70
Eines Tages ſah Said auf dem Bazar bei dem Mäk⸗ ler ein Papageienweibchen und beſchloß ſogleich, damit ſeinem klugen Vogel eine Gefährtin zu verſchaffen. Er kaufte es demnach für ein Goldſtück, brachte es nach Hauſe und ſetzte beide zuſammen. Das Weibchen hatte keinen Verſtand, es war ja auch nur zur Geſellſchaft für den wei⸗ ſen Papagei gekauft worden.— Dieſer ſagte tagtäglich dem Said, was er thun ſolle, und Letzterer handelte dem⸗ gemäß.
Eines Tages, als ſie ſich in gewohnter Weiſe mit ein⸗ ander unterhielten, pries der Papagei dem Said die Vor⸗ theile einer überſeeiſchen Handelsreiſe an; ſeine Worte machten auf den jungen Mann einen ſo lebhaften Eindruck, daß er ſich zu einer Seefahrt entſchloß und dies ſeiner Frau Mahi⸗Scheker mittheilte. Als dieſe von der bevor⸗ ſtehenden Trennung hörte, hub ſie zu weinen und laut zu klagen an;— Sald erklärte ihr, um ſie zu tröſten, daß der Seehandel großen Nutzen ſchaffe, und daß man mit Geld und Gut ſeine Angelegenheiten in guten Stand ſetzen könne; aber Mahi⸗Scheker erwiderte traurig:„Ich weiß wohl, daß der Wunſch reich zu werden bei Dir aus edler Abſicht entſpringt. Aber wem willſt Du mich übergeben, wenn Du gehſt? Früher glaubteſt Du Dich keinen Augen⸗ blick von mir entfernen zu dürfen; wie willſt Du nun jetzt eine ſo weite Reiſe machen, und wie ſoll ich die Trennung von Dir ertragen?“— Bei dieſen Worten weinte ſie ſo bitterlich, daß dem Said das Herz wie Feuer brannte. „Ich weiß,“ ſagte er endlich,„meine Mahi⸗Scheker, daß Deine Liebe zu mir unbegrenzt und Deine Treue unaus⸗ ſprechlich groß iſt. Indeſſen heißt es mit Recht:
Hab' und Gut bringt Auf Freundes und 5
Segen eindes Wegen.
Und bin ich auch äußerlich fern, ſo bleibe ich doch inner⸗ lich, d. h. mit Herz und Sinn, immer bei Dir. Aber ich habe Dir noch einige Rathſchläge zu ertheilen und bitte
Dich, meine Worte zu beachten und wohl zu beherzigen. Erſtens nämlich ſollſt Du die beiden Vögel wohl behüten und in Acht nehmen und ja nicht verſäumen, ihnen, was ſie an Speiſe und Trank bedürfen, zur rechten Zeit zukom⸗ men zu laſſen. Zweitens ſollſt Du bis zu meiner Heim⸗ kehr Dich keinen Schritt vom Wege der Enthaltſamkeit entfernen und, falls ich ein ganzes Jahr lang ausbleiben ſollte und dann Leidenſchaften auf Dich einſtürmen, Dir mit elenden, gemeinen Leuten nichts zu ſchaffen machen, ſondern lieber mit einem Dir gemäßen ſchönen anſtändigen Manne von gutem Herkommen in Liebſchaft treten. Dem ſtände nichts im Wege; doch bitte ich Dich, auch dann mit dem Papagei zu Rathe zu gehen.“— Da er alſo ſcherzte, fing Mahi⸗Scheker, die ihn nicht verſtand, überlaut zu heu⸗ len und zu weinen an, ſo daß er ſie wieder in ſeine Arme ſchloß, ſein Geſicht an das ihrige drückte und ſprach:„Du meiner Seele ſüßes Leid— und meines Herzens Ruh' und Freud'!— ſei doch ſtill, ich habe ja nur geſcherzt!“ Mit ſolchen Worten begütigte er ſie; doch gelang es ihm nur mit großer Mühe, Mahi⸗Scheker's Thränen zu ſtillen. Kurz, das treue Pärchen trennte ſich ſo ſchmerzlich, wie ſich Seele und Leib trennen, und Beide empfahlen einander der Fürſorge Gottes.
Said beſtieg dann mit allerlei Waaren verſehen ein Schiff und fuhr ab.
Mahi⸗Scheker konnte ſich über die Trennung von ihrem geliebten Gatten nicht tröſten. Wenn ſie Morgens von ihrem Lager ſich erhob, da redete ſie die tändelnden Lüfte an:
Habt ihr von der zarten Roſe Keine Botſchaft mir zu ſagen? Holde Morgenwinde! Hat mein Herze, hat mein Leben Euch für mich nichts aufgetragen? Sagt, o ſagt geſchwinde! Oft trat ſie auch zu dem Käfig des Papageien, um mit
ſeinen Klagen die ihrigen zu vereinigen, und oft endlich
lich gute Straße verbundenen Dorfe, bei den Bränden und auf dem Slatinaer Oberberge, wo es Punkte gibt, von denen man mindeſtens 20— 30,000 Centner verſteinerten Holzes mit einem Blicke überſieht und ſich⸗daher alle Muſeen der Erde mit ſo herr⸗ lichen Exemplaren, wie ſie dergleichen bis jetzt kaum beſitzen, ver⸗ ſehen könnten. Herr Kaufmann und Fabrikant Benedikt Schroll
in dem nahen Braunau, der auch die anderweitig ſehr intereſſan⸗ ten paläontologiſchen Verhältniſſe der Umgegend mit großer Auf⸗ merkſamkeit beobachtet und mir namentlich aus dem Gebiete der permiſchen Formation vieles Neue mittheilte, gab mir die erſte Kunde von dieſem Vorkommen, welches ich im vorigen Sommer in ſeiner und der Herren Dr. zweimal beſuchte, aber nicht erſchöpfte, da es davon gelegenen Schwadowitzer Revier nicht an verſteinerten Stämmen fehlen ſoll. Jene faſt immer entrindeten Stämme ſelbſt ſind 1 bis 4 Fuß dick, 2 bis 6 Fuß lang, rund oder rundlichoval, oft in Längsbruchſtücken wie halbirt, die ganzen Exemplare mit horizontalen, faſt ebenen Bruchflächen, Kanten, ohne Spuren von Umherrollen, von graubräunlicher Farbe, von Chalcedon und hornſteinartiger Beſchaffenheit, zuwei⸗ len in der Mitte hohl, wie jetztweltliche Bäume, die an der Gipfel⸗ dürre leiden; übrigens auch unter einem Winkel von 3—4 Gr. ſpiralig gedreht und oft mit großen Aſtnarben verſehen, alſo auch nur in jenen Localitäten bei Cultur des Waldes und der Aecker umhergeſtreute Bruchſtücke von Stämmen, die ſich höchſt wahr⸗ ſcheinlich im Innern des Sandſteingebirges, aus welchem nur einzelne hervorragen, befinden. Kleinere unter 1 Fuß dicke ver⸗ ſteinerte Stämmchen oder Aeſte fehlen, wie ich allerdings ſonder⸗ barer Weiſe noch niemals dergleichen in der Steinkohlenformation
Beinert und Gebauer Begleitung auch in dem ſüdlich
jedoch immer mit ſcharfen
gefunden habe, während ſie in verſteinten Wäldern der Tertiärfor⸗ Beiſpiel in Egypten und auf Java, ſowohl häu⸗ Sie gehören ſämmtlich Nadelhölzern an, ähnlich den Araucarien, und zwar zunächſt beſtimmt die eine als eine neue Art Araucarites Schrollianus(zu Ehren des Herrn B. Schroll genannt), die andere als A. Brandlingii, welche in der Steinkohlenformation Englands, Saarbrückens, Böhmens und Schleſiens aufgefunden worden iſt.“
mation, wie zum 2 figer als größer ſind.
Aus der Gegenwart. Berliner Spaziergänge.
Koſſak hat einmal in mißvergnügter Laune, die ihn nur zu oft verfolgte, das ominöſe Wort ausgeſprochen: Berlin gleiche zur Sommerzeit zwanzig aneinandergerückten Dörfern. Das hat A
mein Freund, der Herr von Sorgenlos, zu Herzen genommen, Al V ein äſthetiſch gebildeter Mann darf er ſein Daſein unmöglich in fe friſ Sobald daher die Krebsmonate beginnen, in denen Krebſe gegeſſen werden dürfen(und Monaten ohne„R“ gegeſ⸗ ndel und ſiedelt
einem Dorfe friſten.
diejenigen nämlich, Krebſe dürfen bekanntermaßen nur in ¹
ſen werden), ſihnünt Dere don Gardonlos ſein Bü über nach Homburg oder Baden⸗Baden. 3 1 ſehe ich ihn nach außergewöhnlich langer Abweſen⸗ heit wieder unter den Linden. Er ſteht und ſtarrt unabläſſig zu einem der Bäume hinauf. Eine anſehnliche Menſchenmaſſe, von Secunde zu Secunde anwachſend, hat ſich bereits um ihn verſam⸗ melt und ſtarrt gleichfalls unabläſſig zu den kahlen Zweigen hinauf.
uig foöh fonr nahe


