der femme entretenue, die nur in Paris mög⸗ lich iſt, auf die Breter; da Herr Uchard die Männer, auf welche die Sängerin Eindruck macht, noch dazu als ziemlich fade Kunſt⸗ verſtändige charakteriſirt hat, ſo iſt es vor allem die verfüh reriſche Maitreſſe, die Eindruck auf ſie macht, und um dieſelbe ja alles Ehrfurcht Gebietenden zu entkleiden, müſſen auch noch Meſſieurs Duchateau und Sohn Jagd auf ſie machen, ein Abklatſch der beiden Klingsberge, die in einem poſſenhaften Luſtſpiel wohl amüſant ſein, in einer Rührkomödie aber mitſittlicher Tendenz doch nur einem zweideutigen Geſchmack Behagen erwecken können. Zur Hebung der ethiſchen Intention kann es ferner nicht beitragen, daß der junge Sohn beim Zuſammentreffen mit ſeiner Multer doch auch nur für die reizende Maitreſſe, die ſie noch iſt, intereſſirt⸗ wird, und wenn dieſe ſchließlich, um ihres Sohnes Glück nich

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