dl zu beherzigen. gel wohl behüten men, ihnen, was cten Zeit zukom⸗ zu meiner Heim⸗ er Enthaltſamkeit lang ausbleiben einſtürmen, Dir ſchaffen machen, önen anſtändigen aft treten. Dem ), auch dann mit er alſo ſcherzte, überlaut zu heu⸗ der in ſeine Arme und ſprach:„Du Herzens Ruh' und i geſcherzt!“— c gelang es ihm ränen zu fiillen. erlich, wie ſich den enander der
aaaren verſehen ein
tennung von ihrent ſie Morgens von e dle tändelnden
aen? Papageien, unn en, und oft endli
Lertiärfor⸗ ſowohl häu⸗ ölzetn 3 beſtimmt die eine 6 Ehren s Hellu
ſdern der
f Jabdl,
et Ab H lang 1
Nenſchen
tarrt u
W. Jährg
ſchüttete ſie aus. Wi es Wunderklug ſind doch Verliebte, Wie ſie ihren Schmerz verhehlen! Allen Thürmen, allen Pforten Möchten ſie davon erzählen.
So verfloß ein ganzes Jahr. Eines Tages begab ſich Mahi⸗Scheker nach ihrem Kioſchk, gedachte dort ihres ge⸗ liebten Mannes und ſandte ihm mit dem Morgenwinde einen Gruß. Es wohnte aber nach Gottes unbegreiflichem Rathſchluſſe in der nächſten Nachbarſchaft ein vornehmer ſchöner Jüngling, der in Beziehung auf äußere Reize nicht ſeines Gleichen beſaß. Zufälligerweiſe fiel deſſen Auge auf Mahi⸗Scheker, was die Folge hatte, daß er ſich ſofort auf das Heftigſte in ſie verliebte. Mahi-Scheker hatte davon keine Ahnung; bei dem Jünglinge aber wuchs die Liebe von Tag zu Tag ſo, daß er auf das Kläglichſte ſeufzte und ſtöhnte und endlich, da er kein Mittel ausfindig machen konnte, ſeinen Schmerz zu lindern, dem Verzweifeln nahe war.
Ja flehe nur, Verliebter, klag' und flehe,
Finſt bringt Dein Stern Dich in der Theuern Nähe!—
Nun war aber in jener Stadt eine kluge, argliſtige Alte, die den Himmel zur Erde herabzuziehen verſtand und in allen böſen Künſten und Betrügereien Meiſterin war. Zu dieſer begab ſich der Jüngling, erzählte ihr ſein Leid und bat ſie, ihm zu helfen.„Wenn ich,“ ſo ſchloß er, „durch Dich meinen Wunſch erreiche, ſo will ich Dich ſtein⸗ reich machen.“— Kaum hatte die Alte die Geldver⸗ ſprechung vernommen, als ſie—
Gleich dem Weib, das Ferhaden Netze geſtellt,
Die ältere Schweſter der uralten Welt— das Geſchäft auf ſich nahm und ſich mit den Worten ver⸗ abſchiedete:„Gar bald ſollſt Du Deinen Wunſch erreichen, und ich werde Dich zu der Schönen hinbringen.“
Wie eine Eule ließ ſich dann die Alte auf das glückliche Haus der Mahi⸗Scheker nieder. Nachdem die roſige Schönheit der jungen Frau vor ihren Blicken aufgegangen war, ließ ſie aus innerſter Bruſt und tiefſter Seele einen kalten Seufzer hören. Mahi⸗Scheker fragte ſie theilneh⸗ mend:„Was ſeufzeſt Du? Haſt etwa auch Du gleich mir Trennung von Deinem Manne zu erdulden? Seußzer ſtehen mir an, die ich ſchon ein ganzes Jahr von meinem innig⸗ geliebten Manne in ſchmerzvoller Trennung lebe. Dieſe Trennung vernichtet mein Lebensglück!“— Als die alte Betrügerin dies von Mahi-Scheker vernommen hatte, öff⸗ nete ſie ihren häßlichen Mund, um in ein argloſes Herz argliſtige Worte auszuſäen.„Mein Schätzchen,“ ſagte ſie, „behüte und bewahre! das wäre doch ſchade, daß ein ſo niedliches Herzendiebchen wie Du einſam und betrübt in einem Winkel ſäße! Und nun iſt es gar ſchon ein volles Jahr, daß das Elend der Gattenloſigkeit auf Dir laſtet! Aber, um des Himmels willen, fehlen denn einem lieblichen Weſen wie Dir jemals Freunde und Verehrer? Gott ſei Dank, nein! Tauſende in dieſer Stadt ſind von Deinen Roſenwangen bezaubert. Aber ſo viele Liebhaber Du auch haben magſt, es verdient doch Einer, der ganz nahe in Deiner Nachbarſchaft wohnt, ein vornehmer ſchöner Jüng⸗ ling, vor Allen den Vorzug. Der Aermſte hat ſich auf dem Pfade der Liebe ſo abgehärmt, daß ich während mei⸗ nes ganzen Lebens nicht den hunderttauſendſten Theil ſeines Wehs Dir beſchreiben könnte. Freilich biſt Du wohl in Deinen Mann verliebt, gleichwie Dein Mann in Dich; aber Du weißt ja, welche Medicin die gelehrten Aerzte gegen die Liebeskrankheit verordnen:
Wie die Liebe ſei zu heilen, Fragt' ich geſtern einen weiſen, Einen lieberfahrnen Mann. Und er ſprach: Wer nicht ertragen, Dulden kann, der geh' auf Reiſen; Dulde, wer nicht reiſen kann!—
ü„Lieber, was machen Sie, wie geht es Ihnen?“ rede ich ihn an.
„Pſt!“ und Alles lauſcht noch begieriger denn zuvor. Es folgt eine erwartungsvolle Pauſe, dann ruft Herr von Sorgen⸗ los:„Da geht's hin!“ und zeigt mit dem Finger in die Luft! Die Menſchenmenge, einſehend, daß ſie gefoppt werde, entfernt ſich theils lachend, theils brummend.
Wiſſen Sie, was ich gethan habe?— dem Volke einen Be⸗ griff vom Credit mobilier beigebracht!— Aber nun, Lieber, Neu⸗ igkeiten; was haben die letzten Monate in Kunſt und Wiſſenſchaft gebracht?“
aund Sie erzählen mir nicht von Ihren Triumphen am grünen Tiſche?“
„Eben ſo viel verloren als gewonnen— pah, nicht der Er⸗ wähnung werth! Macht der alte Arndt plötzlich in der Kölni⸗ ſchen ein Geſchrei, ſcandaliſirt über die grünen Tiſche und ihre Spieler und ſchimpft das deutſche Volk in einer wahrhaft burſchi⸗ koſen Weiſe. Geleſen haben wir den Artikel mit Muße, auch die Wahrheit richtig anerkannt, dann in die Taſche gegriffen und mit dem fröhlichſten Muthe weiter pointirt. Sehen Sie, ein offnes, freies Manneswort findet in Deutſchland noch immer ein offnes Ohr.— Der alte Mann will das Hazardſpiel ausrotten— aber iſt Handel und Wandel nicht in den letzten Jahren gleichfalls zu einem tollen Hazardſpiel ausgeartet? Warum greift der alte Arndt nicht die Differenzgeſchäfte der großen Häuſer an?! Dif⸗
ferenzgeſchäfte, die in Hinſicht der Ungewißheit des Erfolgs weit den ÜUnſinn der grünen Tiſche übertreffen!
61 6. Die kleinen Diebe tängt man, die großen läßt man laufen.— Ach, großer Meiſter, u biſt auch heimgegangen zu den Vätern.“—
Herr von Sorgenlos entblößt das Haupt. Wir ſtehen vor einem der Rauch'ſchen Meiſterwerke, vor dem großen Standbilde Friedrichs II.
„Hier,“ fährt Herr von Sorgenlos nach einer Pauſe fort, „hier ſteht doch das Volk noch mit eintiger Achtung vor dem ſchaf⸗ fenden Genius; fehlt ihm auch das volle Verſtändniß der Kunſt, es betrachtet dieſes Denkmal mit einer gewiſſen ehrfurchtsvollen Pietät; aber dort drüben“— Herr von Sorgenlos zeißt nach der Schloßbrücke—„reißt der gebildete wie der ungebildete, sit venia verbo, Pöbel, und der gebildete noch mehr als der ungebildete, ſchlechte Witze.“
„Die achte Marmorgruppe iſt vor einiger Zeit aufgeſtellt, Sie haben Sie doch ſchon betrachtet?“ frage ich.
„Und wie betrachtet! Daß ein an mir Vorbeigehender ſagt, da ich ein Künſtler nicht ſei(ich frage Sie, woher weiß der Menſch, daß ich ein Künſtler nicht bin), müſſe ich ein Modellſteher ſein. Ich ein Modellſteher! Als ob nur ein Modellſteher an dem nackten Zuſtande der Kunſt Gefallen finden könnte! Sonderbare Auffaſſung!“
„A propos, ſonderbare Auffaſſung, da fällt mir ein Vergleich ein, der alle Bibliothekbeſucher ergötzen muß. Da geht neulich ein Herr aus der Provinz mit ſeiner Gattin am Arme über den Opernplatz. Das da, demonſtrirt er, liebe Frau, iſt das Opern⸗ haus, gegenüber die Univerſität, hier das Palais des Prinzen von Preußen und hier links von dem Palais die altmod ſche Kom⸗ mode das iſt die königliche Bibliothek.“
„Altmod'ſche Kommode, ſehr gut— Würmer exiſtiren genug in der Kommode, wenn auch nur Bücherwürmer!— Aber wer iſt denn das, der da drüben Herrn Ludwig Rellſtab ſo tief grüßt?“


