Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
77
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t. Jahrg.

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mung der Hitze aus der Erde in der Nacht entſtehende Thau die an den Aequator anſtoßenden Landſtriche buch⸗ ſtäblich unbewohnbar machen. Selbſt unter den obwal⸗ tenden Umſtänden iſt die dort herrſchende Hitze ſchrecklich. Am 200 ſ. Br. zeigte das Thermometer an der Oberfläche des Erdbodens in der Sonne 1250 Fahrenheit(41 30 Réaumur). Brachte man das Thermometer drei Zoll tief in die Erde, ſo ſtieg es auf 1380 F.(47 0 R.). Man kann die Hand nicht auf den Erdboden halten und ſelbſt die hornartigen Fußſohlen der Eingebornen müſſen durch Sandalen von Thierhäuten gegen die Hitze geſchützt wer⸗ den. Das Waſſer in den Teichen iſt an der Oberfläche 100⁰ F.(30%0 R.) heiß, aber der durſtige Reiſende weiß ſich dennoch einen kühlen Trank zu verſchaffen, indem er ſich die Thatſache zu Nutze macht, daß Flüſſigkeiten die Hitze nicht unterwärts leiten. Er ſchreitet in die Mitte und ſchöpft ſich das Waſſer mit ſeiner Hand von ganz unten.

Um Linyanti zu erreichen, ohne die Gegend zu be⸗ rühren, wo ſich die Tſetſe, die giftige Fliege findet, die für das Rindvieh ſo unheilvoll iſt, nahm Dr. Livingſton ſeinen Weg nördlich. Er kam in Folge deſſen durch ganz pfad⸗ loſe Gegenden und einen dichten Wald, wo ſich unſre Rei⸗ ſenden erſt einen Weg ſchaffen mußten, und weil die Reiſe⸗ gefährten Livingſton's in Folge des gehabten Fiebers noch

Dritte Folge.

V

ſehr kraftlos waren, ſo mußte ſich der Doctor auch hier

den ſchwerſten Arbeiten wie dem Fällen der Bäume unter⸗ ziehen. Glücklicher Weiſe traf er auch diesmal mit einigen Buſchmännern zuſammen, die ihm Waſſer nachwieſen, als das ſeinige beinahe zu Ende war, und die ihm halfen ſeine Ochſen wieder zuſammenzubringen, die diesmal aus Furcht vor einem Löwen durchgegangen waren. Der Löwe hat vor den Buſchmännern eine große Furcht, die ſeine Spur

verfolgen, wenn er ſich ganz geſättigt hat, und ihn mit ver⸗

gifteten Pfeilen ſchießen. Das Gift wird aus dem In

nern einer kleinen Raupe, die ſie Ngwa nennen, gewonnen.

77 Ein ganz klein wenig davon, das in eine offene Wunde kommt und ſich mit dem Blute vermiſcht, wirkt wie ein krankhafter Stoff bei einer Zergliederung. Doch der To⸗ deskampf iſt ſo heftig, daß eine ſo verwundete Perſon wie ein wüthender Toller wird, der aus den menſchlichen Woh⸗ nungen flieht. Die Wirkungen dieſes Gifts auf den Lö⸗ wen ſind nicht weniger ſchrecklich. Man hört ſein Stöh⸗ nen dann in großer Entfernung, und in ſeiner Wuth beißt er in Baumſtämme und in den Erdboden. Die Buſch⸗ männer heilen eine von dieſem Gifte verurſachte Wunde, indem ſie Fett in dieſelbe reiben, und ſie erklären die Art und Weiſe ihrer Behandlung dadurch, daß ſie ſagen,die Ngwa bedürfe Fett, und wenn ſie in dem Leibe keins finde, ſo tödte ſie den Mann.

Endlich kam Dr. Livingſton nach vielen andern Gefah⸗ ren am 23. Mai 1853 in Linyanti an. Die ganze aus 6 bis 7000 Seelen beſtehende Bevölkerung kam ihm ent⸗ gegen, um ihn zu bewillkommnen. Sekeletu, der Sohn von dem verſtorbenen Häuptling Sebituane, ein junger Mann von 18 Jahren, der gegen die Engländer nicht we⸗ niger freundlich geſinnt war als ſein Vater, empfing die Reiſegeſellſchaft in einem für ſein Land königlichen Styl. Eine Zahl Krüge mit Bier aus dem Lande wurde ihnen vorgeſetzt, und der Hofherold, ein wichtiger Beamter, dem aber ſehr mannigfaltige Pflichten obliegen, ſtand auf und ließ nach vielen Gaukeleien ſelbſt in Centralafrifa findet ſich eine Hofetikette die geeigneten Empfangsformen er⸗ tönen:Sehe ich nicht den weißen Mann? Sehe ich nicht den Kameraden Sebituane's? Sehe ich nicht Sekeletu's Vater? Wir brauchen Schlaf(Frieden vom Krieg); gib Deinem Sohne(Sekeletu) Schlaf, Herr. In der That war die Lage Sekeletu's keine ganz ſichere. Sein Vater hatte Sekeletu's Halbſchweſter Mamochiſane zu ſeiner Nach⸗ folgerin beſtimmt, und einem andern nahen Verwandten, Namens Mpepe, lag ſehr viel daran, daß ſie die Häupt⸗ lingsſtelle auch ferner bekleiden möchte, weil er unter

Es iſt nur wenigen Menſchen und auch dieſen nur ſelten ge⸗ geben, ſich ſelbſt wie einen Fremden zu betrachten, ſich ſelbſt aus dem Auge eines andern anzuſchauen, und das liegt auch mit inbe⸗ driffen in jenem hohen Spruch: Lerne dich ſelbſt kennen. Klopf'

ei dir an, komm einmal zu dir, wie wenn Du ein Fremder wärſt;

ſchau, was für ein ſeltſamer Beſuch das iſt! Zuerſt mußt du glauben, daß du dich nicht kennſt, dann erſt kannſt du dich kennen lernen.

Wandelbarer und unſteter ſind die Wolken am Himmel nicht, als oft die Gedanken der Menſchen, zumal ſolcher, die ein ſchweres Geſchick im Herzen tragen und damit kämpfen, bald darüber hinaus⸗ kommen und bald ganz drein verſinken. im Gemüthe, leiſe und allmählich wandelt ſich Eins in das Andere,

Nacht und Tag wechſelt

und es läßt ſich nicht genau faſſen, wie es zum Andern wird, und

plötzlich iſt es Nacht und plötzlich iſt es Tag.

Ess iſt eine traurige Erfahrung, daß ſchlimme Naturen dieje⸗ nigen, die mit ihnen in Berührung kommen, auch verſchlechtern. Schon die Unwahrheit, mit der man einem ſolchen Menſchen be⸗ gegnet, indem man ihm nicht rund heraus zu erkennen gibt, was man von ihm hält, erzeugt eine Verwirrung in der Seele, und oft iſt es, daß man eben in der innern Angſt, mit dem Ausſpruch ſei⸗ nes eigentlichen Urtheils herauszuplatzen, allerlei Beſchönigungen verſucht, allerlei Beleuchtungen der guten Seiten beſonders nach⸗ drücklich hervorhebt. Da ergibt es ſich dann leicht, daß die innere Mißachtung ſich wie gewaltſam in eine ausgeſprochene Werth⸗ ſchätzung umwandelt. Der Redliche fühlt dabei das ungetreue Spiel und kann doch wiederum nicht anders, und empfindet ſeinen

eigenen innern Verderb. Der innere Abſcheu, den man vor dem Schlechten empfindet, iſt auch oft von jenem unklaren Aerger be⸗ gleitet, daß man ſich ſelbſt theilweiſe dazu hergab und nun das Recht verloren hat, von dem man Anfangs gefliſſentlich keinen Gebrauch machte.

Es gibt Stoffe, denen man es nicht anſieht, daß eine Säure in ihnen aufgelöſt iſt; erſt wenn ein neuer Stoff ſich hinzugeſellt und ſich mit der gelöſten Säure verbindet, merkt man dieſelbe. So auch geht es oft im Gemüthe: es zeigen ſich in überraſchender

Weiſe die Ergebniſſe herber Eindrücke beim Hinzukommen einer

neuen Thatſache, indem ſie ſich mit dieſer verbinden.

Ess gibt Thaten, von denen man gar nicht glauben ſollte, daß ſie der Verkennung fähig wären, und doch, horcht man hinaus und

ſchaut man ſich um nach Wort und Blick, mit denen ſie die Men⸗

ſchen betrachten, ſo findet man eine Verdrehung, eine Mißdeutung, an die man gar nicht denken konnte.

Es gibt viele Menſchen, die höchſt dankbar gute Lehren hö⸗ ren und nicht genug zu betheuern wiſſen, wie wohl ihnen das thue, und wie gern ſie ſich von Wohlmeinenden Dies und Das ſagen laſſen. Es gehört aber ein feſtes, rechtſchaffenes Herz dazu, um die Gewohnheit des Seins abzubrechen, zumal wenn man glaubt, daß man ſo treumeinend darin gehandelt habe, und daß es nur an den Andern läge, das recht aufzunehmen. 4