Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
58
Einzelbild herunterladen

[IV. Jahrg. n 4.

ni Mengen 0

drche herb R

und ein grüner Triumphbogen, mit vielen bunten Bändernund dieſe ſchöne und herrliche Jungfrau iſt das Pfand geſchmückt, erhob ſich am Ausgange des Dorfes. unſerer Freundſchaft. Wir pflückten dieſe Blume an den r Ein Jüngling trat zur Braut und hielt eine zierliche Bergen von Calenzana, um ſie Euch zum Geſchenk zu önd d d

Rede. Er klagte, daß ſie den Ort verlaſſen wolle, wo ſie bringen. J'han! in guter Hut aufgewachſen, wo es ihr nie an Blumen undSeid denn willkommen, Gaſtfreunde! rief der Alte.Ver Freunden gefehlt habe. Weil ſie nun aber fortziehe, ſoTretet ein und labt Euch am Feſte! Er hob die Jung⸗ nd wünſchte er ihr im Namen ihrer Freunde ein ungetrübtes frau vom Pferde, umarmte ſie und führte ſie in das Haus. Hjeilgen, Glück und ſagte ihr Lebewohl. Sie brach in Thränen Hier ſchloß ſie der Bräutigam in ſeine Arme, während der evvüre! aus und reichte dem Jüngling ein Geſchenk zum Andenken. Klang der ſechzehnſaitigen Cither und der Sackpfeifen den Darauf wurde ein geſchmücktes Pferdchen herbeige⸗ Jubel des Gefolges begleitete. führt, und die Braut beſtieg es; bewaffnete Jünglinge, mit Bald darauf ging der Zug zur Kirche, in der reichlich Blumen und Bändern bekränzt, umgaben ſie, und Alle zo⸗ Myrten geſtreut waren und die Kerzen brannten. Der gen durch die Ehrenpforte; Mandolinen und Sackpfeifen Curate des Dorfes war plötzlich erkrankt und hatte Mutius ertönten und unaufhörlich knallten Schüſſe. Peraldi erſuchen laſſen, das Paar zu trauen. Pietrot efen: Der Zug näherte ſich dem Dorfe, in welchem Pietro konnte ſich einer geheimen Unruhe nicht erwehren, als er l andten u zum allgemeinen Erſtaunen eine kleine Beſitzung gekauft ſich bei dem Anblick des Prieſters der Verwandten deſſel⸗ grieſter! hatte. Am Eingange des Ortes ſtand eine zweite Ehren⸗ ben erinnerte. Doch faßte er ſich bald und lächelte über gitwe, di pforte und ein Jüngling trat Marietta mit einem bebän⸗ ſeine Furcht vor den Drohworten eines Mädchens.Sie Fiold derten Oelzweig entgegen und übergab ihn ihr mit ſchönen wird bald einen andern Liebhaber finden, denn ſchön iſt ſie 54 vil Sprüchen. Nun ſprengten zwei junge Leute vom Corteo wahrhaftig, ſogar ſchöner noch als Marietta, dachte er zu ab in raſender Eile nach Pietro's Haus, um die Ehre zu er⸗ ſeiner völligen Beſchwichtigung und malte ſich dann die 1 1 5 jagen, der Erſte zu ſein, welcher der Braut die Schlüſſel Zukunft mit den glänzendſten Farben aus. Er hatte einen Zaicſal vom Hauſe des Bräutigams bringt. Das Sinnbild der Quell des Reichthums entdeckt, der ſehr ergiebig zu wer⸗ Kuth. Schlüſſel iſt eine Blume; der ſchnellſte Reiter gewann ſte; den verſprach:Fiordaliſe hätte ſich dagegen geſträubt, 3 3 1 er hielt ſie jubelnd in der Hand, jagte zu Marietta zurück ſie taugte nicht für mich! meinte er endlich in Gedanken 48* und übergab ihr das Symbol. wieder mit der Verlaſſenen beſchäftigt. eg 1 Der Corteo zog weiter und auf allen Balkonen ſtanden Die Ceremonien waren vorüber und Alles drängte Ang Mädchen und Frauen; ſie warfen unter Freudenrufen und nach dem Ausgange. Seine lächelnde Braut am Arme bhn. J 11 Segenswünſchen Blumen, Reis und Weizenkörner auf die trat Pietro aus der Kirchenthür. Dort ſiehe Fior⸗ ſuhte 54 * Braut und ihre Begleitung. daliſe lehnte an einem Baume; er erblaßte, als er ſie ſah, ntft, daß Aus dem Hauſe Pietro's trat ein Verwandter deſſel⸗ und machte unwillkürlich eine rückgängige Bewegung, dan tzerlaſſe ben, der den Vater des Bräutigams vorſtellte, und ſprach raffte er ſich zuſammen und wollte ruhig weiter ſchreiten.Ich mit ernſter Würde nach altem Brauch zu dem fremden Ge⸗ Doch Fiordaliſe zog ſchnell ein Piſtol aus dem Buſen; ſie acn, leite:Wer ſeid Ihr, Männer in Waffen? Freunde oder drückte es ab, und Pietro ſank mit zerſchmetterter Hirn⸗ ich Feinde? ſchale in die Arme ſeiner Braut und der Nächſtſtehenden. en, we Wir ſind Gaſtfreunde, antwortete der Brautführer, Marietta ſtieß ein lautes Jammergeſchrei aus während Sache; Da waren denn alſo eines ſchönen Tages in einer Soirée daſeinſollendem nicht daſeiendem Activ⸗ Baarbeſtande heraus⸗ d Vergö viele junge Damen und junge Herren bei einander. Einer dieſer kommt; ſo deducirte mir neulich ein ſcharfſinnigerBruder in Co⸗ ſeiner en jungen Herren glaubte ſehr galant zu erſcheinen, wenn er die ſel⸗Oderbergern dieſen undefinirbaren Ausdruck. Dieſer beſagte Ach Tochter eines reichen Hamburger Engroſſiſten über das Geſchäft ſcharfſinnige Bruder iſt einmal in frühern Jahren bei einem An⸗ in C des Vaters befragte.Womit handelt Ihr Vater, mein Fräu⸗ fall von Wiſſensdrangparoxysmus Hegeln durchs Auditorium ge⸗ lein? wagte er ſich ihr einzuführen.Mit Verſtand, lautete laufen und hat gerade jenen großen Beweis von der Identität die kalte Antwort der jungen geiſtreichen Hamburger Dame. V desSein undNichtſein aufgefangen:Sein iſt gleich Und worin machen Sie, mein Herr? wirft ſie nach einer kurzenNichtſein, meine Herren, undNichtſein gleichSein, und Pauſe mit hochmüthiger Miene hin.Gleichfalls in Verſtand, aus Sein und Nichtſein wird. Bis ſoweit hat der Paroxyte entgegnet der junge Mann ſchlagfertig, während ein leiſes Lächeln Philoſophie ſtudirt und er geſteht Hegeln das Lob zu, ein ziem⸗ der Ironie um ſeine Lippen ſpielt,aber wohlverſtanden, mein lich geſcheidter Kopf geweſen zu ſein, nur würde er der Welt noch Fräulein, Verſtand ſo geſchrieben: Verstand, und er viel mehr genützt haben, einmal, wenn er ein ſolides Banquierge⸗ buchſtabirt der jungen geiſtreichen Hamburger Dame das Wort ſchäft angelegt hätte, und dann, wenn er der Welt den Beweis mit rundemS vor. Die geiſtreiche junge Hamburger Dame hinterlaſſen hätte: Wucher ſei gleich Nichtwucher, Schwindel fuhlt ſich durch eine ſolche ungraziöſe Spielerei mit dem Verſtande gleich Nichtſchwindel. Aehnlich iſt auch Soll gleich Haben, und verletzt und wirft dem jungen Verstandmacher über die Achſel wo das Haben gleich Soll iſt, da fängt natürlich das an, was die., weg die Worte hin:Dann ſeien Sie nur täglich auf einen Ban⸗ Welt heißt: Pleite! Sle do kerott Ihres Geſchäfts gefaßt. 3 Aufhebung der Wuchergeſetze lautet die Parole des Ta⸗ flichtu Ach, hätte die junge geiſtreiche Hamburger Dame ahnen kön⸗ ges. Wer jetzt gegen die Aufhebung und für den Grundbeſitz ein 1 nen, daß Anno 1857 die Handelei mit dem Verſtande eine Nie⸗ ſcharfes Wort ſpricht, iſt ein in mittelalterlichen Vorurtheilen Venn i derlage erleiden würde, wie ſie jetzt in Hamburg und Berlin an Befangner. Staat hilf uns, wirkverderben! ſchreit die Legion, er Can der Tagesordnung, ſie hätte ihre geiſtreiche Zunge vor der Banke⸗ und die Männer der Wiſſenſchaft müſſen ſich tief vor dem kauf⸗ en den rotterklärung der Verstandmacherei wohl etwas im Zaume ge⸗ männiſchen Verſtande beugen, der gefixt, geſchwindelt, gewuchert all dadu halten! 1.2. 4 ſich auf das Freihandelſyſtem etwas zugute gethan und nun, nach⸗ dwasn Der Berliner, erfindungsreich in jeglicher Beziehung, na⸗ dem er ſich mit den eigenen Waffen der Freibandelei geſchlagen, Na mentlich aber geſchaffen, jedem Dinge einen Spitznamen anzu⸗ noch die Dreiſtigkeit hat, hinzutreten und vom Staate Hülfe zuNa hängen, bezeichnet dieſe Niederlage mit dem charakteriſtiſchen fordern.:1,2 antt ſ Pleite. Pleite iſt der Inbegriff alles deſſen, was ausCre⸗ Was haben wir losgeſchlagen auf die materialiſtiſchen Phi⸗ NM dit undNichtcredit bei einer allgemeinenMuſchelei unter loſophen der Neuzeit: aber dem Materialismus in der Geſellſchaft⸗ M 1 4*.