Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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UV. Jahrg.

nann Said ſeine eide Augen ſeines an, küßte ſeines aun an mit ſeinem Hrundeapital von häft zu deginnen, end begab d ſich mit ihr luſtig zu

Zazar der Zeug⸗ unter lauten An⸗ i, rief er aus, er der Wohl⸗ Geheimniſ⸗ Tauſend Goldſtücke auſendfaches Glück werden.

h:Ei, was mag her, und ſiehe da, weinem Käffg ſaß Da wunderte ſch eilen, was für ein in Geld ſo ſehr für gel hingibt! Demn Koran auswendig teben ja den Sinn eſer da den Koran t das den Hörern en auf. Für eln den, it dne Arge

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Nr. 5.]

Indeſſen paßt, was Du ſagſt, doch nur auf andere Vö⸗ gel und Thiere und nicht auf mich. Mit Weisheitsperlen, koſtbaren und mit Edelſteinen der Erkenntniß des Wah⸗ ren iſt mein Herz erfüllt bis zum Rand ja ſelbſt das Zukünftige iſt mir bekannt, und das Außernatürliche erfaßt mein Verſtand. Wer handelt nach meinem Rath der wandelt auf gedeihlichem Pfad es kann ihm nicht mißlingen durch mich mannigfachen, großen Vortheil zu erringen. Noch habe ich meine Vortrefflichkeit Nie⸗ mandem kundgethan; da ich aber in Deiner Rede etwas Ausgezeichnetes wahrnahm, ſo habe ich Neigung und Liebe zu Dir gefaßt. Ich bitte Dich, Said, kaufe mich und laß Dir den großen Nutzen nicht entgehen! Auch ich werde aus dem Zuſammenſein mit Dir Vortheil ziehen und Ruhe haben, denn ich fürchte in die Hände eines Narren zu ge⸗ rathen, der meinen Werth nicht kennt und mich quält. Als Said dies gehört hatte, antwortete er:Auch ich, lieber Papagei, fühle Neigung und Liebe zu Dir; aber was ſoll ich machen? Ich beſitze in der Welt nichts als tauſend Goldſtücke, und die bilden mein Betriebscapital. Womit ſoll ich denn handeln, wenn ich ſie für Dich gebe? Dieſe Rede, Said, antwortete der Papagei,ziemt einem Manne von Deiner Einſicht und Deinem Verſtande nicht. Denn das eigentliche Vermögen und Betriebscapital iſt auf dieſer Welt die Tüchtigkeit und das Geſchick. Wenn Je⸗ mand tüchtig und geſchickt iſt, ſo fehlt es ihm auch nicht an Geld. Fehlen Jemandem aber jene Eigenſchaften und er beſäße Koruns Schätze, wozu ſollten ſie ihm dienen? Auch heißt es in einem Verſe:

Der Menſch bleibt Menſch, iſt auch ſein Beutel leer, Der Eſel Eſel, iſt ſein Sack auch Goldes ſchwer.

Darum kaufe mich; mein Umgang ſoll Dir ſicherlich wun⸗ derbar nützen. Trauſt Du aber meinem Worte nicht, ſo nimm mich eine Woche auf Probe. Ich habe Dir einen Vorſchlag zu machen, der Dir dreifältigen Gewinn bringen

Dritte Folge.

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ſoll; geſchieht dies nicht, ſo gib mich zurück. Nach dieſen Worten nahm Said den Vogel auf Probe unter der Bedingung, nach einer Woche ſeinen Preis zu bezahlen, wo nicht, ihn ſelbſt zurückzugeben. Dann ſprach er zu ihm:Nun ſage mir, was Du mir vorzuſchlagen haſt, ich will es thun. Der Papagei antwortete:In einem oder zwei Tagen werden hier eine Menge Kaufleute von Babil eintreffen, um Narden einzukaufen. So geh' Du denn gleich jetzt und kaufe um tauſend Goldſtücke Narden ein. Du wirſt damit mindeſtens doppelten Vortheil haben*).

Said that, wie ihm der Papagei geſagt hatte; er kaufte alle Narden auf, welche ſich in der Stadt vorfanden, ſo daß dieſer Artikel bei Niemandem außer ihm anzutreffen war. Und in der That, nach einigen Tagen, ſiehe da kamen aus Babil die Kaufleute; ſie durchforſchten die ganze Stadt nach Narden und konnten nirgends davon finden, bis man ihnen von Said ſagte, den ſie ſofort aufſuchten. Um es kurz zu ſagen: ſie bezahlten dem Said ſeine Waa⸗ ren mit dem fünffachen Preiſe und reiſten nach ihrer Hei⸗ math zurück.*

Said hatte alſo die Zahl ſeiner Goldſtücke auf fünf⸗ tauſend gebracht; er zahlte davon ein Tauſend an den Ver⸗ käufer des Papageien, und ein zweites Tauſend an ſeinen Vater als Rückerſtattung ſeines Darlehns, ſodaß ihm noch dreitauſend als Betriebscapital verblieben. Er brachte nun den Papagei, den er von da an unendlich liebte, nach ſeinem Hauſe und übergab ihn der Mahi⸗Scheker, der er dringend anbefahl, ihn in Obacht zu nehmen. Der Vogel blieb immer in ſeinem Sinne, und wo ihm etwas Schwie⸗ riges zuſtieß, da fragte er ihn um Rath. Handelte er dann nach ſeinen Worten, da hatte die Sache nach Gottes Rath⸗ ſchluß jedesmal einen guten Ausgang.

*) Alſo gab es ſchon in dunkler Vorzeit Jobber, und ein Pa⸗ pagei ſelbſt kann Jobber ſein! Anm. d. Red.

zeigten, waren alljährlich die nämlichen:

Arm.

are 1 während der Nacht kalter Angſtſchweiß und ein ſehr heftiger Schmerz im rechten

Litten Sie in dieſen Tagen körperlich oder geiſtig? fragte

Ziegler.

Beides zugleich. Ich hatte furchtbares Ohrenſauſen, und dann entſchwand mir plötzlich das Gedächtniß ganz und gar. Ich habe, ungeachtet des Geſetzes, niemals geglaubt, daß ich ein Recht hätte zu tödten, und am allerwenigſten einen König. Aber ich mußte gehorchen; das iſt Alles. Als Sühnung für den Tod des Königs und der Königin laſſe ich noch fortwährend für Beide Seelenmeſſen leſen. Man wird mir hoffentlich die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, mich für menſchlich zu halten.

Sch muß geſtehen, daß das Wort menſchlich in dem Munde Samſon's mich erbeben machte.

Indeſſen hatte ja Robespierre, ehe er zur Dictatur gelangte,

philanthropiſche Abhandlungen über die Abſchaffung der Todes⸗ ſtrafe geſchrieben; Joſef Lebon liebte die Kinder, Collot d'Herbois ſogar die Kinder. Gleichwohl konnte ich mich eines gewiſſen Mitleids mit dieſem Menſchen nicht erwehren. Er ſchien ſo traurig zu ſein, ſein ganzes Weſen war ſo anſtändig

ein Schwindel; ich faßte den Arm Ziegler's; wir empfahlen uns mit einem kurzen Abſchiede, und auf der Straße wiederholte Zieg⸗ ler mehrmals: 5

Wir kommen da von einem Menſchen, der ganz Frankreich unter ſeinem Meſſer hatte. Seine Hände berührten den König, die Königin, Madame Eliſabeth und Chenier! a.

tet worden iſt.

Aus der Natur. Ein verſteinerter Wald.

Ein neues Wunder der Vorwelt iſt jüngſt entdeckt und der wiſſenſchaftlichen Forſchung eröffnet. Den Leſern wird der Ruf bekannt ſein, den die ſeltſamen Sandſteinformationen in der Nähe von Adersbach und an der ſchleſiſch⸗böhmiſchen Grenze genießen. Nicht weit von dort hat man die Ablagerung eines verſteinerten urweltlichen Waldes von einer Großartigkeit entdeckt, wie es we⸗ nigſtens im Gebiete der Steinkohlen⸗Formationen bis jetzt weder in Europa noch in irgend einem andern Theile der Erde beobach⸗ Profeſſor Göppert, der berühmte Botaniker und

Geologe, machte in einer Verſammlung ſchleſiſcher Naturforſcher V darüber kürzlich Mittheilungen, denen wir Folgendes entnehmen:

Von Rohnow, einem kleinen in Böhmen an der weſtlichen Grenze der Grafſchaft Glatz, eine Meile von Cudowa gelegenen Städtchen, erhebt ſich über die Dörfer Wüſtkoſteletz, Myſtrey, Gipka, Kliwitz ein in weſtlicher Richtung bis Slatina ſtreichen⸗ der, aus Kohlenſandſtein beſtehender Höhenzug, der als hängender Sandſtein des liegenden Zuges des Steinkohlengebirges betrach⸗

t ttet wird und auf dem Slatinaer Oberberge, einem Punkte mit nur hinter ihm ſtand die Todesſtrafe. Dennoch ergriff mich herrl größten Theil mit Wald bedeckten, etwa 2 ½ Meilen langen und

herrlicher Rundſicht, ſich am höchſten erhebt. In dieſem zum

durchſchnittlich ½ Meile breiten Gebirgszuge befinden ſich theils auf den Höhenkämmen, theils in und an den vielen von ihnen her⸗ abgehenden Quellen und Bächen, ſo wie an Wald⸗, Wege⸗ und Ackerrändern zahlreiche verſteinte Stämme, ganz beſonders aber in der Umgegend von Radowenz, einem etwa zwei Stunden

von Adersbach entlegenen und mit dieſem Punkte durch eine ziem⸗